Neue Schwerpunkte der Mitarbeiterbindung in Zeiten staatlicher Sparmaßnahmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christoph Beck, Beatrice Kliem
- Abgabedatum: Oktober 2005
- Umfang: 197 Seiten
- Dateigröße: 2,6 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9807-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9807-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9807-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Christoph Beck, Beatrice Kliem Oktober 2005: Neue Schwerpunkte der Mitarbeiterbindung in Zeiten staatlicher Sparmaßnahmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: empirisch, Arbeitgeberattraktivität, Motivation, Mitarbeiter, Sozialleistung
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Diplomarbeit von Christoph Beck, Beatrice Kliem
Einleitung:
Aufgrund der derzeit laufenden und in den Folgejahren noch tiefer werdenden Einschnitte im sozialen Netz ist das Thema Sozialpolitik nicht nur in den Medien, sondern auch in den Köpfen der betroffenen Bundesbürger präsent. Die Autoren dieser Diplomarbeit gehören zu denjenigen Generationen, die von diesen zukünftigen Entwicklungen sehr stark betroffen sind und sich daher intensiv mit dieser Problematik auseinandersetzen müssen. Eigenständige Vorsorge und Absicherung sind für die jetzt und zukünftig ins Berufsleben Tretenden notwendig, da der Staat seine soziale Rolle im bisherigen Umfang nicht mehr wahrnehmen kann und wird. Durch das nahe Ende des Studiums folgt auch eine Auseinandersetzung mit potentiellen Arbeitgebern und den Auswahlkriterien von Absolventen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Es fällt auf, dass von den nach Personal suchenden Unternehmen unterschiedliche Signalwirkungen ausgehen. Die Erfolgschancen dieser Unternehmen hängen dabei von vielen Faktoren ab. Beispielsweise wirken auf viele Bewerber Dax Unternehmen attraktiver als nicht Index gelistete Unternehmen.
Doch welche Anreize nutzen Unternehmen und wie wirksam sind diese? Bergen die tiefen Einschnitte im staatlichen Sozialversicherungssystem für Unternehmen die Chance, auf Grundlage der bei gerade jungen Leuten eventuell stärker werden Bedürfnissen nach sozialer Sicherheit neue Anreize für eine verstärkte Mitarbeiterloyalität zu schaffen?
Sollten die von den Unternehmen gewählten Mittel einem Wandel aufgrund sozialpolitischer Veränderungen unterliegen, um deren Erfolg für die Mitarbeiterrekrutierung und -Bindung zu steigern? So entstand eine Verknüpfung dieser beiden Themen in Form dieser Diplomarbeit. Die Anforderungen an Reformen für das Soziale Netz sind hoch und Gegenstand der gesellschaftlichen Anstrengungen der nächsten Jahre. Die niedrige Geburtenrate der letzten Jahre hat nicht nur Auswirkungen auf das Soziale Netz, sie führt in den kommenden Jahren zu einem Fachkräftemangel in den Betrieben. Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen wird von deren Leistungsfähigkeit bestimmt, von ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt. Welche Marktstrategie die Unternehmen auch immer wählen, der Mitarbeiter mit seinen Fähigkeiten und seinem Leistungswillen ist die Schlüsselfigur zum Erfolg. Neben der Bedeutung der Mitarbeiterbindung für den Unternehmenserfolg ist der prognostizierte Fachkräftemangel ein weiteres bedeutsames Argument für die Auseinandersetzung mit diesen Themen seitens der Unternehmen. In konjunkturell schwierigen Zeiten gehören die kompetentesten oberen Führungsriegen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren, um die wirtschaftlichen Tiefs bewältigen zu können.1 Diese haben aber die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt und sind oftmals durch das variety seeking gekennzeichnet, d.h. sie picken sich die attraktivsten Berufspositionen und Arbeitgeber heraus und sind häufig attraktiven Angeboten von Headhuntern, die im Auftrag anderer Unternehmen nach qualifizierten Mitarbeitern suchen, ausgesetzt. Wirkungsvolle Anreize, um sich deren Loyalität zu sichern, sind daher besonders wichtig für ein Unternehmen.
Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gibt es immer Branchen, die trotz hoher Arbeitslosigkeit verzweifelt qualifizierte Mitarbeiter suchen und über Rekrutierungsmessen und attraktive Arbeitsbedingungen um die Gunst der Absolventen buhlen. Die derzeit besonders stark gesuchten Fachkräfte sind beispielsweise die Ingenieure und Wirtschaftsprüfer.
In dieser Diplomarbeit wird untersucht, ob die Themen der Zukunft, Mitarbeitermotivation, Mitarbeiterbindung und soziale Für- und Vorsorge, von den Unternehmen in eine symbiotische Vernetzung gebracht werden können. Untersucht wird der Anreizcharakter unterschiedlicher betrieblicher Sozialleistungen auf verschiedene Zielgruppen und die Auswirkungen auf den potentiellen Akquisitionserfolg einer Unternehmung. Neben diesen Auswirkungen werden Ausstrahlungen auf das Unternehmensimage überprüft.
Gang der Untersuchung:
Das erste Kapitel führt über die historische Entwicklung in den Themenbereich Soziales Netz in Deutschland. Es folgt eine Darstellung der Themen Risiko- und Altersvorsorge, Gesundheitspolitik und Familienpolitik. Es werden jeweils die aktuelle Situation, die Probleme und Ursachen angesprochen. Die Themen Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung gehören zu den stärker fokussierten Themenschwerpunkten der Unternehmen in den kommenden Jahren. Die zunehmende Bedeutung dieser Themen ist zu einem bestimmten Anteil, wie die Probleme des Sozialen Systems, auf die Folgen der demographischen Entwicklung zurückzuführen. Genauere Ausführungen hierzu erfolgen in den Kapiteln 2.2ff.
In den Kapiteln Mitarbeiterrekrutierung und Mitarbeiterbindung werden zudem aktuelle empirische Ergebnisse präsentiert. Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit möglichen Lösungswegen für die Bewältigung dieser Schwierigkeiten. Hierzu gehören die betrieblichen Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit den Folgen eines schwächeren sozialen Netzes für die Arbeitnehmer. Sie stellen eine Chance der Unternehmen dar, sich dieser Materie verstärkt zu widmen. Der Anreizcharakter eines Angebots an betrieblichen Sozialleistungen aus Unternehmens- und Arbeitnehmersicht wird bei der Vorstellung dieser Themen erläutert.
Der dem Theorieteil folgende empirische Teil dieser Arbeit überprüft nun die Wirkung eines Angebots von betrieblichen Leistungen aus dem Bereich Familie, Gesundheitsmanagement und betrieblicher Risiko- und Altersvorsorge auf die Mitarbeitbindung, die Mitarbeitermotivation und die Arbeitgeberattraktivität. Im Anschluss werden Handlungsempfehlungen für die Unternehmen gegeben. Die Unternehmen erfahren, ob und welche Formen der betrieblichen Sozialpolitik bei welchen Zielgruppen zu einem Verhalten im Sinne der Unternehmensziele führen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| Tabellenverzeichnis | IX | |
| Vorwort | 1 | |
| 1. | Methodische Vorgehensweise und Aufbau | 3 |
| 2. | Das soziale Netz | 4 |
| 2.1 | Historische Entwicklung der Sozialpolitik | 4 |
| 2.1.1 | Das Drei-Säulensystem der Altersvorsorge | 8 |
| 2.1.1.1 | Gesetzliche Rentenversicherung | 9 |
| 2.1.1.2 | Betriebliche Altersvorsorge | 9 |
| 2.1.1.3 | Private Altersvorsorge | 10 |
