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Einfluss von sensorischer Information und Zeitvorgaben auf Greifbewegungen und deren Modifikation unter veränderter Schwerkraft

Einfluss von sensorischer Information und Zeitvorgaben auf Greifbewegungen und deren Modifikation unter veränderter Schwerkraft
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Michaela Girgenrath
  • Abgabedatum: November 2004
  • Umfang: 176 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8569-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8569-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8569-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Girgenrath, Michaela November 2004: Einfluss von sensorischer Information und Zeitvorgaben auf Greifbewegungen und deren Modifikation unter veränderter Schwerkraft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sensomotorik, Schwerelosigkeit, Parabelflüge, Zentrifuge, Adaption

Dissertation / Doktorarbeit von Michaela Girgenrath

Einleitung:

Die vorliegende Arbeit untersuchte die drei verschiedenen Komponenten von Greifbewegungen: In der Transportkomponente wird der Arm in die Nähe des Objektes geführt, in der Greifkomponente formt sich die Hand in Abhängigkeit von der Größe, Form und Orientierung des Objektes und in der Kraftkomponente wird eine Kraft auf das Objekt ausgeübt, um es festzuhalten oder eine Manipulation vorzunehmen.

Verschiedene Faktoren können die Durchführung von Greifbewegungen beeinflussen. Besonders die Verfügbarkeit sensorischer Rückmeldung und Anforderungen an die Zeit und Genauigkeit scheinen dabei eine Rolle zu spielen. Weiterhin ist eine erhebliche Anpassungsfähigkeit von Greifbewegungen an ständig wechselnde Bedingungen erforderlich. Eine extreme Veränderung von Umweltbedingungen stellen beispielsweise Veränderung der Schwerkraft dar.

Diese Faktoren wurden in drei verschiedenen Experimenten für die drei Komponenten von Greifbewegungen betrachtet. Die ersten beiden Experimente analysierten die Transport- und die Greifkomponente und untersuchten den Einfluss der Verfügbarkeit sensorischer Informationen (Exp.1) und die Zeit-Genauigkeitsrelation (Exp.2). Beide Experimente wurden zusätzlich in Schwerelosigkeit durchgeführt. Exp.3 beschäftigte sich mit der Kraftkomponente und untersuchte isometrische Kraftproduktionen und deren Veränderung in erhöhter Schwerkraft. Die Experimente in Schwerelosigkeit wurden während Parabelflügen durchgeführt, die erhöhte Schwerkraft wurde durch eine Beschleunigung der Probanden in einer Zentrifuge erreicht.

Sowohl visuelle als auch taktile Informationen beeinflussten sowohl die Greif- als auch die Transportkomponente. Die Verfügbarkeit sensorischer Rückmeldung wirkte sich verkürzend auf die Reaktionszeit und Bewegungsdauer aus und verringerte die Variabilität der maximalen Apertur und der End-Position. Eine vergrößerte Apertur konnte für Bewegungen ohne visuelle Rückmeldung beobachtet werden. Als Ursache für diese Veränderungen wurden die Aufgabenkomplexität, Korrekturbewegungen und Kompensationsmechanismen diskutiert. Veränderungen aufgrund der Schwerelosigkeit wurden hauptsächlich bezüglich einer vergrößerten maximalen Apertur und einer erhöhten Variabilität der Transportkomponente festgestellt. Die Bedeutung sensorischer Rückmeldung schien dabei hauptsächlich für die zeitlichen Variablen eine Rolle zu spielen.

Die Existenz einer Zeit-Genauigkeitsrelation konnte auch für Greifbewegungen bestätigt werden. Während die Transportkomponente allerdings einen nahezu linearen Anstieg der Variabilität aufwies, erfolgte dies in der Greifkomponente nur für sehr schnelle Bewegungen mit einer Bewegungsdauer < 400 ms. Dieses Ergebnis weist auf eine ausgeprägte Fähigkeit der Greifkomponente hin, sich an erschwerte Bedingungen anzupassen. Diese wurde auch für die Betrachtung der Zeit-Genauigkeitsrelation in Schwerelosigkeit beobachtet, in der keine Veränderung festzustellen war.

Für die Betrachtung der Kraftkomponente in erhöhter Schwerkraft ergab sich als wesentlichstes Ergebnis eine erhöhte Kraftproduktion in 3 G. Dieser Kraftanstieg war prozentual gesehen am höchsten für die initiale Kraft und schwächer für die maximale Kraft und die End-Kraft. Als Ursache wurden deshalb sowohl zentrale Prozesse, wie ein Veränderung der Sensitivität für die Muskelspindeln, als auch auf sensorischer Rückmeldung basierende Mechanismen vorgeschlagen.

