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Kann ein Sabbatical zur Motivationssteigerung der Belegschaft und Ergebnisverbesserung des Unternehmens beitragen?

Kann ein Sabbatical zur Motivationssteigerung der Belegschaft und Ergebnisverbesserung des Unternehmens beitragen?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Robert Fraundorfer
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 151 Seiten
  • Dateigröße: 2,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule des bfi Wien GmbH Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8976-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8976-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8976-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fraundorfer, Robert Mai 2004: Kann ein Sabbatical zur Motivationssteigerung der Belegschaft und Ergebnisverbesserung des Unternehmens beitragen?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wertewandel, Patchwork-Biografie, Sabbat, Personal, Kosteneinsparung

Diplomarbeit von Robert Fraundorfer

Einleitung:

Aufgrund sich ändernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, welche den Großteil der Unternehmen betreffen und in letzter Konsequenz auch für die Mitarbeiter gelten, ist es notwendig, dass die Unternehmen adäquat den Herausforderungen der Zeit begegnen. Diese Herausforderungen oder Änderungen verlangen auch von den Mitarbeitern einen hohen Grad an Flexibilität, da diese sich permanent neu orientieren, weiterbilden und bewähren müssen. Diese Anpassungsfähigkeit beider Akteure ist auch notwendig, um den Änderungen entsprechen zu können und schlussendlich negative Effekte zu vermeiden.

Aufgrund der Arbeitsmarktsituation und der damit verbundenen hohen Arbeitslosigkeit in der EU bzw. in Österreich sowie dem Trend der Auslagerung von Unternehmensteilen in Länder der EU-Beitrittstaaten (01.05.2004) ergibt sich die Notwendigkeit, innovative Arbeits- bzw. Beschäftigungsprogramme zu entwerfen. Vollbeschäftigung ist in Österreich seit Anfang der 70er-Jahre nicht mehr feststellbar. Zu der damaligen Zeit waren im Gegensatz zu heute nur etwa 35.000 Personen arbeitslos. Im Vergleich zu 1970 ist im Februar 2004, auf einer absoluten Beschäftigtenanzahl von 3.119.300 Personen basierend, eine Arbeitslosenrate von 8,80 % (= 274.498 Personen) bzw. eine saisonbereinigte AL-Rate nach EU-Berechnung von 4,5 % (= 140.368 Personen) zu verzeichnen gewesen.

Um eine erfolgreiche Umsetzung dieser arbeitsmarktpolitischen Aufgabe zu erzielen, sind alle Wirtschaftsakteure sowie Interessengruppen gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Sowohl Unternehmer und Dienstnehmer in Vertretung durch die Sozialpartner als auch die Regierung und somit der Staat Österreich müssen interessiert sein, eine zeitgerechte Flexibilisierungsanpassung des Arbeitsmarktes zu erreichen, um den Wirtschaftsbedingungen zu entsprechen. Wenn den Erfordernissen nicht nachgekommen wird, ist das Risiko gegeben, dass die Unternehmen in wirtschaftlich angespannten Phasen das Instrument „Kündigung“ anwenden und hiermit eine kurzfristige Linderung der Konjunkturproblematik schaffen, aber negative Folgewirkungen bezwecken.

Einerseits werden die Dienstnehmer verunsichert, indem die Arbeitsplätze gefährdet bzw. rationalisiert werden, andererseits haben die Unternehmer in den Konjunkturphasen der Erholung bzw. des Anstieges einen Arbeitskräftemangel. Durch die Freisetzung qualifizierter, erfahrener Mitarbeiter verliert das Unternehmen Know-how und geht das Risiko ein, die gekündigten Wissensträger nicht mehr für das Unternehmen rekrutieren zu können. Gegebenenfalls besteht durch den Wechsel jener Humanressourcen zu der Konkurrenz sogar die Gefahr, diese zu stärken. Es muss berücksichtigt werden, dass nicht ausschließlich qualifizierte Dienstnehmer von der Fluktuation betroffen sind, jedoch stellt sich die Frage, ob ein Unternehmen das Risiko fluktuierender, qualifizierter Dienstnehmer (wie gering es auch sein mag) eingehen kann.

