Die Diskussion zur Greencard
Analyse aus Sicht der Außenhandelstheorie
- Art: Staatsexamensarbeit
- Autor: Thomas Reichel
- Abgabedatum: Dezember 2000
- Umfang: 72 Seiten
- Dateigröße: 4,0 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5039-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5039-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5039-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Reichel, Thomas Dezember 2000: Die Diskussion zur Greencard, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Außenhandel, Greencard, Rybcynski-Theorem, Stolper-Samrelson-Theorem, Spezifische Faktoren
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Staatsexamensarbeit von Thomas Reichel
Einleitung:
Die Bundesregierung hat beschlossen, ab dem 1.August 2000 bis zu 20 000 ausländischen Arbeitskräften der Informationstechnologie eine Arbeitserlaubnis in Deutschland zu genehmigen. Mit der sogenannten Green-Card-Regelung können Arbeiter aus Nicht-EU-Staaten, die eine Hochschul- bzw. Fachhochschulausbildung im Bereich der Informations-technologie nachweisen oder ein Mindest-Jahresgehalt von 100 000 DM erhalten, von deutschen Firmen angeworben werden. Diese Arbeitskräfte, die eine Aufenthaltsgenehmigung von 5 Jahren erhalten, sollen den Engpass an Fachkräften der Informations- und Kommunikationstechnik beheben.
Aus volkswirtschaftlicher Sicht erhöht die Green-Card-Regelung die Faktorausstattung Deutschlands mit qualifizierten Arbeitskräften.
Hat nun diese - wenn auch um eine relativ geringe Zahl - veränderte Faktorausstattung Einfluss auf die Produktionsstruktur der deutschen Wirtschaft und/oder auf die Einkommensverteilung? Dieser Frage soll in der folgenden Arbeit anhand zweier außenhandelstheoretischer Modelle nachgegangen werden.
Es gibt zahlreiche Modelle, die den Außenhandel und seine Auswirkungen beschreiben und erklären. Im Ricardo-Modell liegt die Ursache für den Außenhandel in relativen Kosten- vorteilen, die ein Land bei der Produktion bestimmter Güter hat. Die in einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedliche Produktivität des einzigen Produktionsfaktors Arbeit entscheidet darüber, welche Güter ein Land vornehmlich produziert.
Eli Heckscher und der Wirtschaftsnobelpreisträger von 1977, Bertil Ohlin, entwickelten ein Modell, das die in den einzelnen Ländern unterschiedliche Ausstattung mit Produktionsfaktoren als Grund für die Aufnahme außenwirtschaftlicher Beziehungen herausstellt. Mögliche Produktivitätsunterschiede zwischen den Volkswirtschaften werden hier nicht einbezogen.
Dieses, im folgenden Heckscher-Ohlin-Modell genannte Erklärungsmuster kann auch Änderungen der Faktorausstattung, wie sie durch die Green-Card auftreten, berücksichtigen. Besondere Bedeutung kommt hierbei dem sogenannten Rybczynski-Theorem zu, das die Auswirkungen der Faktorbestandsänderung auf die Produktion eines Landes darlegt.
Ein zweites Modell, das in dieser Arbeit vorgestellt wird, ist das Spezifische Faktorenmodell. Hier werden Änderungen der Einkommensverteilung eines Landes sichtbar, wenn man davon ausgeht, dass manche Produktionsfaktoren, z.B. angeworbene IT-Kräfte, mobil sind und andere, etwa der Boden, nur für spezielle Produkte verwendet werden können.
