Stand der alternativen Bekämpfungsverfahren gegen den Feuerbrand
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Florian Friedrich
- Abgabedatum: Juli 2000
- Umfang: 72 Seiten
- Dateigröße: 917,0 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2943-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2943-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2943-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Friedrich, Florian Juli 2000: Stand der alternativen Bekämpfungsverfahren gegen den Feuerbrand, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Erwina amylovora, Obstbau, Antibiotikaeinsatz
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Diplomarbeit von Florian Friedrich
Einleitung:
Der Feuerbrand des Kernobstes ist eine der gefährlichsten Bakteriosen im Erwerbsobstbau. Er kann, unter für seine Verbreitung und Entwicklung idealen Bedingungen, zu erheblichen Schädigungen führen. Durch den Befall der Blüten und Fruchtansätze, aber auch der erntereifen Früchte, kann es zu massiven Ernteausfällen kommen. Bei der Infektion hochanfälliger Sorten auf ggf. hochanfälligen Unterlagen ist auch der Verlust der Pflanze bis hin zur Rodung ganzer Partien zu erwarten. Dabei ist die Intensität des Befalls keinesfalls in jedem Jahr gleich stark, sondern schwankt unter verschiedenen Abhängigkeiten, auf die im Verlauf dieser Arbeit noch eingegangen werden wird, erheblich. Die Bedeutung der Krankheit darf unter keinen Umständen, besonders nicht in modernen Intensivkulturen mit hoher Bepflanzungsdichte und angepflanzten anfälligen Sorten, unterschätzt werden.
Für die Bekämpfung des Feuerbrandes stehen neben Kulturmaßnahmen, die einen ersten sehr wichtigen Schritt in einem Bekämpfungsprogramm darstellen sollten auch verschiedene Kupferformulierungen zur Verfügung. Deren Anwendung kann jedoch phytotoxische Probleme mit sich bringen, vor allem in Hinsicht auf Fruchtberostung und somit den Verkaufswert des Obstes beeinträchtigen.
Ein Mittel mit nachgewiesener Wirkung auf den Erreger stellt das in den USA schon seit längerem verwendete Antibiotikum Streptomycin dar, das in Deutschland auf Grund von Bedenken hinsichtlich des vorbeugenden Gesundheitsschutzes und diesbezüglich vor allem der Bildung von Antibiotikaresistenzen, bislang nur in den Jahren 1994-1998 per Ausnahmegenehmigung unter strengsten Auflagen verfügbar war.
Seit dem 10.03.2000 ist Plantomycin zur Feuerbrandbekämpfung nun auch in der Bundesrepublik für vorerst 3 Jahre zugelassen.
Der Entwicklung von biologischen Bekämpfungsstrategien wird erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. Untersuchungen in diesem Bereich zielen vor allem auf die Züchtung resistenter Sorten, die Induzierung unspezifischer Resistenzen gegen Pathogene (SAR - Systemic aquired resistance) und die Etablierung mikrobieller Antagonisten.
Aufgabe dieser Arbeit ist es, die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einer Bekämpfung des Feuerbrandes zusammenzufassen und Alternativen zum Einsatz von Antibiotika im Obstbau aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Was ist Feuerbrand | |
| 2.1 | Der Erreger | 2 |
| 2.2 | Krankheitsverlauf | 4 |
| 2.3 | Symptome | 6 |
| 3. | Verbreitung, Epidemiologie | |
| 3.1 | Ursprung und Ausbreitung in Europa | 8 |
| 3.2 | Wirtspflanzen | 10 |
| 3.3 | Übertragung | 13 |
| 3.4 | Epidemiologie | 14 |
| 3.5 | Nachweisverfahren | 17 |
| 4. | Bekämpfung | 18 |
| 4.1 | Präventive Maßnahmen | |
| 4.1.1 | Handels- und Einfuhrverbot | 19 |
| 4.1.2 | Hygiene | 20 |
| 4.1.3 | Sortenwahl | 21 |
| 4.1.4 | Monitoring und Prognose | 23 |
| 4.1.4.1 | Maryblyt | 24 |
| 4.1.4.2 | BRS/BIS | 25 |
| 4.1.4.3 | Feuerbra/Anlafbra | 25 |
| 4.2 | Mechanische Bekämpfung | |
| 4.2.1 | Schnittmaßnahmen | 26 |
| 4.2.2 | Wirtspflanzenkontrolle | 28 |
| 4.2.3 | Vektorkontrolle | 29 |
| 4.3 | Chemische Bekämpfung | |
| 4.3.1 | Streptomycin(Plantomycin) | 30 |
| 4.3.2 | Oxytetracycline(Terramycin) | 32 |
| 4.3.3 | Aliette | 33 |
| 4.3.4 | Kupferpräparate | 34 |
| 4.3.5 | Nourseothricin | 35 |
| 4.3.6 | Flumequine (FIRESTOP) | 35 |
| 4.3.7 | BION | 36 |
| 4.3.8 | Apogee(BAS 125W) | 38 |
| 4.4 | Biologische Bekämpfung | |
| 4.4.1 | Gesteinsmehle | 39 |
| 4.4.2 | Pflanzenstärkungsmittel | |
| 4.4.2.1 | Pflanzenextrakte | 40 |
