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Diversity Management

Bedeutung, Implementierung und Vergleichbarkeit in und für Unternehmen

Diversity Management
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Bernd Benser
  • Abgabedatum: September 2007
  • Umfang: 155 Seiten
  • Dateigröße: 2,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
  • Bibliografie: ca. 122
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0941-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Benser, Bernd September 2007: Diversity Management, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Diversity Management, Operationalisierung, Kennzahlen, Implementierung, Vergleichbarkeit

Dissertation / Doktorarbeit von Bernd Benser

Einleitung:

Die vorliegende Studie zeigt, wie notwendig die Implementierung des Diversity Management ist und wie wichtig die Unterstützung der Implementierung durch Steuerung an hand von Kennzahlen ist, die zusammengefasst zu einem Index auch die Möglichkeit der Vergleichbarkeit bieten können. Sie konzentriert sich auf Unternehmen, die zusammengenommen mehr als eine viertel Million Menschen in Deutschland beschäftigen. Mit Hilfe einer Erhebung und parallel geführten Interviews wird aufgezeigt, wo bei der Einführung des Diversity Management die Problemstellen liegen können.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit gliedert sich in 6 Teilbereiche. Die Einleitung befasst sich mit der Herleitung und Beschreibung der Aufgabenstellung der Dissertation zum Thema Diversity Management und zeigt auf, welchen Beitrag die Dissertation im Rahmen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung leisten wird. Sie bezieht sowohl die zeitlich/historische Betrachtung des Diversity Managements sowie den gesellschaftlichen Kontext und die organisationale Einordnung mit ein.

Der Bereich Grundlagen befasst sich mit der Umfeldbetrachtung des Diversity Management innen und außen. Dieses Kapitel beschreibt den Status Quo in der noch jungen Diversity Forschung und Kapitel drei beschreibt die Methodik der Erhebung von Daten sowie die Gewinnung von Erkenntnissen aus Sekundärdatenanalyse.

Der vierte Bereich befasst sich ausführlich mit der Auswertung und detaillierten Beschreibung der erhobenen Daten. Mittels Befragungs- und Interviewreihen sowie weiterer zur Verfügung zu stehenden Daten von Unternehmen wurden entsprechend auszuwertende Zahlenmaterialien für die empirische Untersuchung erarbeitet.

Der fünfte Bereich, die Folgenabschätzung und Anwendbarkeit der Ergebnisse beschreiben die Erkenntnisse der theoretischen und praktischen Bearbeitung des Themas. Es sind Kennzahlen erarbeitet worden, die es ermöglichen mittels adaptierten Balanced Score Card-Prinzips Diversity Management nicht nur in der Strategie, sondern auch in die Operative eines Unternehmens zu implementieren. Anhand des Berechnungsmodells des Return on Invest von Hubbard in („How to calculate Diversity Return on Investment“) mit einer Wahrscheinlichkeitskomponente des Eintretens und der Multiplikation mit einem Faktor, der den Beitrag der einzelnen Kennziffer am Ganzen beschreibt, konnte auch eine Gewichtung und damit ein Index gefunden werden.

Im Rahmen von Extrapolationsgesprächen und Interviews entstand zudem auch ein „Bild“ eines Diversity Managers“ mit einem Anforderungsprofil sowie eine Checkliste, zur besseren Übersicht in der Implementierung des Diversity Management. Vor allem aber wird in diesem Kapitel eine Beispielrechnung vorgestellt, an hand derer die Simplizität der Kennzahl und ihrer Anwendung dargestellt wird. Sie wird zusammengefasst in einem gewichteten Index, dem Diversity Management Index.

In der Schlussbemerkung, dem Fazit, erfolgt eine Zusammenfassung und abschließende Bewertung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema mit einem Ausblick für die weitere Entwicklung des Diversity Management. Zudem sind auch weiterführende Überlegungen integriert, die zur Diskussion und weiteren Fragestellungen anregen sollen.

