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Herstellung von Fluoreszenz-markierten Arrestin-Varianten zum Funktionsnachweis rekombinanter G-Protein-gekoppelter Rezeptoren

Herstellung von Fluoreszenz-markierten Arrestin-Varianten zum Funktionsnachweis rekombinanter G-Protein-gekoppelter Rezeptoren
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Bepperling
  • Abgabedatum: Juli 2006
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 2,6 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 67
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9893-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9893-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9893-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bepperling, Alexander Juli 2006: Herstellung von Fluoreszenz-markierten Arrestin-Varianten zum Funktionsnachweis rekombinanter G-Protein-gekoppelter Rezeptoren, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Biotechnologie, Biochemie, Rezeptor, BIACORE, Fermentation

Diplomarbeit von Alexander Bepperling

Zusammenfassung:

In der vorliegenden Arbeit wurden Fluoreszenz-markierte Arrestin-Varianten hergestellt, die in einem geplanten, auf FRET basierenden Funktionstest für rekombinante renaturierte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (Glukagon like peptide-1-Rezeptor (GLP-1-Rezeptor) und Parathormon-Rezeptor (PTH-Rezeptor)) eingesetzt werden können.

Die in der Literatur beschriebene Expression und Reinigung des Arrestins konnte für die Mutante Arrestin2 (1-382) erfolgreich nachvollzogen werden. Durch eine aufeinander folgende Heparin- und Q-Sepharose-Chromatographie wurde das Protein mit der erwateten Reinheit und Ausbeute gewonnen.

Diese Mutante bindet mit hoher Affinität den aktivierten, aber unphosphorylierten Rezeptor. Hierdurch wird der geplante FRET-assay bedeutend vereinfacht, da weder ATP noch eine G-Protein-gekoppelte Rezeptor-Kinase benötigt werden. Es wurden Reaktionsbedingungen gefunden, die zu einer äquimolaren Markierung des sieben Cystein-Reste enthaltenden Arrestin2 mit einem Fluoreszenzfarbstoff führten, wenngleich es nicht gelang, die Verteilung des Modifikationsgrades zu ermitteln.

Durch Auswahl eines geeigneten Stammes und Fermentation bei 10 °C wurden erstmals größere Mengen der Fusionsproteine Arr2-L-EGFP und Arr2-L-EYFP löslich in E.coli exprimiert.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Verwendung des etablierten Protokolls und zwischenzeitlichen Reinigungsversuchen mit der hydrophoben Interaktionschromatographie (HIC) gelang es, diese hydrophoben, zur Aggregation neigenden Proteine durch Abwandlung des etablierten Reinungsprotokolls zu isolieren.

Die sehr geringe Ausbeute führte zu der Überlegung, die Reinigung durch Anfügen eines His-tags an beide Fusionsproteine zu erleichtern. Nach der erfolgreichen Klonierung der beiden His-tag-Konstrukte wurden diese in Schüttelkulturen exprimiert und mittels IMAC gereinigt.

Die Ausbeute und die Reinheit beider Varianten blieben hinter den Erwartungen zurück. Versuche, diese Parameter durch den Zusatz verschiedener Additive zu verbessern, waren erfolglos. Die Bindungsaktivität des Arrestin2, des AEDANS-markierten Arrestin2 und der beiden Fusionsproteine mit und ohne His-tag wurde durch biomolekulare Interaktionsanalyse (BIACORE) nachgewiesen.

