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Bestimmung von androgenen und antiandrogenen Substanzen in wässrigen Umweltproben mit biologischen und chemischen Methoden

Bestimmung von androgenen und antiandrogenen Substanzen in wässrigen Umweltproben mit biologischen und chemischen Methoden
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Spathelf
  • Abgabedatum: September 1999
  • Umfang: 99 Seiten
  • Dateigröße: 1,8 MB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule und Berufskollegs NTA, Isny/Allgäu Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8981-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8981-6 P
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Spathelf, Stefan September 1999: Bestimmung von androgenen und antiandrogenen Substanzen in wässrigen Umweltproben mit biologischen und chemischen Methoden, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: MCF-7, AR-1, östrogen, Umwelt

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Diplomarbeit von Stefan Spathelf

Einleitung:

In den letzten Jahren häufen sich Berichte über eine Zunahme von endokrinen Störungen bei Mensch und Tier, die unter anderem auf Substanzen natürlichen und synthetischen Ursprungs mit hormoneller Wirkung zurückgeführt werden. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Störungen der Geschlechtsdifferenzierung und Reproduktion bei verschiedenen Tieren. Außerdem wird angenommen, dass in diesen Substanzen eine Ursache für die in den letzten Jahrzehnten beobachtete deutliche Zunahme hormonabhängiger Krebserkrankungen in den Industrieländern liegt. Auch über eine durch diese Substanzen ausgelöste Abnahme der Spermienzahl beim Menschen wird spekuliert.

Die Forschung beschränkt sich derzeit weitgehend auf Substanzen mit östrogener Aktivität. So wurden in der Umwelt zahlreiche Substanzen gefunden, die ein östrogenes Potenzial aufweisen und aus unterschiedlichsten Quellen stammen. Dabei handelt es sich um von Mensch und Tier ausgeschiedene natürliche und synthetische Östrogene, Pflanzeninhaltsstoffe sowie Industriechemikalien.

Es ist zu erwarten, dass in der Umwelt nicht nur Östrogene, sondern auch andere endokrin wirksame Substanzen eine relevante Rolle spielen. So wurden in den letzten Jahren einige nichtsteroidale Umweltchemikalien mit antiandrogener Wirkung entdeckt.

Deshalb wird in der vorliegenden Diplomarbeit eine Methode zur In-vitro-Untersuchung von wässrigen Umweltproben auf ihr androgenes und antiandrogenes Potenzial etabliert. Als Basis für diesen Zellkulturtest dient die humane Brustkrebszelllinie MCF-7 AR-1. Mit Hilfe dieser Methode werden verschiedene Einzelsubstanzen und Umweltproben auf ihr androgenes und antiandrogenes Potenzial hin untersucht.

Zur Spezifizierung und Quantifizierung von natürlichen Androgenen und deren wichtigsten Metaboliten in wässrigen Umweltproben wird ein Verfahren mittels GC/MS nach vorheriger Silylierung entwickelt und angewandt.

Zusammenfassung:

Zur Untersuchung von Substanzen und wässrigen Umweltproben auf ihr androgenes und antiandrogenes Potenzial wurde eine biologische Methode unter Verwendung von MCF-7 AR-1 Brustkrebszellen etabliert. Sie ist weitgehend spezifisch und unterliegt nur geringen Einflüssen durch Östrogene, Gestagene und Cortisol. Mit diesem Verfahren wurden die wichtigsten Testosteronmetabolite und verschiedene Substanzen, die bereits in wässrigen Umweltproben gefunden wurden, untersucht.

Die Testosteronmetabolite zeigten alle eine gewisse, unterschiedlich ausgeprägte androgene Wirkung. Daneben konnte drei Triphenylmethanderivaten eine antiandrogene Wirkung nachgewiesen werden. Bei den anderen Einzelsubstanzen war keine eindeutige Wirkung feststellbar. Anschließend wurden verschiedene Wasserproben von Flüssen und Kläranlagen untersucht. Sämtliche Proben zeigten mehr oder weniger ausgeprägte androgene oder antiandrogene Effekte oder eine Kombination aus beiden. Eine Systematik war dabei nicht erkennbar.

Daraufhin wurde eine Methode zur chemischen Bestimmung von beta-Sitosterol, Testosteron und dessen Metaboliten in obigen Proben entwickelt. Sie beruht auf einer Festphasenextraktion, anschließender Derivatisierung der Steroide zu den Trimethylsilylderivaten und Bestimmung mittels GC/MS. Die Methode eignete sich allerdings nicht zur Untersuchung der stärker verschmutzten Proben. In den auswertbaren Wasserproben konnten die Substanzen Androsteron, 5alpha-Androstane-3alpha,17beta-diol, 5beta-Dihydrotestosteron und beta-Sitosterol detektiert werden. Die Konzentrationen der Testosteronmetabolite lagen jeweils bei etwa 300 ng/l (» 1×10^9 mol/l). Die Nachweisgrenzen in den Umweltproben lagen zwischen 5,9 und 34,6 ng/l (20–119 pmol/l).

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT i
INHALTSVERZEICHNIS iii
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS v
ZUSAMMENFASSUNG vii
1. EINLEITUNG 1
2. THEORETISCHER TEIL 3
2.1 Substanzen mit hormonartiger Wirkung 3
2.1.1 Androgene Substanzen 3
2.1.2 Antiandrogene Substanzen 6
2.1.3 Östrogene und Gestagene 9
2.2 Weitere Substanzen, die im Rahmen dieser Arbeit untersucht wurden 10
2.2.1 Triphenylmethanderivate 10
2.2.2 alpha-Hexylzimtaldehyd 11
2.2.3 Tris(2-chlorethyl)-phosphat (TCEP) 11
2.2.4 Cortisol (Hydrocortison) 11
2.2.5 beta-Sitosterol 12
2.3 Untersuchung auf (anti-)androgene Substanzen 12
2.3.1 Probenvorbereitung 13
2.3.2 Biologisches Screening 14
2.3.3 Chemische Spurenanalytik 19
3. EXPERIMENTELLER TEIL 23
3.1 Aufgabenstellung 23
3.2 Herstellung der verwendeten Lösungen 23
3.3 Biologische Analytik 25
3.3.1 Verschiedene allgemeine Methoden 25
3.3.2 Übertragung der Methode von Szelei et al. auf die hiesigen Laborbedingungen 26
3.3.3 Bestimmung der Abweichung innerhalb einer Zellkulturplatte 28
3.3.4 Übertragung auf 96-Well-Zellkulturplatten 29
3.3.5 Vergleich von Zellkulturplatten verschiedener Hersteller 30
3.3.6 Vergleich verschiedener Detektionsmethoden 30
3.3.7 Optimierung der Zellzahl und des Gehaltes an FBS im Kulturmedium 34
3.3.8 Vergleich zwischen Transferrin und Holo-Transferrin 37
3.3.9 Einfluss der Inkubationsdauer 38
3.3.10 Abweichung der Methode 39
3.3.11 Einfluss von Lösungsmitteln 40
3.3.12 Test verschiedener bekannter Antiandrogene 40
3.3.13 Konzentrations-Wirkungs-Kurve von Bicalutamid 42
3.3.14 Probenvorbereitung für wässrige Umweltproben 44
3.3.15 Zusammenfassung der Methode 44
3.3.16 Untersuchung von Einzelsubstanzen 47
3.3.17 Untersuchung von Umweltproben 54
3.4 Chemische Analytik 59
3.4.1 Entwicklung der GC/MS-Methode 59
3.4.2 Linearität 62
3.4.3 Nachweis- und Bestimmungsgrenze 65
3.4.4 Probenvorbereitung für Umweltproben 65
3.4.5 Wiederfindung 65
3.4.6 Zusammenfassung der Methode 66
3.4.7 Untersuchung von Umweltproben 68
4. DISKUSSION 73
5. ANHANG 75
5.1 Massenspektren und Chromatogramme 75
5.1.1 5alpha-Androstane-3alpha,17beta-diol 75
5.1.2 Androsteron 76
5.1.3 Etiocholan-3alpha-ol-17-on 77
5.1.4 Epiandrosteron 78
5.1.5 5alpha-Dihydrotestosteron 79
5.1.6 Testosteron 80
5.1.7 4-Androsten-3,17-dion 81
5.1.8 Methyltestosteron 82
5.1.9 beta-Sitosterol 83
5.2 Verwendete Materialien 84
5.2.1 Geräte 84
5.2.2 Chemikalien 84
5.2.3 Verbrauchsmaterialien 87
6. LITERATURVERZEICHNIS 89
7. LEBENSLAUF 93

Automatisiert erstellter Textauszug:

sung findet Experimentalmedium ohne Testsubstanz Verwendung. Daraufhin wird weitere 96 Stunden inkubiert. Detektion Zur Detektion wird die Farbreaktion mit MTT (siehe Kapitel 2.3.2.6) gewählt. Hierzu schüttet man das Medium ab und setzt mit einer Multipette jedem Well 0,2 ml MTT-Lösung (c = 2 mg/ml in Detektionsmedium) zu. Nach zwei Stunden Inkubation bei 37 °C wird die MTT-Lösung abgeschüttet und 500 µl DMSO zugegeben, wobei der in den Zellen gebundene Farbstoff in Lösung geht. Die Bestimmung der Konzentration des Formazans erfolgt fotometrisch mit einem Mikroplatten-Fotometer, wofür die Lösungen in 96-Well-Platten überführt werden müssen (100 µl/Well). Als Messwellenlänge dient 550 nm und als Referenzwellenlänge 630 nm. Bereits dieser erste Versuch ergab gute Ergebnisse: [...]

Zunächst sollte versucht werden, die Methode nach Szelei [3] auf die hiesigen Laborbedingungen zu übertragen. Dazu wurde die Methode erst wie folgt durchgeführt und daraufhin die einzelnen Teilschritte optimiert. Die Experimente wurden jeweils mehrmals durchgeführt und als Ergebnis der Mittelwert und die prozentuale Standardabweichung angegeben. Ausbringen der Zellen Nach dem Trypsinieren der Zellen wird die Zellsuspension mit Kulturmedium auf eine Konzentration von 60 000 Zellen/ml verdünnt. In jedes Well werden mit einer Multipette 0,5 ml der Zellsuspension in Falcon 24-Well-Platten gegeben. Daraufhin werden die Platten 48 Stunden bei 37 °C inkubiert. Ursprünglich sollte die Inkubation nur über 24 Stunden erfolgen. Bei der mikroskopischen Betrachtung der Zellen nach dieser Zeit sahen diese allerdings noch nicht ausreichend am Untergrund angehaftet aus. Deshalb wurde weitere 24 Stunden inkubiert. Substanzzugabe Zur Substanzzugabe wird das Kulturmedium mit einer Pasteurpipette abgesaugt, mit 0,5 ml DMEM zum Spülen versetzt, dieses wiederum abgesaugt und mittels einer Multipette mit je 1 ml Experimentalmedium versetzt. Als Testsubstanz wird das synthetische Androgen Methyltrienolon R 1881 in Konzentrationen von 1⋅10-12 bis 1⋅10-8 mol/l verwendet, wobei in jeweils eine Viererreihe die gleiche Konzentration gegeben wird. Als Bezugs- und Kontrolllö- 26 - [...]

len werden nun auf Eis gelegt, gekühltes Einfriermedium I zugegeben und resuspendiert. Danach wird unter Schütteln die gleiche Menge gekühltes Einfriermedium II tropfenweise hinzugegeben. Die Volumina bemisst man dabei so, dass eine Konzentration von etwa 5⋅106 Zellen/ml entsteht. Nach fünfminütiger Lagerung auf Eis werden die Zellen zuerst einen Tag bei –20 °C, anschließend drei Tage bei –80 °C gelagert und dann in flüssigen Stickstoff gegeben. Auftauen der Zellen Nach der Entnahme der Zellen aus dem Stickstofftank versetzt man sie mit 2 ml Kulturmedium. Sie werden bei Raumtemperatur aufgetaut und nach dem Schmelzen sofort mit weiteren 10 ml Kulturmedium vermischt und zentrifugiert. Nach erneutem Suspendieren in etwa 15 ml Kulturmedium werden die Zellen in eine Kulturflasche gegeben und kultiviert. Der erste Mediumwechsel erfolgt nach 24 Stunden. [...]

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