Die Diskussion über das Suchtpotential 'Neuer Medien'
Am Beispiel des Internet
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Elke Ferstl
- Abgabedatum: Oktober 2004
- Umfang: 193 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9287-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9287-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9287-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ferstl, Elke Oktober 2004: Die Diskussion über das Suchtpotential 'Neuer Medien', Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Internetsucht, Kommunikationstechnologie, Abhängigkeit, Verhalten, Missbrauch
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Magisterarbeit von Elke Ferstl
Einleitung:
Emotionalität prägt die Diskussion über ’Neue Medien’ und ihre positiven oder negativen Effekte; sowohl euphorische als auch angstvoll ablehnende Stimmen finden immer noch ihren Platz. Argumentationsstütze einiger Technologiekritiker und im Rahmen des Selbstreferentialitätstrends der Medien selbst, ist die Annahme, dass Medien allgemein und insbesondere die neuen digitalen Technologien wie Computerspiele oder das Internet "süchtig" machen können.
Der in den Medien häufig thematisierte Suchtbegriff garantiert durch seine Assoziationskraft mit Gefühlsextremen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. So finden sich in internationalen Medien Fallbeispiele zu einer sogenannten Internetsucht, welche die Süchtigen als Abhängige einer "Suchtmaschine" beschreiben. Diese könne mit Drogen wie Alkohol oder Glücksspiel gleichgestellt werden und biete vergleichbare soziale Konsequenzen für ihre Anhänger.
Hilferufe von Betroffenen in Online-Foren und Bücher ehemaliger Abhängiger, die zu Bestsellern avanciert sind, komplettieren das mediale Bild. Auch im wissenschaftlichen Diskurs mehren sich Auseinandersetzungen mit dem Thema ‚Neue Medien" und Sucht’, insbesondere mit jener ‚Internetsucht’, die begrifflich im Jahr 1995 von dem New Yorker Psychiater Ivan Goldberg eingeführt wurde. Dieses, im Vergleich zu einer ‚Fernsehsucht’, relativ neue, mit dem Nimbus der Pathologie versehene Schlagwort, wird zunehmend in kommunikationswissenschaftlichen und medienpsychologischen Publikationen verwendet und ist als umstrittenes Sucht-Phänomen zumindest vereinzelt empirischen Überprüfungen unterzogen worden.
Die in den deutschen Medien vieldiskutierte ‚Internetsucht’ und andere Beschreibungsversuche des Phänomens haben die Themenfindung für diese Arbeit maßgeblich beeinflusst: Auch wenn die Frage nach dem Suchtpotential des Internet heute in der Diskussion über "Neue Medien" und "Sucht" im Vordergrund steht, so war es bis in die neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts jene nach der "Computerspielsucht" und den Gefahren von Computertechnologie, welche als Basistechnik ebenso den "Neue Medien" zugeordnet wird.
Das Thema der Arbeit ist nicht ausschließlich die wissenschaftliche Diskussionsdarstellung zum Suchtpotential des Internet, sondern wurde folgerichtig zur "Diskussion über das Suchtpotential ‚Neuer Medien' am Beispiel des Internet" erweitert.
Dieser Begriff wurde darüber hinaus gerade wegen seiner historisch begrenzten Aussagefähigkeit in den Titel aufgenommen. Das Internet wird gegenwärtig dem Begriffskomplex "Neue Medien" zugeschrieben; eine Internetabhängigkeit beziehungsweise die Frage, ob denn überhaupt eine solche existiert, stellen neue Forschungsfelder dar. Der Begriff "Neue Medien" ist, historisch betrachtet, jedoch ein relativer, weil der menschliche Gewöhnungsprozess Medien schnell "altern" lässt. Ebenso scheint aus mediengeschichtlicher Perspektive die Suchtzuschreibung zu neuen Medien ein immer wiederkehrender Akt zu sein. Der Titel "Die Diskussion über das Suchtpotential ‚Neuer Medien' am Beispiel des Internet" will somit auch auf die in der Arbeit reflektierte Tradition der Warnung vor den Gefahren neuer Medien verweisen.