Eine eindeutige Bestätigung dieser Messungen durch die Isotherme Titrationskaloriemetrie ITC) gelang aufgrund von Substanzmangel und des hohen KD-Wertes der untersuchten Bindungsreaktion nicht.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
1.1 Interzelluläre Kommunikation 4
1.2 G-Protein-gekoppelte Rezeptoren 4
1.3 GPCR-Signaltransduktion 6
1.4 Desensitisierung und Internalisierung von GPCR 7
1.5 Die Familie der Arrestine 9
1.6 Parathormon- , Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptor und ihre Liganden 11
1.7 Fluoreszierende Proteine 14
1.8 Ziel dieser Arbeit 15
2. Material und Methoden 18
2.1 Material 18
2.1.1 Chemikalien 18
2.1.2 Standards und Kit-Systeme 19
2.1.3 Enzyme und Antikörper 19
2.1.4 Chromatographiematerial, Säulen und sonstige Materialien 19
2.1.5 Oligodesoxynukleotide 19
2.1.6 Peptide 20
2.1.7 Organismen und Plasmide 20
2.1.8 Medien, Antibiotika und Puffer 20
2.1.9 Technische Geräte und Anlagen 24
2.2 Methoden 25
2.2.1 Molekularbiologische Methoden 25
2.2.1.1 Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) 25
2.2.1.2 Restriktionsverdau 26
2.2.1.3 Reinigung von DNA-Fragmenten 27
2.2.1.4 Ligation 27
2.2.1.5 Elektrotransformation von E. coli 28
2.2.1.6 Plasmidisolierung 28
2.2.1.7 Sequenzierung 29
2.2.2 Proteinexpression und Zellaufschluss 29
2.2.2.1 Bakterienkultivierung im Schüttelkolben 29
2.2.2.2 Fed-Batch-Fermentation 29
2.2.2.3 Expressionstest 30
2.2.2.4 Zellaufschluß durch Hochdruckdispersion 30
2.2.3 Proteinchemische Methoden 31
2.2.3.1 Bestimmung der Proteinkonzentration 31
2.2.3.2 TCA-Fällung 31
2.2.3.3 SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese 32
2.2.3.4 Western-Blot 33
2.2.3.5 Ammoniumsulfatfällung 33
2.2.3.6 Heparin-Sepharose-Chromatographie 34
2.2.3.7 Ultrafiltration 34
2.2.3.8 Dialyse 34
2.2.3.9 Anionenaustausch-Chromatographie 35
2.2.3.10 Hydrophobe Interaktionschromatographie (HIC) 35
2.2.3.11 Immobilisierte Metallionen-Affinitätschromatographie (IMAC) 35
2.2.3.12 AEDANS-Modifikation 35
2.2.3.13 Gelfiltration (NAP-5) und Bestimmung des Modifizierungsgrades 36
2.2.3.14 High performance liquid chromatography (HPLC) 36
2.2.3.15 Synthese des V2R-Peptids 37
2.2.4.1 Oberflächenplasmonresonanz (SPR, BIACORE) 37
2.2.4.2 Isotherme Titrationskalorimetrie (ITC) 38
2.2.4.3 Massenspektrometrie 38
3. Experimente und Ergebnisse 39
3.1 Expression und Reinigung von Arrestin2 39
3.2 Auswahl des Expressionsstamms für die Expression der Fusionskonstrukte 41
3.3 Expression und Reinigung der Fusionsproteine 43
3.4 Klonierung der His-tag-Konstrukte 48
3.5 Expression und Reinigung der His-tag-Fusionsproteine 50
3.6 AEDANS-Modifikation von Arrestin2 53
3.7 Aktivitätstest (Biacore / ITC) der Arrestin-Varianten 55
4. Diskussion 58
4.1 Expression und Reinigung von Arrestin2 58
4.2 Auswahl des Expressionsstamms für die Expression von Arr2-L-EGFP und Arr2-L-EYFP 59
4.3 Expression und Reinigung der Fusionsproteine 61
4.4 Klonierung der His-tag-Konstukte 65
4.5 Expression und Reinigung der His-tag-Konstrukte 66
4.6 Chemische Modifikation des Arrestin2 67
4.7 Der Einsatz der fluoreszenzmarkierten Arrestin2-Varianten im Rahmen des geplanten FRET-assays 69
4.8 Funktionsnachweis der gereinigten Arrestin-Varianten 72
4.9 Ausblick 73
5. Zusammenfassung 75
6. Anhang 76
Abkürzungsverzeichnis 76
Vektorkarten 77
Literaturverzeichnis 79

