Dubai, Reiseziel der Zukunft
Eine kritische Betrachtung der Tourismusentwicklung aus ökonomischer, gesellschaftlicher und ökologischer Sicht
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sabine Wimberger
- Abgabedatum: Dezember 2007
- Umfang: 48 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Schmalkalden Deutschland
- Bibliografie: ca. 31
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0929-6
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wimberger, Sabine Dezember 2007: Dubai, Reiseziel der Zukunft, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Dubai, Reiseziel, Tourismuskritik, Tourismusentwicklung, Tourismus
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Diplomarbeit von Sabine Wimberger
Einleitung:
Dubai, ein Teilstaat der Vereinigten Arabischen Emirate (V.A.E.), ist ein modernes, kosmo-politisches Wirtschaftszentrum mit mehr als einer Million Einwohnern aus allen Teilen der Welt. Die Wirtschaft Dubais entwickelt sich rasant und unterliegt einem extremen Wandel. Die Erdölförderung und dessen Verkauf, mit dem Dubai ursprünglich groß geworden ist und enormen Reichtum generiert hat, ist immer noch ein wichtiger ökonomischer Pfeiler des Wüstenstaates. Allerdings betreibt das Land seit geraumer Zeit große Anstrengungen, um sich zu diversifizieren und neue Wirtschaftszweige aufzubauen und zu etablieren. Hierunter fällt der Tourismus, der extrem forciert wird.
Diese Abschlussarbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Auswirkungen diese Forcierung des Tourismus in Dubai hat. Dabei werden die Auswirkungen neben der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sicht auch unter dem Aspekt Ökologie analysiert und kritisch beurteilt. Die Beschränkung auf diese drei Kernpunkte erfolgt bewusst, um die drei – nach Auffassung der Autorin wesentlichen – Aspekte im Rahmen der Begrenzung der Abschlussarbeit umfassend zu bearbeiten.
Für die Untersuchung werden diverse Materialien und Quellen verwendet. Zum einen Informationsmaterial, das sich speziell mit dem Land Dubai und dem Thema Tourismus in Dubai beschäftigt und zum anderen auch allgemeine Fachliteratur, soweit sie zur Analyse und insbesondere zur Durchführung einer sachlich fundierten Beurteilung notwendig erscheint.
Die Arbeit gliedert sich in drei wesentliche Hauptbereiche (Kapitel). Begonnen wird mit einer allgemeinen Darstellung des Landes Dubai unter Berücksichtigung unterschiedlicher Aspekte (Kapitel 2). Darauf folgt eine explizite Beschreibung der Bedeutung und der Entwicklung des Tourismus von der Vergangenheit bis in die Zukunft (Kapitel 3). Den Kern der Arbeit bildet Kapital 4. Hier erfolgt die Analyse und Beurteilung der zukünftigen Tourismusentwicklung aus den drei Sichtweisen Ökonomie, Gesellschaft und Ökologie. Ein kurzer Ausblick auf weitere Untersuchungen bildet den Abschluss der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Dubai – das Land | 2 |
| 2.1 | Allgemeine Informationen | 2 |
| 2.2 | Geschichte | 3 |
| 2.3 | Politisches System | 5 |
| 2.4 | Wirtschaft | 5 |
| 2.4.1 | Vereinigte Arabische Emirate | 5 |
| 2.4.2 | Emirat Dubai | 7 |
| 2.5 | Religion | 9 |
| 2.6 | Ökologie | 9 |
| 3. | Tourismus in Dubai | 11 |
| 3.1 | Allgemeine Definition und Merkmale des Tourismus | 11 |
| 3.2 | Entwicklung und Bedeutung des Tourismus in Dubai | 12 |