Inhaltsverzeichnis:

DIVERSITY MANAGEMENT - BEDEUTUNG, IMPLEMENTIERUNG UND VERGLEICHBARKEIT IN UND FÜR UNTERNEHMEN 1
HINWEIS 2
ZUSAMMENFASSUNG 3
ABSTRACT 4
DANKSAGUNG 6
INHALTSVERZEICHNIS 7
1. VORWORT 10
2. EINLEITUNG 11
2.1 GRÜNDE FÜR DIVERSITY MANAGEMENT 12
2.1.1 Neue Arbeitsformen 12
2.1.2 Merger-Mania 15
2.1.3 Herausforderung: Internationalisierung der Wirtschaft 21
2.2 PROBLEMSTELLUNG DER ARBEIT 22
2.3 FRAGESTELLUNG UND THESEN 23
2.4 DER UNTERSUCHUNGSBEREICH 24
2.4.1 Der Begriff Management 24
2.4.2 Der Begriff Diversity 26
3. DIVERSITY MANAGEMENT - DIE GRUNDLAGEN 33
3.1 HERKUNFT UND ANSPRUCH 33
3.2 DIVERSITY -STAND DES WISSENS 34
3.2.1 Definitionen 34
3.2.2 Der Forschungsstand im Weiteren 38
3.2.3 Geschichte und Spielarten in den USA 40
3.2.4 Exkurs: Kondratieff als Begründung für Diversity? 41
3.2.5 Diversity Management unddie Internationalisierung 43
3.2.6 Das Zielsystem des Diversity Management 44
3.3 BETRACHTUNG DES UMFELDS VON DIVERSITY MANAGEMENT 45
3.3.1 Chancengleichheit - der zentrale Diversity Management -Case 45
3.3.2 Exkurs zu Vorurteilen und Stereotypen 47
3.3.3 Gender Mainstreaming 51
3.3.4 Diversity Management und Leadership 54
3.3.5 Personalentwicklung im Fokus von Diversity 58
3.3.6 Exkurs - Trainings zu Diversity Management 61
3.3.7 Organisationsentwicklung im Fokus von Diversity Management 66
3.3.8 Diversity im Kontext der Personalbeschaffung 72
3.3.9 Diversity Management im Kontext der Unternehmenskultur 72
3.3.10 Diversity Management und strategisches Management 74
3.3.11 Diversity und Gleichbehandlung - ein philosophisches Problem 76
3.4 WERT(E)STEIGERUNG DURCH DIVERSITY MANAGEMENT 77
3.4.1 Messung der Vielseitigkeit und Kennzahlensysteme 78
3.4.2 Kennzahlen allgemein 79
3.4.3 Erfolgsmessung bei Diversity Management 81
3.4.4 Die Balanced Scorecard als Hilfsmittel 82
3.5 KRITIK ZUM STATUS QUO DIVERSITY MANAGEMENT 85
4. METHODISCHES VORGEHEN DER ARBEIT 90
4.1 SEKUNDÄRDATEN 90
4.2 DIE PRIMÄRDATENERHEBUNG 90
4.2.1 Indikationen und Indikatoren 91
5. BEWERTUNG DER ERGEBNISSE UND INTERPRETATION 92
5.1 EINBEZIEHUNG BEREITS ERHOBENER UNTERSUCHUNGEN 92
5.2 ERGEBNISSE DER EIGENEN UNTERSUCHUNG UND BEFRAGUNG 95
5.2.1 Die Gruppe der Befragten 95
5.2.2 Zur Unternehmenspolitik und Kommunikation 96
5.2.3 Gründe für die Einführung von Diversity Management 97
5.3 DIE INTERVIEWS 97
5.3.1 Auswertung der geführten Interviews 98
5.3.1.1 Einflüsse auf die Kommunikation 98
5.3.1.2 Einflüsse auf das Prozessmanagement 98
5.3.1.3 Einflüsse auf den täglichen Umgang miteinander 100
5.3.1.4 Diversity-Einfluss auf das Management 100
5.3.1.5 Strategisches Handlungsempfehlungen 101
5.3.1.6 Operative Handlungsempfehlungen 104
5.3.1.7 Schwierigkeiten und Problemstellungen 105
5.3.1.8 Die Skillmatrix - Anforderungen an den Diversity Manager 107
6. FOLGENABSCHÄTZUNG UND ANWENDBARKEIT 109
6.1 DIE DIVERSITY MANAGEMENT - ANWENDUNGEN 112
6.2 DER DIVERSITY REGELKREIS 112
6.3 DIVERSITY MANAGEMENT INDEX 115
6.3.1 Grundideen zur Wahl der Indikatoren 115
6.3.2 Die Indikatoren der Diversity Management Scorecard 117
6.3.3 Die Diversity Management Kennzahlen 122
6.3.4 Eine Beispielrechnung 126
6.3.4.1 Beispielszenario 126
6.3.4.2 Der Beispiel-Index 128
6.3.5 Ansatzzur Vergleichbarkeit von Unternehmen 134
6.3.5.1 Profit Impact of Diversity Strategies - PIDS 134
7. FAZIT 137
8. LITERATURVERZEICHNIS 142
9. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 151
10. ANLAGE FRAGEBÖGEN 152

