Beitrag zur Leistungssteigerung von Personenverkehrsanlagen
Aspekte des Einsatzes, der Gestaltung und Bemessung von Zwillingsbahnsteigen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ronny Müller
- Abgabedatum: November 2005
- Umfang: 163 Seiten
- Dateigröße: 5,5 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Brandenburgische Technische Universität Cottbus Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9496-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9496-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9496-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Müller, Ronny November 2005: Beitrag zur Leistungssteigerung von Personenverkehrsanlagen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Haltezeit, Bahnsteiganordnung, Fahrgastwechselzeit, Fahrgatsverteilung, Zugabfertigung
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Diplomarbeit von Ronny Müller
Zusammenfassung:
Eisenbahnfahrzeuge sind grundsätzlich Zweirichtungsfahrzeuge, die das Ein- und Aussteigen an beiden Fahrzeugseiten gestatten. Die traditionelle Gestaltung und Anordnung von Gleisanlagen und Bahnsteigen wird allerdings seit Jahrzehnten durch den zeitgleich einseitigen Fahrgastwechsel geprägt. Großereignisse, wie der Weltjugendtag 2005 in Köln, die bevorstehende Fußball-WM in Deutschland und ebenso der tägliche Berufsverkehr, können zur enormen Auslastung einer Verkehrsanlage führen, bei der kritische Situationen eintreten, Gleise länger als vorgesehen besetzt bleiben, Züge nicht rechtzeitig abfahren können, gar ausfallen oder Fahrgäste zurück bleiben müssen.
Anlass dieser Diplomarbeit war daher die Untersuchung von Zwillingsbahnsteigen – so nennt man die Zuordnung von zwei Bahnsteigkanten zu einem Bahnsteiggleis – als ein Mittel zur Leistungssteigerung bzw. zur Vermeidung der erwähnten kritischen Situationen. Unter diesem Aspekt wurden verkehrliche und betriebliche, aber auch technische Gesichtspunkte, wie die heute üblichen Technologien der Zugabfertigung und der Fahrgastinformation, erörtert, bewertet und zugleich Hinweise und Empfehlungen zur Bemessung von Zwillingsbahnsteigen dargelegt.
Mit der Anordnung von zwei Bahnsteigkanten zu einem Bahnsteiggleis ergeben sich, einschließlich der traditionellen einseitigen Anordnung, insgesamt drei Grundvarianten der Verteilung der Fahrgastströme auf den Bahnsteigen:
- Variante 1: Traditionelle Anordnung – Eine Bahnsteigkante je Bahnsteiggleis.
- Variante 2: Zwillingsbahnsteig – Trennung der Fahrgastströme.
- Variante 3: Zwillingsbahnsteig – Vermischung der Fahrgastströme.
In einem ausführlichen Leistungsvergleich wird auf die wesentlichen Vor- und Nachteile dieser aufgeführten Varianten und mögliche Anwendungsgebiete eingegangen sowie der Nachweis der Reduzierung an Fahrgastwechselzeit erbracht. Es kann somit im günstigsten Fall die Zeit für das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste um bis zu 48 % verringert oder – im Gegensatz dazu – bei sonst üblichen Haltezeiten der Züge die Zahl der ein- und aussteigenden Fahrgäste nahezu verdoppelt werden. Es besteht damit die Möglichkeit, Taktzeiten zu verdichten, ohne dass zusätzliche Fahrzeuge oder mehr Personal zum Einsatz kommen müssen.
Die grundsätzliche Erörterung des Themas Zwillingsbahnsteig ist in dieser Arbeit mit dem Fallbeispiel der S-Bahnsteige des Bahnhofs in Warnemünde ergänzt worden. Diese verknüpfen auf vorteilhafte Weise die beiden herausgearbeiteten Hauptanwendungsfälle eines Zwillingsbahnsteiges, die stark belastete Nahverkehrsstation und den Kopfbahnhof. Es wurden Vorschläge zur baulichen Umgestaltung gegeben und deren Auswirkungen auf den Fahrgastkomfort und betriebliche Prozesse aufgezeigt. Es wird weiterhin auf die verkehrliche Bedeutung der S-Bahnlinie Rostock – Warnemünde und den Maßnahmen der Deutschen Bahn AG bei hohem Fahrgastaufkommen eingegangen.
Die stetig wachsende Mobilität und das gesteigerte Umweltbewusstsein erfordern Lösungen. Zwillingsbahnsteige bieten die Möglichkeit, die Leistung von Personenverkehrsanlagen der Eisenbahn, eines umweltfreundlichen Verkehrsträgers, auf deutliche Weise zu steigern. Mit der Entflechtung stark auftretender Verkehrsströme ergeben sich ein hoher Qualitätsgewinn für den Fahrgast und eine Leistungssteigerung für die Eisenbahnunternehmen. Zwillingsbahnsteige können hierfür einen bedeutsamen Beitrag leisten.