| 3.2.1 | Historische Entwicklung des Tourismus | 12 |
| 3.2.2 | Bedeutung des Tourismus | 13 |
| 3.2.2.1 | Ökonomisch | 13 |
| 3.2.2.2 | Gesellschaftlich, politisch und kulturell | 19 |
| 3.3 | Zukunftserwartungen an den Tourismus in Dubai | 20 |
| 4. | Kritische Analyse der zukünftigen Tourismusentwicklung Dubais | 24 |
| 4.1 | Tourismuskritik im Allgemeinen | 24 |
| 4.2 | Ausgewählte Gegenstände der Analyse und Kritik | 25 |
| 4.3. | Strategische Positionierung des Tourismus in Dubai | 25 |
| 4.3.1 | Stärken-/Schwächen-Profil | 25 |
| 4.3.2 | SSCR-Analyse | 26 |
| 4.4 | Kritikbereich: Ökonomie | 27 |
| 4.4.1 | Intern bestimmte Faktoren und Risiken der Tourismusentwicklung | 28 |
| 4.4.2 | Extern bestimmte Faktoren und Risiken der Tourismusentwicklung | 32 |
| 4.4.3 | Fazit | 33 |
| 4.5 | Kritikbereich: Gesellschaft | 34 |
| 4.5.1 | Intern bestimmte Faktoren und Risiken der Tourismusentwicklung | 34 |
| 4.5.2 | Extern bestimmte Faktoren und Risiken der Tourismusentwicklung | 36 |
| 4.5.3 | Fazit | 37 |
| 4.6 | Kritikbereich: Ökologie | 37 |
| 4.6.1 | Ressourcenverbrauch | 38 |
| 4.6.2 | Umweltbelastung und -schäden | 39 |
| 4.6.3 | Ökologisches Gleichgewicht | 39 |
| 4.6.4. | Fazit | 40 |
| 4.7 | Gesamtbeurteilung | 41 |
| 5. | Ausblick | 41 |
| Bibliographie | 42 |
Textprobe:
Kapitel 4.4.1, Intern bestimmte Faktoren und Risiken der Tourismusentwicklung:
Wachstumszyklus und Rentabilität:
Das derzeitige Stadium, in dem sich Dubais Tourismussektor befindet, wird beispielhaft am Wachstumszyklus nach R. W. Butler dargestellt (Abbildung 20). Danach ist das Emirat derzeit im Stadium der – fortgeschrittenen – Entwicklung. Konkret bedeutet das, dass weitere Zuwachsraten an Nachfragern generiert werden können und – bei entsprechend vorhandenen Kapazitäten – eine Form von Massentourismus im entsprechenden Nachfragesegment entstehen kann. Zieht man die erwarteten Steigerungsraten der kommenden Jahre und die 14 Millionen Besucher für das Jahr 2015 in Betracht, kann - bei der Größe des Landes - durchaus von einer Entwicklung in Richtung Massentourismus gesprochen werden. Die Schaffung der Hotelkapazitäten für diese Besuchermassen ist bekanntlich in vollem Gange.
Aufgrund der – im Vergleich zu anderen Urlaubsregionen - außergewöhnlich hohen Investitionen in touristische Anlagen, besteht für Dubai nach Ablauf der Entwicklungs- und Wachstumsphase allerdings das erhöhte Risiko, die Rentabilität der gigantischen Anlagen nicht oder nicht mehr sichern zu können. Bereits heute ist bekannt, dass Hotelkomplexe, wie das Burj Al Arab, erst in 50 Jahren rentabel sein können, und das auch nur bei durchgehend maximaler Auslastung von 100 % (2005 lag die durchschnittliche prozentuale Zimmerauslastung in Dubai bei 84,6 %). Das Ziel Rentabilität des eingesetzten Kapitals ist ein allgemeines ökonomisches Ziel, das auch für Dubais Tourismusindustrie gilt – trotz des Reichtums des Landes und seiner Einnahmen aus anderen Wirtschaftssektoren.
Nach der Phase der Konsolidierung und eines stagnierenden Wachstumsprozesses steht somit die Frage offen, ob es Möglichkeiten für einen anschließenden „Relaunch“ gibt, der zu weiterem Wachstum und damit einhergehenden Einnahmen führt oder, ob der Stagnation der Rückgang des Tourismusgeschäftes folgt.
Mögliche „Immobilienblase“:
Das gigantische Bauwesen und der damit einhergehende Preisanstieg für Immobilien blähen den Immobiliensektor des Landes immer mehr auf. Dazu trägt auch die Involvierung verschiedener Investmentfondgesellschaften und deren massive Werbemaßnahmen zur Gewinnung von Investoren bei. Derzeit sind beim Verkauf einer Immobilie Gewinnspannen im dreistelligen Prozentbereich möglich. Diese Preissteigerungsraten übersteigen den tatsächlichen Wert der Immobilien beträchtlich. Das Risiko, dass diese „Blase“ platzt, d. h. dass sich der Markt mittel- bis langfristig am Wert der Immobilien regelt und es dadurch zu einem massiven Einbruch der Preise, mit entsprechend hohen Verlusten für die Eigentümer kommt, ist hoch. Ähnliche Beispiele aus anderen Regionen (Japan, Hong Kong und zuletzt die USA), sollten als Warnung dienen.
„Insidergeschäfte“ und Bereicherung des Regenten:
Die Bereitschaft des regierenden Scheichs Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, Bauvorhaben schnell und unbürokratisch zu genehmigen, wirkt auf der einen Seite vorteilhaft für die schnelle Entwicklung. Das dabei bisher ökologische Bedenken oftmals ignoriert bzw. umgangen wurden, ist der andere Punkt. Ein weiterer interessanter Aspekt – und auch Grund für die schnellen, autokratischen, Entscheidungen – ist die Tatsache, dass Scheich Mohammed bei jedem Bauvorhaben selbst mit verdient. Denn er ist Mehrheitseigner der drei großen Bauholdings des Landes (Emaar, Nakheel und Dubai Holding), die zuständig sind für die Projektierung und Umsetzung der Bauvorhaben. Diese Verkettung persönlicher und staatlicher Interessen des Scheichs, kann zu irrationalen Entscheidungen führen, mit Schäden für die Gesamtwirtschaft und damit auch für den Tourismus (siehe u. a. Punkt Immobilienblase).
Außenhandelsdefizit:
Die exzessive Expansion Dubais bedingt hohe Importe an Gütern und Dienstleistungen, welche das Land selbst nicht produziert bzw. die knapp werden (z. B. Baumaterial). Dubais Handelsbilanz ist derzeit noch ausgeglichen, ein massiver Importüberschuss führt aber zu einem Außenhandelsdefizit und das Land somit in finanzielle Abhängigkeit gegenüber dem Ausland. Der dadurch notwendige Finanzmittelabfluss ins Ausland könnte dann dazu führen, dass die Gelder für das geplante gigantische Bauprogramm bis zum Jahre 2015 nicht mehr im erforderlichen Maße zur Verfügung stehen.
Kompensation von Tourismusdefiziten durch andere Einnahmequellen:
Sollte es zu den Schwierigkeiten bei der Erzielung der Rentabilität der Hotels und touristischen Anlagen kommen, dann müssten diese Defizite u. U. durch Renditen und Einnahmen aus anderen Wirtschaftsbereichen kompensiert werden. Eine langfristige Mittelumschichtung wäre aber wenig sinnvoll, da die Mitfinanzierung renditeschwacher Bereiche zur Schwächung der Wirtschaftsbereiche führt, welche die Kompensationsmittel aufbringen. Die Gefahr einer allgemeinen Schwächung der Wirtschaft oder gar Rezession, wäre dann nicht auszuschließen.
Abhängigkeit anderer inländischer Wirtschaftszweige und Unternehmen:
Vom Tourismussektor Dubais sind auch andere Industriezweige des Landes abhängig, beispielsweise der Transportsektor und andere Zulieferer. Solange der Tourismus prosperiert, ergeben sich auch positive Synergieeffekte für die verbundenen Sektoren. Wenn aber der Tourismus sich nicht wie erwartet entwickelt, bedeutet das in der Konsequenz auch wirtschaftliche Einbußen und u. U. existenzgefährdende Probleme für die abhängigen Unternehmen (z. B. Wäschereien, Lebensmittellieferanten, Taxiunternehmen).
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836609296
Arbeit zitieren:
Wimberger, Sabine Dezember 2007: Dubai, Reiseziel der Zukunft, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Dubai, Reiseziel, Tourismuskritik, Tourismusentwicklung, Tourismus