Der Begriff "Internetsucht" wiederum assoziiert die Gleichsetzung von Medium und Sucht beziehungsweise Droge und Sucht. Die in der Medienberichterstattung häufig verwendeten Begriffe "Internetsucht" oder "Computer-Junkie" könnten also auf die in der Debatte grundlegende Annahme verweisen, dass ein neues Medium wie das Internet als "neue Droge" Ursprung und Ursache des Suchtverhaltens sei.
Sucht nur in einem engen Kausalzusammenhang mit überhöhtem Medienkonsum zu betrachten, erscheint jedoch spekulativ – entsteht doch nach neueren Erkenntnissen Suchtverhalten im Spannungsfeld von sozialem Umfeld, Individuum und Droge. Der Begriff "Internetsucht" kann suggerieren, dass das Medium Ursache der Störung sei, während die diskursive Verwendung des Ausdrucks "Suchtpotential des Internets" lediglich auf die Möglichkeit der Existenz von suchtauslösenden oder suchtverstärkenden Eigenschaften des Mediums hinweist. Diese Möglichkeit wird durch die Titelaufnahme "Die Diskussion über das Suchtpotential ‚Neuer Medien' am Beispiel des Internet" nicht ausgeschlossen; von der Vorwegnahme eines einseitigen Entstehungszusammenhangs von Sucht per definitionem wird jedoch abgesehen.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit ist gemäß ihrer Themenstellung an erster Stelle der Versuch, die wissenschaftliche Diskussion und damit auch den Forschungsstand zum Suchtpotential "Neuer Medien", dargestellt am Beispiel des Internet zu beschreiben und zu reflektieren. Die Aktualität der deutschsprachigen öffentlichen Diskussion über eine "Internetsucht" und die Tatsache, dass einzig zur Beschreibung des Erscheinungsbilds dieses Mediensuchtverhaltens einige wenige empirische Studien durchgeführt worden sind, sind Anlass genug, sich schwerpunktmäßig mit jenem zu beschäftigen. Der weiter gefasste Arbeitstitel und die geringe Anzahl an empirischen Studien zu dem relativ jungen Thema "Internetsucht" benötigen die Einbeziehung der Grundlagenforschung zum Suchtpotential "Neuer Medien".
Die Diskussionsanalyse zum Suchtpotential des Internet widmet sich schwerpunktmäßig der Untersuchung deutschsprachiger Forschungsbeiträge, auch wenn die Gesamtdarstellung des Forschungsstands zum Thema die Aufnahme der wichtigsten englischsprachigen Studien benötigt.
Es bedarf in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung eines seriösen, differenzierten und ernstzunehmenden Zugangs zum Thema Suchtpotential des Internet und "Neuer Medien" generell. Weder eine Bagatellisierung des Mediensuchtverhaltens noch eine hysterische Dramatisierung und Dämonisierung des Internet als "Suchtmaschine", wie sie in der massenmedialen Berichterstattung vereinzelt erfolgt, sind einer Erforschung dieses Phänomens dienlich. Die Medien-Berichterstattung zum Suchtpotential des Internet kann als tendenziell emotionalisierend und dramatisierend bezeichnet werden. Darüber hinaus wird der Begriff einer "Internetsucht" meist ohne wissenschaftliches Hinterfragen des Suchtbegriffs leichtfertig verwendet.
Ausgehend von den vorangegangenen Überlegungen als erste Bestandsaufnahme wird die Analyse der wissenschaftlichen Diskussion über das Suchtpotential des Internet von folgenden Fragestellungen geleitet:
- Wie wird eine mögliche "Internetsucht" in der wissenschaftlichen Diskussion beschrieben?
- Wie wird das Suchtpotential des Internet generell bewertet?
Konkreter: Wird in der wissenschaftlichen Diskussion die Nutzung des Internet als generell gefährlich eingestuft (eine Annahme, die der Begriff "Internetsucht" assoziieren könnte und die Art der Medienberichterstattung nahe legt) oder wird dem "Neuen Medium" lediglich ein gewisses Suchtpotential eingeräumt?