Textprobe:

Kapitel 3.3.1, Chancengleichheit - der zentrale Diversity Management –Case:

Die Vielfalt der deutschen Arbeitnehmerschaft ist nicht mit der Vielfalt in den USA zu vergleichen. Das führte dazu, dass sich in der Vergangenheit Programme und Aktionen zur Förderung von Chancengleichheit vorrangig auf Frauen bezogen. Die EU-Richtlinie zur Gleichbehandlung verbietet die Diskriminierung am Arbeitsplatz u. a. aufgrund sexueller Identität. Das 2001 reformierte Betriebsverfassungsgesetz untersagt die Ungleichbehandlung aufgrund sexueller Identität (§ 75). Zusätzlich hat das seit 2001 geltende Lebenspartnerschaftsgesetz das Thema Gleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften zur Ehe ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Soweit der juristische Teil. Der Autor schließt sich der Definition des Begriffes Chancengleichheit der Version der Universität Hamburg an. Diese sieht die Chancengleichheit als einen Begriff aus der politischen Auseinandersetzung, der sich auf die Verfassungsbestimmung über die Gleichheit aller Menschen in Artikel 3 Grundgesetz (GG) bezieht. Die liberale Auffassung von Chancengleichheit betont im Wesentlichen die Notwendigkeit zur Anpassung von Startchancen, beispielsweise gleiche Möglichkeiten der Schulbildung für alle Kinder. Die eher sozialdemokratische Sicht kritisiert dieses als Wettbewerbsgleichheit unter Ungleichen und fordert zusätzliche Gleichheiten, etwa bei den Lebensbedingungen, bei der Beteiligung an Entscheidungen und bei der Teilhabe an den Ressourcen von Natur und Gesellschaft.

Ein Beispiel zum Thema Chancengleichheit im Auswahlgespräch: Eine Videoaufzeichnung hat ergeben, dass bei farbigen Bewerbern sich die (weißen) Interviewer etwas weiter weg setzten, mehr Fehler machten und das Gespräch früher beendeten (nach 3/4 der Zeit) als bei weißen Bewerbern. Weiße Bewerber, die wie Schwarze behandelt wurden, waren im Vorstellungsgespräch nervöser und weniger erfolgreich als diejenigen, die wie Weiße behandelt wurden. Das Wesen der Chancengleichheit ist aber, die Chancengleichheit auf die gesamte Bandbreite der Arbeitnehmerschaft zu übertragen. Damit ist die Chancengleichheit der zentrale Punkt der Gleichberechtigung. Gleichberechtigung aber in einer Metadimension. Mit Chancengleichheit sind aber hier ausschließlich vergleichbare Startbedingungen für einen Wettbewerb gemeint, der sowohl die Stärkung des Unternehmens als auch der eigenen persönlichen Identität forciert. Die Chancengleichheit stellt also die conditio sine qua non des Diversity Management dar.

Die vielfach beschriebenen Zusammenhänge von Chancengleichheit und Diversity sind insofern problematisch, als eben diese Chancen-Gleichheit die grundsätzliche Voraussetzung für Diversity Management darstellt. Das Paradoxon der Chancengleichheit liegt allerdings darin, dass sie im groben Verständnis davon ausgeht, dass alle die gleichen Chancen haben einen 100 m Lauf zu gewinnen, einige aber nicht oder zu spät am Ziel ankommen werden. Sowohl Diversity Management als auch die Chancengleichheit stehen definitiv nicht dafür, Defizite (vorhandene) auszugleichen, sondern die Stärken eines jeden Menschen dahingehend zu fördern, seinen persönlichen Ansprüchen gerecht zu werden und dem Unternehmen bei der Erfüllung des Unternehmenszwecks zu entsprechen. Die Basis der Chancengleichheit ist aber die Ausbildung und Erziehung in den Grund-, Haupt- und Realschulen sowie in der Berufsausbildung, auf den Fachhochschulen und den Universitäten. Und dies heißt auch, dass in den staatlichen und privaten Ausbildungseinrichtungen bereits Elitenförderung eingeführt werden sollte, um zeitig heraus zu kristallisieren, wer der bessere 100m-Läufer oder der bessere Kugelstoßer bzw. bessere Hammerwerfer ist.