Automatisiert erstellter Textauszug:

unternommen. Getestet wurden Butyl-, Octyl- und Phenyl-Sepharose bei drei pH-Werten (7,0; 7,5; 8,0) und drei Ammoniumsulfat-Konzentrationen (1M; 1,2 M; 1,7 M) im Bindungspuffer. Das beste Ergebnis wurde mit Phenyl-Sepharose bei pH 7,0 und 1,2 M (NH4)2SO4 im Bindungspuffer erzielt.Hierzu wurden 4 g des (NH4)2SO4–Präzipitats in 50 ml HICBindungspuffer (1,2 M Ammoniumsulfat, 2 mM EDTA, 2 mM EGTA, 50 mM K2HPO4 pH 7,0) gelöst, filtriert und eine Stunde bei 20 000 g zentrifugiert. Die Zunahme der Ammoniumsulfatkonzentration durch Auflösen des (NH4)2SO4–Präzipitats im Bindungspuffer wurde mittels Refraktometer auf weniger als 50 mM bestimmt und konnte daher vernachlässigt werden. 3 ml Phenyl-Sepharose wurden mit HIC-Bindungspuffer äquilibriert und mit dem Überstand beladen. Nach dem Waschen mit vier Säulenvolumen Bindungspuffer erfolgte die Elution manuell in einem Stufengradienten in 100 mM-Schritten (1,2 M -0 M (NH4)2SO4). Die Reinigung ist hier am Beispiel von Arr2-L-EYFP dokumentiert (Abb. 16). Die EGFP-Variante konnte in derselben Qualität gereinigt werden (nicht gezeigt). [...]

Ausgehend von den Erkenntnissen bei der Stammauswahl, wurden für die Expression der Fusionsproteine Bedingungen gewählt, bei denen die Expressionsrate erheblich herabgesetzt war. Neben einer deutlich niedrigeren Kultivierungstemperatur sollte eine frühe Induktion mit einer ITPG-Konzentration von 20 µM statt 1 mM zu einer erhöhten Ausbeute an löslichem Protein führen. Um dennoch bei der dann zu erwartenden geringen Gesamtausbeute eine ausreichende Menge an Protein zu erzeugen wurde eine Fed-Batch-Fermentation in einem 10 Liter-Fermenter durchgeführt (Abb. 12). Das Kulturvolumen einschließlich feeding betrug 4 l. Nach dem Animpfen mit einer 160 ml-Vorkultur wuchsen die Zellen bei 30 °C bis zu einer OD600 von 15 und es wurde mit der Zufütterung (feeding) begonnen. Bei Erreichen der OD600 von 25 wurde die Temperatur auf 4 °C abgesenkt, die Kultur durch 20 µM IPTG induziert und 38 Stunden später durch 20minütige Zentrifugation bei 5000 g geerntet. [...]

Abbildung 10: Expressionstest von Arr2-L-EGFP in BL21 und BL21 c+ M : Proteinmarker; v.I.: vor Induktion; Zeitangaben : Stunden nach Induktion Die beiden durch Pfeile gekennzeichneten Banden markieren die bereits eine Stunde nach Induktion auftretende Proteinbande bei ca. 70 kDa, dem errechneten Molekulargewicht des Fusionsproteins. Die Expression in BL21 c+ ist etwas effizienter als in BL21. Daher fiel die Wahl auf E.coli BL21 c+ als Expressionsstamm für alle weiteren Versuche. In beiden Stämmen liegt das Protein fast ausschließlich in unlöslicher Form (Abb. 11) vor. Auch eine Absenkung der Kultivierungstemperatur von 30 °C auf 25 °C (hier nicht gezeigt) führte zu keiner Verbesserung der Ausbeute. [...]

Arbeit zitieren:
Bepperling, Alexander Juli 2006: Herstellung von Fluoreszenz-markierten Arrestin-Varianten zum Funktionsnachweis rekombinanter G-Protein-gekoppelter Rezeptoren, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Biotechnologie, Biochemie, Rezeptor, BIACORE, Fermentation

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