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Distress, Coping und Mediatoren bei Bielefelder StudentInnen

Eine quantitative Fragebogenerhebung im studentischen Arbeits- und Leistungskontext

Distress, Coping und Mediatoren bei Bielefelder StudentInnen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Adrian Arnold
  • Abgabedatum: Dezember 2005
  • Umfang: 142 Seiten
  • Dateigröße: 1,7 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9781-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9781-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9781-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Arnold, Adrian Dezember 2005: Distress, Coping und Mediatoren bei Bielefelder StudentInnen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Arbeitsstress, Stressbewältigung, Empirische Studie, Prüfungsangst, Stress

Diplomarbeit von Adrian Arnold

Einleitung:

Ähnlich wie Arbeitsstrukturen regelmäßig belastenden Disstress erzeugen und dadurch eine Bewältigungsaktivität mittels Ressourcenmobilisierung (engl. Coping) erzwingen, zeigen sich im Alltagshandeln von StudentInnen auch sog. Interaktionsprozesse mit Stresskontexten – allerdings in dann spezifischen universitären Settings mit Arbeitsszielen und organisatorischen Anforderungen. Diese sozialpsychologisch- soziologische Arbeit kann mittels einer standardisierten Fragebogenmethode Stressbelastung, Reaktionen und Bewältigungsressourcen kausal analysieren. Dabei werden nicht nur grundlegende Theorieansätze der internationalen Coping- und Disstressforschung dargelegt, sondern auch der Netzwerktheorie als wichtige Basis für soziale Integration als Vermittler- und Pufferressource.

Die teilweise hochsignifikanten Ergebnisse zeigen nicht nur deskriptiv u.a. die Stärke des Stressempfindens. Sondern weit darüber hinaus auch Kausalitäten, die als Kontexte solche Stressbelastungen und Responses der Akteure verursachen. Solche Faktoren für u.a. Stressoren und für defensive/ offensive Bewältigungen waren insb. Selbstwirksamkeitseinstellungen, Integration in Netzwerke (z.B. Formen des social support seeking) und soziodemographische Merkmale (Geschlecht, Bildungshintergrund, Alter u.a.). So konnte herausgearbeitet werden, dass weder Geschlecht, Finanznotlage, Supportmobilisierung oder Netzwerkdichte und –quantität ernsthaft nennenswerte Einflüsse auf die empfundene Stresshöhe der 19 Stressoren zeigten. Aber eine hohe, positive Einstellung bezüglich der eigenen Leistungskompetenz verringerte erkennbar Stress.

Die sinnvollen Bewältigungsreaktionen bezüglich Belastungen (und deren Ursachen) wurden sehr gering von Hochschulerfahrung oder Stressorenhöhe gefördert. Aber umgekehrt wurden defensive Bewältigungen (z.B. Studienabbruch) leicht durch niedrige Kompetenzeinschätzung und mittelstark durch Studienstress des Semesters verursacht. Im spezielleren Stresskontext wurde ferner gemessen, dass z.B. ein hoher Bildungshintergrund der Eltern erheblich Versagensängste bei Prüfungen zu bewältigen hilft. Außerdem konnte eine längere Hochschulerfahrung gut helfen, Konzentrationsproblematiken anzupacken. Die Mehrheit der 19 Stressoren waren für die 171 befragten StudentInnen nur gering bis sehr gering belastend. Umso interessanter im detailliertem Kausalkontext werden dann die als eher belastend wahrgenommenen Top-6- Stressoren, wie z.B. Prüfungsängste.

Die Problemrelevanz der Ergebnisse ist über die Theorie- und Forschungslücken in der deutschsprachigen Coping- Analyse und insb. bei studentischen Populationen hinaus ersichtlich: die Reaktionen auf starken Dauerstress können in ihrer Defensivität nicht nur für Arbeitsprozesse, sondern auch für Studienbiografien problematisch werden. Die psychosozialen Beratungen und universitären Institutionen sind dann ebenfalls durch misslungenes Coping betroffen, z.B. bei verzögerten Studienzeiten oder Abbrüchen.

