Kundenbindung und Kundenbindungsmanagement
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Simon Becker
- Abgabedatum: Dezember 2005
- Umfang: 68 Seiten
- Dateigröße: 1,8 MB
- Note: 1,8
- Institution / Hochschule: accadis - Bad Homburg School of International Business Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9376-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9376-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9376-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Becker, Simon Dezember 2005: Kundenbindung und Kundenbindungsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: CRM, Customer Relationship Management, Beschwerde, Kundenclub, Kundenkarte
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Diplomarbeit von Simon Becker
Einleitung:
Konkurrenz aus dem Ausland, sinkende Wachstumsraten, intensiver Wettbewerbsdruck, dynamischer Wandel der Märkte - dies sind nur einige Faktoren von einer ganzen Bandbreite von Einflussgrößen, welche die deutschen Unternehmen in den letzten Jahren zum Umdenken gezwungen haben.
Verkauften sich in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge des Wirtschaftswunders die Produkte praktisch wie von selbst, da keine Engpässe vorlagen und die Nachfrage das Angebot bei weitem überstieg, so war in der Folgezeit angesichts eines zunehmenden Überangebotes an Waren und allgemeinen Sättigungserscheinungen ein grundlegender Wandel von einstigen Verkäufer- hin zum Käufermarkt zu beobachten. Die Unternehmen erkannten die Notwendigkeit der Marktorientierung, um die Bedürfnisse spezieller Zielgruppen anzusprechen und dementsprechend zu produzieren. In den 80er Jahren wurden die ersten Instrumente des modernen Marketings entwickelt; so war beispielsweise der vermehrte Einsatz von Methoden zur Marktsegmentierung oder Produktpositionierung zu beobachten.
In den 90er Jahren dann änderte sich das Selbstverständnis der Unternehmen, die Phase der sog. Umfeldorientierung setzte ein. Mit zunehmendem Einfluss ökologischer Faktoren, politischen Entwicklungen sowie technologischer Tendenzen und gesellschaftlicher Veränderungen sind jene Unternehmen erfolgreich, die diese Entwicklungen schnell erkennen und darauf reagieren können.
Nicht zuletzt rückte im Zuge dieser Entwicklung auch der Kunde immer mehr in den Mittelpunkt, wie nur wenige andere Themen erfährt der Bereich der Kundenorientierung zur Zeit eine breite Aufmerksamkeit, Begriffe wie „Customer Relationship Management“, „Relationship Marketing“ oder „Customer Value“ sind aktuell und prägen die strategische Ausrichtung eines modernen Unternehmens. Nicht zuletzt der enorm hohe finanzielle Aufwand bei der Neukundenakquisition (die bis zu fünfmal höhere Kosten verursachen kann als die Pflege der Bestandskunden) und die Tatsache, dass im Schnitt bis zu 65 Prozent eines jeden Geschäftes mit Stammkunden getätigt werden, führte in den letzten Jahren dazu, dass die Bindung bestehender Kunden das zentrale Thema marketingpolitischer Überlegungen wurde und der „treue Kunde“ heutzutage im Fokus des Interesses steht.
Auch in Zukunft werden unsere Märkte geprägt sein vom Wandel des einstigen Verkäufermarktes hin zum Käufermarkt und eine immer stärker werdende Positionierung des Konsumenten ermöglichen. Vor diesem Hintergrund besteht in theoretischer Hinsicht heutzutage keinerlei Zweifel daran, dass eine kundenorientierte Unternehmenskultur und -führung im Hinblick auf den steigenden Wettbewerbsdruck durch fortschreitende Internationalisierung, hohem Sättigungsniveau und raschen technologischen Wandel einen der wichtigsten und zentralen Erfolgsfaktoren eines Unternehmens darstellt.
Trotz dieser Erkenntnisse lassen sich in der unternehmerischen Praxis immer wieder Diskrepanzen bezüglich einer ganzheitlichen Kundenorientierung ausmachen. Die Wirklichkeit sieht meist so aus, dass zwar an ausgewählten Instrumenten wie z.B. die Einrichtung eines Call-Centers oder dem Aufbau von Kundendatenbanken gearbeitet wird, diese Einzelinstrumente jedoch weitgehend isoliert Anwendung finden, da ein integriertes Gesamtkonzept zur Durchsetzung umfassender Kundenorientierung fehlt. Eine Verbindung verschiedener strategischer Alternativen in operative Umsetzung wird meist nur unzureichend oder im schlimmsten Falle erst gar nicht erreicht.
Gang der Untersuchung:
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, den Bereich der Kundenbindung und des Kundenbindungsmanagements als wesentlichen Faktor für unternehmerischen und ökonomischen Erfolg darzustellen und die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den beiden Konstrukten aufzuzeigen und deren Bedeutung zu erklären. Anhand ausgewählter Instrumente soll gezeigt werden, welche verschiedenen Möglichkeiten sich den Unternehmen heutzutage bieten, zielgerichtet nachhaltige Kundenbindung zu erreichen und diese effektiv zu managen.
Es sollen im Verlauf der Untersuchung unter anderen folgende Fragestellungen erläutert und beantwortet werden:
Die Phänomene Kundenzufriedenheit, Kundenbindung und Kundenbindungs-management. Wie entstehen sie und wie sind sie zu erklären?
Welche Zusammenhänge und Wechselwirkungen bestehen zwischen den Elementen Kundenzufriedenheit, Kundenbindung und Kundenbindungsmanagement, die Grundlage für den unternehmerischen Erfolg sind?
Welche Möglichkeiten und Instrumente bieten sich den Unternehmen von heute, um Kundenbindung zu erreichen und effektiv zu managen?
Diese Arbeit ist in sechs Kapitel unterteilt. Die Untersuchung beginnt mit der Vorstellung einer leicht modifizierten Variante der klassischen Wirkungskette der Kundenbindung, welche das Grundgerüst der Untersuchung bilden wird und anhand deren Verlauf sich diese Arbeit orientiert.
Im Rahmen der Wirkungskette werden die Begriffe „Kundenzufriedenheit“, „Kundenbindung“ und „Kundenbindungsmanagement“ vorgestellt, diese jeweils in einem eigenen Kapitel erläutert und ihre Einordnung und Bedeutung innerhalb der Wirkungskette aufgezeigt.
Anschließend werden die Wirkungszusammenhänge zwischen diesen genannten Elementen erklärt, wobei ein besonderer Fokus auf der Verbindung zwischen Kundenbindung und den Instrumenten des Kundenbindungsmanagements liegt sowie deren Bedeutung für den unternehmerischen und ökonomischen Erfolg.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung, Aufbau und Ziele der Diplomarbeit | 1 |
| 1.1 | Einleitung | 1 |
| 1.2 | Bewertung und Ausblick | 2 |
| 1.3 | Aufbau und Ziele der Diplomarbeit | 2 |
| 2. | Die Wirkungskette der Kundenbindung | 4 |
| 3. | Kundenzufriedenheit | 6 |
| 3.1 | Definition und Entstehung der Kundenzufriedenheit | 6 |
| 3.1.1 | Die Attributionstheorie | 7 |
| 3.1.2 | Die Equity-Theorie | 8 |
| 3.1.3 | Das Confirmation/Disconfirmation-Paradigma | 9 |
| 3.1.3.1 | Das Kano-Modell der Kundenzufriedenheit | 10 |
| 3.2 | Zusammenfassung | 12 |
| 4. | Kundenbindung | 14 |
| 4.1 | Definition der Kundenbindung | 14 |
| 4.2 | Entstehung von Kundenbindung | 15 |
| 4.2.1 | Die verhaltenstheoretische Betrachtung | 15 |
| 4.2.1.1 | Die Theorie der kognitiven Dissonanz | 15 |
| 4.2.1.2 | Die Risikotheorie | 16 |
| 4.2.1.3 | Die Lerntheorie | 17 |
| 4.2.2 | Kundenbindung nach Art der Bindung | 17 |
| 4.2.2.1 | Gebundenheitsgetriebene Kundenbindung | 18 |
| 4.2.2.2 | Verbundenheitsgetriebene Kundenbindung | 19 |
| 4.3 | Zusammenfassung | 19 |
| 4.4 | Zur Geschichte der Kundenbindung | 21 |
| 5. | Kundenbindungsmanagement | 26 |
| 5.1 | Der Begriff "Management" generell | 26 |
| 5.2 | Definition des Kundenbindungsmanagements | 27 |
| 5.3 | Begriffsabgrenzung 28 5.3.1 Retention Management | 28 |
| 5.3.2 | Relationship Management | 29 |
| 5.3.3 | CRM - Customer Relationship Management | 30 |
| 5.3.4 | Zusammenfassung | 31 |
| 5.4 | Instrumente des Kundenbindungsmanagements | 32 |
| 5.4.1 | Kundenclubs | 32 |
| 5.4.1.1 | Definition, Merkmale und Ziele des Kundenclubs | 32 |
| 5.4.1.2 | Geschichte der Kundenclubs in Deutschland | 35 |
| 5.4.1.3 | Zielgruppen eines Kundenclubs | 36 |
| 5.4.1.3.1 | Abgrenzung nach Käufertyp | 36 |
| 5.4.1.3.2 | Kundenabgrenzung nach der ABC-Analyse | 37 |
| 5.4.1.4 | Zusammenfassung | 38 |
| 5.4.2 | Beschwerdemanagement | 39 |
| 5.4.2.1 | Bedeutung des Beschwerdemanagements | 39 |
| 5.4.2.2 | Definition und Ziele des Beschwerdemanagements | 41 |
| 5.4.2.3 | Der Beschwerdemanagementprozess | 42 |
| 5.4.2.3.1 | Beschwerdestimulierung | 44 |
| 5.4.2.3.2 | Beschwerdeannahme | 45 |
| 5.4.2.3.3 | Beschwerdebearbeitung | 46 |
| 5.4.2.3.4 | Beschwerdereaktion | 48 |
| 5.4.2.3.5 | Beschwerdeanalyse | 48 |
| 5.4.2.3.6 | Beschwerdemanagement-Controlling | 49 |
| 5.4.2.4 | Zusammenfassung | 49 |
| 6. | Zusammenhänge zwischen den Elementen der Wirkungskette | 51 |
| 6.1 | Kundenbindungsmanagement und Kundenzufriedenheit | 51 |
| 6.2 | Kundenzufriedenheit und Kundenbindung | 54 |
| 6.3 | Kundenbindung und Unternehmenserfolg | 57 |
| 7. | Lesson Learned | 60 |
| Literaturverzeichnis | 61 | |
| Erklärung | 64 |
Customer Relationship Management, oder auch „Kundenbeziehungsmanagement“, ist eine bereichsübergreifende, IT61-basierte Geschäftsstrategie, die auf den systematischen Aufbau und die Pflege dauerhafter Kundenbeziehungen ausgerichtet ist. CRM unterstützt die Kommunikation im Kundenprozess mit Zahlen, Daten und Fakten, um beispielsweise Schwachstellen im Kundendialog des Unternehmens zu identifizieren. So gibt die CRM-Software beispielsweise eine Struktur vor, die einen standardisierten Arbeitsvorgang gewährleistet, mit dem Ziel eine dem Kunden individualisierte Leistung anbieten zu können. Ein CRM-System ist eine Datenbankanwendung, die eine strukturierte und automatisierte Erfassung sämtlicher Kundenkontakte und -daten ermöglicht. Diese Daten unterstützen die Mitarbeiter des Unternehmens z.B. bei der Planung und Vorbereitung persönlicher Kundenbesuche, bei der Generierung von Angebotstexten oder [...]
Anhand dieser Darstellung lässt sich gut die Mehrdimensionalität des Relationship Managements erkennen, die sich sowohl über einen vertikalen als auch über einen horizontalen Beziehungsstrang erstreckt, unter denen die jeweiligen Zielgruppen zusammengefasst sind. Das interne Relationship Marketing umfasst das Kommunikations- und Beziehungsgeflecht der Mitarbeiter untereinander und ist Voraussetzung für das externe Marketing, da die Mitarbeiter des Unternehmens für die Herstellung und Pflege der Beziehungen zu den externen Relationship-Partnern verantwortlich sind. Somit kommt dem internen Marketing, beispielsweise in Form von Mitarbeiterschulungen oder Workshops sowie dem Einsatz adäquater Beziehungsinstrumente, eine hohe Bedeutung zu. Zusammenfassend ist also festzuhalten, dass Relationship Management auf einer funktionierenden Kundenbindung aufbaut und sich somit diese beiden beziehungstechnischen Ansätze gegenseitig bedingen, sich aber in ihren strategischen Ausrichtungen große Unterschiede zeigen: während das Kundenbindungsmanagement sich ausschließlich auf die Beziehung zwischen Unternehmen und Käufer konzentriert, geht der Ansatz des Relationship Marketings weit darüber hinaus und adressiert neben den aktuellen Kunden alle (internen und externen) Interessensgruppen des Unternehmens. 5.3.3 CRM – Customer Relationship Management60 [...]
Auch der Begriff „Relationship Management“ oder „Relationship Marketing“57 werden häufig mit Kundenbindung gleichgesetzt, was allerdings nur zum Teil richtig ist, denn das heutige Verständnis des Relationship Managements geht über die reinen Kundenbeziehungen eines Unternehmens hinaus. BECKER definiert es als einen erfolgsbestimmten Marketingansatz, der geeignet ist, Unternehmen konsequent marktorientiert zu führen. Es umfasst die aufeinander abgestimmten Grundsätze, Leitbilder und Einzelmaßnahmen, die zur langfristigen zielgerichteten Selektion, Anbahnung, Steuerung und Kontrolle der Geschäftsbeziehungen dienen58. Während Kundenbindung sich nur auf die aktuellen Kunden eines Unternehmens bezieht, so ist das Relationship Management also als ein umfassender Ansatz zu sehen, der sich nicht nur auf die Kunden, sondern vielmehr auf die Gesamtheit aller Interessensgruppen und Außenbeziehungen des Unternehmens (Lieferanten, Wettbewerber, Investoren, Mitarbeiter etc.), also der Stakeholder, bezieht. Diese Zusammenhänge lassen sich am sog. „House of Relations“ veranschaulichen: [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832493769
Arbeit zitieren:
Becker, Simon Dezember 2005: Kundenbindung und Kundenbindungsmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
CRM, Customer Relationship Management, Beschwerde, Kundenclub, Kundenkarte