| 2.2 | Demographische Entwicklung und Arbeitsmarktsituation | 12 |
| 2.2.1 | Wirtschaftliche Folgen | 13 |
| 2.2.1.1 | Für Unternehmen | 13 |
| 2.2.1.2 | Für den Bereich Gesetzlichen Rentenversicherung | 14 |
| 2.2.1.3 | Für den Bereich der Kranken- und Pflegeversicherung | 15 |
| 2.2.1.4 | Für den Bereich Familie | 16 |
| 2.2.2 | Abbau staatlicher Sozialleistungen in den letzten vier Jahren | 16 |
| 2.2.2.1 | Im Bereich Rente und Vorsorge | 17 |
| 2.2.2.2 | Im Bereich Gesundheit | 19 |
| 2.2.2.3 | Im Bereich Familie | 21 |
| 2.3 | Einstellung der Deutschen zur Altersvorsorge | 22 |
| 2.3.1 | Einstellungswandel | 22 |
| 2.3.2 | Einstellung der älteren versus Einstellung der jüngeren Generationen | 22 |
| 2.3.3 | Geschlechterspezifische Unterschiede im Anlageverhalten für die finanzielle Vorsorge | 24 |
| 2.4 | Einstellung der Deutschen zur Gesundheitsvorsorge | 26 |
| 2.4.1 | geschlechterspezifische Unterschiede | 26 |
| 2.5 | Einstellung der Deutschen zum Thema Familie | 29 |
| 3. | Unternehmenspolitischen Folgen des demographischen Wandels | 34 |
| 3.1 | Mitarbeiterrekrutierung | 36 |
| 3.1.1 | Unternehmensimage | 36 |
| 3.1.1.1 | Wirkungen des Image | 36 |
| 3.1.1.2 | Anzeigenwerbung | 37 |
| 3.1.1.3 | Stand der empirischen Forschung | 38 |
| 3.2 | Mitarbeiterbindung und die Bedeutung dieses Themas für Unternehmen | 40 |
| 3.2.1 | Mitarbeiter als entscheidende Größe für den Unternehmenserfolg | 40 |
| 3.2.2 | Empirische Ergebnisse zum Thema Mitarbeiterzufriedenheit als Voraussetzungen für Kundenzufriedenheit | 42 |
| 3.2.3 | Erfolgsfaktoren von Anreizinstrumenten | 44 |
| 3.2.3.1 | Individueller Mitarbeiternutzen | 45 |
| 3.2.3.2 | Beispiele für materielle Anreize | 46 |
| 3.2.3.3 | Beispiele für Immaterielle Anreize | 47 |
| 3.2.3.4 | Soziale Anreize | 48 |
| 4. | Betriebliche Risiko- und Altersvorsorge | 49 |
| 4.1 | Gliederung der verschiedenen Durchführungswege nach Leistungsart | 49 |
| 4.1.1 | Direktzusage | 49 |
| 4.1.2 | Direktversicherung | 50 |
| 4.1.3 | Pensionskassen | 51 |
| 4.1.4 | Pensionsfonds | 51 |
| 4.1.5 | Unterstützungskasse | 51 |
| 4.2 | Steuerliche Behandlung der betrieblichen Altersvorsorge | 55 |
| 4.2.1 | Steuerliche Behandlung der bAV auf Arbeitgeberseite | 55 |
| 4.2.1.1 | Direktzusage | 55 |
| 4.2.1.2 | Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds | 56 |
| 4.2.1.3 | Unterstützungskasse | 57 |
| 4.2.2 | Steuerliche Behandlung der bAV auf Arbeitnehmerseite | 57 |
| 4.2.2.1 | Direktzusage | 57 |
| 4.2.2.2 | Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds | 58 |
| 4.2.2.3 | Unterstützungskasse | 58 |
| 4.2.3 | Zu erwartende Renditen der verschiedenen Durchführungswege | 59 |
| 4.2.3.1 | Rendite der Direktzusage | 59 |
| 4.2.3.2 | Rendite der Direktversicherung | 59 |
| 4.2.3.3 | Pensionskasse | 59 |
| 4.2.3.4 | Pensionsfonds | 60 |
| 4.2.3.5 | Unterstützungskasse | 60 |
| 4.3 | Behandlung des Anspruchs aus der bAV bei Wechsel des Arbeitgebers | 60 |
| 4.3.1 | Regelung für Zusagen ab 01.01.2001 | 60 |
| 4.3.2 | Regelung für Zusagen vor dem 01.01.2001 | 60 |
| 4.4 | Arbeitgeberwechsel und Versorgungsanspruch unter dem Gesichtspunkt der Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterrekrutierung | 61 |
