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Aufreinigung und Konzentrierung anaboler Steroide mittels der Immunoaffinitätschromatographie

Aufreinigung und Konzentrierung anaboler Steroide mittels der Immunoaffinitätschromatographie
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Marc Machnik
  • Abgabedatum: Oktober 1999
  • Umfang: 174 Seiten
  • Dateigröße: 6,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2466-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2466-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2466-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Machnik, Marc Oktober 1999: Aufreinigung und Konzentrierung anaboler Steroide mittels der Immunoaffinitätschromatographie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Antikörper, Anabole Steroide, GC-MS-Analyse, Doping, Immunoaffinitätschromatographie

Dissertation / Doktorarbeit von Marc Machnik

Einleitung:

Die in der Spurenanalytik von pharmakologisch wirksamen Substanzen eingesetzten Extraktionsverfahren reichen oft nicht aus, um die gesuchte Substanz in der biologischen Matrix (Urin, Blut, Haar, etc.) eindeutig nachzuweisen. Das liegt zum einen daran, daß die Konzentrationen dieser Substanzen äußerst gering sind und zum anderen, daß die Bioprobe eine solch komplexe Matrix bildet, daß sich Interferenzen körpereigener Stoffe bei der anschließenden gaschromatographisch-massenspektrometrischen Detektion nicht vermeiden lassen.

Durch eine besondere Aufreinigung, die Immunoaffinitätschromatographie genannt wird, sollen diese Störsubstanzen entfernt werden. Dabei macht man sich das in der Natur einzigartige Prinzip zunutze, nach dem Antikörper ihr korrespondierendes Antigen (zu analysierende Substanz) mit hoher Selektivität erkennen und reversibel binden.

Die Antikörper werden auf eine Festphase immobilisiert und anschließend mit der Probe inkubiert. Die gesuchte Substanz kann so nach dem Schlüssel-Schloß-Prinzip von den Antikörpern gebunden werden, während unspezifische Moleküle in der Bioprobe verbleiben. Nach einer Waschphase wird mittels eines organischen Solvens die Dissoziation des Antikörper-Antigen-Komplexes bewirkt und der Analyt in gereinigter Form gewonnen.

Die Herstellung von Antikörpern mit der gewünschten Spezifität (z.B. gegen anabole Steroide) wurde in dieser Arbeit durch Kopplung von Steroidhormonen an ein Protein und Immunisierung von Kaninchen mit diesen Steroid-Protein-Konjugaten ermöglicht.

Kleine Moleküle in der Größenordnung von Steroiden lösen per se keine Immunantwort und damit keine Produktion von Antikörpern aus. Erst durch die Bindung an ein großes Carriermolekül, wie z.B. Bovine Serum Albumin (BSA) oder Keyhole Limpet Hemocyanin (KLH), werden sie vom Organismus als Fremdsubstanz erkannt und lösen die Antikörperproduktion aus.

Die Gruppe der 17alpha-methylierten Steroide zählt zu den am häufigsten mißbräuchlich eingenommenen Anabolika. Aufgrund ihres Metabolismus können ihre 17-Epimere länger nachgewiesen werden. Deshalb wurde für die Gewinnung der Antiseren Epimethyltestosteron-3-carboxymethyloxim hergestellt und nach der Carbodiimid-Methode an die Trägerproteine BSA und KLH gekoppelt.

Die mit diesen Antigenen in Kaninchen erzeugten Antikörper wurden auf verschiedene Festphasen aufgebracht und in spezielle Säulen gefüllt. Ihre Spezifität und Kapazität wurden bestimmt. Dabei zeigte sich, daß nur mit den KLH-Immunogenen Antikörper mit geeigneter Spezifität zu gewinnen sind und eine Verbesserung des Signal/Rausch-Verhältnisses, verglichen mit herkömmlichen Festphasenextraktionen (z.B. an Polystyrol), zu erzielen ist.

Zwei weitere Immunoaffinitätssäulen, beladen mit Anti-Methyltestosteron-Antikörpern, die aus unterschiedlichen Immunisierungsprozeduren stammten, standen zur Verfügung. Aufgrund ihrer Kreuzreaktivität konnten mit diesen Antikörpern Metenolon und auch zwei Langzeitmetabolite von Stanozolol, 3'-Hydroxy- und 4beta-Hydroxy-Stanozolol aus Urinproben isoliert werden, so daß charakteristische Massenspektren für diese Substanzen aufgezeichnet werden konnten.

Versuche, durch Herstellung von Stanozolol-4-CMO- und Stanozolol-17-CMO-Protein-Konjugaten, Antikörper mit höherer Spezifität für die Stanozololmetabolite zu erzeugen, ergaben keine Verbesserungen hinsichtlich Säulenkapazität und Abtrennung unerwünschter Begleitsubstanzen.

Einen Einfluß auf die Reinheit des Analyten hatte auch die Trägerfestphase, auf der die Antikörper gebunden waren. Von den zur Verfügung stehenden Gelfestphasen wiesen die besten Eigenschaften diejenigen mit hydrophilem Gerüst auf, wie z.B. Polysaccharidgele. Unspezifische Wechselwirkungen endogener Substanzen zur Gelmatrix wurden bei den hydrophoben Polymethacrylatphasen beobachtet. Es hat sich gezeigt, daß die IAC zur Reinigung und Isolierung anaboler Steroide am effektivsten ist, wenn die Proben vorher hydrolysiert und einer ersten Extraktion unterzogen wurden.

Die Methode der IAC läßt sich nach Gewinnung geeigneter Antikörper, die als limitierender Schritt bei der Herstellung von IAC-Sorbentien zu betrachten ist, prinzipiell auf jeden beliebigen Analyt übertragen. Sie ist daher für viele analytische Fragestellungen interessant, bei denen es darum geht, Substanzen in Spuren aus komplexen biologischen Matrizes zu isolieren.

