Make-and-Buy-Entscheidungen in der Medienbranche
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dirk Altenwerth
- Abgabedatum: Juni 2005
- Umfang: 102 Seiten
- Dateigröße: 459,6 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9543-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9543-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9543-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Altenwerth, Dirk Juni 2005: Make-and-Buy-Entscheidungen in der Medienbranche, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Unternehmensstrategie, Plural Forms, Wertschöpfungskette, Coase, Make and Buy
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Diplomarbeit von Dirk Altenwerth
Zusammenfassung:
In dieser Arbeit soll das Phänomen Make-and-Buy auf seine Anwendung in der Medienbranche untersucht werden. Obwohl Make-and-Buy immer häufiger in den Fokus der Betrachtungen rückt, sind empirische und theoretische Untersuchungen nur vereinzelt vorhanden: „Notably, although plural forms are integral and permanent parts of many firms‘ strategies, they are not well documented from a theoretical standpoint. […] the plural forms phenomenon has generated little empirical research.“ Auch eine Untersuchung des Auftretens von Make-and-Buy Phänomenen in der Medienbranche liegt bis zum heutigen Stand der Forschung noch nicht vor. Daher soll diese Arbeit einen Beitrag dazu leisten, das Phänomen Make-and-Buy weiter zu beleuchten sowie sein Vorkommen innerhalb eines Medienunternehmens zu prüfen. Der hierfür gewählte Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist der TV-Bereich des Westdeutschen Rundfunks. Ziel ist es, anhand von Interviews in zwei Programmgruppen, konkrete Situationen und Beispiele innerhalb des Produktionsprozesses von TV-Sendungen des Westdeutschen Rundfunks aufzudecken.
Damit ist die Absicht dieser Arbeit zweigeteilt: Einerseits soll sie allgemein zeigen, dass Make-and-Buy Entscheidungen ein Phänomen sind, das nicht – so wie es die Literatur andeutet – einzig und allein auf klassischen Märkten zu beobachten ist, sondern auch auf Medienmärkten. Andererseits soll sie im Speziellen aufzeigen, in wie weit Make-and-Buy als Beschaffungsentscheidung innerhalb des Westdeutschen Rundfunks eine Rolle spielt, in welchen Prozessen sie anzutreffen ist, welche Motive dahinter stecken und welche Effekte damit erzielt werden sollen.
Im Rahmen der Gliederung der vorliegenden Arbeit wird im Folgenden zunächst auf die notwendige Wissensgrundlage über die Medienbranche eingegangen. Es wird dargelegt, was unter dem Medienbegriff zu verstehen und wie dieser einzuordnen ist. Des Weiteren wird eine Beschreibung der Mediensektoren und des Wertschöpfungsflusses innerhalb eines Medienunternehmens erfolgen. Damit soll eine Verständnisgrundlage über die Prozessketten und Produktionsprozesse in der Medienbranche geschaffen werden. Dieses Kapitel soll dem Leser eine Hilfestellung geben, um die Sonderstellung ebenso wie die Spezifika der Medienbranche und die in ihr gehandelten Mediengüter zu verstehen.
Anschließend liefert das dritte Kapitel eine ausführliche Darlegung der theoretischen Grundlagen zum Phänomen Make-and-Buy. Zu diesem Zweck wird zunächst eine Abgrenzung von Make-and-Buy Entscheidungen zu Make-or-Buy Entscheidungen vorgenommen, um deutlich zu machen, welche Erweiterungen an strategischen Optionen ein Unternehmen erst durch Anwendung von Make-and-Buy erreichen kann. Daraufhin erfolgt eine Übersicht über die möglichen Ausprägungen von Make-and-Buy Entscheidungen. Abschließend werden die Motive, die Determinanten und die Risiken anhand einer relevanten Auswahl der bisher veröffentlichten Schriften zum Make-and-Buy Phänomen kategorisiert und zusammengestellt.
Die gewonnenen Erkenntnisse über die Medienbranche werden im vierten Kapitel um die für die Fragestellung relevanten Erweiterungen aus dem öffentlich-rechtlichen TV-Sektor ergänzt. Damit sollen die speziellen Bedingungen einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt aufgezeigt werden, die maßgeblichen Einfluss auf strategische Entscheidungen haben. Unter Zuhilfenahme der Wertschöpfungs- und Prozesskette werden die aus dem vorherigen Kapitel gewonnenen Erkenntnisse dazu verwendet, anhand von bestimmten Situationen Beispiele für Make-and-Buy Konstellationen innerhalb des Westdeutschen Rundfunks aufzuzeigen, um anschließend aus diesen Konstellationen die Motive und Determinanten von Make-and-Buy innerhalb des Westdeutschen Rundfunks zu identifizieren.
