Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Dubai als Vorbild in der Tourismusentwicklung der Golfstaaten?

Eine Untersuchung von Erfolgsfaktoren der Destinationsentwicklung Dubais und die mögliche Übertragbarkeit auf andere Golfstaaten am Beispiel des Emirats Katar

Dubai als Vorbild in der Tourismusentwicklung der Golfstaaten?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nora Jeske
  • Abgabedatum: Februar 2009
  • Umfang: 148 Seiten
  • Dateigröße: 2,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Ostfalia Braunschweig/Wolfenbüttel Deutschland
  • Bibliografie: ca. 195
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3044-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jeske, Nora Februar 2009: Dubai als Vorbild in der Tourismusentwicklung der Golfstaaten?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Dubai, Katar, Tourismus, Erfolgsmodell, Finanzkrise

Diplomarbeit von Nora Jeske

Einleitung:

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich als eines der ersten Länder der Arabischen Halbinsel dem Wirtschaftszweig Tourismus geöffnet und mittlerweile ist der Tourismus im gesamten Nahen Osten ein immer wichtigeres Thema. Besonders das Wüstenemirat Dubai hat sich in kürzester Zeit zu der bedeutendsten Tourismusdestination in der Golfregion gewandelt und ist eine der am schnellsten wachsenden Destinationen weltweit. Die Grundlage des Wohlstandes Dubais liegt in der Entdeckung des Erdöls in den sechziger Jahren. Durch eine frühzeitige Diversifizierung der Wirtschaft war es möglich, die Marktkraft des Erdölsektors auf heute etwa 5% zu senken. Somit stellt der Wirtschaftsfaktor Tourismus in Dubai eine alternative Einnahmequelle zur absehbar zurückgehenden Erdölindustrie mit ihren sich erschöpfenden Erdölvorkommen dar.

2008 ist Dubai mit dem World Travel Award zum weltweit besten Ferienreiseziel gekürt worden. Das Wahrzeichen Dubais, das 7-Sterne-Hotel Burj al Arab erhielt gleich zweimal eine Auszeichnung als weltweit bestes Hotel und Suitehotel. Die staatliche Baufirma Nakheel wurde für die künstlich aufgeschüttete Insel The Palm Jumeirah für das weltweit beste Tourismusentwicklungsprojekt ausgezeichnet. Dubai, als Stadt der Superlative, sorgt mit seinen sich immer wieder selbst übertreffenden Megaprojekten, wie dem Burj Dubai, dem höchsten Turm der Welt, den künstlich aufgeschütteten Inseln vor Dubais Küste The Palm, The World und The Universe regelmäßig für Schlagzeilen und ist als Luxus-Reiseziel bekannt. Lange Zeit waren es hauptsächlich Freizeittouristen, die einen exklusiven Strandurlaub in Dubai verbringen wollten oder Geschäftsreisende, die in das neue Wirtschafts- und Finanzzentrum der Golfregion reisten. Heute hat die Tourismusdestination Dubai ihr Angebot differenziert und bearbeitet zusätzlich wachsende Marktsegmente wie Shopping, Kreuzfahrten, Wellness, Golf und Gourmet. Mit seiner dynamischen und zukunftsfähigen Entwicklung präsentiert sich Dubai als Vorreiter für ein zukunftsorientiertes und weltoffenes Arabien.

Problemstellung:

In den Medien wird Dubai oft als Vorzeigemodell der Golfregion dargestellt, aber konkrete Untersuchungen bezüglich der möglichen Übertragbarkeit speziell im Tourismus gibt es bisher nicht. Daher setzt sich die vorliegende Arbeit mit der Frage auseinander, was die Erfolgsfaktoren für die Tourismusentwicklung Dubais sind und inwieweit dies als Vorbild für die Destinationsentwicklung anderer Golfstaaten dienen kann. Am Beispiel des Emirats Katar, in dem die Grundvoraussetzungen, wie Wüstenlage, Klima, Religion und Öl-Wirtschaft, mit denen Dubais vergleichbar sind, wird die mögliche Übertragbarkeit des Erfolgsmodells geprüft.

Gang der Untersuchung:

Ziel der Arbeit ist es, ein Erfolgsmodell mit den Faktoren, die die Entwicklung der Tourismusdestination Dubai positiv beeinflussen, zu erstellen. Dieses dient als Grundlage für die Untersuchung Katars und führt zu konkreten Handlungsempfehlungen.

