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Management im interkulturellen Vergleich

Eine komparative Analyse am Beispiel Deutschland, USA und Japan

Management im interkulturellen Vergleich
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefanie Baumann
  • Abgabedatum: Mai 2003
  • Umfang: 89 Seiten
  • Dateigröße: 575,8 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Mannheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9175-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9175-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9175-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Baumann, Stefanie Mai 2003: Management im interkulturellen Vergleich, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Betriebswirtschaft, Internationalisierung, Internationales Management, Führung, Kultur

Diplomarbeit von Stefanie Baumann

Problemstellung:

Die Weltmarktsituation ist heute durch eine zunehmende Dynamik und Komplexität charakterisiert. Vor allem die Globalisierung des Weltmarktes, die ständig steigenden Ansprüche an die Qualität und Vielfalt der Produkte sowie die technologische und ökologische Entwicklung veranlassen immer mehr Branchen und Unternehmen zu einer Orientierung an der Strategie der Internationalisierung, um dauerhaft ihre Wettbewerbsposition zu sichern.

Durch eine Internationalisierungsstrategie werden die Unternehmen jedoch mit fremden Ländern konfrontiert, die sich hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen, politischen, soziologischen und kulturellen Umwelt häufig von der eigenen unterscheiden. Durch grenzüberschreitende Aktivitäten ergeben sich somit für das Management neue Problemfelder und Konfrontationsbereiche, die von dem sonst üblichen Tagesgeschäft eines nationalen Unternehmens abweichen. So verdeutlichen vor allem praktische Erfahrungen, dass kulturelle Faktoren, d.h. der Einfluss von Werten, Normen und Einstellungen, ein internationales Unternehmen und sein Management in sämtlichen unternehmerischen Aktivitäten beeinflussen können.

Interkulturelle Kenntnisse und Sensibilität für fremde Kulturen bedürfen folglich einer Berücksichtigung bei der Gestaltung bzw. beim Transfer von Managementprozessen und werden somit für international tätige Unternehmen zu einer wichtigen Voraussetzung für das Engagement im Auslandsmarkt.

Mit der Vermittlung interkultureller Kenntnisse und der Transferierbarkeit von Managementprozessen in den Auslandsmarkt beschäftigt sich vor allem die kulturvergleichende Managementforschung, indem durch Vergleiche zwischen zwei oder mehreren Ländern Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Management dargestellt werden und folglich der Einfluss kultureller Faktoren auf Managementprozesse aufgezeigt wird. Allerdings ist ein Mangel dahingehend zu sehen, dass bislang kaum vergleichende Studien vorliegen, die eine umfassende Darstellung für alle Funktionsbereiche des Managements bieten; vielmehr wird im Rahmen einzelner Studien bislang lediglich auf Teilaspekte des Managements, wie beispielsweise Personalführungsverhalten oder Kommunikation, Bezug genommen.

So existiert auch keine umfassende kulturvergleichende Studie, die den Einfluss kultureller Faktoren auf den drei wichtigen Schlüsselmärkten der Internationalisierung - Japan, USA und Deutschland - in allen Funktionsbereichen des Managements darstellt. Diese Märkte sind jedoch insofern von besonderem Interesse, da sie einerseits durch ihre ökonomische Stärke einen erheblichen Einfluss auf Internationalisierungstendenzen haben, sich andererseits aber durch divergierende kulturelle Gegebenheiten auszeichnen, die im Rahmen der Internationalisierung zu Problemen und Konfrontationen führen können.

Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Zielsetzung dieser Arbeit. Diese besteht darin, auf Basis eines direkten Vergleichs der Managementkulturen in den drei großen Wirtschaftsregionen Japan, Deutschland und USA, Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Management unter Berücksichtigung der jeweiligen Landeskultur zu beschreiben, zu erklären und umfassend aufzuzeigen, wie sich kulturelle Faktoren in den einzelnen Bereichen des Managements konkretisiert darstellen. Daran anknüpfend sollen Implikationen für erfolgreiche interkulturelle Zusammenarbeit und für die Transferierbarkeit von Managementprozessen in den Auslandsmarkt abgeleitet werden.

Gang der Untersuchung:

Um der formulierten Zielsetzung strukturiert und ausführlich nachzugehen, gliedert sich die nachfolgende Arbeit in vier Schwerpunktkapitel (Kapitel 2-5).

Kapitel 2 kommt dabei die Aufgabe zu, einen theoretischen Bezugsrahmen für die Arbeit zu schaffen und Grundlagen der kulturvergleichenden Managementforschung (KVM) herauszustellen. Eine Auseinandersetzung mit den Variablen Kultur und Management wird dabei notwendig sein, um zu dem Begriff der kulturvergleichenden Managementforschung zu gelangen. Auch einer kritischen Betrachtung dieser Forschungsrichtung darf sich diese Arbeit dabei nicht entziehen.

In Kapitel 3 werden nationale Kulturprofile für Japan, Deutschland und die USA erarbeitet. Damit wird das Ziel verfolgt, einerseits die charakteristischen Merkmale der japanischen, deutschen und amerikanischen Kultur zu beschreiben und kontrastiv herauszustellen, andererseits die Grundlage für das Verständnis existierender kultureller Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Managementprozessen zu schaffen. Die Darstellung der nationalen Kulturprofile wird dabei mit Hilfe unterschiedlicher Kulturdimensionen vorgenommen.

Kapitel 4 befasst sich ausführlich mit dem Vergleich des Managements in japanischen, deutschen und amerikanischen Unternehmen. Zur Identifikation und umfassenden Darstellung bestehender Unterschiede und Gemeinsamkeiten erstreckt sich der Vergleich über die klassischen Managementfunktionen Planung, Organisation, Personaleinsatz, Personalführung und Kontrolle. In diesem Zusammenhang werden auch Probleme und Konfliktbereiche herausgestellt, die sich aufgrund unterschiedlicher Managementtechniken im interkulturellen Kontext ergeben können.

Auf Basis der Untersuchungsergebnisse im vierten Kapitel werden im Rahmen von Kapitel 5 Implikationen für die Transferierbarkeit von Managementprozessen abgeleitet. Es werden Erfolgsfaktoren und konkrete Handlungsanweisungen inter-kultureller Zusammenarbeit mit Japanern, Deutschen und Amerikanern aufgezeigt.

Die Arbeit schließt mit Kapitel 6 ab, indem die essentiellen Ergebnisse zusammengefasst werden. Des weiteren wird ein Ausblick über zukünftige Entwicklungen kulturvergleichender Managementforschung bzw. interkultureller Zusammenarbeit vor-genommen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Grundlagen und Begrifflichkeiten 4
2.1 Kultur 4
2.2 Management 8
2.3 Kulturvergleichende Managementforschung 10
3. Nationale Kulturprofile von Japan, USA und Deutschland 12
3.1 Vorbemerkung 12
3.2 Darstellung einzelner Kulturdimensionen 13
3.3 Kulturprofile im Überblick 22
4. Vergleich des Managements in Japan, USA und Deutschland 23
4.1 Managementfunktion Planung im interkulturellen Vergleich 23
4.2 Managementfunktion Organisation im interkulturellen Vergleich 26
4.2.1 Organisationsstrukturen 27
4.2.2 Informationssysteme 30
4.2.3 Problemlösung 31
4.2.4 Entscheidungsfindung 33
4.2.5 Zentrale Erkenntnisse im Überblick 36
4.3 Managementfunktion Personaleinsatz im interkulturellen Vergleich 37
4.3.1 Stellenbesetzung 37
4.3.2 Personalausbildung und Personalförderung 39
4.3.3 Personalbeurteilung 41
4.3.4 Arbeitsplatzgestaltung 43
4.3.5 Zentrale Erkenntnisse im Überblick 45
4.4 Managementfunktion Personalführung im interkulturellen Vergleich 46
4.4.1 Führungsverhalten 46
4.4.2 Arbeitsmotivation 49
4.4.3 Kommunikation 51
4.4.3.1 Verbale Kommunikation 52
4.4.3.2 Paraverbale Kommunikation 55
4.4.3.3 Nonverbale Kommunikation 56
4.4.4 Zentrale Erkenntnisse im Überblick 58
4.5 Managementfunktion Kontrolle im interkulturellen Vergleich 58
5. Erfolgsfaktoren interkultureller Zusammenarbeit 60
5.1 Vorbemerkung 60
5.2 Interkulturelle Zusammenarbeit mit Japanern 62
5.3 Interkulturelle Zusammenarbeit mit Deutschen 64
5.4 Interkulturelle Zusammenarbeit mit Amerikanern 66
5.5 Zentrale Erkenntnisse im Überblick 67
6. Zusammenfassung und Ausblick 68
Literaturverzeichnis VII
Eidesstattliche Erklärung XVIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

In westlich geprägten Kulturen geht man, entgegen des Gruppenethos der Japaner, von rational handelnden Individuen aus. Sie sind primär bestrebt, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen sowie zweckvoll, zielgerichtet und gewinnmaximierend zu handeln.228 So werden in deutschen und amerikanischen Unternehmen individuelle Leistungen anstelle von Gruppenleistungen belohnt.229 Analog zum Umgang mit Lob und Anerkennung verhält es sich auch mit der Äußerung von Kritik. So wird Kritik dem einzelnen gegenüber geäußert und nicht einer ganzen Arbeitsgruppe zugeschrieben.230 Ein Charakteristikum deutscher und amerikanischer Kritikausübung ist das offene Gespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter, wodurch dem Mitarbeiter die Möglichkeit der Rechtfertigung gegeben werden soll.231 Trotz dieser Gemeinsamkeiten amerikanischen und deutschen Personalbeurteilungsverhaltens weisen Hall und Hall (1983b) auf einen [...]

wird auch das Leistungsverhalten der Gruppe und nicht die individuelle Leistung belohnt.222 Umgekehrt gilt dieses Beurteilungsverhalten auch für die Ausübung von Kritik. Kritik wird in japanischen Unternehmen nicht dem einzelnen, sondern der gesamten Gruppe gegenüber geäußert.223 Somit steht nicht nur der einzelne für die Gruppe, sondern auch die Gruppe für den einzelnen ein.224 Diesen Aspekt des Gruppenethos, nach dem die Verantwortung für das individuelle Handeln auf die Gruppe zurückfällt, demonstriert vor allem das nachfolgende Zitat, was Toyotomi Hideyoshi (1537-1598) zugeschrieben wird: „Wenn ein Bauer sein Feld verläßt, um ein Handwerk auszuüben oder seine Dienste als Händler oder Arbeiter anzubieten, soll nicht nur er bestraft werden, sondern das ganze Dorf mit ihm.“225 Auch wenn somit die Ausübung von Kritik legitimiert ist, wird diese aber kommunikativ auf diskrete und indirekte Art, sehr vorsichtig, unpersönlich und meistens plastisch vorgebracht. Durch dieses Vorgehen wird der oberste Grundsatz der Harmoniewahrung nicht verletzt sowie ein möglicher Gesichtsverlust des einzelnen und damit die Verletzung der persönlichen Ehre vermieden.226 227 [...]

Ein ähnliches Bild wie in Japan findet sich auch in den USA. So sind auch dort ausgebildete Fachkräfte rar, und der Ausbildungsstand amerikanischer Arbeiter ist nicht mit dem deutscher zu vergleichen. Folglich müssen amerikanische Unternehmen damit rechnen, daß sie, wie die Japaner auch, neu angestellte Arbeitskräfte erst einmal ausbilden müssen.211 Somit stellt die Jobrotation auch in den USA eine akzeptierte und praktizierte Ausbildungsmaßnahme dar. Umgekehrt ist solch eine Maßnahme in deutschen Unternehmen aufgrund der bereits spezialisierten Ausbildung kaum denkbar.212 Farmer (1968) faßt den deutschen Standpunkt in bezug auf diese Weiterbildungsmaßnahme wie folgt zusammen: „(...) rotating people through various jobs is costly and can lead to situations where a great number of employees have had experience in a lot of areas but lack solid competence in any one.“213 Trotz dieser abwehrenden Haltung gegenüber Jobrotationen nehmen Weiterbildungsmaßnahmen im allgemeinen, wenn auch in einem geringeren Maße als in den USA und Japan,214 auch in Deutschland einen wichtigen Platz ein.215 Dies bestätigt ebenfalls eine Studie des [...]

Arbeit zitieren:
Baumann, Stefanie Mai 2003: Management im interkulturellen Vergleich, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Betriebswirtschaft, Internationalisierung, Internationales Management, Führung, Kultur

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