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Distribitionssysteme und Versorgungsmanagement im freien Kfz-Ersatzteile-Handel

Analyse und Bewertung der branchenspezifischen Anforderungen an EDV-Lösungen

Distribitionssysteme und Versorgungsmanagement im freien Kfz-Ersatzteile-Handel
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sebastian Vlach
  • Abgabedatum: Oktober 2002
  • Umfang: 157 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Fachhochschule Wildau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6649-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6649-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6649-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Vlach, Sebastian Oktober 2002: Distribitionssysteme und Versorgungsmanagement im freien Kfz-Ersatzteile-Handel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Automobilindustrie, Logistik, After-Sales-Market, Bewertungs-Matrix, EDV-Lösungen

Diplomarbeit von Sebastian Vlach

Einleitung:

Die Konkretisierung des Themas erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Bereich BC Handel der Firma gedas Deutschland GmbH in Berlin und mit Herrn Professor Dr. Schildhauer, ehemals Professor an der Technischen Fachhochschule Wildau, derzeitig Direktor des Institute for Electronic Business, einem Aninstitut der Universität der Künste in Berlin und betreuender Professor dieser Diplomarbeit.

Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre ist gekennzeichnet durch fortschreitende Unternehmenskonzentration, durch die globale Ausrichtung von Unternehmensstrukturen, sowie durch die zunehmende Bedeutung der Macht des Kunden. Charakteristisch für die meisten Branchen ist heute die Situation des Käufermarktes: es wird nicht mehr „gekauft“, sondern Unternehmen müssen - bei steigendem Wettbewerbsdruck – wesentlich besser „verkaufen“. Von dieser Entwicklung ist neben dem produzierenden Gewerbe insbesondere der Handel betroffen. Um bei kontinuierlich wachsenden Anforderungen weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, sehen sich Handelsbetriebe gezwungen, vorhandenes Kostensenkungspotenzial innerhalb der Supply Chain optimal auszunutzen, sowie das bestehende Serviceangebot durch zusätzliche Dienstleistungen zu erweitern. Der Einsatz von Informationstechnologie im Unternehmen gewinnt in diesem Zusammenhang zunehmend an Bedeutung.

Die Ausrichtung moderner Geschäftsstrategien erfolgt hin zu mehr Kundenorientierung und engerer Kundenbindung. Der Kundennutzen von Investitionen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Es entsteht die Notwendigkeit, Investitionen neben der Betrachtung von Kostenaspekten und Produktivität, auch auf Ihren Kundennutzen hin zu prüfen und danach zu bewerten. Dies gilt auch für Investitionen im Bereich EDV-Lösungen.

Die Unterschiede zwischen Branchen bestehen in den Geschäftsprozessen. Aus den verschiedenen Prozessen und Prozessketten ergeben sich gravierende Unterschiede für die Anforderungen an Softwarelösungen. Für die Entwicklung von geeigneten EDV-Lösungen ist deshalb umfassende Branchenexpertise notwendig.

Gang der Untersuchung:

Zu Beginn der Arbeit wird zunächst ein theoretischer Teil als Grundlage zum besseren Verständnis der weiteren Ausführungen vorangestellt. Inhalt dieses Theorieteils ist eine Untersuchung der Begriffe Handel, Logistik und Elektronische Datenverarbeitung im weiterem Sinne, um im nächsten Schritt, darauf aufbauend, die den Fokus der Arbeit eingrenzenden Definitionen im engerem Sinne abzuleiten. Besonderes Augenmerk gilt hierbei der Definition des freien Kfz-Ersatzteile-Handels, als dem Mittelpunkt dieser Diplomarbeit. Es soll weiterhin der theoretische und sachliche Zusammenhang zwischen den drei erstgenannten Sachgebieten herausgestellt werden.

Im Anschluss an den theoretischen Teil wird im zweiten Abschnitt der freie Markt für Kfz-Ersatzteile ausführlich dargestellt und auf seine branchenspezifischen Merkmale und Strukturen hin untersucht. Neben den Branchenstrukturen sollen wichtige Trends und Kernentwicklungen in der Branche identifiziert und unter dem Gesichtspunkt ihrer Auswirkungen auf den Einsatz von Informationstechnologie analysiert werden.

Aufbauend auf die allgemeinen Ausführungen zur Branche, werden im dritten Teil der Arbeit der Status Quo der EDV-Unterstützung und die branchenspezifischen Anforderungen an EDV-Lösungen im freien Kfz-Ersatzteile-Handel herausgearbeitet. Es soll geklärt werden, mit welchen Problembereichen sich die Unternehmen konfrontiert sehen, welche Problembereiche bereits aus heutiger Sicht mit Hilfe der EDV zufriedenstellend gelöst werden und wo aktueller Handlungsbedarf für die Entwicklung und den Einsatz von branchenspezifischer Unternehmenssoftware besteht oder entstehen wird.

Es gestaltet sich sowohl für betroffene Unternehmen als auch für Branchenbeobachter (beispielsweise Unternehmensberatungen, Softwarehersteller und Systemhäuser, Universitäten oder Fachpresse) oftmals als sehr kompliziert, den tatsächlichen Handlungsbedarf für den Einsatz von Informationstechnologie im Unternehmen und die Prioritäten und das Ausmaß von in diesem Feld neu zu tätigen Investitionen richtig zu bewerten. Deshalb wird im vierten Teil dieser Arbeit ein Modellansatz entwickelt, welcher es ermöglicht, den Nutzen innovativer Lösungskonzepte, technischer Lösungsansätze oder konkreter EDV-Anwendungen anhand von verschiedenen Kriterien in einer Vier-Felder-Matrix zu veranschaulichen und zu bewerten.

Als Bewertungsmaßstäbe stehen sich in diesem Modellansatz der zu erwartende Kundennutzen einer zu implementierenden Lösung und der zu erwartende betriebswirtschaftliche Nutzen derselben Lösung gegenüber. Die Einflussfaktoren dieser beiden Dimensionen und die für eine differenzierte Bewertung erforderlichen Subkriterien werden auf der Grundlage der aus den ersten drei Teilen dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse entwickelt. Um dabei die angemessene Nähe zum Markt garantieren zu können, wurde die Entwicklung der Bewertungskriterien ausführlich mit fünfzehn Experten aus verschiedenen Unternehmen der Ersatzteilbranche diskutiert.