Um die Forschungsarbeit präziser darzustellen: Verlässt man den Weg, welcher epidemiologisch die körperlichen Stresseffekte (z.B. Schlafstörungen u.a.) analysiert, bleibt der Blick auf die Mikroebene der sozialen Handlungen als Copingreaktionen auf als Stressor bewertete situative Tatbestände. Was versteht nun diese Arbeit unter dem Stresskomplex, der sich im Arbeitsalltag von StudentInnen manifestiert? Stress darf dabei nicht einseitig „negativ“ definiert werden: „The only person without stress is a dead person.” Diese Stress- Analyse stellt sich der Alltagspsychologie des Mehrfachcoping, nach der ein (subjektives) Übermaß von Arbeitsanforderungen zu Problemen der Adaption führen kann.

Die studentische Arbeitssituation wird oft als „große Schule ohne Hausaufgaben“ und ohne Vorgesetzte behandelt – fatalerweise auch von StudentInnen. Stattdessen zeigen sich gerade aus z.B. wenig verschulten Arbeitssituationen in geisteswissenschaftlichen Studiengängen heraus spezifische Stressphänomene wie Überverantwortung oder Verzögerung von reinforcement für Leistung. In naturwissenschaftlichen Studiengängen hingegen wirken oft andere Stressoren bzw. Arbeitsstrukturen.

Man muss die Konsequenzen der institutionellen Rahmen und Tatbestände der konkreten Arbeitssituationen an der Universität Bielefeld fokussieren. Dabei liegen dieser Forschungsarbeit die Tatsachen zu Grunde, dass a) Disstressforschung jahrzehntelang anglo- amerikanisch dominiert wurde, b) stark psychologisch- epidemiologische Forschungsfelder Vorrang besaßen und c) empirische Befunde speziell für StudentInnen und für Mehrfach- Coping rar sind.

Die Relevanz dieser Arbeit lässt sich z.B. durch die objektiven Konsequenzen von „dysfunktionalen“ Reaktionen auf Disstress legitimieren. Auch wenn Copings subjektiv angemessen und problemlos erscheinen, können sie trotzdem für die Person selbst, aber auch für Institutionen Probleme und Folgekosten erzeugen. (Studienabbruch, Hochschulwechsel, Fachwechsel, Studienzeitverlängerungen bis hin zu Beratungstherapien).

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 6
II. Grundlegender theoretischer Rahmen: (Dis-)Stress, Coping und Mediatoren 9
II.1 Einführung: Stressbelastung 9
II.1.a Hintergrund: Inanspruchnahme der Studienberatung 9
II.1.b Die Stressoren im Arbeits- und Leistungskontext 12
II.1.c Was ist Stress? 13
II.1.d Was sind Mediatoren? 20
II.2 Mediatoren: Die Coping- Ressourcen Netzwerk- Integration, soziodemographische Merkmale und Dispositionen 21
II.2.a Externe Ressourcen: Netzwerk als Integrations- und Supportquelle 21
II.2.b Ressourcen soziodemographischer Merkmale Geschlecht, Alter, sozioökonomischer Status 26
II.2.c Interne Ressourcen: forschungsrelevante Dispositionen 30
II.3 Coping- Responses: Adapation im Stresskontext 39
II.3.a Was ist Coping? 39
II.3.b Formen und Merkmale von Coping 41
II.3.c Coping- Dimensionen dieser empirischen Arbeit 44
II.3.d Coping und Kontrollkognition im Transaktionsmodell (Lazarus) 48
II.3.e Diagramm: Coping- Zyklus und Kontrollkognitionen 53
II.4 Das Forschungsprogramm dieser Arbeit 56
III. Die quantitative Fragebogenerhebung 60
III.1 Empirisch- methodische Problemfelder der Fragebogenkonstruktion 60
III.2 Mögliche Verzerrungen in Erhebung und Messung 63
III.2.a Forschungsinterne Verzerrungen: Artefakte 63
III.2.b Erhebungsexterne Verzerrungen 68
III.3 Kontrollstrategien möglicher Verzerrungen 71
III.4 Empirische Grundlagen der Erhebung 73
III.4.a Der Pretest 73
III.4.b Stichprobencharakteristik und Quellen der Erhebung 74
IV. Auswertung und Interpretation der Daten 77
IV.1 Deskriptive Ergebnisse 77
IV.1.a Belastungen bei allen 19 Stressoren 77
IV.1.b Die TOP- 6- Stressoren 79
IV.1.c Allgemeine Reaktionen - Formen und Stufen defensiven Copings 81
IV.2 Multiple Coping als alltagspsychologische Realität: Top- 6- Stressoren 84
IV.2.a Einfach- und Zweifach- Coping 84
IV.2.b Coping- Arrays: ein Defensiv- Offensiv- Index 88
IV.3 Induktive Ergebnisse: Interkorrelationen zentraler Variablen 95
IV.3.a Ursachen von Stressbelastung: Disstress als Zielvariable 95
IV.3.b Stress- Effekte auf Coping und Defensivreaktionen: Disstress als Ursachenvariable 99
IV.3.c Ursachen für Offensives Coping (D- O- Indices) und Defensivreaktionen 101
IV.3.d Kontrollsicht im Kausalkontext von Disstress und D- O- Coping 103
V. Zusammenfassung und Reflexion 104
V.1 Ergebnisse der Erhebung 104
V.1a Konklusionen und Hypothesenprüfung 104
V.1b Zusammenfassung: Moderator- Effekte und Belastungsursachen 106
V.2 Empirische Aussagekraft: Reliabilität und Validität 109
V.2a Messpräzision des External-Internal-Komplexes 109
V.2b Hinweise auf die Reliabilität zentraler Zieldimensionen 111
VI. Kritische Reflexion und Ausblicke 113
VI.1 Verschiedene Problemstellungen dieser Arbeit 113
VI.2 Forschungsperspektiven 117
ANHANG 121
LITERATURVERZEICHNIS 140
Eidesstattliche Erklärung 144

