Lessings Zeichenbegriffe und Zeichenprozesse im "Laokoon" und ihre Analyse nach der modernen Semiotik
- Art: Dissertation / Doktorarbeit
- Autor: Udo Bayer
- Abgabedatum: Dezember 1974
- Umfang: 166 Seiten
- Dateigröße: 8,7 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Stuttgart Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6317-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6317-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6317-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bayer, Udo Dezember 1974: Lessings Zeichenbegriffe und Zeichenprozesse im "Laokoon" und ihre Analyse nach der modernen Semiotik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ästhetik, Stuttgarter Schule, Medientheorie, Semiotik, Bild
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Dissertation / Doktorarbeit von Udo Bayer
Zusammenfassung:
Bestimmte Fragestellungen bleiben über Jahrhunderte aktuell. Dazu zählt auch der von Lessing in seiner Schrift Laokoon: oder über die Grenzen der Mahlerey und Poesie (1766) unternommene Versuch, sprachliche und abbildende Repräsentation unter zeichentheoretischen Aspekten gegenüberzustellen. In unserem von Medien ungleich stärker bestimmten Zeitalter sind derartige Überlegungen sicher von noch größerer Bedeutung als vor fast zweieinhalb Jahrhunderten.
Aktualität hat Lessings Fragestellung aber noch aus einem anderen Grund: Die Entwicklung der modernen Semiotik hat einen Theoriehintergrund geschaffen, der wesentlich tiefer gehende Antworten ermöglicht. Beide Faktoren zusammen lassen die Annahme zu, dass eine vor 28 Jahren entstandene Dissertation zu diesem Thema noch mit einem gewissen Interesse rechnen kann.
Ihr Ansatz beruht auf der von Max Bense und Elisabeth Walther an der Universität Stuttgart herausgearbeiteten Semiotikkonzeption, die bekanntlich auf den zentralen Überlegungen des amerikanischen Philosophen und Mathematikers Ch. S. Peirce beruht. Dieser spezielle Theoriehintergrund für die hier zusammengefassten drei Arbeiten ist deswegen wichtig festzuhalten, weil das Etikett „Semiotik“ zu einer inflationären Begriffsverwendung geführt hat, die sich oft in der Benützung des Wortes Zeichen erschöpft – ohne jeglichen greifbaren Theoriehintergrund.
Im Gegensatz hierzu ist der in Stuttgart im Lauf von immerhin fast drei Jahrzehnten entstandene Ansatz der Semiotik von begrifflich-formaler Strenge und stringenter Kohärenz, den Intentionen von Peirce folgend auch unter Einbeziehung ontologischer und wissenschaftstheoretischer Momente. Wegen des erwähnten Prozesscharakters der Entstehung der Stuttgarter Semiotik als eines theoretischen Systems, das mit den letzten großen Buchbeiträgen Max Benses zu einem relativen Abschluss gekommen ist, muss selbstverständlich auch die praktische Anwendung dieser Theorie auf eine bestimmte Fragestellung diesen Entwicklungsprozess reflektieren, und somit haben die beiden hier wieder aufgelegten früheren Arbeiten gewissermaßen provisorischen Charakter.
Daher ist die jüngste dieser drei Arbeiten zum Laokoon (1995) in der Anwendung dieses theoretischen Hintergrundes die konsequenteste und systematischste. Diese Konsequenz liegt vor allem in der ausschließlichen Anwendung vollständiger Zeichenklassen im Sinne der genannten Theorie. Der für einen Sammelband schon kurz nach der Dissertation geschriebene Beitrag intendiert nicht semiotisch Neues, sondern er stellt wegen der Einbeziehung zusätzlichen, vor allem kunsttheoretischen Materials eine zusammenfassende Ergänzung der Dissertation dar.
Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass der Ansatz der Stuttgarter Schule für die semiotische Forschung auch heute noch aktuell ist, wie der jüngst erst an der Bauhaus-Universität Weimar herausgegebene Sammelband Das Programm des Schönen zeigt.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 7 | |
| Kap. 1 | ||
| Sprachliche Darstellung von Handlung | 19 | |
| Kollektive Handlungen in der Dichtung | 24 | |
| Darstellung von Geschwindigkeit | 25 | |
| Drama | ||
| Mediale Heterogenität | 26 | |
| Mimesis-Imitatio | 27 | |
| Unterscheidung zwischen Drama und Epik im Interpretanten | 30 | |
| Exkurs: Musik und Pantomime (Repertoirekombinationen) | 32 | |
| Kap. 2 | ||
| Iconische Darstellung von Handlung - der Augenblick | 35 | |
| Semiotizitätsdifferenz und heterogene Interpretation | 35 | |
| Differenz der Distributionsschemata | 43 | |
| Abgrenzung von Körper und Handlung | 45 | |
| Malerei und Plastik - Scheinraum und Realraum | 47 | |
| Zeit | ||
| Bewegung | 54 | |
| Repräsentation von Raum und Zeit | 57 | |
| Ästhetische Funktoren - Komposition und Informationsästhetik | 59 | |
| Schönheit und Ideal | 65 | |
| Schönheit und Ausdruck | 68 | |
| Schönheit und Augenblick | 72 | |
| Exkurs über den Schönheitsbegriff der modernen Ästhetik | 76 | |
| Häßlichkeit | 78 | |
| Exkurse sprachliche Darstellung des Häßlichen | 82 | |
| Metrik in der bildenden Kunst | 86 | |
| Lessing und die Barockmalerei | 90 | |
| Kollektive Handlungen in der Malerei | 93 | |
| Kap. 3 | ||
| Sprachliche Darstellung von Objekten | 97 | |
| Zeicheninterne Interpretanten und Naturobjekte | 98 | |
| Zeicheninterne Interpretanten und Designobjekte/Technische Objekte | 104 | |
| Poetische Illusion | 107 | |
| Sachdarstellung | 114 | |
| Sprachiconismus | 115 | |
| Syntax | 119 | |
| Kap. 4 | ||
| Iconische Darstellung von Abstrakta | 122 | |
| Götterdarstellungen | 122 | |
| Der Tod | 127 | |
| Das Metazeichen der Allegorie | 129 | |
| Kap,.5 | ||
| Gestalt und Konfiguration | 136 | |
| Zusammenfassung | 140 | |
| Anmerkungen | 145 | |
| Literaturverzeichnis | 165 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832463175
Arbeit zitieren:
Bayer, Udo Dezember 1974: Lessings Zeichenbegriffe und Zeichenprozesse im "Laokoon" und ihre Analyse nach der modernen Semiotik, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ästhetik, Stuttgarter Schule, Medientheorie, Semiotik, Bild