Abschließend werden im Rahmen einer kritischen Würdigung die Ergebnisse sowie die Motive und Determinanten des vierten Kapitels mit den Ausführungen des dritten Kapitels abgeglichen, um daraufhin ein Fazit über Make-and-Buy Entscheidungen beim Westdeutschen Rundfunk beziehungsweise in der Medienbranche zu ziehen.
Inhaltsverzeichnis:
| Ehrenwörtliche Erklärung | 3 | |
| Inhaltsverzeichnis | 4 | |
| Abbildungsverzeichnis | 6 | |
| Tabellenverzeichnis | 6 | |
| I. | Einleitung | 7 |
| II. | Die Medienbranche | 9 |
| II.1 | Definition von Medien | 9 |
| II.2 | Abgrenzung der Medienbranche | 12 |
| II.2.1 | Sektoren der Medienbranche | 12 |
| II.2.2 | Charakterisierung von Medien als (Wirtschafts-)Gut | 15 |
| II.3 | Die primäre Wertschöpfungskette der Medienbranche | 21 |
| III. | Das Phänomen Make-and-Buy | 24 |
| III.1 | Abgrenzung zur Make-or-Buy Entscheidung | 24 |
| III.2 | Ausprägungen von Make-and-Buy Entscheidungen | 27 |
| III.3 | Motive, Determinanten und Risiken von Make-and-Buy Entscheidungen | 30 |
| IV. | Make-and-Buy am Beispiel des Produktionsprozesses von TV-Sendungen beim Westdeutschen Rundfunk | 40 |
| IV.1 | Der öffentlich-rechtliche TV-Sender | 41 |
| IV.1.1 | Aufgaben und Ziele | 42 |
| IV.1.2 | Das Produkt TV-Sendung | 45 |
| IV.1.2.1 | Zielvorgaben des Produktes | 47 |
| IV.1.2.2 | Programm, Format und Inhalt | 49 |
| IV.2 | Aufbau der Wertschöpfungskette der TV-Produktion beim WDR | 51 |
| IV.3 | Der Produktionsprozess von TV-Sendungen beim WDR | 53 |
| IV.4 | Make-and-Buy in den Programmgruppen „Service und Ratgeber“ sowie „Wirtschaft und Recht“ | 56 |
| IV.4.1 | Darstellung des Interviewgegenstandes | 58 |
| IV.4.2 | Motive und Determinanten von Make-and-Buy | 59 |
| V. | Kritische Würdigung von Make-and-Buy in der Medienbranche | 70 |
| Anhang | 72 | |
| Literaturverzeichnis | 98 |
Damit ist das größte Problem, dem TV-Sender gegenüberstehen, die Bestimmung der Qualität von TV-Sendungen. Öffentlich-rechtlichen Sendern obliegt hierbei durch den Grundversorgungs- beziehungsweise Programmauftrag zudem die besondere Verantwortung, ein inhaltlich ausgewogenes und qualitativ hochwertiges Programm anzubieten. Die Schwierigkeit besteht in der Tatsache, dass Qualität nicht objektiv messbar und dadurch auch nicht planbar ist.155 Wäre es möglich – wie beispielsweise bei der Produktion von elektronischen Geräten – die Qualität über hochwertige Bauteile zu konfigurieren und somit zu definieren, wäre die Qualität im Vorfeld nahezu vollständig kontrollierbar. Bei TV-Produkten allerdings können „[...] keine exakten Beziehungen zwischen den Ressourcen, der Produktionsstruktur und der Qualität der Produkte in Form einer Produktionsfunktion hergestellt werden [...]“156. In dem vorangegangenen Abschnitt wurde deutlich, dass die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zum größten Teil über monatlich zu zahlende Rundfunkgebühren erfolgt. Der Rezipient zahlt also einen Pauschalbetrag für einen bestimmten Zeitraum und nicht direkt für die TV-Sendungen, die er wirklich sehen will. Das hieraus entstehende Problem besteht darin, dass der Rezipient seine wahren Präferenzen nicht anhand seiner Zahlungsbereitschaft offenbart.157 Somit können keine Rückschlüsse auf die von dem Rezipienten geforderten qualitativen Ansprüche gezogen werden. Um der Lösung des Problems näher zu kommen, muss sich der TV-Sender fragen, wie ein Rezipient Qualität definiert beziehungsweise worin für ihn die Hauptgründe der Auswahl von Mediengütern wie TV-Produkten liegen können. Brack spricht hier von dem Zusatznutzen, der vom Rezipienten in Abgrenzung zu vergleichbarem Inhalt ermittelt wird.158 Tomsen benennt als wertbestimmende und damit möglicherweise auswahlentscheidende Faktoren, die eine TV-Sendung besitzen muss: Glaubwürdigkeit, Neuigkeitsgehalt, Reputation, Relevanz, Korrektheit, Authentizität und Aktualität.159 All diese Faktoren nehmen auf unterschiedliche Art Einfluss auf das verwendete Format, in dem der Inhalt präsentiert wird. Zudem sind sie mit ausschlaggebend für die bereits erwähnten Zielvorgaben, die im Vorfeld geschaffen werden, um das beschriebene Risiko des Nichtkonsums zu minimieren. [...]