| 4.5 | Förderung der bAV Produkte über die Riester-Rente | 61 |
| 4.6 | Aufteilung der Altersvorsorge auf die Durchführungswege Stand 2003 | 62 |
| 4.7 | Mittels Leistungsplan zur optimalen betrieblichen Altersvorsorge | 63 |
| 5. | Gesundheitsmanagement | 65 |
| 5.1 | Begrifferklärung | 65 |
| 5.2 | Veränderungen der Gesundheitsgefahren im Zeitablauf | 65 |
| 5.3 | Aktuelle Zahlen | 66 |
| 5.4 | Aktualität dieses Themas | 67 |
| 5.5 | Ziele und Bedeutung | 68 |
| 5.6 | Erfolgsfaktoren für betriebliches Gesundheitsmanagement | 69 |
| 5.6.1 | Verankerung in den Führungsgrundsätzen | 70 |
| 5.6.2 | Die Unternehmenskultur | 71 |
| 5.6.3 | Das Führungsverhalten | 71 |
| 5.6.4 | Die gewählten Maßnahmen | 71 |
| 5.7 | Erfolgsbewertung | 73 |
| 5.8 | Praxisbeispiele und die verwandten Instrumente | 74 |
| 5.8.1 | Volkswagen | 74 |
| 5.8.1.1 | Problemstellung | 74 |
| 5.8.1.2 | Lösungsweg im Rahmen des Gesundheitsmanagements | 74 |
| 5.8.1.3 | Erfolgsfaktor | 75 |
| 5.8.2 | DaimlerChrysler | 76 |
| 5.8.2.1 | Problemstellung | 76 |
| 5.8.2.2 | Lösungsweg im Rahmen des Gesundheitsmanagements | 77 |
| 5.8.2.3 | Verhältnisse im Werk | 77 |
| 5.8.2.4 | Erfolgsfaktor | 78 |
| 5.9 | Stand der empirischen Forschung im Bereich Worklife Balance | 78 |
| 5.9.1 | Stand der empirischen Forschung im Bereich Unternehmenskultur und Arbeitszufriedenheit | 78 |
| 6. | Betriebliche Familienpolitik | 80 |
| 6.1 | Familienfreundliche Sozialleistungen in Unternehmen | 80 |
| 6.1.1 | Arbeitszeitmodelle | 80 |
| 6.1.1.1 | Teilzeit | 80 |
| 6.1.1.2 | Job-Sharing | 81 |
| 6.1.1.3 | Flexible Arbeitszeit | 81 |
| 6.1.1.4 | Sabbatical | 82 |
| 6.1.2 | Arbeitsorganisation im Bereich Telearbeit | 82 |
| 6.1.3 | Unterstützung der Kinderbetreuung | 83 |
| 6.1.3.1 | Unzureichende öffentliche Kinderbetreuung | 83 |
| 6.2 | Stand der empirischen Forschung | 83 |
| 6.2.1 | Aktuelles Angebot an betrieblichen Sozialleistungen für den Familienbereich | 85 |
| 7. | Bedeutungszuwachs der betrieblichen Sozialleistungen als Instrument der Mitarbeiterbindung | 90 |
| 7.1 | Bedeutungszuwachs der betrieblichen Sozialleistungen für die Rekrutierung von Arbeitnehmern | 92 |
| 7.2 | Stand der empirischen Forschung im Bereich betriebliche Sozialleistungen | 92 |
| 8. | Empirische Untersuchung | 93 |
| 8.1 | Theoretische Vorüberlegungen | 93 |
| 8.1.1 | Forschungsfragen | 93 |
| 8.1.2 | Darstellung der vermuteten Wirkungskette | 93 |
| 8.1.3 | Mögliche Einflussgrößen | 95 |
| 8.1.4 | Hypothesen | 96 |
| 8.1.5 | Aufbau des Fragebogens | 99 |
| 8.1.5.1 | Messung des Unternehmensimages über eine präsentierte Stellenanzeige | 99 |
| 8.1.5.2 | Messung der Arbeitgeberattraktivität | 107 |
| 8.1.5.3 | Messung des Kenntnisstands und des individuellen Stellenwertes von Risiko- und Altersvorsorge | 107 |
| 8.1.5.4 | Messung der Bindungswirkung bestimmter betrieblicher Sozialleistungen an ein Unternehmen | 107 |
| 8.1.5.5 | Erfragung der Präferenz für einen der fünf möglichen Durchführungswege der bAV | 109 |
| 8.1.5.6 | Erfragung der Risikoneigung | 110 |
| 8.1.5.7 | Erfragung der sozioökonomischen Daten | 110 |
| 8.1.6 | Design der Studie | 111 |
| 8.1.7 | Gewährleistung der geforderten Gütekriterien | 112 |
| 8.1.7.1 | Repräsentativität der Stichprobe | 113 |