Da es sich um ein sehr aktuelles und internationales Thema handelt, dienen größtenteils Artikel aus Fachzeitschriften oder Tageszeitungen sowie Studien und Internetquellen als wissenschaftliche Nachweise. Bei der Einführung in die theoretischen Grundlagen von Destinationsentwicklung in Kapitel 2 wird auf die entsprechende Fachliteratur zurückgegriffen und ein Überblick über bestehende Ansätze gegeben. Der erste Schwerpunkt der Arbeit liegt hierbei in der abschließenden Identifizierung von Kriterien, die für eine erfolgreiche Tourismusentwicklung von Bedeutung sind. Diese dienen als Grundlage für die Erstellung des Erfolgsmodells Dubai und für die spätere Prüfung der möglichen Übertragbarkeit auf Katar.

In Kapitel 3 erfolgt nach einer Abgrenzung des Untersuchungsgebietes eine kurze Einführung in die gesamte touristische Entwicklung der Golfstaaten. Kapitel 4 stellt die Tourismusdestination Dubai allgemein vor.

Der zweite Schwerpunkt der vorliegenden Diplomarbeit liegt in der Erstellung des Erfolgsmodells Dubai in Kapitel 5. Hierzu wird anhand der zuvor identifizierten Kriterien für eine erfolgreiche Tourismusentwicklung überprüft, inwieweit diese in Dubai erfüllt sind. Dies wird jeweils anhand von Beispielen qualitativ begründet, sodass sich anschließend Dubais Erfolgsfaktoren herausstellen lassen. Zur Vereinfachung der Ergebnisse wird das Erfolgsmodell Dubai in einem zweiten Schritt grafisch dargestellt. Während der Bearbeitungsphase der vorliegenden Arbeit, besonders im Zuge der gegenwärtigen globalen Wirtschafts- und Finanzkrise, sind Umstände eingetreten, die das Erfolgsmodell Dubai in einigen Bereichen in Frage stellen. Im Sinne eines aktuellen Bezugs der vorliegenden Diplomarbeit zu diesen Veränderungen werden zukünftige Herausforderungen für die Tourismusdestination Dubai in einem Unterkapitel explizit herausgestellt. Eine Schwerpunktänderung wurde jedoch nicht vorgenommen, da momentan noch nicht absehbar ist, inwieweit dies den Erfolg der Tourismusdestination Dubais auf längere Sicht schmälern wird.

Der dritte Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Prüfung der möglichen Übertragbarkeit des zuvor erstellten Modells auf eine andere Destination in der Golfregion in Kapitel 6. Hierfür wurde das Emirat Katar ausgewählt, welches sich gut als Vergleichsdestination verwenden lässt, da die Ambitionen des Landes bezüglich der Tourismusentwicklung ähnlich wie in Dubai sind. Nach einer allgemeinen Vorstellung der Tourismusdestination Katar erfolgt nun wieder anhand von Beispielen die Abgleichung der ermittelten Erfolgsfaktoren der Tourismusdestination Dubai. Dabei sind, ebenfalls wie bei Dubai, zwei allgemeine Anmerkungen zu berücksichtigen. In den Quellen werden z.B. bei Angaben des Bruttoinlandsproduktes oder Tourismusinvestionen die unterschiedlichen Währungen der einzelnen Länder verwendet. Um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten, erfolgt die Angabe solcher Werte in US-Dollar. Für die Umrechnung werden die in der vorliegenden Arbeit genannten Wechselkurse zu Grunde gelegt. Anzumerken ist außerdem, dass besonders bei der Betrachtung der internationalen Vermarktung der beiden Destinationen, wie z.B. Werbekampagnen, die Sichtweise aus dem deutschsprachigen Markt vorherrscht. Zusammenfassend werden danach die Ergebnisse Katars mit dem Erfolgsmodell Dubais verglichen und die Schlussfolgerungen mithilfe einer grafischen Darstellung, die auf die zuvor erstellte Grafik des Erfolgsmodells Dubai aufbaut, verdeutlicht. Darüber hinaus werden Empfehlungen ausgesprochen, die die weitere Tourismusentwicklung Katars, entsprechend des Modells der Tourismusdestination Dubai, fördern können.

