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Direktinvestitionen und inländische Beschäftigung

Direktinvestitionen und inländische Beschäftigung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Frank Maier
  • Abgabedatum: Januar 1998
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 422,9 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1464-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1464-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1464-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Maier, Frank Januar 1998: Direktinvestitionen und inländische Beschäftigung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Frank Maier

Einleitung:

Die zunehmende Liberalisierung des Güterhandels und des internationalen Finanztransfers, eine Verbesserung der Transportmöglichkeiten und die erheblichen Fortschritte bei den Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten bedingen, daß die weltweite Verflechtung der Wirtschaftsaktivitäten ständig zunimmt. Parallel dazu ergeben sich Veränderungen in der internationalen Arbeitsteilung.

Aufgrund dieser Globalisierung der Produkt-, Faktor- und Finanzmärkte findet seit Beginn der neunziger Jahre erneut eine heftig geführte Diskussion über die Qualität des Wirtschaftsstandortes Deutschland statt. Im Mittelpunkt dieser Diskussion steht die Frage, ob durch zunehmende Direktinvestitionen deutscher Unternehmen Arbeitsplätze "exportiert" werden. Diese Befürchtung wird durch die Presse mit fast täglich erscheinenden Berichten über geplante oder bereits realisierte Auslandsinvestitionen "genährt".

Zurückzuführen ist diese Diskussion vor allem auf die markanten Ausprägungen zweier auseinanderlaufender Entwicklungen:

Während einerseits der Personalbestand deutscher Unternehmen im Inland zwischen 1976 und 1995 nur um insgesamt etwa 14% stieg, nahm der Personalbestand deutscher Unternehmen im Ausland im selben Zeitraum um 110% zu.

Die Schere zwischen Kapitalimport und Kapitalexport öffnet sich andererseits im Trend seit Mitte der siebziger Jahre immer weiter. Dieser Prozeß fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Jahr 1995: Damals schnellten die deutschen Direktinvestitionen im Ausland auf einen Rekordwert von rund 55 Mrd. DM, während ausländische Unternehmen nur etwa 17 Mrd. DM in der Bundesrepublik investierten.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwiefern Direktinvestitionen Auswirkungen auf die inländische Beschäftigung haben. Führen Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland tatsächlich zu einem Abbau der inländischen Beschäftigung? Würde bei einem Verzicht auf Direktinvestitionen zu gleichen Teilen oder in ähnlicher Höhe im Inland investiert werden? Werden nicht vielmehr durch diese Form des Auslandsengagements Arbeitsplätze im Inland gesichert bzw. neue geschaffen?

Bei der Beantwortung dieser Frage wird in der Regel auf zwei Hypothesen verwiesen:

- Mit Hilfe von Direktinvestitionen wird inländische Produktion ins Ausland verlagert, d.h. Warenexport durch Kapitalexport substituiert. In einer stark exportabhängigen deutschen Volkswirtschaft, in der etwa jeder dritte Arbeitsplatz vom Export abhängig ist, muß es dadurch zu inländischen Beschäftigungseffekten kommen.

- Es wird heimisches Anlagekapital durch Direktinvestitionen exportiert, d.h. arbeitsplatzschaffende Investitionen werden im Ausland anstatt im Inland getätigt.

Ziel der nachfolgenden Arbeit ist es, auf der Basis von theoretischen Grundlagen der Direktinvestitionen den Kausalzusammenhang zwischen Direktinvestitionen und inländischer Beschäftigung darzustellen. Darauf aufbauend werden mit Hilfe empirischer Daten über Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland die Folgen für die inländische Beschäftigung bewertet.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGS-/TABELLENVERZEICHNIS VI
A. EINLEITUNG 1
1. PROBLEMSTELLUNG 1
2. GANG DER UNTERSUCHUNG 5
3. BEGRIFFSABGRENZUNG 6
3.1. Direktinvestitionen 6
3.1.1. Die Abgrenzung zwischen Direktinvestitionen und Portfolioinvestitionen 7
3.1.2. Statistische Erfassung von Direktinvestitionen 9
3.2. Anzahl der Erwerbstätigen und die Arbeitslosenquote als Kennziffern der Beschäftigung 12
B. THEORETISCHE GRUNDLAGEN FÜR DIREKTINVESTITIONEN 15
1. GRUNDSÄTZLICHES 15
2. THEORETISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR DIREKTINVESTITIONEN 16
2.1. Die monopolistische Theorie 16
2.2. Die Theorie der Internalisierung 18
2.3. Die Standorttheorie 19
2.4. Die eklektische Theorie der Direktinvestition von Dunning 21
3. FAZIT 24
C. DIE AUSLÄNDISCHE STANDORTATTRAKTIVITÄT ALS DETERMINANTE FÜR DIREKTINVESTITIONEN 25
1. GRUNDSÄTZLICHES 25
2. WESEN DER STANDORTATTRAKTIVITÄT 26
3. AUSWIRKUNGEN VON DIREKTINVESTITIONSMOTIVEN AUF DIE NACHFRAGE NACH STANDORTFAKTOREN 28
4. FAZIT 36
D. KOMMT ES DURCH DIREKTINVESTITIONEN ZU HEIMISCHEN BESCHÄFTIGUNGSEFFEKTEN ? 37
1. GRUNDSÄTZLICHES 37
2. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG DER MOTIVE DEUTSCHER UND AUSLÄNDISCHER DIREKTINVESTOREN 40
3. DEUTSCHE DIREKTINVESTITIONEN IM AUSLAND UND DEREN RELEVANZ FÜR DIE INLÄNDISCHE BESCHÄFTIGUNG 45
3.1. Regionale Aufteilung deutscher Direktinvestitionen und deren Auswirkungen auf die inländische Beschäftigung 46
3.2. Sektorale Direktinvestitionen und deren Auswirkungen auf die inländische Beschäftigung 57
4. FAZIT 68
E. ZUSAMMENFASSUNG DER UNTERSUCHUNG 70
LITERATURVERZEICHNIS VIIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Weiterhin werden makroökonomische Relevanzanalysen durchgeführt, die z.B. den Umfang der Direktinvestitionen in Beziehung zur Höhe inländischer Investitionen setzen.107 Diese Analysen gehen a priori von einem negativen Wirkungszusammenhang zwischen Direktinvestitionen im Ausland und der inländischen Beschäftigungsentwicklung aus. Auf Basis dieser Unterstellung wird überprüft, welche quantitative, gesamtwirtschaftliche Bedeutung dem angenommenen „Job-Export“ überhaupt zukommen könnte. In diesem Zusammenhang lautet die zentrale Frage, inwiefern das Niveau der deutschen Direktinvestitionen im Ausland überhaupt das quantitative Potential hat, die gesamtwirtschaftliche Beschäftigungsentwicklung im Inland wesentlich zu beeinflussen.108 Bei Betrachtung einzelner Sektoren und Wirtschaftszweige bleibt eigentlich nur der produzierende Sektor als potentielles Angriffsziel der These, daß im Ausland engagierte deutsche Investoren mit dem Kapital zugleich auch Arbeitsplätze exportieren.109 [...]