Durch die Ersatz- bzw. Neueinstellung von vermutlich kostengünstigerem, aber weniger qualifiziertem Personal ist es dem Unternehmen zwar möglich, die Personalkosten im Vergleich niedrig zu halten, allerdings muss dies in Relation zum Faktor Know-how (Minimierung) der Arbeitskräfte gesehen werden. Wie die Unternehmensstrategie eines Betriebes bzgl. dieser Differenzierung ausgerichtet ist, hängt von dem Unternehmensleitbild ab. Jedoch kann sich kein Unternehmen vor der Tatsache verschließen, dass in absehbarer Zeit die demografische Entwicklung (in doppelter Ausprägung) und der Mangel an versierten Fach- bzw. Führungskräften, den Verlauf der Unternehmensentwicklung mit beeinflussen werden.

Gang der Untersuchung:

Wie in der Situationsdarstellung der aktuellen Wirtschaftsproblematik beschrieben, ist momentan eine Phase der Veränderung sowie des Wandels gegeben. Dies betrifft somit die Unternehmen sowie die Dienstnehmer und erfordert Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Beschriebene Anforderungen werden von den Dienstnehmern erwartet und auch verlangt, da der Wettbewerbsdruck aufgrund der vorherrschenden Globalisierung und der Neugestaltung Europas weit reichende Einflüsse auf die Wirtschaft hat.

Gegen 2010 wird es in der EU einen prognostizierten Mangel an qualifizierten Dienstnehmern geben. Diese Problemsituation wird auch nicht durch die Immigrationen aus den MOEL (= Mittel- und osteuropäischen Länder) kompensiert. Aus diesem Grund ist es in Zukunft für die Unternehmen immer wichtiger, altersgerechte Arbeitsbedingungen durch ein adäquates Beschäftigungsmanagement zu gewährleisten, um den demografischen Entwicklungen und Bedürfnissen der Dienstnehmer zu entsprechen.

Die Forschungsfrage „Kann ein Sabbatical zur Motivationssteigerung der Belegschaft und Ergebnisverbesserung des Unternehmens beitragen?“ ergab sich aufgrund der Vielzahl an Veränderungstrends, welche wiederum die Rahmenbedingungen unseres täglichen Privat- und Beruflebens beeinflussen, und wegen der Verschiebung bzw. Veralterung unserer Bevölkerungsstruktur. Trotz permanenter Veränderungen und dem Erfordernis des längeren Erwerbslebens älterer Personen stellte sich die Frage, wie gleichzeitig eine Motivationssteigerung der Belegschaft und eine Ergebnisverbesserung des Unternehmensergebnisses möglich sind. Die Beantwortung der Forschungsfrage wird über die Erarbeitung eines flexiblen Arbeitszeitmanagementmodells angestrebt.

Kapitel 5 beschreibt die relevanten Begriffe, welche im Zusammenhang mit der Thematik Arbeitszeitmanagement verwendet werden, und geht fließend in das Kapitel 6 über, in welchem eine Abgrenzung zu anderen Aspekten des Arbeitszeitmanagements erfolgt.

Wie erwähnt, erfolgen in Kapitel 6 eine Differenzierung zwischen den Arbeitszeitvarianten und eine Darstellung, unter welchen Bedingungen die Akzeptanz der DN für diverse Arbeitszeitmodelle erzielt werden kann. In diesem Konnex wird auch unterschieden, welche die abweichenden Unternehmens- bzw. Mitarbeiterinteressen sind und wie die relevanten Arbeitszeitmodelle aus Dienstgebersicht charakterisiert werden.

Kapitel 7 nimmt Bezug auf den Wertewandel und damit einhergehend auch auf die Motive der Dienstnehmer, Lebensarbeitszeitmodelle anzunehmen. Andererseits bezieht sich dieses Kapitel auf die Motive der Dienstgeber, warum diese Lebensarbeitszeitmodelle einführen. Aus dieser Gegenüberstellung ist der jeweilige Wertewandel erkennbar und die unterschiedlichen Beweggründe werden erfasst.