IV.1.2. Das Produkt TV-Sendung TV-Sendungen unterliegen der Schwierigkeit, dass ihre Herstellungskosten nahezu ausschließlich fixe Kosten und zudem unabhängig davon sind, ob die letztendlich produzierte TV-Sendung von nur wenigen tausend oder mehreren Millionen Zuschauern gesehen wird. Diese Produktionskosten können im Vorfeld nicht an eine unerwartet geringe Nachfrage angepasst werden.151 TV-Produktion ist Einzelfertigung, bewegt sich aber, wie in der Arbeit von Kauschke/Klugins dargelegt, im Spektrum von Meterware und Maßarbeit.152 Damit ist TV-Produktion beziehungsweise das daraus entstehende TV-Produkt keine Mehrfachfertigung oder Massenproduktion, sondern Einzelfertigung153 - auch dann, wenn ein bestimmter Sendungstyp ähnlich produziert wird (beispielsweise wenn der TV-Sender mit dem Sendekonzept Erfolg hat, so dass er durch ähnliche Produktionen bei dem Rezipienten einen Wiedererkennungswert und damit ein gewisses Vertrauen in den zu erwartenden Nutzen aufbauen kann). Die Produktionsfaktoren werden oftmals nur für eine bestimmte Zeit an dieses Produktionsprojekt gebunden. Das ist der Grund, warum die TV-Produktion in den meisten Fällen einen Projektcharakter besitzt. Daher sind auch keine Großproduktionen möglich, bei denen Skaleneffekte ausgenutzt werden könnten, um so die Produktionskosten zu senken.154 TV-Sendungen müssen also Attribute erhalten, die den Konsum durch den Zuschauer gewährleisten. [...]
Ein weitaus geringerer Teil der Finanzierung wird über den Werbemarkt erzielt. Wann Werbung erfolgen und welchen Anteil beziehungsweise Umfang sie einnehmen darf, wird ebenfalls durch den Rundfunkstaatsvertrag geregelt. Er besagt diesbezüglich, dass die Dauer der ausgestrahlten Werbung pro Tag nicht mehr als 20 Minuten betragen darf. Außerdem sind Werbeausstrahlungen nach 20.00 Uhr untersagt. Insgesamt dürfen die Werbeeinnahmen nicht mehr als 10 Prozent der Gesamteinnahmen des öffentlichrechtlichen Senders ausmachen.150 Aus den elementaren Vorgaben des Grundversorgungsauftrages an die Angebote sowie aus der Art der Finanzierung öffentlich-rechtlicher Sender ergibt sich, dass in der Gestaltung eines qualitativ hochwertigen Programms eine zentrale Zielvorgabe gesehen werden kann, der eine hohe Bedeutung zukommt. Auf diese und weitere Zielvorgaben an das Programm und die in ihm dargebotenen Programminhalte beziehungsweise Programmformate wird im Verlauf des nächsten Abschnitts ausführlich eingegangen, da in diesen Vorgaben Motive und Determinanten für Make-and-Buy Entscheidungen liegen können. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832495435
Arbeit zitieren:
Altenwerth, Dirk Juni 2005: Make-and-Buy-Entscheidungen in der Medienbranche, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Unternehmensstrategie, Plural Forms, Wertschöpfungskette, Coase, Make and Buy