1. Grundsätzliches Direktinvestitionen werden getätigt, wenn ein ausländischer Standort attraktiver ist, als der inländische Standort. Entscheidend für die Bewertung der Standortattraktivität sind Motive, die die Basis jeder Direktinvestition sind. Ausgehend von den Motiven plant das Unternehmen ökonomische Aktivitäten, die wiederum die Nachfrage nach Standortfaktoren auslösen. Der Standort, der die Nachfrage am besten erfüllt, verfügt über die höchste Attraktivität für die jeweilige ökonomische Aktivität. Daher wird im folgenden Kapitel zuerst anhand von Unternehmensbefragungen dargestellt, welche Relevanz die einzelnen Motive bei den deutschen Direktinvestition im Ausland haben und anschließend wie die Auswirkung der einzelnen Motive, auf die inländische Beschäftigung zu bewerten ist. Vollständigkeitshalber werden jedoch noch kurz zwei weitere Verfahren zur Bewertung des Kausalzusammenhanges zwischen Direktinvestitionen und inländischer Beschäftigung dargestellt. Die analytisch fundiertesten Aussagen in bezug auf die heimischen Beschäftigungseffekte von Direktinvestitionen liefern unternehmensbezogene Wirkungsanalysen. Allerdings erfordern sie sehr aufwendige Primärerhebungen. In der empirischen Praxis existiert deshalb nur eine sehr geringe Anzahl an durchgeführten unternehmensbezogenen Untersuchungen, die jeweils auch immer nur einzelne Branchen bzw. Sektoren betrachten.106 [...]

Ursprungsländer im allgemeinen mit negativen Beschäftigungseffekten zu rechnen. Zudem bewirkt eine Importsubstitution seitens der Zielländer in Form von Handelshemmnissen (z.B. Einfuhrzölle, -beschränkungen und -verbote),104 daß die Belieferung dieser Märkte eingeschränkt oder ganz unterbunden wird. Das hat zur Folge, daß ein Unternehmen direkt im Ausland investiert, um in diesem Markt überhaupt noch präsent zu sein. In diesem Fall findet anstelle der bisherigen Produktion im Ursprungsland die Produktion im Gastland statt. Aufgrund des immobilen Faktors Arbeit kommt es zu Arbeitsfreisetzungen im Inland. Weiterhin kann es aufgrund der ausländischen Produktion sogar zu einer Substitution heimischer Exporte in diese Länder oder in Drittländer kommen. Als Drittland werden Länder bezeichnet, die Waren oder Dienstleistungen aus dem Land der Direktinvestition importieren, anstatt wie bisher aus dem Ursprungsland. Bei einer Substitution von Exporten durch Direktinvestitionen wird tendenziell eher von negativen Beschäftigungseffekten auf dem inländischen Arbeitsmarkt ausgegangen. Wird diese Direktinvestition nicht vorgenommen, kommt es langfristig trotzdem zu negativen Beschäftigungswirkungen. Durch die höheren Kosten (z.B. ausgelöst durch Einfuhrzölle) wird die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Unternehmen auf den ausländischen Märkten geschmälert, wodurch mit einer Abnahme der Exporte zu rechnen ist. Häufig ist die Vornahme einer Direktinvestition jedoch nicht nur auf ein einzelnes Motiv oder auf eine einzelne Motivgruppe zurückzuführen, sondern auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Motiven oder Motivgruppen. Dabei sind die einzelnen Motivgruppen oftmals nicht klar abzugrenzen, sondern haben untereinander teilweise Berührungspunkte.105 [...]

Arbeit zitieren:
Maier, Frank Januar 1998: Direktinvestitionen und inländische Beschäftigung, Hamburg: Diplomica Verlag

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