Die Darstellung und Analyse der wissenschaftlichen Diskussion über das Suchtpotential des Internet und "Neuer Medien" generell wird darüber hinaus von der Grundannahme beeinflusst, dass Sucht in einem Spannungsfeld zwischen Individuum, Droge und Umfeld, die zueinander in Wechselwirkung stehen und in dessen Zentrum das Individuum steht, entsteht. Daher wird in diesem Zusammenhang ein besonderer Augenmerk auf den Umgang mit dem Namen des Problems, seiner Synonyme und seiner Bewertung gelegt.
Der inhaltliche Aufbau der Arbeit erschließt sich einerseits aus den unterschiedlichen Forschungs-Kontexten, in denen "Internet" und "Sucht" thematisiert und untersucht worden sind, andererseits aus Feldern einer Grundlagenforschung, die mit einzubeziehen sind- wie etwa das Überblickskapitel "Geschichtliche Darstellung der Diskussion über das Suchtpotential ‚Neuer Medien’.
An dieser Stelle wird der Versuch unternommen, überblicksartig in die Grundthematik "Neue Medien" und "Sucht" einzuführen. Folgerichtig kommt es innerhalb der abschließenden Interpretation zu einer Rückbindung der Reflexionsergebnisse aus der Untersuchung einer Internetabhängigkeit zur Hauptthematik. Um die unterschiedlichen Stellungnahmen zum Suchtpotential "Neuer Medien", im Speziellen zu einer "Internetsucht", als Diskussionsbeiträge aufnehmen zu können, bedarf es aller Wahrscheinlichkeit nach einer relativ breiten Definition des Begriffs "Suchtpotential". Aussagen zu "Missbrauch" und "Abhängigkeit" von "Neuen Medien" in der wissenschaftlichen Diskussion werden ebenso aufgenommen wie solche zur "Droge" "Neue Medien" und schließlich zur "Internetsucht". Die ersten vier Abschnitte stellen wichtige Grundlagenforschung vor, führen in die Thematik der Arbeit ein und überprüfen deren These.
Das Anfangskapitel gibt einen allgemeinen Überblick zum Begriff der Sucht (Kapitel 2), wobei dessen Definitionsproblematik, die verschiedenen theoretischen Konzepte für die substanzgebundene und substanzungebundene Abhängigkeit, das Unterkapitel "Sucht ohne Drogen?", die Genese von Suchtverhalten und zusammenfassend der Komplex "Individuum und Sucht" vorgestellt werden. Hierbei kommt es unter anderem zur Findung von möglichen Definitionen von Suchtpersönlichkeit und Suchtverhalten.
In den nächsten beiden Grundlagenkapiteln werden die Definitionsproblematik des Begriffs "Neue Medien" und die Verortung des "Kommunikationsraums Internet" in jenem beschrieben und reflektiert. Die Entstehungsgeschichte des Internet als "Neues Medium" wird durch das Unterkapitel "Kurzhistorie, technische Grundlagen und Dienste" erläutert, während die Darstellung des medialen und kommunikativen Charakters des Internet dessen Beschaffenheit zu erhellen versucht. Aktuelle Daten zur Internetnutzung geben Aufschluss über Nutzerzahlen und -strukturen.
Die Geschichtliche Darstellung der Diskussion über das Suchtpotential ‚Neuer Medien' schließlich fasst in Form von zwei Überblicken die Stellungnahmen und Vorwürfe älteren und aktuellen "Neuen Medien" gegenüber zusammen und interpretiert diese, soweit das der Rahmen dieser Arbeit ermöglicht.
Die genauere Darstellung und Reflexion der Diskussion bezieht sich exemplarisch auf das "Neue Medium" Internet: Im Abschnitt "Die Diskussion über das Suchtpotential des Internet" wird die wissenschaftliche Diskussion und der Forschungsstand zu einer "Internetsucht" dargestellt und analysiert. Die Auseinandersetzung wird dabei von der Grundannahme, aber auch von den spezifischen Fragestellungen, wie eine "Internetsucht" beschrieben und das Suchtpotential des Internet bewertet wird, geleitet.