Kapitel 8 reflektiert die Meinung der DN-Vertretungsseite zu dem Thema Lebensarbeitszeit, indem aus dem theoretischen Blickwinkel die Werthaltung des EGB (= Europäischer Gewerkschaftsbund) beschrieben wird und ein aktuelles Interview mit dem ÖGB (= Österreichischer Gewerkschaftsbund) geführt wurde.

Kapitel 9 konzentriert sich spezifisch auf die Erfordernisse und Möglichkeiten, welche durch ein Sabbatical gegeben sind. Unter anderem wird beschrieben, welche Sabbatical-Modelle es gibt, wie diese funktionieren und anhand einer Gegenüberstellung werden die Chancen und Risiken, sowohl für die Dienstgeber als auch Dienstnehmer, aufgelistet.

In Kapitel 10 erfolgt eine grundlegende Definition zu dem Bereich „Motivation“. Des Weiteren wird auf folgende Schwerpunkte tiefer eingegangen:

- DN-Motivation als strategisches Management.

- Darstellung des prozesstheoretischen Ansatzes von Porter/Lawler.

In Kapitel 9 befindet sich der praxisorientierte Teil dieser Diplomarbeit. Es werden sowohl die Darstellung und Auswertung der durchgeführten Web-Umfrage als auch eine Modellberechnung bzgl. der Kostenersparnis für ein Unternehmen betrachtet. Anhand der repräsentativen Web-Umfrage soll belegt werden, wie ausgeprägt die Akzeptanz der Dienstnehmer bzgl. der Einführung von Sabbaticals im Unternehmen ist. Mittels der Modellberechnung wird ein betriebswirtschaftlicher Bezug zu dem Einsparungs- bzw. Aktivierungspotenzial hergestellt.

Zum Abschluss dieser Diplomarbeit wird die Forschungsfrage dem erhaltenen Ergebnis gegenübergestellt. Durch diese rückblickende Betrachtungsweise kann analysiert werden, ob die theoretische und praktische Erarbeitung der Daten zu einer aussagekräftigen Antwort führt, welche via Zusammenfassung der wesentlichen Aspekte Auswirkungen auf die abschließende Perspektivenbeschreibung hat.

Inhaltsverzeichnis:

ABSTRACT IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
TABELLENVERZEICHNIS VII
ANHANGVERZEICHNIS VIII
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IX
BEGRIFFS- UND DEFINITIONENVERZEICHNIS X
1. EINLEITUNG 1
2. SITUATIONSDARSTELLUNG DER AKTUELLEN WIRTSCHAFTSPROBLEMATIK 2
3. FORSCHUNGSFRAGE 6
4. STRUKTURELLER AUFBAU DER DIPLOMARBEIT 9
5. BEGRIFFSBESTIMMUNG 12
5.1 ARBEITSZEIT UND FREIZEIT 12
5.2 LEBENSARBEITSZEIT 13
5.3 SABBATICAL 13
6. WANDEL IM PERSONAL- UND ARBEITSZEITMANAGEMENT 15
6.1 DARSTELLUNG DER ARBEITSZEITVARIANTEN 16
6.1.1 Chronometrische Arbeitszeit 17
6.1.2 Chronologische Arbeitszeit 17
6.1.3 Arbeitszeitverteilung 17
6.1.4 Arbeitszeitvolumen 17
6.2 ARBEITSMODELLMATRIX 18
6.2.1 DN-Akzeptanz der Arbeitszeitmodelle 19
6.2.2 DG-Charakterisierung der Arbeitszeitmodelle 21
6.3 UNTERNEHMENSVERGLEICH – TREND ZUR AZ-ERHÖHUNG 23
6.3.1 Arbeitszeitreduktion versus Arbeitszeiterhöhung 24
6.3.2 Continental - Arbeitszeiterhöhung 24
6.3.3 Opel – Beibehaltung der reduzierten AZ 25
6.3.4 Volkswagen – Entscheidungsphase 26
7. LEBENSARBEITSZEIT - FLEXIBILISIERUNG & INDIVIDUALISIERUNG 28
7.1 WERTEWANDEL DER DIENSTNEHMER IN DEREN ARBEITSAUFFASSUNG 28
7.1.1 Motive 31
7.1.1.1 Arbeitsplatzsicherung 32
7.1.1.2 Lebenslanges Lernen 34
7.1.1.3 Work-Life-Balance 36
7.1.2 Motivation 38
7.1.2.1 Nachwuchskräfte 40
7.1.2.2 Fach- und Führungskräfte 42
7.1.2.3 Ältere Dienstnehmer 43
7.2 UNTERNEHMERISCHE BEWEGGRÜNDE ZUR EINFÜHRUNG VON LEBENSARBEITSZEITMODELLEN 47
7.2.1 Motive 48
7.2.1.1 Ausgleich von betrieblichen Auftragsschwankungen 49
7.2.1.2 Halbwertzeit des Fachwissens 49
7.2.1.3 Anreizmodell für die Dienstnehmer 51
8. EVALUIERUNG DER LEBENSARBEITSZEIT DURCH DN-VERTRETUNG 52
8.1 EGB – ERFAHRUNG/MEINUNG 52
8.2 ÖGB – ERFAHRUNG/MEINUNG (INTERVIEW) 56
9. SABBATICAL DURCH LANGZEITKONTO ODER FINANZIERUNG 59
9.1 BESCHREIBUNG 60
9.2 UNTERSCHIEDLICHE MODELLE 60
9.2.1 Involvierung der DN-Vertretung (Interview) 61
9.2.2 Verzinsung 64
9.2.2.1 Zinsregelung/Veranlagung 65
9.2.2.2 Valorisierung mittels Einkommenssteigerungen 65
9.2.3 Ansparvariante 66
9.2.4 Finanzierungsvariante 67
9.3 VERWENDUNGSMÖGLICHKEIT VON AUSZEITEN 70
9.4 GEGENÜBERSTELLUNG VOR- UND NACHTEILE 72
9.4.1 Chancen und Risiken für das Unternehmen 72
9.4.2 Chancen und Risiken für den Dienstnehmer 73
10. LANGZEITKONTEN UND SABBATICALS - MOTIVATION 75
10.1 MOTIVATIONSSTEIGERUNG DER DIENSTNEHMER 76
10.2 DN-MOTIVATION ALS GEGENSTAND DES STRATEGISCHEN MANAGEMENTS 78
10.3 ANSÄTZE UND THEORIEN ZUR BEEINFLUSSUNG DER MENSCHLICHEN ARBEITSLEISTUNG 79
10.3.1 Generalisierende Management-Ansätze 80
10.3.1.1 Traditioneller Ansatz des Scientific-Management 81
10.3.1.2 Human-Relations-Ansatz 81
10.3.1.3 Humanistischer Ansatz 82
10.3.2 Motivationstheoretische Ansätze 82
10.3.2.1 Inhaltstheoretischer Ansatz 83
10.3.2.2 Prozesstheoretischer Ansatz 83
10.3.2.3 Motivations-Modell von Porter/Lawler 83
10.4 ZUNEHMENDE BEDEUTUNG IMMATERIELLER ANREIZSYSTEME 87
10.4.1 Anforderungen an ein Anreizsystem 88
10.4.2 Immaterielle Anreizsysteme - Arbeitszeitmanagement 89
10.5 MANAGEMENT BY MOTIVATION ÜBER ARBEITSZEITGESTALTUNG 91
10.5.1 Demotivation vermeiden – Remotivation forcieren - Motivation erhalten 93
11. NUTZUNGS- UND ERFOLGSAUSSICHTEN FÜR EIN UNTERNEHMEN 95
11.1 DARSTELLUNG DES SABBATICAL-MODELLS FÜR DAS UNTERNEHMEN 95
11.1.1 Voraussetzungen für die Inanspruchnahme 95
11.1.2 Durchrechnungszeitraum/Finanzierungszeitraum 97
11.1.3 Konsumationszeitraum/Sabbatical/Auszeit 97
11.2 AKZEPTANZ DER DIENSTNEHMER (REPRÄSENTATIVE WEB-UMFRAGE) 98
11.2.1 Auswertung – Darstellung 98
11.2.2 Interpretation 101
11.3 ERGEBNISVERBESSERUNG FÜR DAS UNTERNEHMEN 104
11.3.1 Know-how-Steigerung - Wissenstransfer 104
11.3.2 Prozessoptimierung 106
11.3.3 Kostenoptimierung 108
12. BEANTWORTUNG DER FORSCHUNGSFRAGE 116
13. ZUSAMMENFASSUNG DER WICHTIGSTEN ASPEKTE 117
14. AUSBLICK - PERSPEKTIVEN 120
LITERATURVERZEICHNIS XI
ZEITUNGSARTIKELVERZEICHNIS XV
INTERNETQUELLENVERZEICHNIS XVII
ANHANG XIX