| 8.1.7.2 | Objektivität | 114 |
| 8.1.7.3 | Reliabilität | 114 |
| 8.1.7.4 | Validität | 114 |
| 8.2 | Datenauswertung und Dokumentation der Ergebnisse | 114 |
| 8.2.1 | Zusammensetzung und Merkmale der Stichprobe | 114 |
| 8.2.2 | Auswirkungen der Stellenanzeigen auf das Arbeitgeberimage | 118 |
| 8.2.2.1 | Faktorenanalyse zur Image-Untersuchung | 118 |
| 8.2.2.2 | Mittelwertvergleiche | 123 |
| 8.2.3 | Kinder- und Familienwunsch | 138 |
| 8.2.4 | Risiko und Altersvorsorge – Kenntnisse und empfundene Wichtigkeit | 139 |
| 8.2.5 | Anlagesicherheit und Rendite | 142 |
| 8.2.6 | Wahl des Durchführungsweges für die betriebliche Altersvorsorge | 144 |
| 8.2.7 | Analyse der Bindungswirkung betrieblicher Sozialleistungen | 145 |
| 8.2.7.1 | Voraussetzungen der Faktorenanalyse | 145 |
| 8.2.7.2 | Mittelwertvergleiche | 155 |
| 9. | Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse | 161 |
| 10. | Handlungsempfehlungen für Unternehmen | 163 |
| 11. | Weitere mögliche Untersuchungsziele | 164 |
| Anhang | 165 | |
| Literaturverzeichnis | 183 |
Die Ausgestaltung der bAV kann für die Mitarbeiter einen Anreiz für bessere Arbeitsleistungen bilden. Eine Möglichkeit stellt die Ankopplung der Verzinsung der Altersvorsorge an den Unternehmenserfolg dar. Gleichzeitig verstärkt die Korrelation des Unternehmenserfolges mit dem Versorgungskapital die Identifikation des Mitarbeiters mit den Unternehmenszielen.157 Die Auswirkungen auf die Unternehmensfluktuation können logisch nachvollzogen werden. Besonders neu eingestellte Mitarbeiter erleiden bei der Arbeitgeber-finanzierten Altersvorsorge einen hohen finanziellen Verlust, wenn sie innerhalb der ersten fünf Jahre aus dem Unternehmen ausscheiden. Die angesammelten Versorgungsleistungen können ihnen dann vom Arbeitgeber wieder entzogen werden. Nach fünf jähriger Betriebszugehörigkeit sinkt die Fluktuationswahrscheinlichkeit deutlich, da sich die Mitarbeiter dann eingewöhnt haben und sich mit dem Unternehmen identifiziert haben. Ein allgemeingültiger Rat kann daher nicht gegeben werden, so dass die Auswahl von den Charakteristiken des Unternehmens abhängt. Ein Leistungsplan erfasst alle für das Unternehmen entscheidenden Aspekte und Ziele. Hierzu gehören die Vorraussetzungen für die Anwendung eines Modells für die betriebliche Altersvorsorge, die Höhe, der Inhalt und der Umfang der Absicherung für die einzelnen Arbeitnehmer. Weiterhin spielen die Ertragslage des Unternehmens, die steuerliche Unternehmenssituation, die Rechnungslegungsvorschriften und die mit der Anlage verbundenen Risiken eine Rolle.158 Zahlt der Arbeitgeber in einer Versorgungsform für den Arbeitnehmer, ist dies auf verschiedene Anreize zurückzuführen. Zum einen könnte er dadurch eine erhöhte Attraktivität als Arbeitgeber haben. Aber auch aus Sicht der betriebswirtschaftlichen Investitionsrechnung fördern steuerliche Anreize derartige Angebote seitens der Unternehmen. Der Unternehmer kann diese Aufwendungen als Betriebsausgaben ansetzen und somit seinen zu versteuernden Gewinn mindern oder auch weitere Möglichkeiten der Innenfinanzierung zu schaffen. Weitere Ausführungen folgen im Kapitel steuerliche Auswirkungen für den Arbeitgeber. [...]