Das Fazit in Kapitel 7 fasst noch einmal alle gewonnenen Erkenntnisse zusammen und beschäftigt sich abschließend mit der Frage, ob das Modell zur Anwendbarkeit auf weitere Golfstaaten, folglich als Vorbild, dienen kann und welche Empfehlungen dafür mitgegeben werden können.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Fragestellung 1
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise 2
2. Grundlagen der Tourismusentwicklung 4
2.1 Die Destination als touristische Wettbewerbseinheit 4
2.2 Ansätze der Tourismusplanung 5
2.2.1 Destinationslebenszyklus 5
2.2.2 Tourismusplanung als ein integriertes System 8
2.2.3 Das touristische Angebot von Destinationen 10
2.2.4 Branding und Positionierung von Destinationen 10
2.2.5 Planung von nachhaltiger Tourismusentwicklung 12
2.2.6 Langfristige und strategische Planung 14
2.3 Gängige Vorgehensweise bei Tourismusplanung 15
2.4 Identifizierung von Bewertungskriterien für erfolgreiche Tourismusentwicklung 16
3. Tourismus in den Golfstaaten 18
3.1 Abgrenzung des Untersuchungsgebietes 18
3.2 Tourismusentwicklung in den Golfstaaten 19
4. Tourismusdestination Dubai 22
4.1 Allgemeine Grundlagen 22
4.2 Touristisches Angebot 26
4.2.1 Ursprüngliches Angebot 26
4.2.2 Abgeleitetes Angebot 27
4.2.2.1 Touristische Infrastruktur 27
4.2.2.2 Freizeitinfrastruktur 29
4.2.2.3 Spezielle touristische Angebote 30
4.2.2.4 Zukunftsweisende Mega-Projekte 30
4.3 Touristische Nachfrage 31
4.4 Wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus 33
5. Das Erfolgsmodell Dubai 35
5.1 Erfüllung der einzelnen Voraussetzungen und Betrachtung der nachhaltigen Tourismusentwicklung Dubais 35
5.1.1 Grundlegende Voraussetzungen für Tourismusentwicklung 35
5.1.1.1 Touristische Produktentwicklung 35
5.1.1.2 Humanressourcen 37
5.1.1.3 Institutionelle Rahmenbedingungen 39
5.1.1.3.1 Pro-touristische Politik 39
5.1.1.3.2 Integration des Tourismus in die gesamte Entwicklungspolitik 39
5.1.1.3.3 DTCM als Tourismusbehörde 40
5.1.1.3.4 Schulung und Ausbildung von Tourismuspersonal 41
5.1.1.4 Finanzkapital 41
5.1.1.5 Marketing & Vertrieb 42
5.1.1.5.1 Internationale Vermarktung 42
5.1.1.5.2 Vertriebskanäle 43
5.1.1.5.3 Sport als Marketinginstrument 43
5.1.1.5.4 Destinations-Branding und Positionierung 44
5.1.1.5.5 Unique Marketing Proposition (Alleinstellungsmerkmal) 47
5.1.1.6 Erreichbarkeit 47
5.1.2 Erfüllung von Kriterien einer nachhaltigen Tourismusentwicklung 48
5.1.2.1 Ökonomische Betrachtung 49
5.1.2.1.1 Angepasste Infrastrukturentwicklung 50
5.1.2.1.2 Strategische Partnerschaft von Regierung und Privatsektor 50
5.1.2.1.3 Visionäre Führung 51
5.1.2.1.4 Innovationsbereitschaft 51
5.1.2.1.5 Qualitätsbewusstsein 53
5.1.2.2 Ökologische Betrachtung 54
5.1.2.3 Soziokulturelle Betrachtung 55
5.2 Darstellung des Erfolgsmodells 57
5.2.1 Zusammenfassung der Erkenntnisse 57
5.2.2 Erstellung des Erfolgsmodells 60
5.3 Dubais Herausforderungen für die Zukunft 61
6. Anwendbarkeit auf die Entwicklung der Destination Katar 65
6.1 Tourismusdestination Katar 65
6.1.1 Allgemeine Grundlagen 65
6.1.2 Touristisches Angebot 68
6.1.2.1 Ursprüngliches Angebot 68
6.1.2.2 Abgeleitetes Angebot 68
6.1.2.2.1 Touristische Infrastruktur 68
6.1.2.2.2 Freizeitinfrastruktur 70
6.1.2.2.3 Spezielle touristische Angebote 71
6.1.2.2.4 Zukunftweisende Projekte 71
6.1.3 Touristische Nachfrage 73
6.1.4 Wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus 74
6.2 Prüfung der einzelnen Erfolgsfaktoren Dubais in Katar 75
6.2.1 Eignung der Destination als Untersuchungsgegenstand 75
6.2.2 Prüfung der einzelnen grundlegenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tourismusentwicklung 75
6.2.2.1 Außergewöhnliche Attraktionen 75
6.2.2.2 Verfügbarkeit von Finanzkapital 76
6.2.2.3 Verfügbarkeit von Humanressourcen 77
6.2.2.4 Pro-touristische Politik 78
6.2.2.5 Effektives Marketing 78
6.2.2.5.1 Internationale Vermarktung 79
6.2.2.5.2 Vertriebskanäle 80
6.2.2.5.3 Sport als Marketinginstrument 80
6.2.2.5.4 Destinations-Branding und Positionierung 81
6.2.2.5.5 Unique Marketing Proposition (Alleinstellungsmerkmal) 84
6.2.2.6 Angepasste Infrastrukturentwicklung 84
6.2.2.7 Erreichbarkeit 85
6.2.3 Prüfung der nachhaltigkeitsfördernden Erfolgsfaktoren 86
6.2.3.1 Visionäre Führung 87
6.2.3.2 Strategische Partnerschaft von Regierung und Privatsektor 87
6.2.3.3 Sicherheit 87
6.2.3.4 Akzeptanz in der Bevölkerung 88
6.2.3.5 Qualitätsbewusstsein 89
6.2.3.6 Innovationsbereitschaft 89
6.2.3.7 Umweltschutzmaßnahmen 90
6.3 Vergleich der Ergebnisse mit dem Erfolgsmodell Dubai 91
6.3.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 91
6.3.1.1 Grundlegende Voraussetzungen für Tourismusentwicklung 91
6.3.1.2 Nachhaltigkeitsfördernde Faktoren 93
6.3.2 Grafische Darstellung der Ergebnisse 93
6.3.3 Schlussfolgerungen und Empfehlungen 94
7. Fazit und Ausblick 97
Literatur und Quellenverzeichnis 100
Anhang 115