Chancengleichheit bedeutet nicht Gleichmacherei und Beginn bei null, sondern Chancengleichheit bedeutet die Anerkennung einer Fähigkeit, einer Fertigkeit und des Willens besondere Leistungen in besonderer Art für das Unternehmen und für sich selbst zu erbringen. Gleichheit in den Chancen bedingt die Unterschiedlichkeit in der Behandlung und damit wieder die Gefahr der Chancenungleichheit. Ein Beispiel: Ein heterosexueller Arbeitnehmer und ein homosexueller bewerben sich um eine ausgeschriebene Stelle in einem Unternehmen. Aufgrund der geschichtlichen Entwicklung im Umgang mit Homosexuellen (dies wurde am deutlichsten in der viel zu späten Abschaffung des Paragraphen 175 im Deutschen Strafgesetzbuch) wird per se eine Ungleichbehandlung zu Lasten des Homosexuellen unterstellt und bevorzugt ihn. Es wird unterstellt, dass er nicht die gleichen Chancen wie der heterosexuelle Arbeitnehmer hat und entscheidet sich für den homosexuellen Arbeitnehmer. Diese „Bevorzugung“ stellt in sich wiederum eine Ungleichbehandlung zu Lasten des heterosexuellen Arbeitnehmers dar, da der für die bisherige Praxis im Umgang mit Homosexuellen nicht verantwortlich zu machen ist. Ein weiteres Indiz dafür ist bei vielen Stellenausschreibungen die besondere Aufforderung an Frauen, sich zu bewerben, und dass sie bei gleicher Eignung bevorzugt werden. Dies verdeutlicht einigermaßen die Ambivalenz im Umgang mit Chancengleichheit.

Exkurs zu Vorurteilen und Stereotypen:

Diversity steht immer im Zusammenhang mit Vorurteilen. Wenigstens aber dem Abbau derselben. Insofern scheint es wichtig, nicht nur die Vorteile und deren Entstehung zu definieren, sondern diese auch von dem Stereotyp zu unterscheiden, welchen wir ebenso im täglichen Dasein unterliegen, wie dem Vorurteil. Dieses muss nicht immer zwingend negativ konditioniert sein. Denn „…im Alltagsverständnis gebrauchen wir den Begriff Vorurteil, um ausgeprägte positive und negative Urteile oder Einstellungen eines Mitmenschen über ein Vorurteilsobjekt zu bezeichnen, wenn wir sie für nicht realitätsgerecht halten und der Betreffende trotz Gegenargumenten nicht von seiner Meinung abrückt. Da wir in unseren Urteilen zumeist nur unsere Sichtweise wiedergeben und Urteile fast immer gewisse Verallgemeinerungen enthalten, sind in jedem Urteil Momente des Vorurteilshaften zu finden.“ Das Vorurteil an sich zu erklären ist schwer, da in der Literatur je nach Ansatz und Ziel der Forschungen unterschiedliche Gewichtungen gelegt werden. Vorurteile und Stereotypen sind soziale Konstrukte und können somit nicht eindeutig definiert werden. Eine Einstellung ist ein Überbegriff für Vorurteile und Stereotypen, daher ist es notwendig kurz auf diese einzugehen. Einstellungen können als „allgemeine, latente Bereitschaften, bestimmte psychologische Objekte in einer bestimmten Weise wahrzunehmen und auf sie zu reagieren“ verstanden werden. Sie unterteilen sich in drei Komponenten: die kognitive, die konative und die affektive Komponente.

