Theorie und Praxis der Internationalisierung deutscher mittelständischer Unternehmen in Osteuropa
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Oxana Bastron
- Abgabedatum: Juli 2005
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 641,6 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Osnabrück Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9074-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9074-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9074-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bastron, Oxana Juli 2005: Theorie und Praxis der Internationalisierung deutscher mittelständischer Unternehmen in Osteuropa, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: KMU, Strategie, Timing, Markteintritt, Ost
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Diplomarbeit von Oxana Bastron
Problemstellung:
Die fortschreitende Globalisierung der Märkte und der daraus resultierende Wettbewerb schaffen neue Herausforderungen, denen sich jedes Unternehmen stellen muss. Ohne Zweifel berührt die Globalisierung nicht mehr nur das strategische und operative Verhalten der Großunternehmen, sondern seit den achtziger Jahren und verstärkt im letzten Jahrzehnt sowohl die kleinen als auch mittleren Unternehmen.
Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind durch die Globalisierung, die Sättigung traditioneller Märkte, den wachsenden Kostendruck auf heimischen und ausländischen Märkten sowie die wachsende technische Komplexität industrieller Produkte bei einer parallelen Verkürzung der Innovationszyklen mit immer größerem Konkurrenzdruck konfrontiert. Dadurch werden sie gezwungen, die vorhandenen Wettbewerbsvorteile zu sichern und auszubauen. Die Erschließung der Auslandsmärkte (Internationalisierung) scheint ein geeignetes Mittel dafür zu sein. Die Unternehmen können durch eine erfolgreiche Präsenz in einem weiteren Markt vom erweiterten Einkommen oder von Synergieeffekten profitieren. Neue Möglichkeiten zur Internationalisierung werden den KMU durch EU-Erweiterung bzw. Öffnung der osteuropäischen Märkte geboten. Deswegen steht der Markteintritt kleiner und mittlerer Unternehmen in osteuropäische Märkte im Mittelpunkt dieser Arbeit.
Sobald sich KMU für Internationalisierung in Osteuropa entschieden haben, liegt vor ihnen nicht etwa ein festgeschriebener Weg, dem sie in einfacher Weise folgen können. Vielmehr müssen sie den Einstieg in die internationalen Aktivitäten und die weitere internationale Entwicklung nach selbst gewählten Kriterien planen und gestalten. Sie müssen sich mit den Fragen warum (Motive und Ziele der Internationalisierung), wohin (Länderauswahl, geographische Expansion), wann (Timing) und wie (Markteintrittsform ) auseinandersetzen.
Grundlegende Zielsetzung dieser Arbeit ist es daher, die Internationalisierung mittelständischer Unternehmen in Bezug auf Osteuropa, insbesondere die möglichen Eintrittsstrategien für die osteuropäischen Märkte, theoretisch und empirisch zu analysieren.
Gang der Untersuchung:
Der Aufbau dieser Arbeit wird ausgehend von der obigen Zielsetzung gestaltet. Die Gliederung weist vier Hauptteile aus. Im Anschluss an das einführende Kapitel 1, das die Zielsetzungen der Arbeit, ihren Aufbau und die Vorgehensweise zum Inhalt hat, folgt in 1.3 die Klärung der Begriffe „Internationalisierung“, „Internationalisierungsstrategie“ und „mittelständische Unternehmen“. Diese Begriffe sind in der Literatur nicht eindeutig festgelegt, was die Bestimmung der Definitionen, die für diese Arbeit gelten, erforderlich macht.
In Kapitel 2 wird auf die theoretische Behandlung der Internationalisierung eingegangen. Dabei werden verschiedene Aspekte der Internationalisierung ausgehend von den Zielen, Motiven und Chancen, die die KMU bewegen international tätig zu werden, bis hin zu den Hemmnissen und Risiken, die mit der Internationalisierung verbunden sind, behandelt. Danach werden unter Berücksichtigung der Voraussetzungen mittelständischer Unternehmen mögliche Expansions-, Timing- und Markteintrittsstrategien betrachtet. Anschließend werden theoretische Erklärungsansätze zur Ableitung der Internationalisierungsstrategien dargestellt und hinsichtlich ihrer Eignung bzw. Gültigkeit bezüglich der Internationalisierung mittelständischer Unternehmen überprüft. Das Hauptaugenmerk gilt dabei dem Markteitritt.
In Kapitel 3 werden die theoretischen Erkenntnisse zur Internationalisierung von den KMU auf den Untersuchungsgegenstand bezogen. Dieser Teil der Arbeit stellt die Vorgehensweise und Ergebnisse der empirischen Untersuchung dar. Die Auswertung der einzelnen Ergebnisse ermöglicht es, Hinweise auf deren Bedeutung bzw. Relevanz für die Unternehmenspraxis zu geben.
Zum Schluss werden in Kapitel 4 die Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Vorgehensweise und Gang der Untersuchungen | 2 |
| 1.3 | Definition der Begriffe | 2 |
| 1.3.1 | Begriff der Internationalisierung | 2 |
| 1.3.2 | Begriff der Internationalisierungsstrategie | 3 |
| 1.3.3 | Begriffliche Eingrenzung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) | 4 |
| 2. | Theoretische Grundlagen der Internationalisierung von KMU | 6 |
| 2.1 | Motive der Internationalisierung | 6 |
| 2.2 | Internationalisierungsziele | 7 |
| 2.3 | Hemmnisse der Internationalisierung | 8 |
| 2.4 | Osteuropa als Markt der Zukunft: Chancen und Risiken | 9 |
| 2.5 | Internationale Markteintrittsstrategien (Internationalisierungsstrategien) | 11 |
| 2.5.1 | Ausmaß der geographischen Expansion | 11 |
| 2.5.1.1 | Konzentrische Strategie | 12 |
| 2.5.1.2 | Inselförmige Strategie | 13 |
| 2.5.1.3 | Globale Strategie | 14 |
| 2.5.2 | Timingstrategien beim Eintritt in ausländische Märkte | 15 |
| 2.5.2.1 | Länderspezifische Timingstrategien | 16 |
| 2.5.2.1.1 | Die Pionierstrategie | 16 |
| 2.5.2.1.2 | Die Folgerstrategie | 18 |
| 2.5.2.2 | Länderübergreifende Timingstrategien | 19 |
| 2.5.2.2.1 | Die Wasserfallstrategie | 19 |
| 2.5.2.2.2 | Die Sprinklerstrategie | 21 |
| 2.5.3 | Markteintrittsformen | 23 |
| 2.5.3.1 | Export | 24 |
| 2.5.3.2 | Lizenzen | 26 |
| 2.5.3.3 | Joint Venture | 27 |
| 2.5.3.4 | Tochtergesellschaften | 29 |
| 2.5.4 | Internationalisierungspfade | 30 |
| 2.6 | Theoretische Erklärungsansätze zur Internationalisierung von KMU | 32 |
| 2.6.1 | Behavioristische Theorie der Internationalisierung von Aharoni | 32 |
| 2.6.1.1 | Erklärung des Modells | 32 |
| 2.6.1.2 | Kritische Würdigung | 34 |
| 2.6.1.3 | Anwendung bei KMU | 35 |
| 2.6.2 | Das „Uppsala-Internationalisierungs-Modell“ von Johanson/Vahlne | 35 |
| 2.6.2.1 | Erklärung des Modells | 35 |
| 2.6.2.2 | Kritische Würdigung | 37 |
| 2.6.2.3 | Anwendung bei KMU | 38 |
| 2.6.3 | Der eklektische Ansatz von Dunning | 39 |
| 2.6.3.1 | Erklärung des Modells | 39 |
| 2.6.3.2 | Kritische Würdigung | 41 |
| 2.6.3.3 | Anwendung bei KMU | 42 |
| 2.7 | Erfolgsfaktoren bei der Internationalisierung | 43 |
| 2.7.1 | Produktqualität, Innovation und Kundenorientierung | 43 |
| 2.7.2 | Qualifikationen des Personals in internationalisierten KMU | 45 |
| 3. | Empirische Untersuchung zur Internationalisierung deutscher mittelständischer Unternehmen in Osteuropa | 46 |
| 3.1 | Untersuchungsdesign | 46 |
| 3.1.1 | Zielsetzung und Datenbasis der Untersuchung | 46 |
| 3.1.2 | Vorgehensweise | 47 |
| 3.2 | Ergebnisse der empirischen Untersuchung | 47 |
| 3.2.1 | Charakteristika von in Osteuropa tätigen deutschen KMU | 47 |
| 3.2.2 | Internationalisierungsmotive von KMU | 50 |
| 3.2.3 | Internationalisierungsziele und deren Erreichung | 51 |
| 3.2.4 | Probleme von KMU bei der Internationalisierung in Osteuropa | 52 |
| 3.2.5 | Markteintrittsstrategien | 54 |
| 3.2.5.1 | Die geographische Expansion | 54 |
| 3.2.5.2 | Timing des Markteintritts | 55 |
| 3.2.5.3 | Von KMU gewählte Markteintrittsformen | 57 |
| 3.2.6 | Finanzierung und Förderung der Internationalisierung | 59 |
| 3.2.7 | Chancen und Risiken des Engagements in Osteuropa | 62 |
| 3.2.8 | Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren deutscher mittelständischer Unternehmen in Osteuropa | 63 |
| 3.3 | Eigener empirischer Befund im Gesamtbild mit den anderen empirischen Untersuchungen | 65 |
| 4. | Schlussbetrachtung | 68 |
| Literaturverzeichnis | 69 | |
| Anhang A | Ergänzende Abbildungen zum Text | 77 |
| Anhang B | Fragebogen und ergänzende Ergebnisse der empirischen Untersuchung | 88 |
2.5.3.4 Tochtergesellschaften Im Rahmen der Internationalisierung mittelständischer Unternehmen bilden Direktinvestitionen zum Aufbau oder zur Akquisition von ausländischen Tochterunternehmungen den Fokus nachstehender Betrachtungen. Die Gründung einer eigenen Tochtergesellschaft im Ausland ist mit dem höchsten Risiko und dem höchsten Ressourceneinsatz verbunden. Tochtergesellschaften können auf einzelne Funktionen wie Vertrieb, Produktion, Forschung und Entwicklung, IT und Beschaffung beschränkt sein oder alle Aktivitäten der Muttergesellschaft umfassen (Meier/Roehr 2004, S.20). Das Unternehmen übt allein die Kontrolle über ein Tochterunternehmen aus und entscheidet über die Gewinnverwendung (Strunz/Dorsch 2001, S.136). Bei der Erschließung eines osteuropäischen Marktes über eine vollständige Tochtergesellschaft werden alle Wertaktivitäten in das Gastland übertragen, wobei die in dem ausländischen Land produzierten Leistungen auch dort abgesetzt werden. Der besondere Vorteil dabei ist, dass die vollständige Tochtergesellschaft durch die einzelnen Marktteilnehmer im Gastland besser akzeptiert wird, da das westliche Unternehmen hierdurch weitgehend den Status eines einheimischen Betriebs erlangt (Pues 1994, S.102). Weiterer Vorteil eines Tochterunternehmens ist, dass vom Zielland aus der gesamte lokale Markt und auch angrenzende Länder bedient werden können (Hering/Pförtsch/Wordelmann 2001, S.50). Das Unternehmen ist unmittelbar im Gastland präsent und kann aufgrund der größeren Marktnähe auf nationale Kundenbe- [...]
Bereich der Telekommunikation die Führung und Kontrolle von Joint Ventures. Das Unternehmen kann nur eine unvollständige Kontrolle über Joint Venture ausüben. Es besteht dabei die Gefahr, dass die Partner später gewollt oder ungewollt zu Konkurrenten werden können. Bei größeren Joint Venture sind umfangreiche Schulungsmaßnahmen der osteuropäischen Mitarbeiter erforderlich. Sie stellen eine zusätzliche finanzielle und personelle Belastung dar. Die sorgfältige Planung und die Partnerwahl spielen eine zentrale Bedeutung für die erfolgreiche Erschließung osteuropäischer Märkte über Joint Venture (Pues 1994, S.106-107). Schließlich ist ein Joint Venture immer dann vorzuziehen, wenn die vom Partner eingebrachten Ressourcen und Fähigkeiten mehr Nutzen bringen als mit dem Verlust der vollständigen Kontrolle verloren geht (Pausenberger 1994, S.22). Für KMU mit geringer Kapitalausstattung sind Joint Venture oftmals die einzige Möglichkeit, in eine Auslandsproduktion zu investieren (Nienaber 2002, S.94) [...]
eine längerfristige Zusammenarbeit mit Unternehmen im Ausland einzugehen. Es gibt unterschiedliche Kooperationsformen, eine von ihnen ist Joint Venture. Ein KMU geht bei der Gründung eines Joint Ventures eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit einem oder mehreren unabhängigen Unternehmen im Zielland ein. Es wird ein rechtlich selbständiges Unternehmen gegründet, um die Aufgaben im gemeinsamen Interesse auszuführen (Hering/Pförtsch/Wordelmann 2001, S.50). Alle Kooperationspartner sind finanziell an Joint Venture beteiligt und tragen gemeinsam das Risiko (Strunz/Dorsch 2001, S.137). Diese Markteintrittsform kommt meist dann in Frage, wenn der Auslandsmarkt über großes Marktpotential und gute Gewinnchancen verfügt, die Gründung einer Tochtergesellschaft aufgrund der ausländischen Gesetzgebung, administrativer Restriktionen usw. aber nicht möglich ist (Meffert/Bolz 1998, S.128). Joint Venture werden zur Ergänzung fehlender eigener Kompetenzen wie z.B. lokale Marktkenntnisse und als „Türöffner“ für neue Ländermärkte genutzt (Scholz-Ligma 1997, S.176-177). Joint Venture bieten in Osteuropa eine Reihe von Vorteilen. Durch die Kooperation mit lokalen Partnern wird die Akzeptanz bei osteuropäischen Marktpartnern wie Zulieferern, Handelsunternehmen und Banken erhöht (Strunz/Dorsch 2001, S.138). Die Kooperationen erlauben den Ausgleich fehlender Finanz- und Humankapitalressourcen mit Hilfe der Partnerschaft. Bei der Gründung eines Joint Ventures ist eine schnellere Markterschließung möglich, wobei das osteuropäische Partnerunternehmen den Zugang zu Grundstücken, Büros, Gebäuden, Rohstoffen sowie qualifizierten Arbeitskräften erleichtern kann. Die Ausnutzung des günstigen Lohnniveaus ist ein weiterer Vorteil. Joint Venture bietet als Vorstufe zur Gründung einer eigenständigen Tochtergesellschaft den Vorteil, Informationen und Erfahrungen über das Land zu sammeln und zunächst in Kooperation mit osteuropäischen Führungskräften den landesspezifischen Führungsstil sowie den Umgang mit osteuropäischen Mitarbeitern kennen zu lernen (Pues 1994, S.105-106, Brenner/Döbisch/Dörfler 1999, S.32). Die Erschließung des osteuropäischen Marktes durch die Gründung eines Joint Ventures ist auch mit einigen Nachteilen verbunden. Wesentlicher Nachteil ist, dass die Wahl geeigneter Kooperationspartner sich als sehr schwierig aufweist (Dierkes 1999, S.68). Bei dieser Markteintrittsform kommt es zu einer Vermischung von traditionellen und nichttraditionellen unternehmerischen Kulturen. Dabei können mögliche [...]
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KMU, Strategie, Timing, Markteintritt, Ost