Textprobe:

Kapitel 6.2, Prüfung der einzelnen Erfolgsfaktoren Dubais in Katar:

Anhand des zuvor erstellten Erfolgsmodells der Tourismusdestination Dubai wird nun geprüft, inwieweit Katar die einzelnen Erfolgsfaktoren erfüllt.

Eignung der Destination als Untersuchungsgegenstand:

Katars derzeitige Entwicklung wird in den Medien oft mit der von Dubai verglichen, nur dass Dubai Katar etwa 10 Jahre Tourismuserfahrung voraushat. Aber schon heute weisen die beiden Städte Doha und Dubai eine große Schnittmenge, wie z.B. ähnliche geografische Lage, wenig natürliche Ressourcen und Nähe zum nationalen Flughafen, auf. In beiden Städten finden jedes Jahr verschiedene Messen, Festivals oder Sportveranstaltungen statt. Daher eignet sich das Emirat gut, um die Übertragbarkeit des Modells Dubai auf andere Golfstaaten zu prüfen. Der Tourismusmasterplan der GATO empfiehlt Dubai sogar als Beispiel- und Benchmark-Destination für die Tourismusentwicklung Katars.

Prüfung der einzelnen grundlegenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tourismusentwicklung:

Außergewöhnliche Attraktionen:

Im weltweiten Wettbewerbsvergleich des World Economic Forums landet Katar 2008 in der Kategorie „Natürliche Ressourcen“ auf Platz 121 des T&T Competitiveness Index Rankings. Bei den kulturellen Ressourcen liegt das Emirat auf Platz 45 von 130. Noch vor einigen Jahren wurde Katar in einem Lonely Planet-Reiseführer als „langweiligster Ort der Erde“ beschrieben. Um dies zu ändern, hat Katar begonnen in den Tourismussektor zu investieren und sein touristisches Angebot zu erweitern. Zu Beginn galt Katar lediglich für Geschäftsreisende als interessant. Um jedoch als wettbewerbsfähige Tourismusdestination auftreten zu können, diversifizierte Katar sein touristisches Angebot und bearbeitet nun folgende Märkte: Geschäftsreisen, Freizeit- und MICE-Tourismus. Schwerpunkte liegen heute in den Bereichen Sportveranstaltungen, Kulturtourismus, Öko- und Naturtourismus, Familienurlaub und dem Stop-Over-Markt. Diese zunächst angebotsinduzierte Tourismusentwicklung erfreute sich in den letzten Jahren einer großen Nachfrage, sodass z.B. die Hotelkapazitäten kräftig ausgebaut werden müssen.