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 6
II. Grundlegender theoretischer Rahmen: (Dis-)Stress, Coping und Mediatoren 9
II.1 Einführung: Stressbelastung 9
II.1.a Hintergrund: Inanspruchnahme der Studienberatung 9
II.1.b Die Stressoren im Arbeits- und Leistungskontext 12
II.1.c Was ist Stress? 13
II.1.d Was sind Mediatoren? 20
II.2 Mediatoren: Die Coping- Ressourcen Netzwerk- Integration, soziodemographische Merkmale und Dispositionen 21
II.2.a Externe Ressourcen: Netzwerk als Integrations- und Supportquelle 21
II.2.b Ressourcen soziodemographischer Merkmale Geschlecht, Alter, sozioökonomischer Status 26
II.2.c Interne Ressourcen: forschungsrelevante Dispositionen 30
II.3 Coping- Responses: Adapation im Stresskontext 39
II.3.a Was ist Coping? 39
II.3.b Formen und Merkmale von Coping 41
II.3.c Coping- Dimensionen dieser empirischen Arbeit 44
II.3.d Coping und Kontrollkognition im Transaktionsmodell (Lazarus) 48
II.3.e Diagramm: Coping- Zyklus und Kontrollkognitionen 53
II.4 Das Forschungsprogramm dieser Arbeit 56
III. Die quantitative Fragebogenerhebung 60
III.1 Empirisch- methodische Problemfelder der Fragebogenkonstruktion 60
III.2 Mögliche Verzerrungen in Erhebung und Messung 63
III.2.a Forschungsinterne Verzerrungen: Artefakte 63
III.2.b Erhebungsexterne Verzerrungen 68
III.3 Kontrollstrategien möglicher Verzerrungen 71
III.4 Empirische Grundlagen der Erhebung 73
III.4.a Der Pretest 73
III.4.b Stichprobencharakteristik und Quellen der Erhebung 74
IV. Auswertung und Interpretation der Daten 77
IV.1 Deskriptive Ergebnisse 77
IV.1.a Belastungen bei allen 19 Stressoren 77
IV.1.b Die TOP- 6- Stressoren 79
IV.1.c Allgemeine Reaktionen - Formen und Stufen defensiven Copings 81
IV.2 Multiple Coping als alltagspsychologische Realität: Top- 6- Stressoren 84
IV.2.a Einfach- und Zweifach- Coping 84
IV.2.b Coping- Arrays: ein Defensiv- Offensiv- Index 88
IV.3 Induktive Ergebnisse: Interkorrelationen zentraler Variablen 95
IV.3.a Ursachen von Stressbelastung: Disstress als Zielvariable 95
IV.3.b Stress- Effekte auf Coping und Defensivreaktionen: Disstress als Ursachenvariable 99
IV.3.c Ursachen für Offensives Coping (D- O- Indices) und Defensivreaktionen 101
IV.3.d Kontrollsicht im Kausalkontext von Disstress und D- O- Coping 103
V. Zusammenfassung und Reflexion 104
V.1 Ergebnisse der Erhebung 104
V.1a Konklusionen und Hypothesenprüfung 104
V.1b Zusammenfassung: Moderator- Effekte und Belastungsursachen 106
V.2 Empirische Aussagekraft: Reliabilität und Validität 109
V.2a Messpräzision des External-Internal-Komplexes 109
V.2b Hinweise auf die Reliabilität zentraler Zieldimensionen 111
VI. Kritische Reflexion und Ausblicke 113
VI.1 Verschiedene Problemstellungen dieser Arbeit 113
VI.2 Forschungsperspektiven 117
ANHANG 121
LITERATURVERZEICHNIS 140
Eidesstattliche Erklärung 144