| 4.4.2.3 | Knoblauchpräparate | 41 |
| 4.4.3 | Mikrobielle Antagonisten | 41 |
| 4.4.3.1 | Pseudomonas fluorescens A506 (BlightBan) | 42 |
| 4.4.3.2 | Erwinia herbicola C9-1 | 43 |
| 5. | Problem der Antibiotikaresistenz | 44 |
| 5.1 | Probleme der Humanmedizin | 44 |
| 5.2 | Resistenzbildung bei Erwinia amylovora | 45 |
| 6. | Zusammenfassung und Diskussion | 46 |
| 7. | Literaturverzeichnis und Bildnachweis | 47 |
| 8. | Anhang | 56 |
| 8.1 | Krankheitsverlauf des Feuerbrandes | 56 |
| 8.2 | EPPO Bulletin 22, 155-164, 1992 | 57 |
| 8.3 | Zusammenfassender Ergebnisbericht des Expertengesprächs zur Feuerbrandbekämpfung am 17.-18.02.2000, BBA Dossenheim | 63 |
| Danksagung | 65 |
empfohlen, wenn beide Programme an einem Risikotermin übereinstimmen. (MOLTMANN, 1996,1999; FRIED, 1997) Die Effizienz von Versuchen diesbezüglich gab MOLTMANN (1996) mit >95% an. Nach DEMIR und ÜSTÜN (1999) gibt BRS sehr viele Termine mit hohem Infektionsrisiko aus, was dazu führen kann, das sehr viele Spritzungen durchgeführt werden, auch wenn z.B. durch niedrige Nachttemperaturen oder Trockenheit keine Gefahr einer Infektion gegeben ist. Bei den Versuchen 19961998 konnte mit BRS bzw. BIS jedoch jeder tatsächliche auftretende Befall zeitlich relativ genau vorhergesagt werden. Auch MOLTMANN (1996) bestätigt, daß BRS zu viele Termine ausgibt. Ihrer Meinung nach ist das erweiterte Model (Billings Integrated System 95 (BIS)) dem Programm Maryblyt sehr ähnlich. Nach BILLING (1999) benötigt der Anwender von Prognoseprogrammen Wissen über die Epidemiologie des Erregers um gute Ergebnisse zu erzielen. [...]
(Inokulumpotential). Refugien, die der Erreger zur Überdauerung nutzt sind durch Schnitt (s.4.2.1) zu entfernen. Um dies zu gewährleisten sind regelmäßige Befallsprüfungen im Bestand durchzuführen. Wichtig hierbei ist, daß ein erstes Auftreten bzw. der Verdacht eines ersten Auftretens auf Grundlage der Feuerbrandverordnung sofort der zuständigen Behörde zu melden ist. Hat ein Befall in den Vorjahren bereits stattgefunden, kann mit Prognosemodellen bzw – programmen das Befallsrisiko berechnet werden. Zu Nutzen machten sich die Entwickler solcher computergestützen Prognoseverfahren die Tatsache, daß der Erreger für seine erfolgreiche Entwicklung und Etablierung stark wetterabhängig ist. Erwinia amylovora benötigt für seinen Entwicklungszyklus feucht-warmes Wetter. Niederschläge zur Blüte erhöhen ebenfalls das Infektionsrisiko. Um für Bekämpfungsmaßnahmen den geeigneten Zeitpunkt zu ermitteln, [...]
(RICHTER, 1999). Neben der Resistenz gegen Mehltau und Schorf weisen die Sorten ´REMO´, ´REWENA´, ´RELINDA´ eine hohe Resistenz gegen den Feuerbranderreger auf (ZELLER, 1999b). MEINERT (1999c) nennt neben den Sorten ´REMO´ und ´REWENA´ noch die Sorten ´REANDA´ und ´REBELLA´ als hochgradig Resistente. Dabei liegen für diese sog. Re-Sorten hinsichtlich der Resistenz gegen den Feuerbrand auf Grund der seit 1974 betriebenen Züchtungsarbeit bereits Langzeitstudien vor, die die Stabilität der Resistenz beweisen (FISCHER und RICHTER, 1999b). Bei der Suche nach weiteren feuerbrandresistenten Sorten im Institut in Dresden-Pillnitz wurden ENTERPRISE (USA) und SELENA (CZ) als hoch resistent eingestuft. MEINERT (1999c) weist auch darauf hin, daß in den USA gentechnisch veränderte Apfelbäume der Sorte ´GALA´ versuchsweise ausgepflanzt wurden, die hohe Feuerbrandresistenz aufweisen. Die Bäume tragen nichtpflanzliche Gene in sich, die antibakteriell wirkende Proteine bilden (Lysozym). HANKE et al.(1999) schreiben von ähnlich erfolgreichen Versuchen an Kartoffel gegen Erwinia carotovora subsp. atroseptica. Beim Anbau resistenter Sorten ist jedoch Vorsicht geboten, denn resistent bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, daß kein Befall eintritt. Auch von sogenannten resistenten Sorten kann ein Befallsdruck ausgehen, da der Erreger sie zwar weniger schädigt, sie aber trotzdem als Refugium nutzen kann. Bei Behandlungen einzubeziehen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832429430
Arbeit zitieren:
Friedrich, Florian Juli 2000: Stand der alternativen Bekämpfungsverfahren gegen den Feuerbrand, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Erwina amylovora, Obstbau, Antibiotikaeinsatz



