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Ansätze zu Qualitäts- und Prozessmanagement am Beispiel der Bibliothek der theresianischen Militärakademie

Ansätze zu Qualitäts- und Prozessmanagement am Beispiel der Bibliothek der theresianischen Militärakademie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Adamer
  • Abgabedatum: Juli 2005
  • Umfang: 166 Seiten
  • Dateigröße: 4,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Theresianische Militärakademie, Vereinigung Alt-Neustadt Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9162-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9162-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9162-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Adamer, Christian Juli 2005: Ansätze zu Qualitäts- und Prozessmanagement am Beispiel der Bibliothek der theresianischen Militärakademie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Qualitätsmanagement, New Public Management, non-profit, Messsystem, Praxis

Diplomarbeit von Christian Adamer

Problemstellung:

Qualität und Qualitätsmanagement, das sind zwei Schlagwörter, die in den letzten Jahren jede Unternehmensführung dominiert haben. Sowohl für Produkte als auch für Dienstleistungen, ist Qualität das entscheidende Differenzierungsmerkmal für ein erfolgreiches Agieren am Markt. Qualitätsmanagement zielt darauf ab, den Wert des Produkts für den Kunden zu steigern. Im Wettbewerb ist die Produktqualität oft der zentrale Erfolgsfaktor und oft das ausschlaggebende Kriterium für einen Käufer bzw. Kunden.

Der Sinn von Produktqualität ist sehr tief greifend: Qualität des Produkts erlaubt einen höheren Preis, vermindert Fehlerkosten, verkürzt Entwicklungszeiten und kann auch Imageschäden vermeiden. Qualitätsmanagement kann als Querschnittsdisziplin verstanden werden, denn überall, z.B. bei der Herstellung von Gütern, Dienstleistungen und Informationen, bei der Durchführung von Prozessen sowie Abläufen als auch bei der Gestaltung und Bewertung von Unternehmen oder Organisationen, spielt der Faktor Qualität eine wesentliche Rolle.

Es ist unbestritten, dass sich die hoch entwickelten Volkswirtschaften seit geraumer Zeit auf dem Weg in die Dienstleistungsgesellschaft befinden. Ein Wandel in der Grundstruktur der wirtschaftlichen Tätigkeiten ist auch in Österreich schon lange nicht mehr aufzuhalten. So wächst der Dienstleistungssektor z.B. in der Steiermark seit 1999 überdurchschnittlich rasch an (Anstieg seit 1999 um +1,4%). Im Jahr 2003 waren in der Steiermark bereits 67% der Beschäftigten im Dienstleistungssektor tätig.

Die Qualität von Dienstleistungen (und dazu zählen auch die Bibliothek der Theresianischen Militärakademie als Dienstleistungsorganisation für alle Angehörigen der Militärakademie sowie das Österreichische Bundesheer als Dienstleistungsorganisation im Sinne der Sicherstellung der inneren und äußeren Sicherheit für die österreichische Bevölkerung) ist für die Unternehmen ein zentraler Erfolgsfaktor. Dienstleistungsunternehmen erkennen zunehmend, dass eine Wettbewerbsprofilierung nur durch eine konsequente Kundenorientierung, die in der Lage ist, die Erwartungen der Kunden (im Fall der Bibliothek z.B. der Militärakademiker; im Fall des ÖBH z.B. der Grundwehrdiener in Hinsicht „attraktiver Ausbildung“) auch tatsächlich zu erfüllen, möglich ist.

Der Zwang sich intensiver mit der Qualität dieser Organisationen, insbesondere mit der Sicherstellung einer kontinuierlichen Qualität auf einem vom Kunden erwarteten Niveau auseinander zusetzen, hat zugenommen.

Die öffentliche Verwaltung, und so auch das Österreichische Bundesheer, stehen unter einem Modernisierungsdruck. Hierfür gibt es neben dem allgemeinen Wertewandel vielerlei Gründe. In der einschlägigen Literatur wird auf geringe Akzeptanz in der Bevölkerung, auf mangelnde Motivation der Mitarbeiter und eine sich verschärfende Finanzsituation verwiesen. Daher ist es nachvollziehbar, dass man sich bei dem Modernisierungsprozess an Konzepten und Methoden aus der Wirtschaft orientiert.

In diesem Zusammenhang hat das Qualitätsmanagement eine besondere Bedeutung gewonnen. „Qualität“ wurde bisher eher als technische Qualität von Produkten verstanden. Die Qualitätssicherung wurde durch Kontrolle am Ende eines Produktionsprozesses oder der Dienstleistung angestrebt. Die Ergebnisse blieben über Jahre hinweg unbefriedigend. Durch diese Erfahrung hat sich mittlerweile ein erweitertes Qualitätsverständnis durchgesetzt, das als umfassende Führungskonzeption Effizienz und Produktivität von Unternehmen und Organisationen steigern konnte.

Die Übernahme von Qualitätsmanagementsystemen für non-profit-Organisationen wird von Kritikern wegen der Anforderungen aus der „Kunden-Perspektive“ als unmöglich angesehen. Die „öffentlichen Kunden“ sind in vielen Fällen „Zwangskunden (Kontrahierungszwang)“, die, anders als in der Wirtschaft, nicht über die Entscheidungsfreiheit eines „Markt-Kunden“ verfügen. Unabhängig davon, sind aber auch in staatlichen non-profit-Organisationen die Erwartungen aus in- und externen „Lieferanten- und Abnehmerverhältnissen“ zu ermitteln, um Dienstleistungen mit hoher Qualität herzustellen. Natürlich kann sich der Bürger in den seltensten Fällen den Anbieter frei auswählen. Von dieser Besonderheit abgesehen, ist das Qualitätsmanagement ein geeignetes Konzept, durch das die Qualität von Produkten und Dienstleistungen der öffentlichen Hand unter der Mitwirkung aller Mitarbeiter gesichert und gesteigert werden kann.

Die Bedingungen, die für die erfolgreiche Umsetzung erfüllt werden müssen, werden in dieser Arbeit eingehend behandelt.

Weitere Argumente für die Wichtigkeit der „Qualität“ im Österreichischen Bundesheer sind das Fehlen eines Preises für seine Produkte, und damit einhergehend die Notwendigkeit, die Ergebnisse und Outputs des Heeres trotzdem an einem eindeutigen Ergebnis messen zu können: Ist das ÖBH erfolgreich oder nicht? Das Fehlen eines Preises bedingt andere Messkriterien zur Erfolgsmessung und gerade hier liegt die große Bedeutung von definierten Qualitätsstandards im gesamten Regelkreislauf des in der Arbeit erklärten 4-Ebenen-Modells. Das Festlegen solcher Standards macht unter anderem eine klare Erfolgsmessung am Ende eines Prozesses im ÖBH möglich – erfüllt das Produkt die vom Kunden erwünschten Qualitätskriterien oder die von Mitarbeitern beurteilten Qualitätskriterien?

Weiteres Kennzeichen für die Dringlichkeit einer Beschäftigung mit dem Thema Qualität zeigt das nicht Vorhandensein von Wettbewerb zur Erfolgsmessung. Klar erkennbar ist diese Tatsache am Beispiel des öffentlichen Gutes Sicherheit bzw. Landesverteidigung: Die militärische Landesverteidigung ist ein politischer, staatlicher Auftrag, der auf Grund seiner Komplexität und gesetzlichen Grundlagen nur dem Österreichischen Bundesheer zugeschrieben wird. Kein anderes Unternehmen im Staat könnte diese Aufgabe erfüllen, und somit steht das ÖBH in keiner Konkurrenz mit anderen „Anbietern“, d.h. auch in diesem Bereich ist keine Ergebnismessung möglich, weil keine Vergleichswerte bestehen.

Die zentrale Frage ist jedoch, wer bestimmt den Qualitätsstandard? Diese Frage wird im Laufe dieser Arbeit sehr eingehend behandelt – aber bereits an dieser Stelle sei erwähnt, dass der Kunde bzw. die Interessensgruppen im Mittelpunkt stehen. Durch den Ansatz der bedarfsträgerorientierten Qualität ist es möglich die Bedürfnisse der Kunden zu erfahren, als Ziel zu integrieren und diese letztendlich – als oberstes Ziel der Organisation – zu erfüllen. Die Devise lautet: Fokussierung auf die Outputorientierung und nicht länger auf die Inputorientierung (siehe u.a. Kapitel New Public Management).

Die Dynamisierung und Internationalisierung der Wirtschaft in einem sich rasch ändernden Bedingungsrahmen, sowie neue Technologien (v. a. im Bereich der Rüstung) und neue Märkte, bedingen tief greifende und rasche Strukturwandel, die einher gehen mit ständig steigenden Kundenerwartungen und immer höher werdenden Qualitätsanforderungen. Um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden, muss sich auch das ÖBH im Großen und die Bibliothek der Theresianischen Militärakademie im Kleinen, mit dem Thema des Qualitätsmanagements intensiv auseinandersetzen.

Inhaltsverzeichnis:

Ehrenwörtliche Erklärung 1
Inhaltsverzeichnis 2
Abkürzungsverzeichnis 5
Vorwort 6
1. Einleitung 7
1.1 Problemstellung 7
1.2 Zielsetzung 10
1.3 Vorgehensweise 11
2. Der Weg zum Qualitätsmanagement 12
2.1 Die Geschichte des Qualitätsmanagement – Frühzeit bis Taylor 12
2.2 Der Taylorismus 13
2.2.1 Analyse der Ausgangssituation durch Taylor 13
2.2.2 Drei Grundprinzipien des Taylorismus 13
2.2.3 Entwicklung und Anwendung des Taylorismus 14
2.2.4 Folgen des Taylorismus 14
2.2.5 Gegenbewegung und Kritik 15
2.3 Die Geschichte des Qualitätsmanagement – Taylor bis 2004 15
2.4 Warum immer mehr Qualität? 17
2.5 Wertwandel – Zeichen für steigenden Qualitätsanspruch 18
2.6 New Public Management 20
2.6.1 Das Bürokratiemodell 20
2.6.2 Grenzen der Bürokratie – Warum eine Verwaltungsreform? 21
2.6.3 Grundlagen und Definition des New Public Management 22
2.6.4 Ziele des New Public Management 23
2.6.5 Zusammenfassung zu NPM 26
2.6.6 Was heißt die „Neue Steuerung“ für das ÖBH? 27
2.7 Warum Qualität im Österreichischen Bundesheer? 28
2.7.1 Die Bedarfsträger im 4-Ebenen-Modell 32
2.7.2 Die Qualität im 4-Ebenen-Modell - ÖBH 33
2.7.3 Weitere Gründe für die Wichtigkeit der Qualität im ÖBH 37
2.7.4 Erwerbswirtschaft vs. Non-Profit Organisation 41
2.7.5 Aufgaben der obersten militärischen Führung 47
2.7.6 Konklusion über die Qualität im ÖBH 49
2.8 Kapitelzusammenfassung 51
3. Der Qualitätsbegriff 54
3.1 Was ist Qualität – Begriffsdefinitionen 54
3.1.1 Qualität 54
3.1.2 Management bzw. Qualitätsmanagement 57
3.1.3 Qualitätsmanagementsystem 58
3.1.4 Aufgaben des Qualitätsmanagement 61
3.2 Qualität– die privatwirtschaftliche Sicht 62
3.3 Qualität – Sichtweise des Dienstleistungssektors 65
3.3.1 Begriff der Dienstleistungsqualität 65
3.3.2 Dimensionen der Dienstleistungsqualität 66
3.3.3 Bestimmung der Dienstleistungsqualität 68
3.4 Messsysteme 70
3.4.1 Zweck und Aufbau von Messsystemen 71
3.4.2 Eindimensionale vs. mehrdimensionale Messung im ÖBH 72
3.4.3 Messung der Anforderungen an die Dienstleistungsqualität 74
3.5 Anwendbarkeit von Messmethoden im ÖBH 76
3.5.1 Nachfrageorientierte Verfahren - Messung objektiver Sachverhalte 76
3.5.2 Nachfrageorientierte Verfahren – Messung subjektiver Sachverhalte 77
3.5.3 Anbieterbezogene Messung – objektive Kriterien 80
3.5.4 Anbieterbezogene Messung – subjektive Kriterien 81
3.6 Kapitelzusammenfassung 84
4. Der Prozessbegriff 87
4.1 Was ist ein Prozess – Begriffsdefinitionen 87
4.1.1 Prozess und Prozessorientierung 87
4.2 Ansätze zum Management von Prozessen 91
4.2.1 Begriff und Ziele des Geschäftsprozessmanagements 91
4.2.2 Grundlegende Konzepte des Geschäftsprozessmanagements 91
4.3 Vorgehensmodell zum Prozessmanagement 93
4.3.1 Projektmanagement 94
4.3.2 Modellierungsvorbereitung 95
4.3.3 Strategie und Ordnungsrahmen 97
4.3.4 IST-Modellierung und IST-Analyse 99
4.3.5 SOLL-Modellierung und Prozessoptimierung 102
4.3.6 Prozessorientierte Aufbauorganisation entwickeln 102
4.3.7 Neuorganisation einführen 103
4.3.8 Kontinuierliches Prozessmanagement 103
4.4 PQM – Symbiose zwischen Qualität und Prozess 104
4.4.1 Die funktionsorientierte Sichtweise einer Organisation 104
4.4.2 Die prozessorientierte Sichtweise einer Organisation 105
4.4.3 Ziele und Nutzen eines PQM-Systems 107
4.5 Kapitelzusammenfassung 109
5. Die Bibliothek der TherMilAk – die Praxis 111
5.1 Geschichte und Organisation der Bibliothek 111
5.2 Prozesse der Bibliothek 114
5.2.1 Die Produkte der Bibliothek der TherMilAk 115
5.2.2 Schritt I & II: Prozessidentifikation und IST-Analyse 117
5.2.3 Schritt III & IV: Konzeption und Verbesserung 120
5.3 Ansätze zum Qualitätsmanagement 122
5.3.1 Mitarbeiterbefragung in der Bibliothek der TherMilAk 123
5.3.2 Fragebogen zur momentanen Nutzerzufriedenheit 126
5.3.3 Versuch des Benchmarking 133
5.4 Nachhaltigkeit durch Evaluierungsbogen 134
5.5 Kapitelzusammenfassung 137
I. Kurzzusammenfassung 139
II. Summary 140
III. Literaturverzeichnis 141
Bücher 141
Online-Quellen 144
IV. Abbildungsverzeichnis 146
V. Anhang 147
Controlling im ÖBH 147
Interview mit HR Dr. Werner SCHLACHER 156
Fragebogen zur momentanen Nutzerzufriedenheit 161
VI. Lebenslauf 167

Automatisiert erstellter Textauszug:

Anwendbarkeit von Messmethoden im ÖBH Die Erhebung, die regelmäßig, anonym und schriftlich vollzogen werden sollte, kann sich auf Informationen über die Organisation selbst, äußere Arbeitsbedingungen, Aufgaben und Arbeitsanforderungen sowie persönliche Einstellung des Mitarbeiters zum Thema „Qualität“ beziehen. 2. Die Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse (FMEA) Aus Sicht der Organisation ist die Fehlervermeidung als zentrales Thema des Qualitätsmanagements zu verstehen. Insbesondere die Gleichzeitigkeit von Produktion und Konsumtion der Leistung macht eine Nachbesserung in den meisten Fällen unmöglich. Um die möglichen Schwachstellen im Leistungsprozess zu ermitteln und die sich ergebenden Konsequenzen festzustellen, bietet sich das Verfahren der Fehlermöglichkeitsund –einflussanalyse (FMEA) an. Ausgehend vom Vorgehen in einem Produktionsbereich lassen sich auch für die Messung der Qualität in einer non-profit Organisation drei Formen der FMEA, die aufeinander aufbauen, unterscheiden: 1. System-FMEA 2. Subsystem-FMEA 3. Prozess-FMEA Mit Hilfe der System-FMEA wird die Zusammenarbeit einzelner Systemelemente untersucht. Gegenstand einer solchen Analyse könnte im Bereich des Österreichischen Bundesheeres beispielsweise die Zusammenarbeit der Stabsabteilungen sein. S2 mit S3, S3 mit S4 usw. Die Subsystem-FMEA untersucht demgegenüber, ob der Aufbau einzelner interner Servicekomponenten den definierten Anforderungen entspricht (im Beispiel Stabsarbeit = die korrekte Anforderung von Munition oder Betriebsmittel an den S4). Aufgabe der Prozess-FMEA ist schließlich die Analyse einzelner interner Leistungsprozesse, so z.B. die Erfüllung der erforderlichen Sicherheitsbestimmungen im Umgang mit Munition. Innerhalb der Methodik der drei Stufen lassen sich wiederum vier Phasen unterscheiden: a) Fehlerbeschreibung b) Risikobeurteilung c) Maßnahmen/Lösungen d) Ergebnis/Beurteilung [...]

