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Einleitung:
Die neueren Entwicklungen in der Medizin führen zu einer Medikalisierung des Sterbens. Das Bild des Todes in der modernen Gesellschaft hat – im Gegensatz zum Todesbild der Vormoderne – einen grundlegenden Wandel erfahren. Fürchtete man früher den plötzlichen, den unerwartbaren Tod, ist es heute eher ein künstlich verlängertes und langsames Sterben, das Angst auslöst.
Häufig hört man die Aussage, ein schöner Tod wäre der, einfach einzuschlafen. Aber lässt die moderne Medizin dies überhaupt zu? Welche Wege und Mittel hat der Einzelne, seinen Tod zu gestalten wie er es für richtig findet und welche Chancen aber auch Risiken bergen institutionalisierte Formen des Umgangs mit dem Tod wie etwa Patientenverfügungen? Können Patientenverfügungen halten, was sie versprechen? Geben sie Sicherheiten in einem Thema voller Unsicherheiten?
Und weiter, gibt es gute Gründe für eine aktive Entscheidung für den Tod? Darf man in einer modernen Gesellschaft einem Patienten das Recht zusprechen, sich auch gegen ein Weiterleben zu entscheiden? Kann man verantworten, dass andere in Form von passiver oder auch aktiver Sterbehilfe in diese Entscheidung mit eingebunden werden und damit auch Verantwortung tragen? Kann und darf eine solch schwerwiegende Entscheidung einer Person in die Hände gelegt werden, kann diese autonom entscheiden?
Diese und andere Fragen drängen sich bei diesem heiklen Thema auf und um deren Beantwortung wird es unter anderem in dieser Arbeit gehen. Ziel dieser Arbeit wird also sein, die Konstruktion von Sicherheiten im Umgang mit Sterben und Tod in der modernen Gesellschaft zu untersuchen. Es soll dabei vor allem um die Veränderung der Todesbilder und die ethische Frage der Sterbenspraktiken vor dem Hintergrund von Patientenverfügungen und Sterbebegleitung gehen, unter besonderer Beachtung der Herstellung von Sicherheiten.
Tod, Sterben und was damit zu tun hat ist in der heutigen Zeit immer noch ein Tabu-Thema. Zwar wird es mittlerweile durchaus thematisiert und es entstehen immer mehr Einrichtungen, die für den Sterbeprozess ausgelegt sind wie etwa Hospize oder palliativmedizinische Einrichtungen. Aber wie differenziert die Auseinandersetzung mit Sterben in der heutigen Gesellschaft wirklich ist, lässt sich daraus nicht erkennen.
Im Laufe der Arbeit wird zu zeigen sein, wie durch die aktuelle Debatte vor allem von so genannten Experten Sicherheiten in die soziale Wirklichkeit hineinkonstruiert werden, wie aber im gleichen Atemzug auch Unsicherheiten entstehen und wie die konstruierten Sinnzusammenhänge ihre Wirkung finden.
Um diese Problemstellung auch und vor allem methodisch erschließen zu können, bietet sich eine Diskursanalyse der aktuellen öffentlichen (Experten-) Diskussion an. Dazu werden erst die begrifflichen Grundlagen einer kritischen Diskursanalyse anknüpfend an die Diskurstheorie von Michel Foucault gelegt, um dann das methodische Vorgehen theoretisch zu spezifizieren. Die Analyse des Datenmaterials wird den nächsten großen thematischen Abschnitt dieser Arbeit bilden. Daran anschließend sollen die Ergebnisse mit dem Bild des Sterbens und des Todes in der Moderne in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht werden.
Natürlich kann im Rahmen einer solchen Arbeit nicht alles erschöpfend dargestellt werden, dennoch soll am Ende ein differenzierter Überblick über die Thematik entstehen.
Inhaltsverzeichnis:
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