Bachelor + Master Publishing
873 Bachelorarbeiten, 0 Masterarbeiten, 10.111 Diplomarbeiten

Wettbewerbliche Wirkungen der Beschaffung mit Hilfe elektronischer B2B-Marktplätze

Wettbewerbliche Wirkungen der Beschaffung mit Hilfe elektronischer B2B-Marktplätze
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Cem Atli
  • Abgabedatum: Juni 2004
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 717,2 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Stuttgart Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9129-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9129-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9129-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Atli, Cem Juni 2004: Wettbewerbliche Wirkungen der Beschaffung mit Hilfe elektronischer B2B-Marktplätze, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: E-Procurement, Beschaffung, Wettbewerb, Marktplatz, elektronisch

Diplomarbeit von Cem Atli

Problemstellung:

Während E-Commerce für viele Unternehmen zunächst nur im Marketing- und Absatzbereich eine Rolle spielte, rücken seit Mitte der 90er Jahre zunehmend die Beschaffungsmöglichkeiten zwischen Unternehmen, die sogenannten B2B-Beziehungen, mit Hilfe der Internet-Technologie in den Blickpunkt des Interesses. Die Ursachen für die zunehmende Durchsetzung sind in erster Linie in der hohen Materialintensität von Industrieunternehmen zu sehen.

Der Anteil fremdbezogener Leistungen am Umsatz liegt in vielen Branchen bereits deutlich über 50%. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass gerade in der Beschaffung eines Unternehmens enorme Kostensenkungspotentiale zu vermuten sind, die es durch die elektronische Unterstützung der Beschaffungsprozesse zu realisieren gilt. Die alte Kaufmannsregel „Im Einkauf liegt der Gewinn“ gilt also mehr denn je.

Durch die offenen Standards und der zunehmenden Diffusion des Internets werden vielfältige Möglichkeiten der elektronischen Unterstützung von Transaktionen im B2B-Bereich für eine Vielzahl von Unternehmen realisierbar. Angefangen mit der Nutzung des Internets als Informationsquelle für beschaffungsrelevante Daten, über die Optimierung des internen Beschaffungsprozesses durch den Einsatz des Intranets bis hin zur elektronischen Vernetzung mit externen Partnern wie Lieferanten und zur Nutzung elektronischer Marktplätze bietet sich ein weites Gestaltungsfeld.

Hierbei gewinnen vor allem elektronische Marktplätze zunehmend an Bedeutung, weil sie sowohl zu erheblichen Ersparnissen bei den Transaktionskosten als auch zur Steigerung des Transaktionsnutzens führen können. Die Beschaffung über elektronische Marktplätze eröffnet den Unternehmen immense Potenziale. Neben einer weltweiten Markt- und Preistransparenz lassen sich die Beschaffungsprozesse beschleunigen, die Prozesskosten minimieren und insbesondere die gesamte Lieferkette optimieren.

Die verbesserte Markt- und Preistransparenz führt zu verstärktem Wettbewerb zwischen den Anbietern und wirkt insgesamt transaktionskostensenkend. Damit eröffnen sich dem Einkäufer neue effiziente Marktfenster für die Realisierung von Wettbewerbsvorteilen in der Versorgungskette.

In transparenten Märkten existieren (theoretisch) auch keine Informationsasymmetrien mehr. Mit der Erhöhung der Markttransparenz erhöht sich auch die Marktintensität und es findet eine Annäherung der Preise an den theoretisch optimalen Marktpreis statt. Damit führen elektronische Marktplätze unmittelbar zu einer Verringerung von Ineffizienzen und Intransparenzen im Beschaffungsmarkt. Sie sind als die erste Stufe der „digitalen Revolution“ in der Beschaffung anzusehen und stellen eine tendenzielle Annäherung an das wettbewerbstheoretische Idealmodell in Form „vollkommener Märkte“ dar.

Gang der Untersuchung:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu analysieren, wie sich die Beschaffung über elektronische B2B-Marktplätze auf die einzelnen Unternehmen und speziell auf den Wettbewerb auswirkt. Es soll aufgezeigt werden, dass sich der Beschaffungsmarkt durch spezifische Vorteile der elektronischen Beschaffung gegenüber der traditionellen Beschaffung tendenziell den Eigenschaften des theoretischen Idealmodells in Form „vollkommener Märkte“ annähert.

Um diese Schlussfolgerung ziehen zu können wird zunächst erläutert, welche Annahmen für die Vollkommenheit eines Marktes erfüllt sein müssen. Anschließend werden die allgemeinen Vorteile aus dem Einsatz des Internets in der Beschaffung dargestellt. Nachdem dann die verschiedenen Ausprägungen der elektronischen B2B-Marktplätze erläutert wurden, werden deren Einfluss auf der Unternehmens- sowie auf der Marktebene aufgezeigt, um darauf aufbauend die Auswirkungen der Beschaffung mit Hilfe elektronischer B2B-Marktplätze auf den Wettbewerb und die oben erwähnte Annäherung des Idealmodells der Neoklassik zu analysieren.

Weiterhin soll analysiert werden, welche Erfolgsfaktoren der elektronischen B2B-Marktplätze eben für diese Annäherung erfüllt sein müssen. Abschließend werden dann in der Schlussbetrachtung die zentralen Ergebnisse der Arbeit noch einmal zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Ziel und Vorgehensweise 2
2. Theoretische Grundlagen 3
2.1 Neoklassisches Marktmodell 3
2.1.1 Annahmen 4
2.1.2 Aussagekraft 6
2.2 Erklärungsansätze der Neuen Institutionenökonomie (NIÖ) 7
2.2.1 Teiltheorien der NIÖ 9
2.2.2 Transaktionskostentheorie 10
2.2.3 Grundformen der Koordination 15
2.2.3.1 Markt 16
2.2.3.2 Hierarchie 17
2.2.3.3 Kooperation 17
2.2.3.4 Vergleich der Koordinationsformen 18
2.2.3.5 Einfluss von IuK-Technik auf die Koordinationsformen 19
2.3 Wettbewerbstheorie 20
2.3.1 Begriffsdefinition 21
2.3.2 Ziele der Wettbewerbspolitik und Funktionen des Wettbewerbs 22
2.3.3 Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) 24
2.3.4 Wettbewerbspolitische Eingriffsmöglichkeiten 26
3. Besonderheiten des Mediums Internet in der Beschaffung 27
3.1 Die Infrastruktur des Internets 27
3.2 Ziele von E-Procurement 29
3.3 Transaktionsphasen des elektronischen Beschaffungsprozesses 30
3.4 Eignung der E-Procurement-Tools klassifiziert nach Gütergruppen 33
3.5 Besondere Effekte der Internet-Ökonomie 36
3.5.1 Kommunikationseffekt 36
3.5.2 Integrationseffekt 37
3.5.3 Dis-Intermediation, Re-Intermediation und neue Intermediäre 37
3.5.4 Positive Feedback-Effekte 39
4. Elektronische B2B-Marktplätze 43
4.1 Begriffsdefinition 43
4.2 Klassifikationskriterien elektronischer B2B-Marktplätze 45
4.2.1 Klassifikation nach der Branchenausrichtung 45
4.2.1.1 Horizontale Marktplätze 46
4.2.1.2 Vertikale Marktplätze 46
4.2.2 Klassifikation nach dem Betreibermodell 48
4.2.2.1 Buy-Side-Marktplätze 48
4.2.2.2 Sell-Side-Marktplätze 49
4.2.2.3 Neutrale Marktplätze 49
4.2.3 Klassifikation nach der Art des Zugangs 50
4.2.3.1 Geschlossene Marktplätze 50
4.2.3.2 Offene Marktplätze 51
4.2.4 Klassifikation nach Preisfindungsmechanismen 51
4.2.4.1 Schwarze Bretter 52
4.2.4.2 Kataloge 52
4.2.4.3 Auktionen 53
4.2.4.4 Börsen 54
4.3 Entwicklungsphasen und aktueller Stand elektronischer Marktplätze 55
5. Auswirkungen der elektronischen Beschaffung auf den Wettbewerb 57
5.1 Treibende Entwicklungen der elektronischen Beschaffung 57
5.2 Indikatoren für die wettbewerbliche Positionierung von Unternehmen 60
5.2.1 Branchenstrukturanalyse nach Porter 60
5.2.2 Einfluss der elektronischen B2B-Marktplätze auf die Wettbewerbskräfte 63
5.3 Optimierungspotenziale der Wettbewerbsposition von Unternehmen 67
5.3.1 Operative Ebene 67
5.3.2 Strategische Ebene 71
5.4 Wettbewerbsbeschränkende Faktoren 74
5.4.1 Marktstruktur 74
5.4.2 Standardisierungsgrad der gehandelten Produkte 75
5.4.3 Technologische Reife der elektronischen Marktplätze 76
5.5 Kritische Analyse der Bedingungen des vollkommenen Marktes 77
5.5.1 Atomistische Angebots- und Nachfragestruktur 77
5.5.2 Fehlende Präferenzen 77
5.5.3 Vollständige Markttransparenz 78
5.5.4 Offene Märkte 78
5.5.5 Unendliche Anpassungsgeschwindigkeit 79
5.5.6 Zusammenfassung der Ergebnisse 79
6. Schlussbetrachtung 80
Anhang 82
Anhang 1: ABC-Analyse 82
Anhang 2: Dis-Intermediation - Etablierte und neue Intermediäre 84
Anhang 3: Übersicht über verschiedene Auktionsformen 85
Literaturverzeichnis 86
Erklärung 93

Automatisiert erstellter Textauszug:

diäre nimmt die Funktion eines Aggregators ein, da sie im Sinne des Integrationseffekts viele Teilleistungen für den Konsumenten zu einer Gesamtleistung zusammenfügen.192 Einen beispielhaften Überblick über etablierte und neue Intermediäre gibt die Tabelle in Anhang 2. 3.5.4 Positive Feedback-Effekte Ein wesentliches Merkmal der Internet-Ökonomie ist die Existenz von sog. positiven Feedback Effekten, die sich aus den Skalen-, Netz- und Lock-In-Effekten ergeben. Positive Feedback Effekte haben aufgrund der Kostenstruktur und dem Netzwerkund Systemcharakter von B2B-Marktplätzen auch für diese eine hohe Relevanz.193 Die besondere Bedeutung der Skaleneffekte im Rahmen der Internet-Ökonomie ist auf die Kostenstruktur von Informationsprodukten und digitalisierbaren Gütern zurückführen. Während die fixen Kosten der Ersterstellung solcher Produkte wie z.B. Software oder Systeme sehr hoch sind, sind im Gegensatz dazu die variablen Kosten für die Reproduktion in Form weiterer Kopien relativ gering und gehen sogar mitunter gegen Null.194 Je höher die Fixkosten im Verhältnis zu den variablen Kosten sind, desto höher ist die Stückkostendegression bei steigender Absatzmenge. Daraus lässt sich ableiten, dass ein dominierender Anbieter auf dem Markt seine Stück-kosten bei steigender Absatzmenge schneller als seine Konkurrenten senken kann, wodurch ihm die Möglichkeit zur Realisierung höherer Gewinne oder zu Marktanteilszuwächsen aufgrund von Preissenkungen eröffnet wird. Entscheidet er sich seine Absatzpreise deutlich zu senken, so wird sich sein Marktanteil weiter erhöhen, was wiederum zu einer Erhöhung der Absatzmenge führt und die Stückkostendegression weiter verstärkt.195 Dieser Zusammenhang lässt sich auch auf elektronische B2B-Marktplätze [...]

Die etablierten Handelsmittler können sich der Dis-Intermediation nur entziehen, wenn sie auf elektronischen Märkten durch die Schaffung und Bereitstellung eines hohen Zusatznutzens ihre Re-Intermediation bewirken. Dies kann insbesondere durch eine hohe Kundenorientierung und eine zunehmende Personalisierung der angebotenen Leistungen erreicht werden.190 Andererseits bietet die Internet-Ökonomie neben den dargestellten Risiken für etablierte Intermediäre auch eine Vielzahl von Möglichkeiten für neue Intermediäre. Phänomene wie der dynamische Wachstum des Internet und seiner Teilnehmer, wachsende Arbeitsteilung und damit höherer Koordinationsbedarf sprechen für einen Bedarf an intermediärer Leistung und eröffnen neuen Intermediären ein weites Feld neuer Betätigungsmöglichkeiten.191 Ein Großteil der Angebote der neuen Interme188 189 [...]

unternehmensinterne Lösungen als auch Verbindungen zu externen Partnern kostengünstig zu realisieren und damit die gesamte Supply Chain entlang der Wertschöpfungskette zu optimieren.183 3.5.2 Integrationseffekt Wenn ursprünglich getrennt ablaufende Teilprozesse des Marktgeschehens in integrierten, elektronisch unterstützten Abläufen zusammengefasst werden, spricht man vom Integrationseffekt. Elektronische Medien können sehr viele Angebots- und Nachfragebeziehungen im Markt zusammenfassen, wodurch sich für die Marktteilnehmer mehr und schnellere Möglichkeiten für Geschäftsabschlüsse bieten. Unternehmens- und branchenübergreifende Integration von Markttransaktionen sind bspw. im Bereich der Logistik (z.B. Spedition, Zoll und Transportversicherung) und der Finanzdienstleistungen (z.B. Zahlungsverkehr und Depotverwaltung) und bietet zu beobachten. Der Einsatz des Internet fördert damit die Realisierung von Wertschöpfungspartnerschaften zwischen Unternehmen neue Möglichkeiten, gemeinsame Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen zu realisieren und den Kundenservice zu verbessern.184 3.5.3 Dis-Intermediation, Re-Intermediation und neue Intermediäre In der realen Ökonomie laufen die meisten Markttransaktionen im Regelfall indirekt, also ohne die unmittelbare Interaktion des Nachfragers mit dem Anbieter ab. Zwischen den Marktseiten existieren vielmehr sog. Intermediäre, verstanden als unabhängige ökonomisch handelnde Agenten, die den Austausch von Leistungen zwischen den Marktteilnehmern vermitteln.185 Diese Handelsmittler können dabei an jeder Phase der Markttransaktion beteiligt sein: z.B. Informationsgewinnung, Beschaffungsunterstützung, Kontaktaufnahme etc.186 Der Einsatz des Internet erlaubt zunehmend die Koordination und den unmittelbaren Austausch von Leistungen zwischen Anbieter und Nachfrager auf elektronischer Ebene. Dies hat einen enormen Einfluss auf die Rolle von Intermediären in der Internet Ökonomie.187 [...]

Arbeit zitieren:
Atli, Cem Juni 2004: Wettbewerbliche Wirkungen der Beschaffung mit Hilfe elektronischer B2B-Marktplätze, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
E-Procurement, Beschaffung, Wettbewerb, Marktplatz, elektronisch

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2013, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren