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Motivationale Aspekte in der Bewegungstherapie und im Rehabilitationssport

Motivationale Aspekte in der Bewegungstherapie und im Rehabilitationssport
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Pedro Americo de Souza
  • Abgabedatum: Juli 2005
  • Umfang: 169 Seiten
  • Dateigröße: 629,3 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8996-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8996-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8996-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: de Souza, Pedro Americo Juli 2005: Motivationale Aspekte in der Bewegungstherapie und im Rehabilitationssport, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Querschnittslähmung, Behinderung, Motivation, Behinderte, Behindertensport

Dissertation / Doktorarbeit von Pedro Americo de Souza

Einleitung:

Der Eintritt einer Behinderung wird häufig mit Emotionszuständen wie Depression, Aggression, ungewisser Zukunft, Verzweiflung, Resignation, Schuldgefühlen, Abhängigkeit, einem niedrigen Selbstwertgefühl, verminderter Lebenszufriedenheit, dem Nicht-bewältigen-können der Behinderung und dem Abgeschrieben-Sein assoziiert.

Wenn man jedoch Tetraplegiker bei einem Rollstuhlrugby-Spiel erlebt, entsteht nicht selten ein sehr positives Gefühl: „Sie sind keine Invaliden, sie sind ja Kämpfer“!

Anhand des Beispiels der Querschnittlähmung wird hier die neurologische, psychologische und soziale Lage des Betroffenen erläutert. Die Behinderungsverarbeitung ist seit geraumer Zeit ein wichtiges Bestreben, jedoch ist der Weg dorthin immer noch unbekannt.

Wie können die Bewegungstherapeuten aus der Verzweiflung, aus der Resignation, aus der Ausweglosigkeit, usw., den Behinderten dazu verhelfen, sie zu ausgeglichenen, wieder aktiv an dem Gesellschaftsleben teilhabenden Menschen zu machen?

Das Studium der Motivationspsychologie zeigt, dass es solch einen Weg bis heute immer noch nicht gibt. Die Motivationstheorie, trotz ihres großen Beitrags zum Verständnis und zur Förderung des Menschen, beantwortet immer noch nicht die Frage, wie die Therapeuten innerhalb der Bewegungstherapie und des Rehabilitationssports den Betroffenen bei der Überwindung solch schwieriger Lebenszustände helfen können.

Unter Zuhilfenahme verschiedener Theorien liegt in dieser Abhandlung der Versuch vor, diese zur positiven Beeinflussung der Befindlichkeit und zur Behinderungsverarbeitung adäquat anzuwenden bzw. anzupassen. Damit wird erhofft, dass den Bewegungstherapeuten auf diese Weise eine theoretisch fundierte Basis zur positiven Förderung der Befindlichkeit und zur Behinderungsverarbeitung zur Verfügung gestellt werden kann. Unter solche Theorien fallen die ICF („International Classification of Functioning, Disability and Health“) der WHO, das Spiralmodell zur Krisenverarbeitung als Lernprozess von Schuchardt sowie Aspekte der Motivationspsychologie.

Die Bewegungstherapie und der Rehabilitationssport befassen sich mit Beeinträchtigungen des gesundheitlichen Zustands bzw. mit der körperlichen, psychischen und sozialen Integrität des Menschen und mit der Anwendung von Bewegung, Spiel und Sport als Mittel sowohl zur Prävention als auch zur Therapie bzw. als Rehabilitationsmaßnahme.

Bewegungstherapie und Rehabilitationssport befassen sich meistens mit generellen Problemen des Verhaltens, der Verhaltensmodifikation und der Einstellungsänderung.

Was die psychologischen Aspekte der Körperbehinderung, besonders die Befindlichkeit und die Behinderungsverarbeitung anbetrifft, stützen sich die Bewegungstherapie und der Rehabilitationssport allerdings kaum auf der Motivationstheorien. Die Bewegungstherapie und der Rehabilitationssport werden hier auf der Basis der Motivationstheorie und mit Hilfe weiterer angesprochener Theorien als Mittel zur Verbesserung der Befindlichkeit und zur Behinderungsverarbeitung analysiert bzw. präsentiert.

Die theoriegeleiteten Interventionsprogramme innerhalb der Motivationspsychologie konzentrieren sich seinerseits auf den schulischen, sportlichen und geschäftlichen (wirtschaftlichen) Bereich und befassen sich kaum mit Aspekten der Therapie und der Rehabilitation.

Gang der Untersuchung:

Dementsprechend werden in dieser Arbeit Aspekte, wie Motive, Motivation und Handlung, Leistungsmotivation, mit ihren Subthemen Leistungsmotiv, Erwartung über den Handlungsausgang, Anreizwerte der zu bewältigenden Aufgabe, Bezugsnorm-Orientierung, Anspruchsniveausetzung und Kausalattribuierung spezifisch bezüglich der Situation des Behinderten bzw. des Querschnittgelähmter ausgearbeitet.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel 1 (Querschnittlähmung) werden die Definitionen, Ursachen, neurologische Topographie, Erscheinungsformen bzw. klinischer Befund sowie motorische und nicht-motorische Konsequenzen der Querschnittlähmung erarbeitet.

Das nächste Kapitel beschreibt mit dem ICF-Modell alle weiteren Aspekte einer Querschnittlähmung, womit zu einem besseren Verständnis von neurologischen und sozialen Beeinträchtigungen wie auch der medizinischen Intervention bzw. bewegungstherapeutischen Maßnahmen beigetragen wird.

Das Kapitel 3 (Bewegungstherapie und Rehabilitationssport) befasst sich mit den gesundheitlichen Effekten von Bewegung und Sport, mit den Definitionen und Charakteristika von Bewegungstherapie bzw. der Physiotherapie und der Sporttherapie; mit der Arbeit verschiedener Berufsgruppen und mit den Zielen der Bewegungstherapie sowie mit den Vorteilen der Sporttherapie. Zusätzlich werden Definitionen und Charakteristika von Rehabilitation, der Rehabilitationskette und des Rehabilitationssports ausgearbeitet.

In vierten Kapitel werden dementsprechend Aspekte der Motivationspsychologie, wie z.B. Motive, Motivation, Handlung, Handlungsintensität, Handlungsstruktur, Leistung und Leistungsmotivation, Leistungsmotiv, Erwartung über den Handlungsausgang, Anreizwert der zu bewältigenden Aufgabe, Bezugsnorm-Orientierung, Anspruchsniveausetzung sowie Kausalattribuierung, unter Anbetracht von spezifischen Rehabilitationsbedingungen präsentiert.

Das Thema Motivation wird in dieser Abhandlung zusätzlich im 5. Kapitel (Verhalten und Behinderungsverarbeitung) im Rahmen der Übertragung der Motivationspsychologie als Hilfe zur Behinderungsverarbeitung analysiert und versucht, die Theorie der Kausalattribuierung, die Dimension der Bewegungstherapie und des Rehabilitationssports zu erläutern.

Inhaltsverzeichnis:

Vorbemerkungen 12
1. Querschnittlähmung 13
1.1 Definition 13
1.1.1 Ursachen der Querschnittlähmung 14
1.1.2 Neurologische Topographie der Tetraplegie und der Paraplegie 16
1.1.3 Erscheinungsformen der Querschnittlähmung 17
1.2 Klinischer Befund 18
1.2.1 Der spinale Schock 18
1.2.2 Motorische Konsequenzen der Querschnittlähmung 19
1.2.3 Nicht-Motorische Konsequenzen der Querschnittlähmung 19
2. Der WHO-Ansatz: Die Verbindung vom ICD zur ICIDH-2 bzw. zur ICF 21
2.1 Das ICIDH-Modell 22
2.1.1 Exemplarische Anwendung der ICIDH 23
2.1.1.1 1. Ebene: Der Schaden ("Impairment") 23
2.1.1.2 2. Ebene: Die funktionelle Einschränkung ("Disability") 23
2.1.1.3 3. Ebene: Die soziale Beeinträchtigung ("Handicap") 24
2.2 Das ICIDH-Modell-2 bzw. das ICF- Modell 25
2.2.1 Exemplarische Anwendung der ICF 26
2.2.1.1 1. Ebene: Der Schaden und die verbliebenen Funktionen bzw. der allgemeine Zustand 26
2.2.1.2 2. Ebene: Aktivität 26
2.2.1.3 3. Ebene: Partizipation 27
2.3 Wirkung des ICF-Modells auf die Bewertung der Reha-Kette 29
2.4 Charakteristika des ICD-, ICIDH- und des ICF-Modells der WHO 29
3. Bewegungstherapie und Rehabilitationssport 32
3.1 Gesundheitliche Effekte von Bewegung und Sport 33
3.2 Zweifel an den positiven Effekten von Bewegung und Sport 39
3.3 Begriffliche Widersprüche 42
3.4 Therapie 43
3.4.1 Bewegungstherapie 44
3.4.1.1 Charakteristika der Bewegungstherapie 44
3.4.1.2 Physiotherapie 49
3.4.1.2.1 Charakteristika der Physiotherapie 49
3.4.1.2.2 Beispiel des Behandlungsverlaufs eines physiotherapeutischen Programms 50
3.4.1.2.3 Vorteile der Physiotherapie 51
3.4.1.3 Sporttherapie 52
3.4.1.3.1 Charakteristika der Sporttherapie 53
3.4.1.3.2 Vorteile der Sporttherapie 55
3.4.1.4 Ergotherapie 57
3.5 Rehabilitation 58
3.5.1 Charakteristika der Rehabilitation 59
3.5.2 Die Rehabilitationskette 59
3.5.3 Rehabilitationssport 61
3.5.3.1 Charakteristika des Rehabilitationssports 62
4. Motivation 63
4.1 Motive und Motivation 65
4.1.1 Leistungsmotivation 69
4.1.1.1 Leistungsmotiv 70
4.1.1.2 Erwartung über den Handlungsausgang 74
4.1.1.3 Anreizwert der zu bewältigenden Aufgabe 76
4.2 Bezugsnorm-Orientierung 77
4.3 Anspruchsniveausetzung 80
4.4 Kausalattribuierung 82
5. Verhalten und Behinderungsverarbeitung 88
5.1 Verhalten 89
5.1.1 Das Verhalten des Betroffenen 91
5.1.1.1 Selbstkonzept 97
5.1.1.2 Befindlichkeit 101
5.2 Behinderungsverarbeitung 102
5.2.1 Krisenverarbeitung nach Schuchardt 108
5.2.2 Bewegungstherapie und Rehabilitationssport als Mittel zur Behinderungsverarbeitung 117
5.2.3 Aspekte der Motivationspsychologie als Hilfe zur Behinderungsverarbeitung 118
5.2.3.1 Dimensionen der Behinderungsverarbeitung in Bewegungstherapie und Rehabilitationssport 122
5.2.3.2 Methodik zur Beeinflussung der Behinderungsverarbeitung bzw. der Befindlichkeit mit Hilfe der Bewegungstherapie und des Rehabilitationssports 132
5.2.3.2.1 "Assessment" aus dem Bereich der Bewegungstherapie und des Rehabilitationssports in Anlehnung an die ICF 134
5.2.3.2.2 Ausgewählte Tätigkeiten aus dem Bereich Aktivität und Partizipation 138
5.2.3.2.3 Vergleich 138
5.2.3.2.4 Strukturierung des Programms unter Berücksichtigung leistungsmotivationaler Aspekte 139
5.2.3.2.5 Erstes Ziel: Restrukturierung der Bezugsnormen 140
5.2.3.2.6 Zweites Ziel: Entwicklung einer adäquaten Anspruchsniveausetzung 142
5.2.3.2.7 Drittes Ziel: Entwicklung eines selbstbekräftigenden Kausalattribuierungsmusters 143
5.2.3.2.8 Viertes Ziel: Förderung eines solidarischen Verhaltens 144
5.2.3.2.9 Reihenfolge der Ziele 146
5.2.3.2.10 Erneute Durchführung des "Assessments" 148
5.2.3.2.11 Weitere Empfehlungen zur Beeinflussung des Motivationsprozesses bzw. der Befindlichkeit in Bewegungstherapie und Rehabilitationssport 150
6. Schlussfolgerung 152
7. Zusammenfassung 154
Literatur 157

Automatisiert erstellter Textauszug:

Genau diese Intention, die man als die Bereitschaft zur positiven Beeinflussung der eigenen Behindertenlage verstehen soll, präsentiert sich einerseits als Massstab der Kausalattribuierung des Betroffenen, der sich in der Lage fühlt oder nicht fühlt, an der eigenen Situation positiv mitzuwirken. Andererseits sollen die Sporttherapeuten die Beeinflussung der Intentionalität bzw. der Mitwirkung des Behinderten im eigenen Rehabilitationsprozess als Ziel von Bewegungstherapie und Rehabilitationssport integrieren, um positiven Einfluss auf die erfolgsorientierte überdauernde Motivation des Betroffenen nehmen zu können. Nach der Attributionstheorie würden durch die Attribuierung von Erfolg und Misserfolg auf internale Faktoren die affektiven Reaktionen maximiert (zit. u.a. nach SCHNEIDER und SCHMALT 1981, 205). Sie fügen aber hinzu, dass mehrere Autoren keine Hinweise für die Annahme fanden, dass die beim Leistungshandelnden auftretenden Affekte durch Ursachenzuschreibungen kausal determiniert sind. Der Patient wird beim Training bzw. in der Bewegungstherapie und im Rehabilitationssport mit seiner Behinderung konfrontiert. „Und, jeder noch so kleine Teilerfolg wird mit einer neuen Forderung belohnt. Er erträgt diesen Dauerstress am ehesten, wenn er davon überzeugt ist, dass seine Anstrengungen wesentlich zur Verbesserung seiner zukünftigen Lebensqualität beitragen“ (SCHWOB-STURM 1987, 55). Eine zentrale Rolle spielen kognitive Variablen in attributionstheoretischen Ansätzen der Leistungsmotivation. „Danach werden die Unterschiede im Leistungshandeln von erfolgs- und misserfolgsorientierten Personen auf unterschiedliche Ursachenzuschreibungen zurückgeführt. Erstere sehen Erfolg primär durch hohe Begabung und Anstrengung, also in der Person liegende, internale Faktoren bestimmt, Misserfolg durch mangelnde Anstrengung, also ebenfalls einen internalen Faktor, der aber variabel und damit veränderbar ist. Demgegenüber sollen Misserfolgsorientierte keine klaren Attributionsvorlieben für Erfolg haben, aber Misserfolg geringer Begabung (WEINER 1974) zuschreiben“ (zit. u.a. nach BIERHOFFALFERMANN 1986, 88; und MEYER 1984, 35). Erfolgsmotivierte erklären also ihre Erfolge mit selbst verursachten Faktoren. Misserfolgsmotivierte schreiben ihre Erfolge externalen Faktoren zu. „Attributionen lassen sich als Folgen wie als Ursachen von Handlungen auffassen“ (BIERHOFF et BIERHOFF-ALFERMANN 1986), wobei im ersteren Fall interessiert, „unter welchen vorauslaufenden Bedingungen (Antezendenzen) welche Ursachen einer Handlung zugeschrieben werden; im letzteren Fall, welche Konsequenzen (Handlungen, Affekte, [...]

Im Falle einer Selbstbeobachtung kurz nach Eintritt der Behinderung muss die Bilanz eher negativ sein. Die Betroffenen fühlen sich einerseits fachlich nicht in der Lage für die eigene Rehabilitation positiv zu wirken und andererseits fühlen sie sich sowohl körperlich als auch psychisch ohne die notwendige Kraft um der Behinderung entgegen zu wirken. Bei den sozialen Bezugsnormen wird eine Art interpersoneller Vergleich durchgeführt, in dem der Behinderte mit durchschnittlichen Werten der Bevölkerung bzw. praktisch immer mit Nicht-Behinderten verglichen wird. Nach KLEINE (1977, 14) kommt es bei der Einordnung eines gegebenen Person-Umwelt-Bezuges zumindest zu zwei Beurteilungsprozessen. „Einmal gibt das Bezugssystem die Norm an, die einen Person-UmweltBezug als befriedigend oder unbefriedigend erscheinen lässt, zum anderen werden Handlungsausgänge innerhalb bestimmter Person-Umwelt-Bezüge mit individuell unterschiedlichen Normen verglichen. Dadurch entstehen positive oder negative Gefühlszustände, mit denen sich das Individuum belohnt oder bestraft“. Eine Variante wäre ein intraindividuelles Bezugssystem, bei dem man sich mit sich selbst vergleicht, z.B. vor und nach einer schweren Krankheit oder Behinderung. Dadurch entstehen positive oder negative Gefühlszustände, mit denen das Individuum die Situation, in der es sich befindet, akzeptiert oder nicht akzeptiert. Mit dem Ziel der Behinderungsverarbeitung bzw. der positiven Beeinflussung der Befindlichkeit liegen die bewegungstherapeutischen Aufgaben u.a. darin, auf der Basis der Bezugsnorm-Orientierung den Betroffenen zu helfen angemessene Standards zu wählen, sowie zwischen der Überthematisierung der verbliebenen Funktionen, die als Basis für die Determinierung des Lebensziels adaptiert werden sollten und ggf. der Unterthematisierung der beeinträchtigenden Funktionen adäquat zu vermitteln. Die Bezugsnorm-Reorientierung ist ein schwieriger aber notwendiger Lernprozess als Behinderter und die Bewegungstherapie und der Rehabilitationssport sollen einen wichtigen Beitrag an diesem Prozess gewährleisten. Weitere theoretische Erörterungen über Bezugsnorm-Orientierung und ihre notwendige Adäquation zur positiven Beeinflussung der Motivation und der Befindlichkeit des Betroffenen zugunsten der Behinderungsverarbeitung werden in Kapitel 5 (Verhalten und Behinderungsverarbeitung) präsentiert. [...]

als auch zu gesellschaftlichen bzw. kulturellen oder wissenschaftlichen Standards aufweisen. Wenn jedoch berücksichtigt wird, dass das Entscheidende an unserer „Erfolgsgesellschaft“ darin besteht, ob das vom Individuum eingebrachte Ergebnis aktuellen Interessen und Mustern entspricht, unabhängig von der zugrunde liegenden Leistung und, dass „Ausgangspunkt das bewertet Ergebnis einer absichtsvollen Handlung ist. Der Ursprung und die Verankerung herangezogener Kriterien und Massstäbe liefert dann den Unterschied: Für den Erfolg muss Leistung zusätzlich im sozialen Umfeld entsprechen“ (ERDMANN 1997). Vier Arten von Bezugsnormen der Tüchtigkeitsmassstäbe werden von HECKHAUSEN (1974, 49; 1980, 574) erkannt: Die individuelle, die soziale, die sachliche und die fremdgesetzte. Hier werden die individuelle und die soziale näher betrachtet. Bei den individuellen Bezugsnormen innerhalb eines Gütemassstabs (Fähigkeitsmassstab) wird eine Art intrapersoneller Vergleich durchgeführt. Das heisst, Leistungen nach Eintritt der Schädigung werden mit Leistungen vor Eintritt der Schädigung verglichen. Nach Eintritt eines Schadens gelten aber plötzlich die bis dahin erreichten Leistungen nicht mehr als Massstab. Die Erwartungen, Vorstellungen, Werthaltungen, Ansprüche und Bezugsgrössen sind aber von dem ehemaligen Leben als Nicht-Behinderter immer noch stark geprägt. Plötzlich befindet sich der Betroffene in einer Lage, „in der für den Behinderten Erlerntes ungültig und Neues noch nicht beherrscht wird“ (BANTHIEN 1987, 34). Diese Situation kann zumindest eine zeitliche psychische Instabilität verursachen. Nach BLIDON (1987, 141f ) ist aber eine Umorientierung ohne Zweifel notwendig, „weil die Querschnittlähmung sie erzwingt“. Es wird allgemein eine definitive qualitative und quantitative Minderung der Fähigkeiten zur Aufgaben- und Rollenerfüllung im Vergleich zu einem Status vor der Behinderung angenommen. „Dieses Vorurteil bezieht sich auf die negativen Einstellungen des ... Individuums sich selbst gegenüber wie auf die seiner Mitmenschen“ (BRUSIS 1977, 22). Während der Rehabilitation durchläuft der Rehabilitand einen Lernprozess, worin „ein neues, an der aktuellen Situation angepasstes Verhaltensrepertoire entwickelt oder ein schon bekanntes Verhalten wieder erlernt werden muss. Dieser Lernprozess bezieht sich selbstverständlich auf alle Therapien und alle Teammitglieder sind Lehrende“ (HERMENS 1987, 124). [...]

Arbeit zitieren:
de Souza, Pedro Americo Juli 2005: Motivationale Aspekte in der Bewegungstherapie und im Rehabilitationssport, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Querschnittslähmung, Behinderung, Motivation, Behinderte, Behindertensport

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