Anwendbarkeit von Messmethoden im ÖBH Qualitätsaudits werden grundsätzlich von Personen durchgeführt, die keine direkte Verantwortung in den zu bewertenden Bereichen haben, jedoch nützlicherweise mit den betroffenen Mitarbeitern zusammenarbeiten. Zweck ist die Beurteilung der Notwendigkeit von Verbesserungen und Maßnahmen der Korrektur. Die Hauptverantwortung für die Qualitätsaudits muss bei den Führungskräften liegen; an der konkreten Durchführung sind allerdings vorzugsweise Mitarbeiter von Kontrolloder Prüfinstanzen (die es im Bundesheer auch gibt) beteiligt. Die verschiedenen Qualitätsaudits sind regelmäßig, d.h. etwa halbjährlich oder jährlich durchzuführen, um kontinuierlich Ergebnisse in den einzelnen Ebenen zu erfassen und Abweichungsanalysen zu erstellen. 2. Qualitätskostenanalyse: Eine Qualitätskostenanalyse dient der Ermittlung von Ansatzpunkten für zukünftige Qualitätsverbesserungen, indem die Qualitätskosten identifiziert und problemspezifisch zugeordnet werden. Qualitätskosten werden als Kosten definiert, die durch alle Tätigkeiten der Fehlerverhütung (z.B. Kosten der Qualitätsplanung und –sicherung), durch planmäßige Qualitätsprüfungen (z.B. Durchführung von Qualitätsanalysen und – kontrollen) sowie durch intern oder extern festgestellte Fehler (z.B. Schadenersatz für nachträgliche Wiedergutmachung von Fehlern Flurschäden) verursacht sind. Auf das Element der Verwaltungssteuerung mit Kosten- und Leistungsrechnung wird im Kapitel „Prozessmanagement“ noch näher eingegangen. [...]

Anwendbarkeit von Messmethoden im ÖBH Möglich ist diese Art der Messung sicherlich im Abschnitt der Ausbildung von Grundwehrdienern. Durch das Ausfüllen eines standardisierten Fragebogens vor dem Grundwehrdienst (=Erwartungen) und dem Vergleich mit demselben Fragebogen nach der Ausbildung (= erlebte Leistung) kann der SERVQUAL-Ansatz genau erfüllt werden. • Zufriedenheitsorientierte Qualitätsmessung: Zufriedenheit / Unzufriedenheit bzw. eine positive/negative Qualitätseinschätzung definiert sich als Reaktion auf die wahrgenommene Diskrepanz zwischen erwarteter und erlebter Leistung. Diese Art der Qualitätsmessung setzt an einem konkreten, klar abgrenzbaren Konsumerlebnis als Bezugsobjekt an. Im Dienstleistungsbereich mithin an einer exakt spezifizierten, direkten Begegnung zwischen Dienstleister (Beispiel: Bibliotheksbedienstete) und Kunden (Beispiel: Militärakademiker). Im Rahmen der Divergenzmessung werden neben der Qualitätsbeurteilung auch Qualitätserwartungen auf Ratingskalen erhoben und die Divergenz (= das Auseinandergehen zwischen Erwartung und Erfüllung) als Maßstab für die Qualitätsbeurteilung herangezogen. 2. Beschwerdeanalyse: Grundsätzlich spiegeln Beschwerden eine subjektive Unzufriedenheit mit den Leistungen des Dienstleisters wider. Das heißt allerdings nicht, dass die Meldungen über fehlerhafte Prozesse die tatsächlich relevanten Problembereiche vollständig umfassen. So führt nicht jede mit Mängeln ausgeführte Dienstleistung zu einer Beschwerde (sog. „Unvoiced Complaints“), und nicht jede Beschwerde darf als repräsentativ für das Meinungsbild der Kunden bzw. der Auszubildenden betrachtet werden. Im Österreichischen Bundesheer gibt es natürlich ein Organ, das sich wegen des gesetzlich festgehaltenen Auftrags mit der Beschwerdeführung befasst: die BHBeschwerdekommission. [...]

Arbeit zitieren:
Adamer, Christian Juli 2005: Ansätze zu Qualitäts- und Prozessmanagement am Beispiel der Bibliothek der theresianischen Militärakademie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Qualitätsmanagement, New Public Management, non-profit, Messsystem, Praxis

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