Um seine Mission, sich als Qualitätsdestination zu etablieren, zu erfüllen, erweitert Katar sein touristisches Angebot größtenteils innerhalb der gehobenen Preisklasse und richtet es auf anspruchsvolle Touristen aus. Seit Ende des Jahres 2008 stehen sogar Überlegungen im Raum, Katar zukünftig auch als Kreuzfahrtdestination zu etablieren.

Ebenso wie Dubai verfolgt Katar die Strategie der „Festivalisierung“. Seit 2002 finden in Katar die Qatar Summer Wonders statt. Dieser einmonatige Event lockt Besucher sowie Einwohner mit einem vielfältigen Unterhaltungsangebot, wie z.B. Auftritten von Artisten und Akrobaten, Sportevents, Filmvorführungen, traditionellen Ausstellungen, Folkloreaufführungen und kulinarischen Aktionen, in die Shopping Malls Dohas. Darüber hinaus bieten die Shopping Malls Rabattaktionen an. Das facettenreiche Angebot richtet sich an alle Altersgruppen und vereint Bildung, Unterhaltung und preisgünstiges Einkaufen. Besonders Kinder werden hiermit in ihren Talenten und Fähigkeiten gefördert und verfügen den Sommer über ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm. Im Jahr 2003 wurden die Besucherzahlen auf 2,5 Mio. geschätzt, wovon die meisten aus den Golfkooperationsmitgliedsländern kamen. Während dieser Zeit bieten viele Hotels in Doha attraktive Pakete und bis zu 50% Rabatt auf die Zimmerpreise an. Auch Qatar Airways lockt besonders internationale Gäste mit speziellen Packages an. Auch das muslimische „Fest des Fastenbrechens“ (Eid Al Fitr) wird in Katar fünf Tage lang als großes Festival gefeiert und kurbelt somit den Tourismus und Einzelhandel an.

2008 fand in Katar schon zum siebten Mal das Doha Cultural Festival statt. Dieser Event bietet seinen Besuchern neun Tage lang ein umfangreiches Angebot: Musik-, Tanz- und Theatervorführungen, Vorträge und Lesungen oder Ausstellungen, die Besuchern das kulturelle Erbe des Emirats näher bringen sollen. Dieser Event dient dazu Katars kulturelles Angebot zu erweitern und somit seinem Ziel, eine etablierte Kulturdestination zu werden, näher zu kommen.

Verfügbarkeit von Finanzkapital:

Da Katar eines der reichsten Länder der Welt ist und über Öl- und vor allem Gasressourcen verfügt, ist genügend Finanzkapital für eine erfolgreiche Tourismusentwicklung vorhanden. Seitdem Scheich Hamad bin Khalifa Al-Thani an der Macht ist, bemüht sich Katar auch um die Anwerbung von ausländischem Kapital. Um das Investitionsklima zu verbessern, wurden 2002 einige Gesetze verabschiedet, die z.B. die Ausländern bis zu 100% Firmenbesitz zu erlangen erlauben oder bis zu 10 Jahre Steuerfreiheit garantieren. Da Katar bereits gute Erfahrungen im Öl- und Gassektor mit dem Anlocken von ausländischen Direktinvestitionen gemacht hat, scheint eine Übertragbarkeit auf den Tourismussektor leicht. Der Tourismusmasterplan der GATO stellte 2002 jedoch die fehlenden Strukturen und eine mangelnde Organisation bei Investorbeziehungen im Tourismusbereich fest. Daraufhin empfahl die GATO die Einrichtung eines Tourism Investors Relations Office als eine Abteilung der QTEA. Heute gibt es auf der QTEA-Homepage einen Menüpunkt „Investor Relations“, unter dem die Planungs- und Entwicklungsabteilung der QTEA als Ansprechpartner für interessierte Investoren genannt und auf die aktuell geplanten Projekte in Katar hingewiesen wird. Darüber hinaus versuchen die einzelnen Großprojekte, wie z.B. The Pearl Qatar, auch über Homepage und Broschüren Investoren anzuziehen.

