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Mitarbeitermotivation

Eine kritische Beurteilung betrieblicher Anreizsysteme

Mitarbeitermotivation
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jochen Laufer
  • Abgabedatum: November 2004
  • Umfang: 110 Seiten
  • Dateigröße: 429,6 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kaiserslautern, Standort Zweibrücken Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9424-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9424-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9424-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Laufer, Jochen November 2004: Mitarbeitermotivation, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Motivationstheorien, Materielle Motivationsinstrumente, Immaterielle, Motivationsbarrieren, Personalführung

Diplomarbeit von Jochen Laufer

Gang der Untersuchung:

Das Ziel der Arbeit ist es, die Vielfalt der Motivationsinstrumente (materielle und immaterielle Instrumente) in ihrer Bedeutung und Funktion für die Motivation zu untersuchen. Es soll die Frage beantwortet werden, wie ein Unternehmen ihre Mitarbeiter dauerhaft motivieren kann.

Dabei sollen zu Beginn der Arbeit einige motivationstheoretische Grundlagen erläutert und dargestellt werden. Neben Begriffsdefinitionen und Erläuterungen (Bedürfnisse, Motive, Motivation,.....) sind dies u. a. auch verschiedene Motivationstheorien, differenziert nach Inhalts- und Prozesstheorien, um ein Verständnis über das Warum und Wie des menschlichen Handelns zu erlangen.

Anschließend werden in Kapital 3 verschiedene materielle Motivationsinstrumente dargestellt und kritisch auf ihre Motivationswirkung „überprüft“. Hier geht es um den Bereich der Vergütung bzw. um variable Lohn- und Gehaltskomponenten, materielle Mitarbeiterbeteiligung, Sozialleistungen und Cafeteriasysteme.

Kapitel 4 befasst sich dann mit den immateriellen Motivationsinstrumenten. Sie werden ebenfalls unter dem Aspekt der Motivation beleuchtet und beinhalten z. B. Instrumente wie die Personalführung, Personalentwicklung, Mitarbeitergespräche und Beurteilungen, aber auch das Betriebsklima und die Unternehmenskultur werden angesprochen. Den Abschluss bildet Kapitel 5, in dem verschiedene Motivationsbarrieren behandelt werden.

Zusammenfassung:

Auch zukünftig kommt dem Humanpotenzial eine wesentliche Bedeutung zu, da es die wichtigste Voraussetzung für einen dauerhaften Erfolg des Unternehmens darstellt. Die Mitarbeiter selbst sind es, die über den Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmung entscheiden. Aus diesem Grunde gilt es für die Unternehmensführung, entsprechend positiv auf die Motivation der Mitarbeiter einzuwirken. Denn nur mit hoch motivierten Mitarbeitern sind außerordentliche Erfolge zu realisieren, da diese mehr leisten als andere und sich stärker mit dem Unternehmen identifizieren. Zur Aufgabe der Führungskraft gehört es, Faktoren, die demotivierend auf die Belegschaft einwirken, zu neutralisieren. Doch gerade der Vorgesetzte stellt oft den größten Demotivationsfaktor dar. Um entsprechend führen zu können ist es wichtig, dass er die Bedürfnisse und die Erwartungen seiner Mitarbeiter kennt. Außerdem muss er diesen die Möglichkeit zu Selbstentfaltung geben und eine optimale Ausgangsposition für ein sinnvolles Arbeiten bieten.

Im Rahmen der materiellen Motivationsinstrumente kann festgehalten werden, dass der Trend einer Flexibilisierung der Vergütung weiterhin Bestand haben wird. Einerseits sollte die individuelle Leistung honoriert, andererseits aber auch der jährliche Unternehmenserfolg berücksichtigt werden. Unter dem Aspekt der Motivationserhaltung aber auch aus Gründen der Gerechtigkeit erscheint dies sinnvoll. So werden in Zukunft eine gerechte Beteiligung am Erfolg eines Unternehmens bzw. Teams und eine gerechte Vergütung der individuellen Leistung ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur werden. Werden freiwillige Sozialleistungen gewährt ist es von entscheidender Bedeutung, dass das Unternehmen die Präferenzen der Mitarbeiter kennt. Die materiellen Motivationsinstrumente bilden aber eher das Fundament, um die Demotivation der Belegschaft zu verhindern. Diese materiellen Anreizsysteme sind der Motivation nur bis zu einem bestimmten Grad dienlich. So besteht ihre wichtigste Aufgabe in der Vermeidung der Unzufriedenheit.

Denn nur wenn keine Unzufriedenheit vorherrscht, ist es möglich durch die immateriellen Motivationsinstrumente höchste Motivationswirkungen beim Mitarbeiter zu erzielen. Der Mitarbeiterführung kommt hierbei eine bedeutende Funktion zu. Mit Hilfe mitarbeiterorientierter und kooperativer Führungsstile werden wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich Mitarbeiter motivieren können, denn sie selbst können dies am besten. Anerkennung, Information und Vertrauen werden zu wichtigen Erfolgsfaktoren. Gerade das Lob ist eine sehr einfache und kostengünstige Alternative im Hinblick auf die Mitarbeitermotivation. Eine ausreichende Information und Kommunikation führt zudem zu mehr Wissen um die Zusammenhänge und Organisation in einem Unternehmen, was sich positiv auf die Identifikation mit dem Betrieb auswirken kann. Das Vertrauen der Führungskraft in den Mitarbeiter und dessen Leistungskraft spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle, da dieser dadurch die ihm zugetraute Leistung in die Realität umsetzen möchte. Auch erscheint die Delegation von Verantwortung und Kompetenzen, beisp. im Rahmen von Zielvereinbarungen, unter Motivationsaspekten sinnvoll.

Durch verschiedene Maßnahmen der Personalentwicklung wie z. B. die Karriere- und Laufbahnplanung oder Formen des Arbeitsplatzwechsels bzw. der Aufgabenbereicherung lassen sich ebenso positive Veränderungen im Hinblick auf die Motivation bewirken. Es ist zudem Aufgabe der Führungsebene, die Basis zur Entwicklung einer unternehmenseigener Kultur zu schaffen und das betriebsinterne Klima positiv zu beeinflussen, da durch ein positives Betriebsklima die Motivation der Belegschaft, der Meinungsaustausch über mögliche Entwicklungsfelder und Verbesserungen sowie ein offener Gedankenaustausch gefördert werden.

Dennoch stellt die Arbeit selbst den wichtigsten Motivationsfaktor dar. Damit die Mitarbeiter ihr gesamtes Potenzial einbringen können, sind sinnvolle Arbeit innerhalb anspruchsvoller Tätigkeitsbereiche, ein größerer Handlungsspielraum und mehr Verantwortung hierfür Voraussetzungen. Dies ermöglicht die Befriedigung des Bedürfnisses nach Selbstverwirklichung am Arbeitsplatz. Der Vorgesetzte nimmt hierbei mehr die Rolle des Coaches bzw. des Koordinators ein, was ein hohes Maß an sozialer Kompetenz voraussetzt. Um die gewünschten Motivationseffekte zu erreichen ist es von entscheidender Bedeutung, dass es zu einem ausgewogenen Zusammenspiel der Motivationsinstrumente kommt. Dabei ist, abhängig von den individuell unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen und Lebenssituationen, ein individueller Einsatz der Motivationsinstrumente erforderlich. Ein pauschaler Einsatz der Instrumente für alle Menschen wäre der falsche Weg. Damit sich diese aber voll entfalten können, müssen Motivationsbarrieren, wie das Mobbing, die innere Kündigung oder auch der Verdrängungseffekt erkannt und mit entsprechenden Mitteln beseitigt werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Zielsetzung und Gang der Untersuchung 3
2. Motivationstheoretische Grundlagen 5
2.1 Begriffsdefinitionen und Erläuterungen 5
2.1.1 Bedürfnisse und Motive 5
2.1.2 Motivation vs. Motivierung 6
2.1.3 Intrinsische vs. extrinsische Motivation 7
2.1.4 Motivationsprozess 8
2.1.5 Leistung und Arbeitszufriedenheit 9
2.1.6 Werte und Wertewandel 10
2.2 Inhaltstheorien der Motivationsforschung 12
2.2.1 Bedürfnistheorie von Maslow 14
2.2.2 E-R-G-Theorie von Alderfer 16
2.2.3 Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg 19
2.2.4 Theorie der gelernten Bedürfnisse von McCelland 22
2.2.5 X-Y-Theorie von McGregor 23
2.3 Prozesstheorien der Motivationsforschung 25
2.3.1 VIE-Theorie von Vroom 25
2.3.2 Erwartungs-Wert-Modell von Porter und Lawler 28
2.3.3 Balance-Theorie von Adams 30
2.3.4 Anreiz-Beitrags-Theorie von March und Simon 31
2.3.5 Zieltheorie von Locke 33
2.4 Zusammenfassung und Schlussfolgerung 34
3. Materielle Motivationsinstrumente und Anreizsysteme 36
3.1 Vergütung und variable Lohn- und Gehaltskomponenten 36
3.1.1 Erfolgsorientierte Vergütung 38
3.1.2 Leistungsorientierte Vergütung 39
3.1.3 Team- und gruppenorientierte Vergütung 41
3.2 Materielle Mitarbeiterbeteiligung 42
3.2.1 Erfolgsbeteiligung 42
3.2.2 Kapitalbeteiligung 44
3.3 Sozialleistungen durch das Unternehmen 47
3.4 Mitarbeiterorientierung durch Cafeteria-Systeme 48
4. Immaterielle Motivationsinstrumente und Anreizsysteme 51
4.1 Motivationsoptimierte Personalführung 51
4.1.1 Führungsstile und soziale Kompetenz 51
4.1.2 Motivierung durch Delegationen 53
4.1.3 Motivierender Aspekt von Zielvereinbarungen 54
4.1.4 Führungskräfte als Coach (Coaching) 55
4.1.5 Motivation durch Vertrauen 56
4.1.6 Information und Kommunikation 57
4.1.7 Annerkennung und Kritik 58
4.2 Motivierende Instrumente einer modernen Führungskultur 60
4.2.1 Motivation durch zeitgemäße Personalentwicklung 60
4.2.1.1 Ziele und Maßnahmen der Personalentwicklung 60
4.2.1.2 Job Rotation, Job Enlargement, Job Enrichment 62
4.2.1.3 Qualitätszirkel 63
4.2.1.4 Karriere- und Laufbahnplanung 64
4.2.2 Mitarbeitergespräch 65
4.2.3 Mitarbeiterbeurteilung 67
4.2.4 Vorgesetztenbeurteilung 69
4.2.5 Mitarbeiterbefragung 70
4.2.6 Betriebliches Vorschlagswesen 72
4.3 Unternehmenskultur und Betriebsklima 73
4.4 Arbeit selbst als Motivator 75
5. Motivationsbarrieren und ihre Folgen 77
5.1 Mobbing – Schikane am Arbeitsplatz 77
5.2 Phänomen der inneren Kündigung 78
5.3 Verdrängungseffekt extrinsischer Anreizinstrumente 80
6. Zusammenfassung der Erkenntnisse 82
Literaturverzeichnis 85
Anhang mit Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 95
Erklärung 111

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das Vertrauen des Vorgesetzten in den Mitarbeiter und dessen Leistungskraft spielt im Unternehmen eine entscheidende Rolle. Mit Vertrauen ist allgemein die Zuversicht in die Integrität und Fähigkeiten eines Menschen gemeint, wobei diese nicht gefordert, sondern nur entgegengenommen werden kann.229 Zurückhaltung und Aufrichtigkeit sind geeignet, um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Hierzu hat der Vorgesetzte natürlich seine eminent wichtige Vorbildfunktion wahrzunehmen. Vertrauen kann aber auch dadurch geschaffen werden, dass beisp. im Unternehmen auf Zeiterfassungssysteme verzichtet wird. Dies stellt einen Vertrauensvorschuss dar, der dem Mitarbeiter ein enormes Maß an Verantwortungsbereitschaft sowie Selbständigkeit attestiert. Förderlich für ein vertrauensvolles Arbeitsklima ist sicher auch der rücksichtsvolle und respektvolle Umgang mit den Mitarbeitern, denn je stärker bei diesen Vertrauen und Zuversicht ausgeprägt sind, desto motivierter werden sie sich der Arbeit annehmen.230 [...]

Das Führen durch Zielvereinbarungen, auch ‚Management by Objectives’ (MbO) genannt, ist ein wichtiger Bestandteil einer modernen Führungskultur zur Optimierung der Mitarbeitermotivation. Innerhalb des Zielvereinbarungsprozesses (siehe Abb. 18 im Anhang) haben die Führungskräfte die Aufgabe, zusammen mit ihren Mitarbeitern Ziele festzulegen, die aus den Unternehmenszielen abgeleitet und auf die darunter liegenden Führungsebenen herunter gebrochen werden. Dabei werden nur die Ziele festgelegt, die Wahl der Ressourcen und Maßnahmen zur Zielerreichung fallen vollständig in den Aufgabenbereich des Aufgabenträgers.219 Von entscheidender Bedeutung ist, dass die Teilziele gemeinsam erarbeitet werden und Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten durch präzise Stellenbeschreibungen klar definiert sind.220 Um eine optimale Zielverfolgung bzw. eine Identifikation der Mitarbeiter mit den Zielen zu erreichen, müssen gewisse Ansprüche an die Ziele gestellt werden. Sie müssen realistisch, messbar, anspruchsvoll, schriftlich vereinbart, widerspruchsfrei und zugleich für einen bestimmten Zeitraum definiert sein.221 [...]

Von Vorteil ist sicher, dass Entscheidungen auf der Ebene getroffen werden, auf der sie am fachgerechtesten entschieden werden können, nämlich bei den Mitarbeitern. Bei diesen kommt es einerseits zu einer Förderung der Eigeninitiative und der Verantwortungsbereitschaft, andererseits werden die Bedürfnisse nach Anerkennung und Selbstverwirklichung erfüllt, woraus eine erhöhte Motivation und Arbeitszufriedenheit resultiert. Die Führungskräfte hingegen werden von Routineentscheidungen entlastet, und können sich somit auf die eigentlichen Führungs- und Steuerungsaufgaben konzentrieren. Außerdem ist durch die Delegation auch das Erkennen von Mitarbeiterpotentialen möglich.217 Eine Gefahr besteht allerdings dann, wenn Vorgesetzte nur uninteressante Aufgaben delegieren, Angst vor Autoritätsverlust haben, an den Fähigkeiten der Mitarbeiter zweifeln und den Willen haben, am [...]

Arbeit zitieren:
Laufer, Jochen November 2004: Mitarbeitermotivation, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Motivationstheorien, Materielle Motivationsinstrumente, Immaterielle, Motivationsbarrieren, Personalführung

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