Die Forschungsgeschichte von und der mediale Umgang mit dem Suchtpotential des Internet führen als Beschreibungsversuche einer öffentlicher Wahrnehmung in die Thematik ein und zur detaillierten Darstellung des Forschungsstands hin. Die Analyse der Wechselwirkungen von Identitätsmerkmalen und Internetnutzung ist in Hinblick auf die Grundannahme, dass individuelle Faktoren einen Einfluss auf die Genese von Sucht haben, ebenso gewichtig. Dies wird dementsprechend im Kapitel "Internet und Identität" versucht, dem die abschließenden und nicht weniger bedeutsamen Kapitel "Ursachenzuschreibung" und "Abgrenzungsversuche" folgen.
In Kapitel 7 zum "Fazit der Diskussion über das Suchtpotential des Internet" werden die Reflexionsergebnisse der Diskussionsanalyse den Fragestellungen und der Arbeitsthese entsprechend in den Abschnitten "Zum Umgang mit einer ‚Internetsucht', "Zur Bewertung des Suchtpotentials des Internet" und "Zur Genese einer ‚Internetsucht' zusammengefasst und bewertet.
Im Rahmen der Schlussbetrachtung der Diskussion über das Suchtpotential ‚Neuer Medien' am Beispiel des Internet werden die Grundzüge der Debatte zum Suchtpotential des Internet als "Neues Medium" benannt und interpretiert. In einem abschließenden Versuch der Bewertung des Phänomens eines suchtartigen Internetgebrauchs sowie der Diskussion über das Suchtpotential "Neuer Medien" und des Internet im Speziellen werden relevante Ergebnisse identifiziert und potentielle Defizite der Diskussion aufgezeigt und kritisiert.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 3 |
| 1.1 | Einleitende Überlegungen | 3 |
| 1.2 | Fragestellungen und Struktur | 5 |
| 2. | Der Suchtbegriff. | 9 |
| 2.1 | Definitionsproblematik | 9 |
| 2.2 | Substanzgebundene Abhängigkeit. | 11 |
| 2.3 | Substanzungebundene Abhängigkeit.. | 13 |
| 2.4 | Sucht ohne Drogen? | 17 |
| 2.5 | Zur Genese von Suchtverhalten | 20 |
| 2.6 | Individuum und Suchtverhalten | 23 |
| 2.7 | Fazit | 28 |
| 3. | Die Definitionsproblematik "Neuer Medien" | 30 |
| 4. | Der Kommunikationsraum "Internet" | 35 |
| 4.1 | Kurzhistorie, technische Grundlagen und Dienste des Internet.. | 35 |
| 4.2 | Medialer Charakter des Internet: | 40 |
| 4.3 | Kommunikativer Charakter des Internet | 42 |
| 4.4 | Daten zur Internetnutzung | 46 |
| 4.5 | Fazit | 50 |
| 5. | Geschichtliche Darstellung der Diskussion über das Suchtpotential "Neuer Medien" | 51 |
| 5.1 | Die Diskussion über das Suchtpotential des "Neuen Mediums" Fernsehen | 52 |
| 5.2 | Die Diskussion über das Suchtpotential aktueller "Neuer Medien" | 59 |
| 5.3 | Fazit | 66 |
| 6. | Die Diskussion über das Suchtpotential des Internet | 68 |
| 6.1 | Forschungsgeschichte | 68 |
| 6.2 | Die Mediendiskussion | 71 |
| 6.3 | Forschungsstand der wissenschaftlichen Diskussion | 74 |
| 6.3.1 | Empirische Ergebnisse | 74 |
| 6.3.2 | Theoretische Annahmen | 85 |
| 6.3.3 | Beschreibung und Kriterien einer "Internetsucht". | 89 |
| 6.3.4 | Formen einer "Internetsucht" | 103 |
| 6.3.5 | Konsequenzen einer "Internetsucht" | 115 |
| 6.4 | Internet und Identität | 120 |
| 6.5 | Ursachenzuschreibung | 135 |
| 6.6 | Abgrenzungsversuche | 143 |
| 7. | Fazit der Diskussion über das Suchtpotential des Internet. | 150 |
| 7.1 | Zum Umgang mit einer "Internetsucht" | 151 |
| 7.2 | Zur Bewertung des Suchtpotentials des Internet | 154 |
