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Übergewicht und Konsumverhalten

Analyse von Auslösern, internationale Verbreitung und Verhaltenshintergründe sowie der Informationspotenziale von Marktforschungsdaten

Übergewicht und Konsumverhalten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tonia Beisel
  • Abgabedatum: September 2004
  • Umfang: 95 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
  • Bibliografie: ca. 135
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9887-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9887-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9887-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Beisel, Tonia September 2004: Übergewicht und Konsumverhalten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marktforschung, Fettleibigkeit, Adipositas, Konsumentenverhalten, Nahrungsmittel

Diplomarbeit von Tonia Beisel

Problemstellung:

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 300 Millionen Menschen unter Fettleibigkeit (Adipositas). Ein Sechstel der Weltbevölkerung und mehr als 50% der deutschen Bevölkerung ist übergewichtig. Die Tendenz zu Übergewicht ist steigend und diese Entwicklung wirft unzählige Fragen auf. Worin z.B. liegt der Trend begründet und welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder individuellen Voraussetzungen fördern die Entstehung von Adipositas?

Welche Folgen hat die Erhöhung des durchschnittlichen Body Mass Indexes (BMI) der Einwohner sowohl von Industrie- als auch Entwicklungs- und Schwellenländern für die Gesellschaft und den Einzelnen? Inwieweit trägt die Nahrungsmittelindustrie zur Entstehung von Übergewicht bei und wie wirkt sich Adipositas auf die strategischen Ausrichtungen der Unternehmen aus? Und wie kann die Generierung und Auswertung von Marktforschungsdaten dahingehend optimiert werden, dass zukünftige Entwicklungen und Konsumtrends in Bezug auf Adipositas besser identifiziert und dargestellt werden können?

Einige Fragen bleiben noch unbeantwortet und viele Studien über die Entstehung von Adipositas liefern kontroverse Ergebnisse. Jedoch deckt die Ursachen- und Verhaltensforschung wichtige Hinweise für das Verständnis adipöser Konsumenten auf.

In der vorliegenden Arbeit wird die globale Verbreitung von Adipositas dargestellt. Es werden Definitionen, Erscheinungsformen und Messverfahren gezeigt sowie unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen Ländern und Altersstufen verglichen.

Ein Ursachengerüst wird erstellt, das, der Wertschöpfungskette folgend, zuerst objektive Faktoren für Adipositas beleuchtet. Objektive Einflussfaktoren auf die Entstehung von Adipositas sind psychologische und gesellschaftliche, genetische, demografische und ökotrophologische Ursachen.

Die objektiven Faktoren bilden die Umwelt für das objektive Angebot, das von der Nahrungsmittelindustrie gestellt wird. Angebot und Nachfrage wirken aufeinander ein. Das Angebot von Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken und die diesbezüglich ergriffenen absatzpolitischen Maßnahmen der Firmen beeinflussen das Kaufverhalten. Konsumenten bestimmen auf der anderen Seite durch ihre Nachfragemacht indirekt das Angebot.

Besonderer Fokus wird auf das Verhalten adipöser Konsumenten gelegt. Im Rahmen dieser Arbeit werden die reduzierte physische Aktivität, Lifestyle-Änderungen, die Essenswahl und –gestaltung, sowie Geschmacks- und Nahrungsmittelpräferenzen adipöser Konsumenten beleuchtet und mit dem Verhalten Normalgewichtiger verglichen. Die Angaben werden hinterlegt durch Daten aus dem GfK-Panel.

Im Anschluss werden Überlegungen über die zukünftige Gestaltung des Panels zur besseren Erfassung von Adipositas dargelegt.

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über Ursachen und internationale Verbreitung von Adipositas zu erhalten und das Konsumverhalten Übergewichtiger zu beleuchten. Des weiteren sollen Anreize geschaffen werden für weitere Forschungsansätze oder Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Marktforschung.