Die Ergebnisse dieser Arbeit sind von Bedeutung aufgrund der Relevanz von Greifbewegungen in Alltag, Sport und Berufsleben. Alle drei untersuchten Faktoren gemeinsam (sensorische Rückmeldung, Zeit-Genauigkeitsrelation und Schwerkraft) besitzen eine hohe praktische Relevanz für Astronauten und Jetpiloten, da gerade in diesen Berufsfeldern eine hohe Qualität für die Ausführung von Greifbewegungen unter erschwerten Bedingungen erforderlich ist.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Die verschiedenen Komponenten von Greifbewegungen 3
1.1.1 Charakteristik der Transport- und Greifkomponente und deren Kopplung 4
1.1.2 Charakteristik der Kraftkomponente 5
1.2 Beeinflussende Faktoren für die Durchführung von Greifbewegungen 7
1.2.1 Der Einfluss verschiedener sensorischer Rückmeldebedingungen 8
1.2.1.1 Der Einfluss sensorischer Rückmeldung auf die Transport- und Greifkomponente 8
1.2.1.2 Der Einfluss sensorischer Rückmeldung auf die Kraft- Komponente 12
1.2.2 Die Zeit-Genauigkeitsrelation 15
1.2.2.1 Erklärungsmodelle der Zeit-Genauigkeitsrelation 17
1.2.2.2 Die Zeit-Genauigkeitsrelation bei Greifbewegungen 19
1.2.3 Der Einfluss veränderter Schwerkraft auf die Motorik 21
1.2.3.1 Die Bedeutung sensorischer Information unter veränderter Schwerkraft 22
1.2.3.2 Zielgerichtete Bewegungen in veränderter Schwerkraft 24
1.3 Ziele der Arbeit 27
2. Material und Methoden 30
2.1 Versuchspersonen 30
2.2 Methodik für Exp.1 und Exp.2 31
2.2.1 Versuchsaufbau und Datenregistrierung 31
2.2.2 Allgemeiner Versuchsablauf für Exp.1 und Exp.2 33
2.2.3 Spezielle Methodik für Exp.1 33
2.2.4 Spezielle Methodik für Exp.2 35
2.2.5 Durchführung der Experimente in Schwerelosigkeit 37
2.2.6 Datenanalyse für Exp.1 und Exp.2 40
2.2.7 Statistische Analyse für Exp.1 und Exp.2 44
2.3 Methodik für Exp.3 45
2.3.1 Versuchsaufbau und Datenregistrierung 45
2.3.2 Allgemeiner Versuchsablauf 47
2.3.3 Spezieller Versuchsablauf 48
2.3.4 Datenanalyse 50
2.3.5 Statistische Analyse 52
3. Ergebnisse 53
3.1 Exp.1: Einfluss verschiedener Rückmeldebedingungen auf Greifbewegungen 53
3.1.1 Experiment 1A 55
3.1.1.1 Analyse der zeitlichen Variablen 56
3.1.1.2 Analyse der Positionsvariablen 61
3.1.2 Exp. 1B: Variation der sensorischen Rückmeldung in Schwerelosigkeit 66
3.1.2.1 Analyse der zeitlichen Variablen 66
3.1.2.2 Analyse der Positionsvariablen 69
3.2 Exp. 2: Die Zeit-Genauigkeitsrelation für Greifbewegungen 72
3.2.1 Exp. 2A 72
3.2.1.1 Analyse der Zeit: Bewegungsdauer 73
3.2.1.2 Analyse der Genauigkeit: Positionsvariablen 74
3.2.2 Exp. 2B 77
3.2.2.1 Analyse der Zeit: Bewegungsdauer 78
3.2.2.2 Analyse der Genauigkeit: Positionsvariablen 79
3.2.3 Exp.2C 81
3.2.3.1 Analyse der Zeit: Bewegungsdauer 82
3.2.3.2 Analyse der Genauigkeit: Positionsvariablen 83
3.2.4 Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse aus Exp. 2A-C 86
3.2.5 Exp. 2D:Zeit- und Genauigkeitsrelation in Schwerelosigkeit 88
3.2.5.1 Analyse der Zeit: Bewegungsdauer 88
3.2.5.2 Analyse der Genauigkeit: Positionsvariablen 89
3.3 Exp.3: Isometrische Kraftproduktion bei Greifbewegungen unter Variation der Schwerkraft 92
3.3.1 Rohdaten 92
3.3.2 Analyse der maximalen Kraft 94
3.3.2.1 Ausmaß der maximalen Kraft 95
3.3.2.2 Richtungsabweichung der maximalen Kraft 98
3.3.2.3 Maximale Kraft in Abhängigkeit des Schwerkraftanteils 100
3.3.2.4 Nacheffekte erhöhter Schwerkraft auf die maximale Kraft 102
3.3.2.5 Trainingseffekte der maximalen Kraft 103
3.3.3 Vergleich zwischen initialer, maximaler und Endkraft 103
4. Diskussion 109
4.1 Methodenkritik 109
4.1.1 Kritische Betrachtung der Methodik in Exp.1 und 2 109
4.1.2 Kritische Betrachtung der Methodik in Exp.3 114
4.2 Einfluss verschiedener Rückmeldebedingungen auf Greifbewegungen 116
4.2.1 Einfluss der Rückmeldebedingungen in Exp.1A 117
4.2.1.1 Zeitliche Variablen 117
4.2.1.2 Positionsvariablen 124
4.2.2 Einfluss veränderter Schwerkraft 129
4.2.2.1 Zeitliche Variablen 129
4.2.2.2 Positionsvariablen 132
4.2.2.3 Zusammenfassende Betrachtung 133
4.3 Die Zeit-Genauigkeitsrelation bei Greifbewegungen 134
4.3.1 Erhöhung der maximalen Apertur und End-Apertur 135
4.3.2 Erhöhung der Variabilität 136
4.3.3 Einfluss der Schwerelosigkeit auf die Zeit-Genauigkeitsrelation 139
4.4 Isometrische Kraftproduktion bei Greifbewegungen unterVariation der Schwerkraft 143
4.4.1 Analyse der maximalen Kraft 143
4.4.1.1 Isometrische Kraftproduktion in normaler Schwerkraft 143
4.4.1.2 Isometrische Kraftproduktion in erhöhter Schwerkraft 145
4.4.2 Vergleich der initialen, maximalen und End-Kraft 149
4.4.3 Praktische Relevanz 150
5. Ausblick 151
6. Zusammenfassung 152
7. Literaturverzeichnis 154

