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Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland

Einflußfaktoren und Zielsetzungen am Beispiel mittelständischer Unternehmen

Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kirsten Link
  • Abgabedatum: Februar 2002
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 832,0 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Augsburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5890-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5890-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5890-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Link, Kirsten Februar 2002: Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Mittelstand, Internationalisierung, Standortattraktivität, Förderprogramme

Diplomarbeit von Kirsten Link

Einleitung:

Internationalisierung und Globalisierung sind aktuelle Themenbereiche, die die Diskussionen in Politik und Wirtschaft immer wieder beherrschen. Deutschland ist traditionell eher eine Exportnation. Doch in den letzten Jahren haben im Zuge der Globalisierung die Direktinvestitionen für die deutschen Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Die Unternehmen haben verstärkt Produktionsstandorte im Ausland gegründet, um auch auf ausländischen Märkten präsent zu sein.

In den letzten 10 Jahren stieg der deutsche Warenexport im Schnitt jährlich um 6,5%, während die Auslandsinvestitionen im gleichen Zeitraum um 11,5% jährlich zunahmen. Diese Zahlen zeigen, daß der Export allein nicht mehr als Meßgröße für die Kapitalverflechtung deutscher Unternehmen mit dem Ausland ausreicht.

Anhand dieser Arbeit soll gezeigt werden, was deutsche mittelständische Unternehmen bei einem Auslandsengagement erwartet und welche Anforderungen die Internationalisierung an sie stellt.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Kapitel werden die Grundlagen der Internationalisierung und der Direktinvestitionen dargelegt und die wichtigsten Begriffe definiert. Ebenso werden die statistische Erfassung der Direktinvestitionen und die Probleme beim internationalen Vergleich der Statistiken erläutert, sowie die Entwicklung der Direktinvestitionen in der Zukunft dargestellt.

In Kapitel zwei werden die beiden besonders wesentlichen theoretischen Ansätze zur Erklärung der Direktinvestitionen, nämlich die Produktlebenszyklushypothese nach Vernon und das eklektische Paradigma nach Dunning beschrieben.

Im darauffolgenden Kapitel werden die Einflußfaktoren von Direktinvestitionen speziell bei mittelständischen Unternehmen aufgezeigt. Hier werden insbesondere die Standortattraktivität, die Auswirkungen der Direktinvestitionen auf die Beschäftigung in Deutschland und im Gastland sowie die Risiken und Hindernisse für mittelständische Unternehmen bei der Durchführung von Direktinvestitionen erläutert.

Im vierten Kapitel werden die Zielsetzungen, die mittelständische Unternehmen mit der Durchführung von Direktinvestitionen anstreben, veranschaulicht. Die Motive, aus denen sich dann die Zielsetzungen entwickeln, werden anhand von fünf Gruppen dargestellt.

Im fünften Kapitel wird ausführlich erläutert, wie und wo sich mittelständische Unternehmen die relevanten Informationen beschaffen können, welche Entscheidungen getroffen werden müssen und welche Schritte innerhalb des Unternehmens bei einer Auslandsinvestition vorzunehmen sind.

Abschließend wird im Ausblick aufgezeigt, wie sich die Weltwirtschaft während des letzten Jahres verändert hat und welche Auswirkungen diese Veränderungen auf Direktinvestitionen haben.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
Einleitung VII
1. Grundlagen 1
1.1 Begriff der Direktinvestition 1
1.1.1 Definition
1.1.2 Abgrenzung zu Portfolioinvestitionen
1.1.3 Arten und Formen
1.2 Statistische Erfassung 7
1.2.1 Zahlungsbilanzstatistik
1.2.2 Bestandsstatistik
1.3 Charakteristika mittelständischer Unternehmen 15
1.4 Entwicklung der Direktinvestitionen 17
2. Theorien der Direktinvestitionen 21
2.1 Die Produktzyklushypothese nach Vernon 21
2.2 Die Theorie des eklektischen Paradigmas nach Dunning 23
3. Einflußfaktoren 27
3.1 Standortattraktivität 27
3.2 Bevorzugte Branchen und Länder 29
3.3 Auswirkungen auf die Beschäftigung im Inland 31
3.4 Bedeutung der Direktinvestitionen für das Gastland 33
3.5 Risiken und Hindernisse 35
4. Zielsetzungen 38
4.1 Absatzorientierte Motive 38
4.2 Kostenorientierte Motive 40
4.3 Beschaffungsorientierte Motive 41
4.4 Steuerorientierte Motive 42
4.5 Umweltorientierte Motive 42
5. Vorgehensweise bei der Internationalisierung mittelständischer Unternehmen 44
5.1 Suche nach Informationen 45
5.2 Förderprogramme 47
5.2.1 Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi)
5.2.2 Europäische Union
5.2.3 Bayern International GmbH
5.2.4 KfW-Mittelstandsprogramm Ausland
5.2.5 Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG)
5.2.6 Europäische Investitionsbank (EIB)
5.3 Strategische Entscheidungen 55
5.4 Schritte innerhalb des Unternehmens 57
5.4.1 Ist-Analyse
5.4.2 Finanzierungsplan
5.4.3 Ziellandwahl
5.4.4 Eintrittsstrategie
5.4.5 Personalpolitische Entscheidungen
5.5 Die Rolle der Banken 62
5.6 Die Rolle der mittel- und osteuropäischen Länder 64
6. Ausblick 68
Literaturverzeichnis IX
Internetquellen XXII
Abbildungsverzeichnis