Automatisiert erstellter Textauszug:

antizipieren und verzerrt antworten. Ferner wurde Abwechslung erzeugt, indem die schnell zu bearbeitenden soziodemographischen Items zu Auflockerung zwischen die Blöcke anstrengender Dimensionen gesetzt wurden. Weil die Erregungskurve gegen Ende einer Befragung gerne abfällt, insbesondere bei diesem Fragebogenumfang, wurde ein Block der Soziodemographie an den Schluss gestellt. Dies auch deshalb, um erst am Ende das Geschlecht zu erfragen, damit die Person nicht anfangs auf die Tatsache des Geschlechts aufmerksam gemacht wird.198 Es gilt z.B. auch, mittels gezielter und sinnvoll formulierter Instruktionen zu motivieren; sei es um inhaltliche Konsistenz im Ablauf zu gewährleisten, Unklarheiten zu beseitigen oder um systematische Verzerrungen der Ergebnisse abzufedern.199 Damit sind lediglich zentrale [...]

Ereignistypen werden prinzipiell gut verankert, wenn sie emotional bedeutsam waren, z.B. Prüfungen jeder Art, insbesondere die wichtigen Zwischen- und Abschlussprüfungen. Solche Prüfungen und Aufgabenstellungen, die subjektiv problematisch sind, werden deshalb auch besser erinnert und gehen dann in die Erhebung ein. Aber es wäre verzerrend, die nichtproblematischen Ereignisse auszublenden. Deswegen wurde grundlegend Skalen von „gar nicht“ bis „sehr stressig“ für jedem potenziellen Stressor angeboten. Der Erinnerungszeitraum wurde auf das zurückliegende Semester begrenzt, wobei die Befragung in der letzten Semesterwoche und in der ersten Woche der Vorlesungsfreien Zeit erfolgte. Dieser Recall- Fragetyp (retrospektive Frage) wurde mit der Verhaltensmessung bezüglich manifester (Handlungen) und latenter Merkmale196 (Kognitionen) in Standard-Situationen verknüpft. Wichtig dabei ist auch, keine Verhaltensfrequenzen bezüglich Stressresponse zu erfragen, weil dies bei einem zurückliegenden Zeitraum dieses Ausmaßes wohl kaum mehr verzerrungsfrei zu erinnern wäre. Ausnahme war Frage 17) und 18) im Fragebogen (kurz: FB), weil dort nur grobe Frequenzen erfragt wurden, welche die Personen dadurch besser erinnern können, weil sie über eine Schätzung der Frequenz für Wochenabschnitten eine gute Orientierung besitzen. An die Retrospektiv- Fragen knüpft auch das Erkenntnisziel der Fragestellung an. Wichtig ist, dass mit der Item- Formulierung einer bestimmten Zeitform die Erkenntnis variiert. Die Präsensform von „Immer wenn ich gestresst bin, dann reagiere ich...“ verweist auf situationsübergreifende, generalisierte Verhaltenstendenzen bei Personen, während „Ich bin in dieser konkreten Situation X gestresst, also mache ich...“ auf momentanes Situationsverhalten verweist, was hier nicht forschungsrelevant ist. Es müssen ferner wichtige Punkte der syntaktischen und semantischen Formulierung197, der Reihenfolge (z.B. eine „Spannungskurve“ mit Modulen und Fragebatterien) und der Fragerichtung speziell von Item- Reizen beachtet werden. Die Spannung wurde hier als Gesamtkonzept durch verschiedene Merkmale geleistet. Eine Eisbrecherfrage zu Beginn soll Distanz abbauen und motivieren sowie Neugierde erzeugen. Die erfassten Dimensionen wurden zwar en bloc gesetzt, aber immer zugleich mit anderen Dimensionen über Kreuz durchsetzt, um Langeweile, Demotivation und in Konsequenz daraus verfälschte Reaktionen zu vermeiden. Außerdem sollte dadurch verhindert werden, dass die erfasste Dimension um so deutlicher von den Befragten erkannt wird und diese dann sog. demand characteristics [...]