Automatisiert erstellter Textauszug:

der Bewegungsdauer von der Verfügbarkeit visueller RM deutlich, und zwar im Sinne einer Verkürzung der Bewegungsdauer bei Sichtbarkeit der Hand. Im Haupttest unter 0 G schien sich dagegen die Verfügbarkeit der taktilen RM auf eine Verringerung der Bewegungsdauer auszuwirken. Für den Vortest bestätigte sich im Post-Hoc Test die Differenz zwischen den Bedingungen mit und ohne visueller RM. Für den Nachtest war dies dagegen nur für die Bedingung TV der Fall. Die Abhängigkeit von der taktilen RM im Haupttest konnte analog zum Vortest durch signifikante Differenzen zwischen Bedingungen mit und ohne taktiler RM bestätigt werden. Lediglich der Unterschied zwischen den Bedingungen V und VT verfehlte knapp die Signifikanz. [...]

signifikanten Effekt für die Interaktion der Faktoren Sitzung x Bedingung aufwiesen. In der Transportkomponente ist dies ist deutlich erkennbar in dem unterschiedlichen Verlauf der Reaktionszeit für die einzelnen Sitzungen. Während im Vortest (1 G) der späteste Bewegungsbeginn in den Bedingungen ohne taktile RM (K und V) auftrat, war diese Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der taktilen RM im Haupttest (0 G) abgeschwächt. Der Post-Hoc Test bestätigte, dass sich im Vortest jeweils die Bedingungen ohne taktile RM (K,V) von denen mit taktiler RM (T,TV) unterschieden, im Haupttest jedoch nur die Bedingung K von T. Die Abhängigkeit von den einzelnen Bedingungen war im Nachtest (1 G) zwar immer noch geringer ausgeprägt, aber der Unterschied zwischen den Bedingungen K und TV war analog zum Vortest signifikant. Auch für die Reaktionszeit der Greifkomponente ist der unterschiedliche Verlauf über die Bedingungen in den einzelnen Sitzungen erkennbar. Die Interaktion Sitzung x Bedingung erklärt sich durch eine Diskrepanz in der Bedingungsabhängigkeit zwischen Vor- und Haupttest, während im Nachtest keine Veränderung über die Bedingungen erkennbar war. Dementsprechend ergab der Post-Hoc Test, dass sich im Vortest alle Bedingungen (außer V) von K unterschieden, in der keine Rückmeldung verfügbar war, und im Haupttest [...]

konnten für den Faktor Bedingung bestätigt werden. Auch für den Faktor Größe ergab sich eine Reduzierung der signifikanten Effekte. Nur die Variablen RTT, Amax, Aend und V_Amax zeigten einen signifikanten Effekt für den Faktor Größe. Zu beachten ist, dass in Exp. 1B aufgrund der zeitlichen Limitierung während der Parabelflüge nur 4 Probanden getestet werden konnten und die Statistik deshalb nur bedingt aussagekräftig ist. Die Wertebereiche und Verläufe der einzelnen Variablen über die Bedingungen waren jedoch weitestgehend vergleichbar, so dass im Folgenden nur der Einfluss der veränderten Schwerkraft dargestellt werden soll und von der Besprechung der anderen signifikanten Effekte abgesehen wird. [...]

Arbeit zitieren:
Girgenrath, Michaela November 2004: Einfluss von sensorischer Information und Zeitvorgaben auf Greifbewegungen und deren Modifikation unter veränderter Schwerkraft, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sensomotorik, Schwerelosigkeit, Parabelflüge, Zentrifuge, Adaption

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