Als Quellen verwendet die Autorin medizinische und psychologische Studien über die Entstehung und Auswirkungen von Adipositas, Publikationen bezüglich der Epidemiologie, Artikel in Wirtschafts- und allgemeinen Zeitungen sowie Daten aus dem GfK-Panel.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
1. ENTWICKLUNG DER ADIPOSITAS 1
1.1 ERSCHEINUNGSFORMEN UND DEFINITION VON ADIPOSITAS 2
1.1.1 Messverfahren und Diagnostik 3
1.1.2 Schätzungen des Körperfettanteils: Gewicht- und Größenindizes 4
1.2 EPIDEMIOLOGIE: USA UND DEUTSCHLAND IM VERGLEICH 7
1.2.1 Verbreitung der Adipositas bei Erwachsenen 8
1.2.2 Kindliche Adipositas 10
2. DETERMINANTEN FÜR ÜBERGEWICHT 13
3. OBJEKTIVE FAKTOREN FÜR ADIPOSITAS 16
3.1 GENETISCHE VERANLAGUNG UND ÜBERGEWICHT 16
3.2 PSYCHOLOGISCHE UND GESELLSCHAFTLICHE URSACHEN VON ÜBERGEWICHT 17
3.3 DEMOGRAPHIE UND SOZIOÖKONOMISCHE URSACHEN DER ADIPOSITAS 18
3.4 ÖKOTROPHOLOGISCHE ASPEKTE: ENERGIEVARIABLEN UND ERNÄHRUNG 23
4. ADIPOSITAS AUS SICHT DES ANGEBOTS 24
4.1 DAS OBJEKTIVE ANGEBOT: ABSATZPOLITISCHE STRATEGIEN 24
4.2 REAKTIONEN DER KONSUMENTEN AUF DAS OBJEKTIVE ANGEBOT 28
5. FAKTOREN FÜR ADIPOSITAS AUS SICHT DER NACHFRAGER 29
5.1 ENTSTEHUNG VON ADIPOSITAS DURCH DAS VERHALTEN DER KONSUMENTEN 31
5.2 EXOGENE FAKTOREN DES VERHALTENS 32
5.2.1 Reduzierte physische Aktivität 32
5.2.2 „Snacking“: Ergebnis verminderter Essenszubereitungs-Zeit und technologischen Fortschritts 33
5.3 ENDOGENE FAKTOREN DES VERHALTENS 35
5.3.1 Drei Modelle der Essenswahl 36
5.3.1.1 Entwicklungsmodelle der Essenswahl 36
5.3.1.2 Kognitive Modelle der Essenswahl 38
5.3.1.3 Psychophysiologische Modelle der Essenswahl 39
5.3.2 Außenreize, Nahrungsverteilung und Essenskurve 41
5.3.3 Quantität der Nahrungsaufnahme Übergewichtiger 42
5.3.4 „The Origins of Taste“: Geschmacks- und Nahrungsmittelpräferenzen von Adipösen 43
5.4 KAUFVERHALTEN UND NAHRUNGSMITTELKONSUM 47
5.4.1 Ausgabenverteilung für Nahrungs- und Genussmittel bei privaten Haushalten 48
5.4.2 Das Kaufverhalten Adipöser 49
5.4.3 Nahrungsmittelkonsum von Kindern und Studenten 51
6. ANALYSE VON GFK-PANELDATEN 55
6.1 ABBILDUNG DES KAUFVERHALTENS ADIPÖSER 55
6.2 „ADIPOSITAS-BEWUSSTSEINS-INDEX“ 58
7. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 60
LITERATURVERZEICHNIS 62
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 74
Anhang Abbildung 1 bis 26 75

Automatisiert erstellter Textauszug:

Leben lang daran. Bilder dünner Frauen sind Norm in den Medien. Übergewichtige Frauen sind seit über 35 Jahren als Modelle aus Frauenmagazinen verschwunden.88 Quantitativen Studien zufolge werden Übergewichtige von Menschen allen Alters und Geschlechts in den westlichen Kulturkreisen stigmatisiert und diskriminiert.89,90 Dagegen betrachten in Südafrika z.B. viele Frauen die freiwillige Regulierung der Nahrungseinnahme als unakzeptabel. Übergewicht bei Kinder gilt dort als Zeichen für Gesundheit. Auch in lateinamerikanischen Ländern, Puerto Rico, China und den Philippinen wurde ein Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Reichtum, bzw. Gesundheit gesehen.91 In qualitativen Studien und psychoanalytischen Schriften wird die Bedeutung der Körperfülle weiter illustriert. Kontrolle ist hier ein zentrales Thema, denn Schlanksein wird mit Selbstkontrolle gleichgesetzt. Auch Freiheit und Erfolg werden mit Schlankheit assoziiert. Bordo (1990) argumentierte sogar, Schlankheit symbolisiere bei Frauen die Befreiung aus ihrem häuslichen und „Kind-gebärenden“ Schicksal.92 Auf der anderen Seite sah er Adipositas als Indikator für Faulheit, Mangel an Disziplin, Unwille zu Konformität und Mangel jeglicher leitender Fähigkeiten.93 In qualitativen94 als auch in quantitativen95 [...]

verschiedener Konstitutionstypen vorgelegt und sie wurden befragt, welche Gestalt ihrer jetzigen Figur und ihrer Idealfigur am nächsten käme. Die Schaubilder befinden sich im Anhang.86 Die Studien ergaben konsistent, dass die meisten Mädchen und Frauen gerne dünner wären und die meisten Männer und Jungen entweder so bleiben möchten, wie sie sind, oder gerne zunähmen. Studien in den USA, Australien und Großbritannien bestätigten, dass vor allem Frauen oft mit ihrem Gewicht unzufrieden, gerne abnehmen würden oder bereits eine Diät durchführen.87 Unzufriedenheit mit dem Körper ist ein bekanntes Phänomen, das sich in der westlichen Welt weder auf bestimmte Kultur- und Gesellschaftskreise noch auf Menschen mit medizinisch definierten Essstörungen beschränkt. Frustration löst das Bedürfnis aus, Gewicht und Körperform zu ändern. Die Diät-Industrie verschärft die Unzufriedenheit mit dem Körper, indem sie erstens verbreitet, dass Schlankheit die gewünschte Körperform ist und zweitens indem sie dafür wirbt, dass die Körperfülle verändert werden kann und soll. Bis zu 70% der amerikanischen Frauen hielten schon einmal Diät, 40% halten sich ihr ganzes [...]

verbleibenden 80% wurden für Personal, Verpackung und Werbung und weitere verkaufsfördernde Maßnahmen aufgewendet.81 Die Unternehmen bewerben ihre Lebensmittel stark, da der Markt limitiert ist (Menschen können nicht unbegrenzt Nahrung aufnehmen). Jedoch zwingen Firmen Konsumenten nicht, zu viel zu essen, „dick machende“ Produkte zu kaufen oder sich zu wenig zu bewegen. Die Essenswahl liegt in der Entscheidung des Konsumenten, die teilweise versuchen, ihre Eigenverantwortlichkeit auf die Industrie abzuwälzen. Die Prozesse gegen die Lebens- und Genussmittelindustrie sind bekannt. Firmen stellen sich den neuen Herausforderungen. Kraft Foods Inc. verkleinerte die Portionsgrößen bei „single-serve foods“ wie ihre „luncheables“. Burger King führte 2003 das erste Produkt für Diätwillige ein: Ein fettarmes Chicken Sandwich. Es wurde als Konkurrenz zu den gesünderen Sandwiches u.a. von Subway entwickelt. McDonald’s engagierte Diätetikerinnen als „PR Agenten für unentschuldbare Produkte“82, nahm Pommes Frites und Softdrinks der Größe „supersize“ aus dem Sortiment und fügte fettarme McNuggets ein. [...]

Arbeit zitieren:
Beisel, Tonia September 2004: Übergewicht und Konsumverhalten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marktforschung, Fettleibigkeit, Adipositas, Konsumentenverhalten, Nahrungsmittel

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