Wird das Modell auf die im Einzelfall zur Auswahl stehenden Handlungsalternativen praktisch angewendet, ergibt sich in Abhängigkeit von den jeweiligen spezifischen Unternehmenszielen und Unternehmensstrategien eine auf die Unternehmenssituation zugeschnittene Prioritätenliste für zu tätigende Investitionen im Bereich EDV. Der Handlungsbedarf für den optimalen Einsatz von prozessunterstützenden Softwarelösungen im Handelsbetrieb wird sichtbar.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 11
1.1 Thema der Diplomarbeit und Begründung der Themenwahl 11
1.2 Ziele der Arbeit und Abgrenzung des Arbeitsbereiches 12
1.3 Praktischer Nutzen und Anwendung der Arbeitsergebnisse 13
1.4 Methodische Grundlagen 14
2. Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen 15
2.1 Der Handel 15
2.1.1 Verschiedene Ausprägungen vom Handel 15
2.1.2 Unterschiedliche Abgrenzungen des Begriffes Handel 16
2.1.2.1 Handel im funktionellen Sinne 17
2.1.2.2 Handel im institutionellen Sinne 20
2.1.3 Die Funktionen des Handels 21
2.1.4 Der Kfz-Ersatzteile-Markt 23
2.1.5 Der freie Handelsbetrieb für Kfz-Ersatzteile und Zubehör (Definition) 24
2.2 Zum Begriff Logistik 24
2.2.1 Die wirtschaftlichen Entwicklungsstufen der letzten 50 Jahre 25
2.2.2 Die aktuelle wirtschaftliche Situation und die Bedeutung der Logistik 25
2.2.3 Begriffsdefinition Logistik 26
2.2.4 Aufgaben und Teilbereiche der Logistik 27
2.2.5 Handelslogistik und handelslogistische Problemstellungen 28
2.2.6 Logistische Netzwerke und Logistikprozessintegration 29
2.2.7 Logistik und EDV 31
2.3 Der Begriff EDV und seine Bedeutung für den Handel 32
2.3.1 Zum Begriff EDV 33
2.3.2 Basistechnologien für EDV-Lösungen 34
2.3.2.1 Hardware – Großrechner, PCs und Peripherie 34
2.3.2.2 DFÜ-Verbindungen und Netzwerkprotokolle 35
2.3.2.3 Rechner-Netzwerke und Server-Client-Architektur 36
2.3.2.4 Datenaustausch per EDI und über das Internet 36
2.3.2.5 PC-Kassen, Scanner, Barcodes und mobile Datenerfassungsgeräte 37
2.3.3 Softwareanwendungen für den Handel 38
2.3.3.1 Warenwirtschaft und Warenwirtschaftsysteme 38
2.3.3.2 Rechnungswesen und Personalwesen 41
2.3.3.3 Statistik, Analyse und Controlling 43
2.3.3.4 Anwendungsintegration 43
2.3.4 Strategien zur Optimierung der Versorgungskette im Handel 44
2.3.4.1 Supply Chain Management (SCM) 44
2.3.4.2 Efficient Consumer Response (ECR) 45
2.3.4.3 Continuous Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) 46
2.4 Fazit - Erster Teil 46
3. Marktstrukturen im freien Kfz-Ersatzteile-Handel 47
3.1 Allgemeines Marktumfeld 47
3.2 Marktstrukturen und Versorgungskette im freien Teilehandel 49
3.2.1 Zwei Distributionswege für Kfz-Ersatzteile 50
3.2.2 Wettbewerb im Ersatzteilgeschäft 51
3.2.3 Marktvolumen und Anzahl der Betriebe 53
3.2.4 Aufbau der Versorgungskette im freien Ersatzteile-Handel 54
3.2.4.1 Der Großhandelsbetrieb im freien Kfz-Teile-Markt 56
3.2.4.2 Der Fachhandel für Kfz-Ersatzteile 57
3.2.4.3 Die freie Kfz-Werkstatt 58
3.2.4.4 Die Werkstattketten A.T.U. und Pitstop 59
3.2.5 Wettbewerbsfaktoren im freien Kfz-Ersatzteilehandel 60
3.3 Die Bedeutung von Kooperationen für den freien Teilehandel 61
3.3.1 Die CARAT-Gruppe 62
3.3.2 Die Auto-Teile-Ring GmbH (ATR) 63
3.3.3 Die TEMOT-Gruppe 64
3.3.4 Die COPARTS-Gruppe 64
3.3.5 Die CENTRO-Gruppe 65
3.3.6 Die Kooperationen SELECT AG, CAR und IGF 65
3.4 Trends und Perspektiven im freien Ersatzeile-Handel 66
3.4.1 Unternehmenskonzentration und Internationalisierung 67
3.4.2 Die Entwicklung der vertikalen Machtverhältnisse 69
3.4.3 Auswirkungen der neuen GVO auf den freien Kfz-Ersatzteile-Handel 70
3.4.4 Ausbau der Serviceangebote des Großhandels 71
3.4.5 Werkstattkonzepte und Systemwerkstätten 72
3.4.6 Steigende Bedeutung der EDV 73
3.5 Fazit - Zweiter Teil 74
4. EDV Anforderungen im freien Kfz-Ersatzteile-Handel 76
4.1 Status Quo des Einsatzes von EDV im freien Kfz-Ersatzteile-Handel 76
4.1.1 Hardware 76
4.1.2 Status Quo der Vernetzung 77
4.1.3 Die EDV-Strukturen der großen Kooperationen und Betriebe 78
4.1.4 Standardsoftware und Individuallösungen 79
4.1.5 Anbieter von Standardsoftware für den Ersatzteile-Handel 80
4.1.5.1 CarlaData 80
4.1.5.2 CBL 81
4.1.5.3 WERBAS AG 81
4.1.5.4 ORBIS – ORS 81
4.1.5.5 TEMOT RepDoc 82
4.1.5.6 AC Services (Bovac) 82
4.1.6 IT-Budgets im freien Ersatzteile-Handel 82
4.2 Branchenspezifische Anforderungen an EDV-Lösungen 83
4.2.1 Allgemeine Erwartungen an die EDV 84
4.2.2 Einsatzbereiche für Softwarelösungen im Teilehandel 84
4.2.3 Allgemeine branchenspezifische Einflussfaktoren für EDV-Lösungen 84
4.2.4 Warenwirtschaftsysteme für den Kfz-Ersatzteile-Handel 86
4.2.4.1 Stammdatenverwaltung und Preispflege 86
4.2.4.2 Bestellwesen 87
4.2.4.3 Wareneingang und Lagerverwaltung 88
4.2.4.4 Inventur-Abwicklung 88
4.2.4.5 Angebotserstellung und Auftragsabwicklung 88
4.2.4.6 Verkauf und Fakturierung 89
4.2.4.7 Finanzbuchhaltung, Debitoren- und Kreditorenverwaltung 89
4.2.4.8 Statistik und Analyse 89
4.2.5 Informationssysteme für den Kfz-Ersatzteile-Handel 90
4.2.6 Werkstattsysteme als Instrument zur Kundenbindung 91
4.2.7 EDI und Standard-Datenformate 92
4.2.8 Wege zur Optimierung des Bestellwesens 92
4.2.9 Die Bedeutung von Händlerportalen 93
4.2.10 Data Warehousing und CRM im Ersatzteile-Großhandel 93
4.3 Ausblick und Perspektiven 94
4.4 Fazit – Dritter Teil 94
5. Modell zur Bewertung von Softwarelösungen 96
5.1 Theoretische Grundlagen zur Bewertung von Handlungsalternativen 96
5.1.1 Checklisten 97
5.1.2 Scoring-Modelle 97
5.1.3 Bewertungsmatrizen 97
5.2 Erarbeitung des Bewertungsmodells 98
5.2.1 Gewichtungstabelle 99
5.2.2 Bewertungsschema 100
5.2.3 Bewertungsformular 105
5.2.4 Die Vier-Felder-Matrix für EDV-Lösungen 107
5.3 Kritische Würdigung des Bewertungsmodels 108
6. Zusammenfassung 109
7. Literatur 111
8. Selbständigkeitserklärung 114
9. Anhang 115

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ausgehend von diesen Überlegungen kann festgehalten werden, dass auf der Ebene der kleinen und mittleren Betriebe das Thema Internationalisierung bisher keinerlei Bedeutung spielt. Auf der anderen Seite sind bei den großen Kooperationen und bei einigen größeren Großhandelsbetrieben intensive Auslandsaktivitäten zu beobachten. Sowohl die CARAT-Gruppe, als auch die TEMOT und die ATR verfügen entweder bereits über eigene Auslandsgesellschaften oder sind zumindest stark in dieser Richtung engagiert. Die bisherigen Aktivitäten zielen dabei vor allem auf die Beschaffungsseite ab, das heißt, auf europaweit gemeinsame Verhandlungen mit der Industrie, auf die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Sortimentspolitik (je Kooperation) aber auch auf die Schaffung gemeinsamer Logistikstrukturen und die Durchsetzung einheitlicher EDV-Standards zur Optimierung der Geschäftsabläufe. Die Erreichung dieser Ziele ist für den freien Ersatzteile-Großhandel auf lange Sicht unverzichtbar, da er sich ansonsten langfristig nicht gegen die durch die finanzielle Übermacht bedingte Stärke der längst international aufgestellten Automobil- und Teileindustrie behaupten kann. [...]

Beim Thema Internationalisierung gehen die Meinungen innerhalb der Branche sehr auseinander. Zum einen dreht es sich bei dem Geschäft mit Kfz-Ersatzteilen immer um die regionale Verfügbarkeit sehr kleiner Losgrößen. In der Regel werden nur sehr kleine Stückmengen geordert. Hieraus ergibt sich eine Logistik-bedingte Beschränkung des Aktionsradius im Kfz-Ersatzteile-Handel. Die Nachtsprunglieferung eines einzelnen Ersatzteiles im Wert von 7 Euro aus einem Zentrallager bei Paris in Frankreich nach Neuruppin in Brandenburg würde für einen kleinen Betrieb ein vielfaches des Preises an Transportkosten verursachen. Hinzu kommt, dass der regionale Unternehmer heute meist noch fast alle seine Kunden persönlich kennt. Aufkommende Anonymität gilt in diesem Geschäft zum Teil bereits als ein Wettbewerbsnachteil. Übersteigt somit die Anzahl der Kunden eine gewisse kritische Größe, verliert der Betrieb seine Authentizität und damit auch seine Kundschaft. Diese Einstellung schreckt viele kleinere Regionalbetriebe davon ab, sich bereits heute mit Blick auf die Zukunft nach außen hin zu orientieren. Erschwerend kommt für Betriebe mit Fernweh dabei außerdem hinzu, dass die Marktstrukturen in den benachbarten europäischen Ländern zum Teil sehr von den hiesigen abweichen. Auslandsaktivitäten sind deshalb nicht nur enorm kapitalintensiv sondern erfordern zusätzlich viel Zeit, Geduld und länderspezifisches Know-how. [...]

Der deutsche Kfz-Reparaturmarkt ist in den letzten Jahren einem bereits fortgeschrittenen Konzentrationsprozess ausgesetzt. Ein Beispiel: Im Jahre 2000 wurden insgesamt noch 47.000 Kfz-Werkstattbetriebe gezählt. Im Vergleich dazu wurden im Jahre 2001 nur noch insgesamt 45.800 Betriebe in dieser Branche gezählt. Allein in einem Jahr sind 1.200 Betriebe vom Markt verschwunden. Teilweise wurden sie von größeren Marktteilnehmern übernommen und zum Teil sind sie ersatzlos verschwunden. Eine ähnliche Entwicklung ist auch im freien Ersatzteile-Handel zu beobachten. Es zeichnet sich ab, dass sich der bereits angesprochene Kampf zwischen dem überregionalen Großhandel und den kleineren, regionalen Groß- und Fachhändlern langfristig zugunsten der großen Unternehmen entscheiden wird. Nach Meinung von Experten sind bereits in den letzten 10 Jahren zunehmend Betriebe mittlerer Unternehmensgröße (zwischen ca. 10 und 50 Millionen Euro Umsatz) vom Markt verschwunden. Eine Ursache für diese Entwicklung ist unter anderem darin zu sehen, dass den durchweg mittelständischen, verhältnismäßig kleinen Betrieben aufgrund ihrer Organisationsform der Zugang zu dringend erforderlichem Kapital fehlt. Um sich langfristig gegen den Druck der kapitalstarken Fahrzeughersteller und der Teileindustrie erfolgreich behaupten zu können, ist aber auch der freie Ersatzteile-Handel auf die Schaffung von großen, national aufgestellten und national handlungsfähigen Betrieben angewiesen. Die folgende Grafik verdeutlicht die Entwicklung hin zu verstärkter Unternehmenskonzentration. Über 90% der befragten Unternehmen sehen diesen Trend als stark ausgeprägt bzw. als rasante Entwicklung. Auf der einen Seite werden diesen Ausleseprozess nur Großhandelsbetriebe der Größenordnung Müller & Wessels AG oder der TrostGruppe und die großen Werkstatt- und Einzelhandelsketten wie die A.T.U. und die Pitstop als Gegengewicht zur straff organisierten und extrem kapitalstarken Automobilindustrie überstehen. Daneben werden nur einige wenige kleine Fachhändler übrig bleiben, die zwar regional etabliert sind, vom Marktanteil und aufgrund der regional beschränkten Bedeutung aber zu unwichtig sind, als dass sie übernommen werden. [...]

Arbeit zitieren:
Vlach, Sebastian Oktober 2002: Distribitionssysteme und Versorgungsmanagement im freien Kfz-Ersatzteile-Handel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Automobilindustrie, Logistik, After-Sales-Market, Bewertungs-Matrix, EDV-Lösungen

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