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Nutzen und Prognosequalität von Ratings als Alternative zur klassischen Performancemessung von Investmentfonds

Eine empirische Untersuchung

Nutzen und Prognosequalität von Ratings als Alternative zur klassischen Performancemessung von Investmentfonds
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Norman Baginski
  • Abgabedatum: April 2004
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 453,9 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9077-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9077-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9077-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Baginski, Norman April 2004: Nutzen und Prognosequalität von Ratings als Alternative zur klassischen Performancemessung von Investmentfonds, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sharpe-Ratio, Trust, Benchmarking, Rating, Fondsrating

Diplomarbeit von Norman Baginski

Einleitung:

Die internationalen Finanzmärkte haben sich in den vergangenen Jahren erheblich gewandelt. Kennzeichnend sind eine erhöhte Volatilität der Preise, die durch staatliche Deregulierungen geförderte Globalisierung der Finanzmärkte, die Informationstechnologie und zunehmend verstärkter Wettbewerb.

Daneben haben das hohe Anspruchsniveau zunehmend risikobewusster Anleger in Verbindung mit der zunehmenden Komplexität von Märkten, Informationen und Methoden zu einer weitgehenden Aufgabendelegation an Vermögensverwalter (Portfoliomanager), beispielführend im Rahmen von Investmentfonds, geführt. Ein Hauptelement im Portfoliomanagement ist dabei die objektive Beurteilung der Management-Leistung als konkrete Aufgabe der Performanceanalyse, die jeden geordneten Investmentprozess abschließt. Zugleich Ausgangspunkt für die künftige Anlegerentscheidung und die Allokation des Anlegerkapitals in die optimalsten Fonds, nimmt die Messung historisch erzielter Performance-Ergebnisse einen hohen Stellenwert im Entscheidungsprozess der privaten Investoren ein.

Die Vorangehensweise der vorliegenden Arbeit, nach Erläuterung der Ausgangslage, besteht darin, zunächst einen systematischen Überblick über die grundlegenden Performancemaße aufzuzeigen. Sie geben einen differenzierten Aufschluss über alle relevanten quantitativen Aspekte einer Performanceanalyse. Informationsdefizite bezüglich der dazu notwendigen Datenbeschaffung durch den Investor einerseits und das Streben nach qualitativer Beurteilung andererseits, die einen Bezug zwischen vergangener und zukünftiger Performance herstellen soll, stellt darauf folgend das Thema Fondsrating in den Mittelpunkt dieser Arbeit. Fondsratings bauen auf die zuvor dargestellten klassischen Methoden auf, beziehen jedoch zudem qualitative Aspekte in die Bewertung ein und aggregieren die Erkenntnisse zu einem für den Anleger leicht verständlichen Güteurteil.

Die in diesem Zusammenhang zu behandelnden Kernpunkte sind die Vorstellung des Fondsratings per se, die Anforderungen an derartige Verfahren, die Darstellung und der Vergleich der in der Praxis vorkommenden Methoden sowie eine kritische Bewertung der Ansätze. Das übergeordnete Ziel besteht darin, einen möglichen Mehrwert des Fondsratings gegenüber der klassischen Performancemessung zu identifizieren. In diesem Zusammenhang soll eine empirische Untersuchung darüber Aufschluss geben, ob Fondsratings dem Anleger eine Hilfestellung hinsichtlich der Prognose für die zukünftige Wertentwicklung geben können. Die Quantifizierung der Prognosequalität für die Fondsperformance in Indexrelation ist dabei expliziter Gegenstand der empirischen Untersuchung.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Externe Portfolioanalyse von Investmentfonds 2
2.1 Ausgangslage 2
2.2 Performancemessung 5
2.2.1 Performancebegriff im Portfolio-Management 5
2.2.2 Externe vs. Interne Performancemessung 6
2.2.3 Aufgaben und Grenzen der Performancemessung 6
2.3 Komponenten der Performancemessung 8
2.3.1 Messung der Rendite 8
2.3.2 Messung des Risikos 12
2.3.3 Benchmarking 15
2.4 Klassische zweidimensionale Performancemaße 17
2.5 Determinanten des Anlageerfolgs 20
3. Fondsrating 22
3.1 Ratingdefinition und -verfahren 22
3.2 Fondsrating 24
3.2.1 Definition und Status Quo Darstellung 24
3.2.2 Fondsrating vs. Fondsranking 24
3.2.3 Betriebswirtschaftliche Informationsfunktion 26
3.2.4 Besondere Ratinganforderungen 27
3.2.5 Einordnung in den Investmentprozess 28
3.3 Verfahren der Ratingagenturen und Bewertung 29
3.3.1 Überblick 29
3.3.2 Das Feri Trust Fonds Rating 30
3.3.3 Das Standard & Poor's Fund Management Rating 33
3.3.4 Das Morningstar Europe Risk Adjusted Rating 36
3.3.5 Das AdvisorTech Fondsrating 38
3.4 Vergleich der Ratingverfahren 40
3.5 Allgemeine Bewertung des Fondsrating 42
3.6 Rating Standards und Tendenzen 43
4. Empirische Untersuchung der Prognosequalität 45
4.1 Ausgangslage 45
4.2 Ziel der empirischen Untersuchung 46
4.3 Vorgehensweise und Datensituation 47
4.4 Untersuchung und Ergebnis 49
4.5 Auswertung 52
5. Zusammenfassung 53
Literaturverzeichnis V
Internetverzeichnis IX
Anhang XI
Ehrenwörtliche Erklärung XVIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

32 tet, bündelt und als eigenständiges Produkt vermarktet. Adressaten sind in erster Linie die Fondsproduzenten (KAG), die Anleger sowie die Vermittler von Finanzprodukten (Intermediäre). Die Ratingagentur nutzt in ihrem Geschäftsmodell die Ausbreitung und Vielzahl der Investmentfonds sowie die portfoliotheoretische Tatsache unsicherer, zukünftiger Wertentwicklungen. Durch Kategorisierung, Qualitätsbeurteilung und Analyseverfahren zur Risikobeurteilung der Fonds wird die unvollkommene Informationslage des Anlegers reduziert und seine Anlageentscheidung forciert. Dem Nutzer wird dieses zweckorientierte Wissen derart vermittelt, indem das Ergebnis des komplexen Analyse- und Entscheidungsverfahrens in leicht verständliche Symbole transformiert wird, um einerseits ein knappes und einprägsames Gesamturteil zu liefern und andererseits eine unverwechselbare Markenbildung, bspw. in Form von Sternen als Qualitätsmaßstab, zu etablieren. Auf Seiten der Fondsproduzenten und Intermediäre des Produktvertriebes führen Fondsratings als Marketinginstrument zur Verkaufsförderung. Das Qualitätsurteil in Verbindung mit der in der Öffentlichkeit herrschenden, hohen Reputation von unabhängigen Ratingagenturen sollen dem Anleger suggerieren, dass er mit Hilfe eines Fondsratings seine Informationslage bei der Auswahl des richtigen Fondsprodukts verbessern kann.89 3.2.4 Besondere Ratinganforderungen Neben den bereits angedeuteten systemimmanenten Merkmalen sollte sich ein sinnvolles und systematisches Fondsrating grundsätzlich durch folgende, dem konkreten Ratingprozess übergeordnete Anforderungen, auszeichnen: Zeitstabilität: Der Mehrwert von Ratings gegenüber Rankings besteht insbesondere in der Ratingstabilität bzw. in der Verlässlichkeit der Bewertung. Die Zeitstabilität drückt sich in einer gewissen Konsistenz des Ratings aus. Innerhalb eines Anlagezeitraumes soll sich die Erfahrung des Anlegers möglichst mit dem Rating zum Zeitpunkt der Kaufentscheidung decken. In dem Spannungsfeld zwischen sich ändernden (Markt-) Bedingungen und anlegerfreundlicher [...]

30 3.2.2 Fondsrating vs. Fondsranking Fondsratings- und rankings ermöglichen Fondsvergleiche innerhalb diverser Fondskategorien (Peer Groups), die vorab definiert sein müssen. Um die Begrifflichkeiten voneinander abzugrenzen, muss zwischen der Erhebung und Analyse quantitativer und qualitativer Kriterien unterschieden werden. Beim Ranking (englisch: to rank = reihen, ordnen) handelt es sich um Rangreihenfolgen bestimmter quantitativer Merkmalsausprägungen. Diese können beispielsweise die (risikoadjustierte) Performance, die Volatilität und die Kosten sein, gleichwohl bei der hier, auch über die einfache Analyse der Wertenwicklung hinausgehenden zusammenhängenden Betrachtung von Rendite und Risiko in den Medien fälschlicherweise vermehrt von Fondsratings gesprochen wird. Jegliche Formen quantitativer Analysen sind sinngemäß ausschließlich unter dem Wesen von Fondsrankings zu subsumieren. Je nach Aufwand des Rankings werden die Zahlen einer zurückliegenden Zeitperiode (z.B. ein, drei und fünf Jahre) in ein Verhältnis zu Vergleichsmaßstäben (Marktindizes) oder zur Peer Group (Fondskategorie) gesetzt und mit dem Ziel aufbereitet eine aussagekräftige Rangliste zu erstellen.85 Ein Ranking ist demnach immer nur zum angegebenen Stichtag gültig. Zudem ist der reine Vergangenheitsbezug bei der ausschließlich quantitativen Beurteilung für eine fundierte Investmententscheidung nicht ausreichend. Aussagekraft durch Rankings für die Zukunft besteht selbst bei langfristiger Betrachtung nur unter der unrealistischen Annahme unveränderter Rahmenbedingungen. Die Performance wird neben den zyklischen Marktschwankungen insbesondere vom Ergebnis eines strukturierten Investmentprozesses bestimmt. Durch Rankings lässt sich keine Aussage ableiten, durch welche Faktoren die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein in der Vergangenheit erfolgreicher und effizienter Investmentprozess eine zukünftig überdurchschnittliche Wertentwicklung (Persistenz der Performance) erwarten lässt. Die Lücke zwischen historischer und zukünftiger Performance sollen Ratings [...]

29 3.2 Fondsrating 3.2.1 Definition und Status Quo Darstellung Die Übertragung des Rating-Konzepts auf den Fondsmarkt beinhaltet die bereits aufgeworfene Zielsetzung, wie die zukünftige Zahlungsverpflichtung im Sinne einer zufriedenstellenden, die Erwartungen erfüllende Wertentwicklung zu beurteilen ist. Grundsätzlich fällt ein Rating kein absolutes Urteil. Vielmehr wird dem Ratinginteressierten durch die Einordnung der Fonds in Klassen Entscheidungshilfe gegeben. Entgegen einem Unternehmensrating kann es hier nur um die Positionierung des Fonds im Wettbewerb gehen. Einem Fondsrating ist so kein absoluter Mindestertrag als garantierte Zahlung abzuleiten. Weiterhin scheint es bei der großen Bandbreite von Investmentfonds sinnvoll zu sein, die Beurteilung einzelner Fonds einer Bewertung der KAG vorzuziehen.83 Gemäß Marktkonsensus sind auch Fondsratings standardisierte Bewertungsverfahren, die eine prognostische Aussage für das Bewertungsobjekt beinhalten. War es beim Bonitäts-Rating von Anleihen beispielsweise die definierte Ausfallwahrscheinlichkeit, so prognostiziert ein Fondsrating die risikoadjustierte (zukünftige) Performance. Im Mutterland des Fondsrating USA fließen 80 Prozent der Nettomittelzuflüsse in Fonds, die zu den oberen 20 Prozent aller gerateten Fonds gehören. Im Absatz und Marketing der US-Investmentgesellschaften sind die seit den achtziger Jahren für Investoren zugänglichen Ratings von großer Bedeutung. Ursächlich für die zwar in der Branche trendbestimmende aber in Deutschland bislang dennoch signifikant geringe Bedeutung der Fondsratings in Deutschland sind zum einen die vielen konkurrierenden Ranking- und Ratingsysteme bzw. – anbieter und zum anderen das mangelhafte Know-How der Anleger über Glaubwürdigkeit und Prinzip der Ratings.84 [...]

Arbeit zitieren:
Baginski, Norman April 2004: Nutzen und Prognosequalität von Ratings als Alternative zur klassischen Performancemessung von Investmentfonds, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sharpe-Ratio, Trust, Benchmarking, Rating, Fondsrating

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