Studien außerhalb dieser Arbeit mit Haaren und Pferdeserum haben gezeigt, daß die IAC auch für andere biologische Matrizes als Urin geeignet ist.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und Aufgabenstellung 1
2. Theoretischer Teil 3
2.1 Theorie der Immunaffinitätschromatographie 3
2.2 Antikörper und Antigene 12
2.2.1 Das Immunsystem 12
2.2.2 Struktur von Antikörpern 13
2.2.3 Herstellung von Antikörpern 15
2.2.4 Isolierung von Antikörpern 16
2.2.5 Charakterisierung von Antikörpern 17
2.2.6 Immobilisierung von Antikörpern 21
2.2.7 Herstellung von Steroid-Protein-Konjugaten 25
2.2.8 Charakterisierung von Steroid-Protein-Konjugaten 29
2.2.9 Immunisierung von Versuchstieren 32
2.3 Einfluß der IAC-Prozedur auf die Analyse 33
3. Experimenteller Teil 34
3.1 Herstellung der Antigene 34
3.1.1 Epimethyltestosteron-3-carboxymethyloxim-Rinderserumalbumin 35
3.1.2 Epimethyltestosteron-3-carboxymethyloxim-Keyhole Limpet Hemocyanin 40
3.1.3 Stanozolol-17-carboxymethyloxim-Rinderserumalbumin 41
3.1.4 Stanozolol-17-carboxymethyloxim-Keyhole Limpet Hemocyanin 42
3.1.5 Stanozolol-4-carboxymethyloxim-Rinderserumalbumin 43
3.2 Reinigung und Charakterisierung der Antigene 46
3.2.1 Reinigung der Antigene 46
3.2.2 Bestimmung der Proteinkonzentration 47
3.2.3 Bestimmung des Steroid/Protein-Molekülverhältnisses 48
3.3 Gewinnung und Immobilisierung der Antikörper 49
3.3.1 Immunisierung der Versuchstiere und Isolierung der Antikörper 49
3.3.2 Immobilisierung der Antikörper 50
3.4 Untersuchungen zur Charakterisierung der IAC-Säulen 51
3.4.1 Probenaufarbeitung und IAC-Prozedur für anabole Steroide 51
3.4.2 Bestimmung von Wiederfindung und Reproduzierbarkeit der IAC-Methode 53
3.4.3 Bestimmung der dynamischen Säulenkapazität 54
3.4.4 Bestimmung der Kreuzreaktivität der IAC-Säulen 55
3.4.5 Regenerierbarkeit und Langzeitstabilität der IAC-Säulen 56
3.5 Versuche zur Erhöhung der Säulenkapazität 56
3.5.1 Erhöhung des Gelvolumens 56
3.5.2 Variation des Trägermaterials und der Antikörperdichte 57
3.5.3 Variation der Inkubationsbedingungen 58
3.5.4 Variation der Elutionsbedingungen 59
3.6 Meßinstrumente und Geräteparameter 60
3.6.1 GC-MS-Bedingungen 60
3.6.2 GC-FID-Bedingungen 61
3.6.3 HPLC-DAD-Bedingungen 62
3.6.4 GC/HRMS-Bedingungen 63
4. Ergebnisteil 65
4.1 Synthese und Charakterisierung der Antigene 65
4.1.1 Epimethyltestosteron-3-carboxymethyloxim-Rinderserumalbumin 65
4.1.2 Epimethyltestosteron-3-carboxymethyloxim-Keyhole Limpet Hemocyanin 70
4.1.3 Stanozolol-17-carboxymethyloxim-Rinderserumalbumin 77
4.1.4 Stanozolol-17-carboxymethyloxim-Keyhole Limpet Hemocyanin 80
4.1.5 Stanozolol-4-carboxymethyloxim-Rinderserumalbumin 81
4.2 Charakterisierung der IAC-Säulen 86
4.2.1 Eigenschaften der Anti-Methyltestosteronsäulen 87
4.2.2 Eigenschaften der Anti-Epimethyltestosteronsäulen 94
4.2.3 Eigenschaften der Anti-Stanozolol-17-CMO-Säulen 101
4.2.4 Eigenschaften der Anti-Stanozolol-4-CMO-Säule 101
4.2.5 Regenerierbarkeit und Langzeitstabilität der IAC-Säulen 103
4.3 Versuche zur Erhöhung der Säulenkapazität 104
4.3.1 Erhöhung des Gelvolumens 104
4.3.2 Variation des Trägermaterials 105
4.3.3 Variation der Inkubationsbedingungen 110
4.3.4 Variation der Elutionsbedingungen 112
4.4 Einfluß der IAC-Prozedur auf die Analyse 114
4.4.1 Einfluß der Biomatrix auf die Säulenkapazität 114
4.4.2 Beurteilung der Abreicherung endogener Substanzen 117
4.4.3 Evaluation des optimalen Probenvolumens 120
4.4.4 Fallbeispiele mit realen Proben 122
5. Zusammenfassung und Ausblick 129
6. Anhang 133
Teil A: Berechnungen und Formeln 133
Teil B: Verzeichnis der Symbole und Abkürzungen 137
Teil C: Auflistung der Chemikalien 141
Teil D: Liste der Abbildungen und Tabellen 144
Teil E: Literaturverzeichnis 149
Danksagungen 164
Lebenslauf 165

Arbeit zitieren:
Machnik, Marc Oktober 1999: Aufreinigung und Konzentrierung anaboler Steroide mittels der Immunoaffinitätschromatographie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Antikörper, Anabole Steroide, GC-MS-Analyse, Doping, Immunoaffinitätschromatographie

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