nicht zwingend nötig, weil sie zum hintergründigen Forschungsprozess zählen. Doch gerade in einer empirischen Arbeit ist es m.E. wichtig, den Entstehungsprozess und besonders konstruktimmanente Verzerrungen eines Erhebungsinstrumentes zu überdenken. Dies auch deshalb, um eine bessere Nachvollziehbarkeit und damit auch Kritikmöglichkeit der Erfassungsmethode des Fragebogens zu leisten. Oft werden Zustandekommen und Merkmale eines Fragebogens nicht erläutert, wodurch außerdem die Verstehbarkeit leidet. Immer wieder wird z.B. mit fehlerhaften Doppelfragen eklatant gegen das Gebot der Eindimensionalität verstoßen. Diese Forderung gilt für die syntaktische Konstruktion der Items191. Eindimensionalität muss auch genereller für das Erhebungsziel gegeben sein. Sie besteht dann darin, „... dass alle Elemente des Fragebogens – die Fragen oder Feststellungen etc., also die Items... – der Messung ein und derselben Variablen dienen und der gesamte Fragebogen daher aus einer Vielzahl formal und inhaltlich gleichartiger, homogener Elemente zu bestehen hat. Will man mehrere unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale erfassen, so hat man sich mehrerer Fragebogen zu bedienen – oder aber eines Fragebogens, der sich aus mehreren Teil- Fragebogen, die in sich homogen... sind, zusammensetzt.“192 Operationalisiert wird dieses erforderliche Merkmal z.B. durch Fragebatterien, also Sätze von Fragen, die den gleichen Gegenstand durch verschiedene Formulierungen erfassen sollen. Außerdem kann dadurch das Problem subjektiv variierender Nebenbedeutungen der Items für die Befragten kontrolliert werden.193 Man sollte die Eindimensionalität aber nicht falsch verkürzt anwenden; es gilt nicht die Regel: Nur eine Frage zur Messung einer einzigen Dimension. Ein klug formuliertes Item kann nämlich mehr als nur einen Inhalt gleichzeitig erfassen.194 Und es können auch mehrere unterschiedliche Dimensionen in einen Item erfragt werden, aber nur wenn die Dimensionen sich unter dieselbe Leitdimension subsumieren lassen.195 Damit kann auch ein deutlich breitere Erfassung der Zielinformationen geleistet werden als mit nur einem einzelnen Frageinhalt. Es wurde eine mehrstufige Rating- Skala für die Stressoren verwendet, nämlich eine 6- stufige numerische und zusätzlich teilverbal verankerte Skala für Responsemessung („0“ bis „+5“, siehe FB im Anhang). Zwei grundlegende Probleme sind sicherlich das Subjektivitäts- und Erinnerungsproblem. Inwieweit ist der subjektiv erfahrene und kognizierte Disstress an objektiven, verbindlichen Skalen messbar? Und wieweit ist die Erinnerung an emotionale [...]

Arbeit zitieren:
Arnold, Adrian Dezember 2005: Distress, Coping und Mediatoren bei Bielefelder StudentInnen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Arbeitsstress, Stressbewältigung, Empirische Studie, Prüfungsangst, Stress

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