Inhaltsverzeichnis:
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | III | |
| FORMELZEICHENVERZEICHNIS | V | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| TABELLENVERZEICHNIS | VIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Entwicklung Zwillingsbahnsteig | 3 |
| 2.1 | Geschichtlicher Rückblick | 3 |
| 2.2 | Beispiele bestehender Anlagen | 5 |
| 2.2.1 | Spanien: Metro in Barcelona | 5 |
| 2.2.2 | Spanien: Metro in Madrid | 7 |
| 2.2.3 | Italien: Metro in Mailand | 7 |
| 2.2.4 | S-Bahn München: Hauptbahnhof, Stachus, Marienplatz | 8 |
| 2.2.5 | S-Bahn Berlin: Warschauer Straße | 10 |
| 3. | Fahrgastwechsel und seine Einflussfaktoren | 12 |
| 3.1 | Bedeutung | 12 |
| 3.2 | Komponente Fahrgast | 13 |
| 3.2.1 | Geschlecht und Alter | 13 |
| 3.2.2 | Mobilitätsbehinderte Fahrgäste | 15 |
| 3.3 | Komponente Feste Anlage | 18 |
| 3.3.1 | Gestaltung | 18 |
| 3.3.2 | Bahnsteighöhe | 23 |
| 3.4 | Komponente Fahrzeug | 26 |
| 3.4.1 | Anforderungen der Eisenbahnunternehmen und Kunden | 26 |
| 3.4.2 | Gestaltung der Fahrzeuge | 26 |
| 3.5 | Komponente Betrieb | 34 |
| 3.5.1 | Umlaufzeit, Fahrzeit, Haltezeit, Wendezeit | 34 |
| 3.5.2 | Einfluss der Haltezeit | 35 |
| 4. | Aspekte eines Zwillingsbahnsteiges | 40 |
| 4.1 | Modell | 40 |
| 4.2 | Leistungsbetrachtung | 41 |
| 4.2.1 | Möglichkeiten der Bahnsteiganordnung und Fahrgastverteilung | 41 |
| 4.2.2 | Leistungsvergleich der Grundvarianten 1 bis 3 | 44 |
| 4.2.3 | Ungleichmäßige Fahrgastverteilung | 57 |
| 4.2.4 | Anwendungsbeispiel | 60 |
| 4.3 | Bauliche und technische Aspekte | 62 |
| 4.3.1 | Einleitung | 62 |
| 4.3.2 | Fahrgastinformation | 63 |
| 4.3.3 | Bahnsteigbreite- und Ausstattung, Bezeichnung der Bahnsteige | 68 |
| 4.3.4 | Seitenselektive Türsteuerung (SST) | 74 |
| 4.4 | Betriebliche Aspekte | 78 |
| 4.4.1 | Einfluss des Zwillingsbahnsteiges auf die Fahrplankonstruktion | 78 |
| 4.4.2 | Zugabfertigung | 84 |
| 4.4.3 | Sicherheit im Bahnsteiggleisbereich | 91 |
| 4.5 | Aspekte der Anwendung und Mehrkostenaufwand | 93 |
| 4.5.1 | Wesentliche Anwendungsfälle | 93 |
| 4.5.2 | Mehrkostenaufwand | 95 |
| 5. | Entwurf: Bahnhof Warnemünde | 100 |
| 5.1 | Einleitung | 100 |
| 5.2 | Hintergrund S-Bahn Rostock | 100 |
| 5.2.1 | Geschichte | 100 |
| 5.2.2 | Bedeutung S-Bahn für Warnemünde | 103 |
| 5.2.3 | Bahnhof Warnemünde | 104 |
| 5.3 | Entwurf | 107 |
| 5.3.1 | Betriebliche Maßnahmen bei hohem Fahrgastandrang | 107 |
| 5.3.2 | Mittelbahnsteig 2/3 | 110 |
| 5.3.3 | Optionaler Außenbahnsteig 1a | 119 |
| 6. | Fazit | 120 |
| Literatur- und Quellenverzeichnis | 122 | |
| Anhang | 128 | |
| Anlage 1 | 130 | |
| Anlage 2 | 135 | |
| Anlage 3 | 137 | |
| Anlage 4 | 139 | |
| Anlage 5 | 141 | |
| Anlage 6 | 144 | |
| Anlage 7 | 147 | |
| Anlage 8 | 149 | |
| Anlage 9 | 150 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832494964
Arbeit zitieren:
Müller, Ronny November 2005: Beitrag zur Leistungssteigerung von Personenverkehrsanlagen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Haltezeit, Bahnsteiganordnung, Fahrgastwechselzeit, Fahrgatsverteilung, Zugabfertigung