Die kognitive Komponente beschreibt Wahrnehmungen, Stereotype, Ansichten und Meinungen eines Individuums. Die konative Komponente beinhaltet dagegen das Verhalten eines Individuums und dessen Tendenz für ein bestimmtes Verhalten; Diskriminierungen sind hier einzuordnen. Die affektive Komponente, welche die Gefühle und Emotionen des Individuums gegenüber dem Einstellungsgegenstand beinhaltet, ist „häufig die am tiefsten verwurzelte Komponente und Änderungen gegenüber äußerst resistent“. Diese drei Komponenten sind nicht voneinander unabhängig, sie sind „gleichzeitig vorhanden und miteinander verflochten“. Stereotype und Vorurteile werden häufig synonym benutzt. Jedoch ist zu unterscheiden, dass „…im Begriff des Stereotyps ... überwiegend auf kognitive Prozesse der Unterscheidung und Verallgemeinerung, im Begriff des Vorurteils … überwiegend auf affektive Prozesse der Abwertung“ eingegangen wird. Vorurteile entstehen durch Motivationsprozesse, Stereotype haben dagegen primär kognitive Ursachen. Die Generalbegründung liefert kein geringerer als Marcuse: Weil in der technologisch möglichen gesellschaftlichen Umorientierung „die dominierenden gesellschaftlichen Interessen auf der Strecke bleiben“ würden, „müssen (die Menschen) ihren aufreibenden und rückständigen Daseinskampf weiterführen, in dem sie ihre eigene Repression reproduzieren“ Der soziale Druck leitet sich so laut Marcuse „von dem fundamentalen Widerspruch zwischen den Möglichkeiten dieser Gesellschaft ... und dem reaktionären Gebrauch dieser Möglichkeiten andererseits ab“.

Inwiefern die einzelnen im weiteren beschriebenen Elemente tatsächlich einen Beitrag im Rahmen des Diversity Managements zum Abbau genau der Stereotypen, Vorurteile und Einstellungen liefern, bleibt abzuwarten. Da in dem Veränderungsprozess zum Verständnis und zum Leben von Diversity den Trainingsprogrammen eine herausragende Rolle zukommt, ist zu klären, ob normiertes Verhalten überhaupt trainierbar bzw. erlernbar ist, denn van der Heijde beschreibt: ,,…a prejudiced mind is a closed mind“. Stereotype Sichtweisen, Voreingenommenheit und Vorurteile bilden laut van der Heijde sich bis zu einem Alter von ca. 10 Jahren heraus. Dies lässt die Wirksamkeit von Diversity Management in einer Arbeitnehmerschaft, die dazu eine überwiegend ablehnende Haltung einnimmt, anzweifeln. Unternehmen, die starke innere Widerstände gegenüber Diversity-Programmen feststellen ist dabei zu raten, das Vorhaben zu beenden. Ein Grund für eine solche Geisteshaltung liegt häufig in dem übertriebenen Streben nach Vielfalt.

Vorzugsweise in den USA würde Rasse und Geschlecht vor allem für weiße Männer ein Faktor werden, von dem sie in hohem Maße betroffen sind. Dabei wird die Gefahr einer neuen Art der Diskriminierung beschrieben. Die Gratwanderung zwischen Diskriminierung und den Fällen, in denen das Schlagwort zum Schutz vor gewohnten Privilegien benutzt wird, stellt eine große Herausforderung dar. „Eine Ausnutzung z.B. des Geschlechts oder der Hautfarbe als Kriterium, um sich Vorteile im Unternehmen zu verschaffen, muss unterbunden werden. Nicht jeder, der sich nicht adäquat am Arbeitsplatz behandelt oder eingeschränkt fühlt, kann dies auf Diskriminierung zurückführen.“ Verschiedene Autoren verdeutlichten in diesem Zusammenhang ihre nach Auffassung des Autors berechtigte Ablehnung jeglicher Quotenregelungen. Es geht um die gesamte Vielfalt fördernde Programme, welche die Gleichberechtigung zum Ziel haben sollten. Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf sollen sich dabei an alle Gruppen (speziell beide Geschlechter) richten. Minoritäten wird die Last genommen, den Ruf zu haben, lediglich aufgrund einer bestimmten Bevorzugung oder Quote in eine bestimmte Position gekommen zu sein.

Den Erfolg zu messen, ist Aufgabe der Kennzahlen. Denn immerhin bilden, sichern und legitimieren Vorurteile die Machtverhältnisse innerhalb einer Gesellschaft und erfüllen somit eine weitere, teils unrühmliche Funktion. Da durch die Ein- und Ausgrenzung von Personen Gruppen gebildet werden, sind Vorurteile und Stereotypen dem Individuum auch behilflich. Betrachtet man hier die Umkehrung und grenzt die „Ausgrenzer“ aus, bildet sich auch im Umkehrschluss eine „Koalition der Einbezieher und Wertschätzer“. Da sich Vorurteile sehr schnell bilden und schwer abzuarbeiten sind, wäre dies ein (wenn auch eher rhetorischer) Ansatz.

Arbeit zitieren:
Benser, Bernd September 2007: Diversity Management, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Diversity Management, Operationalisierung, Kennzahlen, Implementierung, Vergleichbarkeit

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