Automatisiert erstellter Textauszug:

beobachten ist, geht einher mit niedrigen Löhnen, die zu geringen Ersparnissen und somit zu einem niedrigen Investitionsniveau führen. Geringe Investitionen in Technologien und Anlagen haben eine niedrige Produktivität zur Folge, womit sich der Kreis schließt."77 Durch ausländische Investitionen kann dieser Kreis durchschlagen werden. Die Direktinvestitionen tragen auch dazu bei, veraltete Produktionsstrukturen zu verändern, in dem zum Teil neueste Produktionstechniken importiert werden und somit die Ausstattung der Länder mit Ressourcen verbessert wird. Die Unternehmen können auch durch die Einführung neuer Unternehmens- und Arbeitskulturen die vorhandenen Strukturen durchbrechen und so effizienter arbeiten. Allerdings gibt es auch negative Meinungen zu den Auswirkungen auf die Gastländer. Vor allem bei Direktinvestitionen in den MOE-Staaten und anderen Niedriglohnländern existiert oft die Meinung, daß die dortigen Arbeitskräfte durch Minimallöhne ausgebeutet werden. Heimische Produzenten könnten von den ausländischen Unternehmen verdrängt werden. Die Direktinvestitionen deutscher Investoren im Ausland haben auch Auswirkungen auf die dortige Beschäftigung. Gerade in den MOE-Staaten gehören die ausländischen Investoren zu den bedeutendsten Arbeitgebern, u.a. auch wegen ihrer überdurchschnittlichen Bezahlung. Die oben genannte Umfrage78 zum Thema "Globalisierungstendenzen ..." zeigt auf, daß die deutschen Investoren im Gastland Arbeitsplätze schaffen. 89% aller befragten Unternehmen antworteten, daß sie neue Arbeitsplätze im Zielland geschaffen haben. Da sich die Antworten der KMU nicht besonders von denen der Großunternehmen unterschieden haben, wurde hier nicht zwischen den beiden Gruppen differenziert. [...]

Allgemein läßt sich sagen, daß sich die Effekte auf die Beschäftigung je nach Motiven74, Zielland und -region, Wirtschaftszweig, etc. der Auslandsinvestition unterscheiden. Einige Wirtschaftszweige reagieren relativ schnell auf Veränderungen der Kostenstruktur im In- und Ausland. Dazu zählen z.B. die Branchen Textil- und Bekleidungsindustrie, die in den vergangenen Jahren aus Kostengründen ihre Produktion immer mehr ins Ausland verlagert haben und im Inland einen kontinuierlichen Rückgang der Beschäftigtenzahl verzeichnen.75 Es kann aber nicht generell unterstellt werden, daß jede Direktinvestition im Ausland automatisch zu Lasten der inländischen Beschäftigung geht. Bei Direktinvestitionen innerhalb der EU sind die Auswirkungen auf die Beschäftigung überwiegend neutral. Allerdings wirken sich Direktinvestitionen in den MOE-Staaten, die ja meist aus Kostengründen erfolgen, eher beschäftigungsmindernd in Deutschland aus, da hier oft die Produktion ausgelagert wird. Es ist vor allem der Unterschied bzgl. der Produktionskosten, der hier zwischen Deutschland und den MOE-Staaten Arbeitsplatzverlagerungen bewirkt hat. Die arbeitsintensiven Direktinvestitionen werden also eher in Billiglohnländern getätigt, während die kapitalintensiven Direktinvestitionen eher innerhalb der EU durchgeführt werden. [...]

Meinung ist nämlich, daß Exporte Arbeitsplätze schaffen und Auslandsinvestitionen sie vernichten.68 Eine Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft im Frühjahr 1998 unter 2.505 Bundesbürgern ergab, daß 53,6% der Westdeutschen und 62,9% der Ostdeutschen durch die Globalisierung mit mehr Arbeitslosigkeit rechnen. Die Bedenken steigen mit abnehmender beruflicher Qualifikation.69 Auch das Institut für Demoskopie Allensbach kam bei einer Umfrage im März 1998 zu dem Ergebnis, daß 80% der Deutschen die Auslandsinvestitionen deutscher Unternehmen als nachteilig für Deutschland einstufen.70 Die problematische Quantifizierung der Auswirkungen führt zu negativer Kritik in der Bevölkerung. Dies trifft vor allem zu, wenn hohe Abflüsse von Investitionskapital und eine hohe Arbeitslosigkeit zeitlich zusammenfallen.71 Die Gewerkschaften stehen den Direktinvestitionen deutscher Unternehmen positiv gegenüber. Da sie die absatzorientierten Motive für dominierend halten, sehen sie keine Beschäftigungsverluste in Deutschland. Auch durch Beteiligungen und Übernahmen werden ihrer Meinung nach keine Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, sondern die ausländischen Beschäftigten werden übernommen.72 Die Bundesregierung, die Deutsche Bundesbank und die Wirtschaftsweisen sehen ebenfalls die positiven Beschäftigungseffekte ausländischer Direktinvestitionen in den meisten Erklärungen als dominant.73 An den eben dargestellten Standpunkten kann man erkennen, daß in der öffentlichen Meinung die Angst vor dem Verlust von Arbeitsplätzen im Inland überwiegt, während von anderen Institutionen Direktinvestitionen als positiv eingestuft werden. [...]

Arbeit zitieren:
Link, Kirsten Februar 2002: Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Mittelstand, Internationalisierung, Standortattraktivität, Förderprogramme

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