deutlich geringer als der in der Kredit- und Versicherungswirtschaft erhobene Anteil. 153 Die starke Abweichung ist wahrscheinlich auf die geringeren Fachkenntnisse im Bereich betrieblicher Altersvorsorge der in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten Arbeitnehmer im Vergleich zu den im Bereich Finanzwirtschaft beschäftigten Arbeitnehmern zurückzuführen. Über betriebliche Informationsveranstaltungen können auch den bisher schwach Involvierten die Möglichkeiten und Abläufe im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge näher gebracht werden.154 Über die notwendigen Kenntnisse sind die Mitarbeiter in der Lage die seitens des Betriebes offerierten Durchführungswege für sich in Anspruch zu nehmen. Der Nutzen einer betrieblichen Altersvorsorge sollte von Arbeitgeberseite eingehend vermittelt werden. Hierzu eignen sich beispielsweise Vergleichsrechnungen, die einen schnellen Überblick über die notwendigen höheren privaten Aufwendungen geben, die geleistet werden müssten, um die gleich hohe Versorgungsleistung gewährleisten zu können, wie sie in der bAV realisiert werden könnte.155 Der Betriebsgrößenvergleich zeigt noch deutlichere Unterschiede. Von den kleinen Betrieben mit ein bis vier Mitarbeitern boten nur 25 Prozent eine Zusage für betriebliche Altersvorsorge an, obwohl die Arbeitnehmer seit 2002 eine solche Zusage von ihrem Betrieb verlangen dürfen und dieser mindestens einen Durchführungsweg anbieten muss. Bei den großen Betriebsstätten mit bis zu 1000 Mitarbeitern stieg die Zahl der Zusagen auf bis zu 97 Prozent. Fast 88 Prozent der in großen Betriebsstätten beschäftigten Arbeitnehmer waren im Bereich bAV versorgt.156 4.7 Mittels Leistungsplan zur optimalen betrieblichen Altersvorsorge Das Unternehmen sieht sich den bereits vorgestellten verschiedenen Instrumenten der betrieblichen Altersvorsorge gegenübergestellt. Die damit verbundenen jeweiligen Risiken, Pflichten in Form von Leistungszusagen und steuerlichen Vorteile fürs Unternehmen sind, wie bereits ausgeführt, vielfältig. Es empfiehlt sich außerdem die personalwirtschaftlichen Effekte, wie Motivations- und Attraktivitätswirkung sowie die Auswirkungen auf die Unternehmensfluktuation abzuschätzen und bei der Wahl der optimalen betrieblichen Altersvorsorge zu berücksichtigen. [...]
Je geringer das Familieneinkommen, umso attraktiver ist die staatliche Förderung, da dann die Förderquote relativ zum Eigenanteil am höchsten ist. 4.6 Aufteilung der Altersvorsorge auf die Durchführungswege Stand 2003 Die im Jahr 2003 von Infratest Sozialforschung im Rahmen einer Studie erhobenen Daten geben einen Überblick über die Verteilung der Ansprüche auf die vorgestellten Durchführungswege und einen Vergleich zwischen den verschiedenen Betriebsgrößen. Zwischen Dezember 2001 und März 2003 nahmen die Zusagen für betriebliche Altersvorsorge durch die Betriebsstätten von 31 Prozent auf 35 Prozent zu. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die eine Zusage in Anspruch nahmen, stieg in diesem Zeitraum von 38 auf 43 Prozent. Im Jahr 2003 war die Verbreitung von Zusagen für betriebliche Altersvorsorge im Bereich Land- und Forstwirtschaft mit 17 Prozent [...]
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Arbeit zitieren:
Christoph Beck, Beatrice Kliem Oktober 2005: Neue Schwerpunkte der Mitarbeiterbindung in Zeiten staatlicher Sparmaßnahmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
empirisch, Arbeitgeberattraktivität, Motivation, Mitarbeiter, Sozialleistung