Die Ausführungen bestehen aus einem theoretischen Teil, in dem 2 Außenhandelsmodelle vorgestellt werden (Kapitel 2 und 3), und einem empirischen Teil, der Strukturen der deutschen Wirtschaft und mögliche Auswirkungen der Green-Card-Regelung untersucht.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Das Heckscher- Ohlin- Modell | 3 |
| 2.0 | Voraussetzungen und Annahmen | 3 |
| 2.1 | Das Stolper- Samuelson-Theorem | 4 |
| 2.2 | Das Rybczynski-Theorem | 7 |
| 2.3 | Ausgleich der Faktorpreise über dieGüterpreise | 10 |
| 2.4 | Darstellung der Export- und Importstruktur eines Landes mit der Edgeworth-Box | 13 |
| 3. | Das spezifische Faktorenmodell | 17 |
| 3.1 | Das Grundmodell mit einem spezifischen Faktor | 17 |
| 3.2 | Berücksichtigung von international mobilem Humankapital | 23 |
| 4. | Auswertung von Datenmaterial und Vergleich mit den modelltheoretischen Vorhersagen | 26 |
| 4.0 | Vorbemerkungen | 26 |
| 4.1 | Grundlegende Daten zum Außenhandel | 27 |
| 4.2 | Deutschlands Industriestruktur im internationalen Vergleich | 30 |
| 4.2.1 | Kapitalausstattung und Arbeitskräftepotential | 31 |
| 4.2.2 | Die Marktposition Deutschlands bei technischen und forschungsintensiven Gütern | 39 |
| 4.2.3 | Zusammenfassung | 46 |
| 4.3 | Ausbildungsniveau und Entlohnung von Humankapital in verschiedenen Ländern | |
| 4.3.1 | Ausbildungsniveau und Bildungsausgaben | 47 |
| 4.3.2 | Internationaler Lohnvergleich hochqualifizierter Arbeitskräfte | 53 |
| 5. | Fazit und Ausblick | 58 |
| 6. | Anhang und Literaturangaben | 60 |
| Erklärung | 64 |
Die Haupthandelspartner Deutschlands sind die Staaten der Europäischen Union sowie die USA. Daher werden in den angeführten Tabellen meist die Zahlen dieser Länder genannt. Die Fokussierung auf die größten Wirtschaftspartner lässt am besten Vergleiche über die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands zu. Abbildung 3 zeigt die zunehmende Bedeutung des Außenhandels für die Bundesrepublik. Seit 1991 sind die Ausfuhren um über 30% gestiegen. Der Ausfuhrüberschuss wuchs in den letzten Jahren ebenfalls kontinuierlich an. Deutschland weist weltweit das zweitgrößte Handelsvolumen auf und deshalb auf die Konkurrenzfähigkeit seiner Produkte und Dienstleistungen angewiesen. Somit spielen Veränderungen wie etwa im Technologiesektor für die deutsche Wirtschaft eine wichtige Rolle. 27 [...]
Es handelt sich im folgenden um eine Beschreibung und Interpretation von Daten. Darin sollen zwar Bewertungen, aber keine bewussten oder unterschwelligen Werturteile über einzelne Staaten enthalten sein. Unterscheidungen wie z.B. „Deutschland / das Ausland“ oder „die Deutschen / die Ausländer“ dienen allein dazu, die deutsche Wirtschaft explizit mit der übrigen Weltwirtschaft zu vergleichen. Das verwendete statistische Datenmaterial bringt naturgemäß einige Ungenauigkeiten mit sich. So unterscheiden sich die Erhebungsgrundlagen und Methoden der einzelnen Forschungsinstitute wie Statistisches Bundesamt, DIW oder OECD. Auf grundsätzliche Probleme empirischer Untersuchungen soll an dieser Stelle aber nicht eingegangen werden. Einige Strukturaussagen und Grundtendenzen dürften mit den ausgewählten Daten erkennbar und belegbar sein. [...]
Falls die Arbeiter relativ mehr vom Gut M nachfragen, profitieren auch sie vom Außenhandel, weil Gut M günstiger geworden ist. Es ergibt sich also eine Lobby von Bodeneigentümern und Arbeitern für den Außenhandel mit Land B, während die Kapitaleigner durch den Anstieg von pF / pM verlieren und dem Außenhandel kritisch gegenüberstehen. Analog steigt in Land B das Realeinkommen der Kapitaleigner, da sie für Gut M auf dem Weltmarkt einen höheren Preis erzielen können. Dagegen werden dort die Bodeneigentümer verlieren, da pF / pM abnimmt und die inländischen Konsumenten Gut F billiger importieren können. Die Einkommensveränderung der Arbeiter in Land B hängt wiederum von ihrer Nachfragestruktur ab. Insgesamt lässt sich festhalten: [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832450397
Arbeit zitieren:
Reichel, Thomas Dezember 2000: Die Diskussion zur Greencard, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Außenhandel, Greencard, Rybcynski-Theorem, Stolper-Samrelson-Theorem, Spezifische Faktoren