Verfügbarkeit von Humanressourcen:

Laut T&T Competitiveness Report 2008 verfügt Katar über eine hohe Anzahl qualifizierter Arbeitskräfte (Platz 20). Nur dass, ähnlich wie in Dubai, das lokale Humankapital nicht ausreicht, um die geplante Expansion Katars umzusetzen. Daher greift Katar auf qualifizierte sowie ungelernte ausländische Arbeitskräfte zurück. Besonders Managerpositionen werden meist von Arbeitskräften aus dem Westen besetzt. Die Gastarbeiter stammen zum Großteil aus Pakistan, Bangladesch, dem Sudan, Indien und Nepal. Ihre Arbeitsbedingungen sind laut dem Jahresbericht von Amnesty International 2008 mit denen in Dubai vergleichbar.

Neben der ambitionierten Entwicklung des Bildungssektors (siehe Kapitel 6.1.1), versucht Katar auch den Anteil der einheimischen Arbeitskräfte im Privatsektor zu erhöhen. Im Rahmen der so genannten Qatarization unterstützt die Regierung vor allem junge Katarer mit Hilfe von Stipendien, vorbereitenden Ausbildungsprogrammen oder Sommerpraktika bei ihrem Weg in die Arbeitswelt. Problematisch ist jedoch, dass viele Einheimische das Programm nicht annehmen, da sie, falls sie die entsprechenden Fähigkeiten besitzen, eine Arbeitsstelle innerhalb der Regierung bevorzugen. Außerdem sind die meisten Katarer so wohlhabend, dass sie ihren Lebensunterhalt, auch ohne in einem Arbeitsverhältnis zu stehen, bestreiten können.

Speziell für die Tourismusindustrie ist es aufgrund der Positionierung als Qualitätsdestination wichtig, durch eine gute Schulung und Ausbildung von Tourismuspersonal, seinen Gästen eine hohe Servicequalität bieten zu können. In Folge eines Joint Ventures mit der Stenden University in den Niederlanden bietet die Privathochschule Stenden University Qatar einen Bachelor in internationalem Hotelmanagement sowie internationalem Tourismusmanagement an. Seit 2000 stieg die Zahl der Studenten von 15 auf 2000 im Jahr 2008.

Pro-touristische Politik:

Im internationalen Wettbewerb liegt Katar laut des T&T Competitiveness Report 2008 in der Kategorie „Priorisierung der Reise- und Tourismusindustrie durch die Regierung“ auf Platz 30, sodass dies anderen Destinationen gegenüber einen Wettbewerbsvorteil darstellt. Im Vergleich z.B. zu Saudi-Arabien oder Kuwait gilt Katar als relativ liberal. Diese politische Haltung ist förderlich für die Tourismusentwicklung Katars. Es gibt keine Verschleierungspflicht für Frauen und Alkohol wird innerhalb der Hotels ausgeschenkt. Die Einrichtung einer Freihandelszone und die neue Landbesitzregelung fördern ebenfalls die Tourismusentwicklung Katars. Für die Tourismusbehörde Katars ist eine freundliche und effiziente Abwicklung der Besucherankünfte von höchster Priorität. Im Zuge dessen wurden die Visavorschriften 2002 gelockert. Seit 2003 gibt es für 33 Länder die Möglichkeit, ein Visum online zu beantragen und zu erhalten. Trotzdem werden laut dem T&T Competitiveness Report 2008 die Visavorschriften mit einem Platz 120 als Wettbewerbsnachteil für Katar gewertet. Die VAE liegen in dieser Kategorie auf Platz 83, sodass im Vergleich zu Dubai die Platzierung etwas relativiert, aber auch deutlich wird, dass hierbei noch Spielraum vorhanden ist.

Effektives Marketing:

Die QTEA ist verantwortlich für das Marketing der Tourismusdestination Katar und die Kontaktpflege mit dem Vertrieb. Ziele des Marketings sind laut des Tourismusmasterplans von 2002 die Steigerung der Anzahl von Übernachtungsgästen auf mind. 1,4 Mio. bis zum Jahr 2010, eine Verlängerung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer, eine Steigerung der durchschnittlichen Hotelbelegungsrate sowie eine Ausweitung der Saison. Außerdem soll die internationale Bekanntheit der Destination Katar erhöht werden sowie ein inländisches Bewusstsein für die typische Merkmale und Bedürfnisse von internationalem Tourismus geschaffen werden.

Arbeit zitieren:
Jeske, Nora Februar 2009: Dubai als Vorbild in der Tourismusentwicklung der Golfstaaten?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Dubai, Katar, Tourismus, Erfolgsmodell, Finanzkrise

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren