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Die prognostische Bedeutung von Enterovirus-RNA im Myohard bei idiopathischer dilatativer Kardiomyopathie

Die prognostische Bedeutung von Enterovirus-RNA im Myohard bei idiopathischer dilatativer Kardiomyopathie
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Christiane Tresselt
  • Abgabedatum: April 2005
  • Umfang: 75 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9564-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9564-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9564-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tresselt, Christiane April 2005: Die prognostische Bedeutung von Enterovirus-RNA im Myohard bei idiopathischer dilatativer Kardiomyopathie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Coxsackie-B, DCM, IDC, Herzmuskelerkrankung, Myokardbiopsie

Dissertation / Doktorarbeit von Christiane Tresselt

Zusammenfassung:

Seit der Einführung neuer molekularbiologischer Methoden gelten die Enteroviren, insbesondere die Coxsackie-B-Viren, neben den Adeno- und Parvoviren, als die häufigsten Viren, die mit einer idiopathischen dilatativen Kardiomyopathie (DCM) assoziiert sind und durch eine Myokardbiopsie nachgewiesen werden können. Über die prognostische Bedeutung des Nachweises von myokardialer Enterovirus-RNA bei der idiopathischen DCM lagen zu Studienbeginn nur zwei Langzeituntersuchungen mit konträren Ergebnissen hinsichtlich der Mortalität der Patienten vor. Ziel dieser Studie war es daher bei Patienten mit idiopathischer DCM die prognostische Bedeutung des Nachweises von Enterovirus-RNA im Myokard hinsichtlich des klinischen und hämodynamischen Verlaufes dieser chronischen Herzmuskelerkrankung zu untersuchen.

In der vorliegenden Studie wurden 64 Patienten (55 Männer, Alter 51+11 Jahre) untersucht, bei denen nach klinischer und invasiver Diagnostik mittels Myokardbiopsie die Diagnose einer DCM gestellt werden konnte. Neben der histologischen und immunhistologischen Beurteilung der Myokardbiopsien erfolgten molekularbiologische Untersuchungen zum Nachweis enteroviraler RNA mit Hilfe der RT-PCR und anschließender Southern-Blot-Hybridisierung. Bei allen Patienten wurde routinemäßig ein Echokardiogramm durchgeführt. Bei einem Teil der Patienten erfolgten zusätzlich die Analyse der Herzfrequenzvariabilität und eine Einschwemmkatheteruntersuchung. Über einen mittleren Zeitraum von 23,0+9,1 Monaten (Spannbreite 12-64 Monate) wurde der klinische und hämodynamische Verlauf erfasst und das NYHA-Stadium, die echokardiographisch bestimmte linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) sowie der linksventrikuläre enddiastolische Durchmesser (LVEDD) in sechs bis 12-monatigen Abständen dokumentiert.

Bei 26/64 (41%) Patienten konnte Enterovirus-RNA im Myokard nachgewiesen werden, 38/64 (59%) Patienten waren Enterovirus-negativ. Die beiden Patientengruppen unterschieden sich nicht hinsichtlich klinischer Basisdaten, NYHA-Stadium, Herzinsuffizienztherapie sowie echokardiographisch und invasiv bestimmter hämodynamischer Parameter. Weiterhin fanden sich keine Unterschiede hinsichtlich der immunhistologischen Befunde.

In der Enterovirus-positiven Gruppe verstarben 2/26 (8%), in der Enterovirus-negativen Gruppe 6/38 (16%) Patienten auf Grund einer kardialen Ursache, was allerdings in der Kaplan-Meier Analyse keinen signifikanten Unterschied ergab. Die Enterovirus-positiven Patienten zeigten gegenüber den Enterovirus-negativen Patienten eine hochsignifikante Verbesserung der NYHA-Klassifikation (p < 0.0001). Auch bei den Enterovirus-negativen Patienten war eine zwar weniger ausgeprägte, jedoch signifikante Verbesserung der NYHA-Klassifikation und der LVEF feststellbar. Der LVEDD nahm in beiden Gruppen deutlich ab, wobei sich der mittlere Unterschied nicht signifikant zwischen beiden Gruppen unterschied.

Bei der Einschwemmkatheteruntersuchung waren keine Veränderungen bezüglich des pulmonal-kapillären Verschlussdruckes und des pulmonal-arteriellen Mitteldruckes zwischen den Patientengruppen feststellbar.

Dagegen wurde bei der Analyse der Herzfrequenzvariabilität (HRV) eine Zunahme des mittleren RR-Intervalls und somit eine Abnahme der Herzfrequenz bei beiden Gruppen beobachtet. Bei den Enterovirus-positiven Patienten kam es zusätzlich zu einer Verbesserung des sogenannten Triangel-Index, der ein artefaktbereinigtes Maß für die HRV darstellt.

Aus den vorliegenden Ergebnissen lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass es sich bei der Enterovirus-assozierten DCM um eine Untergruppe der DCM mit günstiger Prognose handelt. Somit scheint der Nachweis von enteroviraler RNA im Myokard von prädiktivem Wert für den Krankheitsverlauf der idiopathischen DCM zu sein.

Ob die deutliche Verbesserung der subjektiven Belastbarkeit und der echokardiographisch bestimmten hämodynamischen Parameter der Enterovirus-positiven Patienten mit DCM auf eine Viruselimination während der Nachbeobachtungszeit zurückzuführen ist oder ob ein Zusammenhang zwischen dem Krankheitsverlauf der Patienten mit idiopathischer DCM und der unterschiedlich ausgeprägten Replikationsaktivität myokardialer Enteroviren besteht, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht beantworten und bleibt Gegenstand weiterer Untersuchungen.

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Abkürzungen
Zusammenfassung 1
1. Einleitung 3
1.1 Die Kardiomyopathien 3
1.2 Die idiopathische dilatative Kardiomyopathie 4
1.2.1 Epidemiologie und Ätiologie 4
1.2.2 Klinische Befunde 7
1.2.3 Diagnostik und Therapie 7
2. Ziele der Arbeit 10
3. Methoden 11
3.1 Patienten 11
3.2 Anamnese 12
3.3 Transthorakale Echokardiographie 13
3.4 Links- und Rechtsherzkatheteruntersuchung und Endomyokardbiopsie 13
3.5 Enterovirusnachweis 14
3.6 Histologie, Histomorphometrie und Immunhistologie 15
3.6.1 Histologie 15
3.6.2 Histomorphometrie 15
3.6.3 Immunhistologie 16
3.7 Herzfrequenzvariabilität 18
3.8 Einschwemmkatheteruntersuchung 20
3.9 Follow-up 20
3.10 Statistik 22
4. Ergebnisse 23
4.1 Enterovirusnachweis 23
4.2 Klinische Daten 23
4.3 Histologie und Histomorphometrie 26
4.4 Immunhistologie 26
4.5 Nicht-invasive Diagnostik 28
4.5.1 Echokardiographische Parameter 28
4.5.2 Parameter der Herzfrequenzvariabilität im Zeitbereich 28
4.6 Invasive Diagnostik 29
4.6.1 Hämodynamische Parameter in Ruhe 29
4.6.2 Hämodynamische Parameter unter Belastung 30
4.7 Follow-up 31
4.7.1 Patienten 31
4.7.2 Mortalität 32
4.7.3 NYHA-Klassifikation 33
4.7.4 Follow-up der nicht-invasiven Diagnostik 35
4.7.4.1 Echokardiographische Parameter 35
4.7.4.2 Herzfrequenzvariabilität 39
4.7.5 Invasiv gemessene Hämodynamik in Ruhe und unter Belastung 40
4.7.6 Medikamentöse Therapie 42
5. Diskussion 43
5.1 Enterovirusnachweis 43
5.2 Klinische Basisdaten 45
5.3 Klinischer Verlauf 46
5.3.1 Mortalität 46
5.3.2 Die NYHA-Klassifikation 49
5.4 Histomorphometrie und Immunhistologie 51
5.5 Nicht-invasive Diagnostik 53
5.5.1 Hämodynamische Parameter in der transthorakalen Echokardiographie 53
5.5.2 Herzfrequenzvariabilität im Langzeitelektrokardiogramm 55
5.6 Invasiv gemessene hämodynamische Parameter 56
5.7 Therapie der idiopathischen dilatativen Kardiomyopathie 57
6. Schlussfolgerungen 60
7. Literaturverzeichnis 61
Danksagung 72
Lebenslauf 73
Ehrenwörtliche Erklärung 74

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bedingungen für die RT-PCR im Vergleich zu früheren Untersuchungen mit dieser Methode (Grumbach et al., 1999; Pauschinger et al., 1999; Krämmerer et al., 1994; Petitjean et al., 1992; Weiss et al., 1992; Jin et al., 1990) angenommen werden. Zusätzlich konnte die Empfindlichkeit der Enterovirus-spezifischen PCR durch die Verwendung frischer, sofort in flüssigem Stickstoff bei -80°C tiefgefrorener Myokardbiopsien, im Vergleich zu den in Formalin fixierten Myokardbiopsien anderer Studien (Figulla et al., 1995), erhöht werden. Durch die anschliessend erfolgte Southern-Blot-Hybridisierung des PCR-Produktes konnte noch zusätzlich eine Steigerung der Sensitivität erreicht werden. In der Arbeit von Figulla et al. (1995) konnte bei 26% (20/77) der Patienten mit einer DCM an in Formalin fixierten Myokardbiopsien mittels In-situHybridisierung Enterovirus-RNA nachgewiesen werden. Why et al. (1994) führten den Nachweis der Enterovirusgenome an frischen, in flüssigem Stickstoff tiefgefrorenen Myokardbiopsien ebenfalls mit Hilfe einer In-situ-Hybridisierung durch. Dabei zeigte sich bei 34% (41/129) der Patienten mit IDC das Vorhandensein von Enterovirus-RNA. Die In-situ-Hybridisierung weist eine sehr hohe Sensitivität für die Erkennung von Enteroviren auf, da schon eine kleine Anzahl von 20 viralen Kopien ermittelt werden kann. Dennoch können Fehler bei der Entnahme und Verarbeitung der Endomyokardbiopsien zu einer zu geringeren Entdeckung der viralen Genome führen (Kandolf et al., 1998). [...]

4.7.4.2. Herzfrequenzvariabilität Von den zu Beginn ausgewerteten 42 Patienten konnten im Verlauf die Daten der HRV von nur 26 Patienten erneut analysiert werden: sechs Patienten verstarben während des Beobachtungszeitraumes. Drei LangzeitElektrokardiogramme wurden nicht mit in die Auswertung einbezogen, da diese während der ambulanten Kontrolle mit anderen Geräten erfolgten. Ein Patient konnte nicht nachverfolgt werden, da er unbekannt verzogen war und sechs weitere Langzeitelektrokardiogramme waren aus technischen Gründen nicht verwertbar, wobei eine erneute Kontrolle nicht stattfand. In beiden Gruppen kam es zu einer signifikanten Zunahme des mittleren RRIntervalls (RRI). Ebenfalls war in beiden Gruppen eine Zunahme des Wertes für SDNN während des Follow-up feststellbar. Die Unterschiede waren jedoch [...]

34 Gruppe befanden sich zwei Patienten zu Studienbeginn in der NYHA-Klasse IV, die sich während des Nachbeobachtungszeitraumes in die NYHA-Klasse II veränderte. Ebenfalls 15 Patienten waren initial in der NYHA-Klasse III, welche sich in die NYHA-Klasse I (1/15) und II (11/15) abwandelten. Bei drei Patienten aus der NYHA-Klasse III waren keine Veränderungen der Herzinsuffizienzsymptomatik erkennbar. Insgesamt verbesserte sich die Enterovirus-positive Gruppe im Verlauf hochsignifikant (p<0,000005), aber auch bei der Enterovirus-negativen Gruppe war eine eindeutige Zunahme der subjektiv empfundenen körperlichen Belastbarkeit nachweisbar (p=0,03). Der errechnete mittlere Unterschied der NYHA-Stadien zwischen den Ausgangs- und Follow-up-Werten der Enteroviruspositiven gegenüber den Enterovirus-negativen Patienten zeigte eine signifikante Verbesserung (p<0,0001) der NYHA-Klasse zugunsten der Enterovirus-postiven Patienten (Abbildung 7). Abbildung 6: [...]

Arbeit zitieren:
Tresselt, Christiane April 2005: Die prognostische Bedeutung von Enterovirus-RNA im Myohard bei idiopathischer dilatativer Kardiomyopathie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Coxsackie-B, DCM, IDC, Herzmuskelerkrankung, Myokardbiopsie

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