| 7.3 | Zur Genese einer "Internetsucht" | 156 |
| 8. | Schlussbetrachtung: Die Diskussion über das Suchtpotential "Neuer Medien" am Beispiel des Internet | 159 |
| 9. | Literaturverzeichnis | 168 |
| Erklärung | 190 |
Die Verfasserin verwendet für die Gliederung dieses Abschnitts, aber häufig auch im Laufe dessen Bearbeitung zur Benennung der Problemwahrnehmung bewusst die Bezeichnung „Internetsucht“, da dieser Begriff die mediale und die fachliche Diskussion dominiert. Wie in der Einleitung als grundlegende Überlegung erläutert, assoziiert der in den Medien sehr häufig verwendete Begriff einer „Internetsucht“ durch die Verwendung des Sucht-Suffix im Namen die Gleichsetzung von Medium und Sucht bzw. Droge und Sucht und damit die Zuschreibung der Störungsursache zum Medium. Suchtverhalten entsteht jedoch nachweislich im Spannungsfeld von sozialem Umfeld, Individuum und Droge und per Grundannahme und Titel dieser Arbeit wird die Vorwegnahme eines einseitigen Entstehungszusammenhangs von Sucht abgelehnt. [...]
Körperliche Folgen wie Schwindelgefühle, Übelkeit und Gleichgewichtsstörungen, die ein zu langer VR-Aufenthalt mit sich bringt, sind durch die Nutzung von Flugsimulatoren schon seit längerem bekannt. Die Diskrepanz zwischen visuell erscheinender und vom Körper tatsächlich wahrgenommener Bewegungen gilt als Ursache für solche Erscheinungen, die Michael Heim (1993) als „Alternate World Syndrome“ (AWS) benennt und zusammenfasst. Die Symptome entstehen seiner Ansicht nach durch einen „Aufmerksamkeitskonflikt“ zwischen Cyber-Körper und dem menschlichen Körper, der die elementarste menschliche Wahrnehmung, nämlich die des eigenen Körpers in Beziehung zu seiner Umwelt, gefährde: „Im AWS bringen Bilder und Erwartungen einer alternativen Welt die tatsächliche Welt durcheinander und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Fehlern des Menschen. Wird das AWS chronisch, leidet der Benutzer an einer Alternierenden Welten-Störung, ein ernsterer Bruch zwischen dem kinästhetischen und dem visuellen Sinn der eigenen Identität.“ (Heim zitiert in: Steurer 1996, S. 68). [...]
Die bisher umfangreichste Studie, die unter dem Projektnamen „Stress und Sucht im Internet“ läuft, hat nach den Diplompsychologen des Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie der Humboldt-Universität zu Berlin das Ziel, ein sicheres Instrument zur Diagnose von Internetabhängigkeit zu entwickeln. Die Pilotstudie zum Thema basiert auf einer abermaligen Online-Umfrage, welche Anfang Juli bis Ende September 1999 durchgeführt wird. Sie wird von der Fragestellung geleitet, ob eine „Internetsucht“ auch bei Anlegung strenger diagnostisch-methodischer Kriterien als Phänomen bestehen könne. Zur Teilnahme an der Untersuchung wird durch Pressemitteilungen in verschiedenen Tageszeitungen und Magazinen sowie im Rahmen von Radio- und TV-Interviews aufgerufen. Dabei wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich möglichst alle Nutzer des Internet angesprochen fühlen sollen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832492878
Arbeit zitieren:
Ferstl, Elke Oktober 2004: Die Diskussion über das Suchtpotential 'Neuer Medien', Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Internetsucht, Kommunikationstechnologie, Abhängigkeit, Verhalten, Missbrauch