Automatisiert erstellter Textauszug:

57 Arbeitsmarkt. Allerdings bleibt die Frage, ob die notwendige Immigration an Fachpersonal in dem Ausmaß realisiert werden kann, was jedoch in diversen Studien bereits bezweifelt wird. In diesem Zusammenhang ist auch die Befürchtung von 65 % der österreichischen Bevölkerung zu erwähnen, welche Arbeitsplatzverluste durch die EU-Erweiterung ab 01.05.2004 erwarten. Dieses realistische Zukunftsszenario muss relativiert werden, indem in direkte und indirekte Einflüsse unterschieden wird. Es wird angenommen, dass weniger die direkten Auswirkungen, d. h. DN aus den MOE-Ländern kommen nach Österreich, als vielmehr die indirekten Auswirkungen, d. h. Verlagerungen von Betriebsstätten aus Österreich in MOE-Länder, entscheidenden Einfluss auf den österreichischen Arbeitsmarkt haben werden. Im Konnex mit den indirekten Auswirkungen muss auch das Faktum der Dienstleistungsfreiheit erwähnt werden, welches nicht durch die 7-jährigen Übergangsfristen geregelt ist. Die Dienstleistungsfreiheit ermöglicht selbstständigen Personen aus den MOEL ihre Dienste in Österreich anzubieten und trägt somit wieder zur Schwächung des österreichischen Arbeitsmarktes bei. Der negative Aspekt für den österreichischen Arbeitsmarkt ist deshalb gegeben, da die DL vor Ort in dem jeweiligen MOEL vollbracht wird (Software-, IT-Branche etc.) bzw. die DL in Österreich angeboten wird, ohne gleichzeitig Arbeitsplätze für die heimische Bevölkerung zu schaffen. Um Arbeitsplätze in Österreich zu schaffen bzw. zu sichern, ist es notwendig, Betriebsabwanderungen zu vermeiden und vice versa sogar Betriebsansiedelungen zu forcieren. Dafür muss die Qualität der heimischen Arbeitnehmer gesteigert werden. Diesbezüglich sind Lebensarbeitszeitmodelle und Auszeiten in Form von Sabbaticals geeignet, da es möglich ist, die Auszeiten u. a. für Fort- und Weiterbildung zu nutzen. Andererseits können für die Unternehmen und Dienstnehmer weitere positive Aspekte Relevanz haben, wie z. B.: Vermeidung von Burn-out-Syndromen der Dienstnehmer Gesundheitsprävention der Mitarbeiter Umorientierungsmöglichkeiten aufgrund betrieblicher Notwendigkeit Motivationssteigerung der Belegschaft Wahrung der Chance für die DN, doch früher in den Ruhestand treten zu können, als dies gesetzlich geregelt ist. [...]

Zu den Themen flexible Arbeitszeitmodelle Lebensarbeitszeit - Sabbatical wurde folgendes Interview geführt: Mag. Herbert Aufner ÖGB GBH Bundessekretär für Wirtschafts- und Sozialpolitik A-1080 Wien, Ebendorferstraße 7 27. Februar 2004 Die primäre Zielsetzung bzw. der erhoffte Effekt durch Flexi-Modelle (= flexible Arbeitszeitmodelle) ist einerseits die Verkürzung der Arbeitszeit und andererseits natürlich die Reduktion sowie Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Die Verkürzung der Arbeitszeit soll dazu beitragen, dass ein Dienstnehmer durchschnittlich nur mehr um die 55.000 Arbeitsstunden pro Arbeitsleben leistet und eine Trendumkehr von nicht stabilen Dienstverhältnissen zu dauerhaften sowie kontinuierlichen Beschäftigungsverhältnissen stattfindet. Die Verkürzung der Lebensarbeitszeit könnte u. a. durch Ausweitung des Urlaubanspruches bzw. durch Intensivierung der Fort- und Weiterbildung erfolgen, wobei allerdings das Hauptinteresse der Dienstnehmer in der Vorverlegung des effektiven Pensionsantritts liegt. Diese Intentionen werden jedoch einerseits durch die gesetzliche Änderung des Pensionsrechts konterkariert und andererseits verfolgt die Dienstgeberseite abweichende Paradigmen, wie die Verlängerung des wöchentlichen Arbeitszeitausmaßes. Die unterschiedlichen Zugänge zu den Thematiken „Reduktion der LAZ“ vs. „Verlängerung der LAZ“ basieren auf der zukünftig steigenden Problematik der Arbeitskräfteknappheit und hier insbesondere im Bereich der qualifizierten Dienstnehmer. Die Wirtschaft ist sich dieser Konstellation bewusst, versucht aber die Situation dadurch zu entschärfen, indem sie die bestehenden Argumentation Dienstnehmer der zu längeren wieder Arbeitszeiten und in der bewegen, Hoffnung anstatt eines zusätzliches/verfügbares Personal anzustellen. Die Begründung findet sich in der Lohnkostenstruktur Dienstnehmerzustroms an qualifizierten Dienstnehmern aus den ehemaligen MOE-Ländern. Dies evtl. sogar durch eine vorgezogene Beendigung der 7-jährigen Übergangsfrist am [...]

55 existiert. Der Wechsel in ein anderes Dienstzeitmodell ist oft mehr von der DG-Seite gefordert als von der DN-Seite frei gewählt.159 Die notwendige Akzeptanz der DN für neue Arbeitszeitmodelle wird nur dann erzielt, wenn die Präferenzen und individuellen Lebensabschnittssituationen in der Modellierung berücksichtigt werden. Einfluss auf die Akzeptanz haben hierbei die Regelmäßigkeit sowie Vorhersehbarkeit, die Verteilung und der Umfang der Arbeitszeitänderung.160 Bereits in den 70er-Jahren wurde in einem Bericht der OECD gefordert, dass die Zeitsouveränität jedes Einzelnen für den Zugewinn an Lebensqualität gesteigert werden muss und nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen und somit das Wirtschaftswachstum eines Landes das primäre sowie alleinige Anliegen sein darf. „Beide, sowohl das wirtschaftliche Ziel, das gesamte Arbeitskräftepotential zu nutzen, als auch das soziale Ziel, den individuellen Präferenzen des Einzelnen zu entsprechen, erfordern, dass die Menschen ihre Arbeitszeit wählen können – ihre Länge und ihre Verteilung auf den Tag, das Jahr und das Leben – und dies so uneingeschränkt wie möglich.“161 Die Trennung in Arbeits- und Lebenszeit war und ist eine künstlich geschaffene Trennung und muss durch neue Konzepte der Lebensarbeitszeit vereint werden. Die Modellierung und Verhandlung neuer Lebensarbeitszeitmodelle wird noch lange Zeit alle Sozialpartner bzw. Interessenparteien beschäftigen. Dies ist aber notwendig, um neue Denkmuster zu schaffen und den wirtschaftlichen sowie sozialen Anforderungen zu entsprechen. Die Notwendigkeit bezieht sich nicht nur ausschließlich auf die Reduktion der Massenarbeitslosigkeit, sondern auch auf die Individualisierungs- und Flexibilisierungsansprüche der DN und DG.162 [...]

Arbeit zitieren:
Fraundorfer, Robert Mai 2004: Kann ein Sabbatical zur Motivationssteigerung der Belegschaft und Ergebnisverbesserung des Unternehmens beitragen?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wertewandel, Patchwork-Biografie, Sabbat, Personal, Kosteneinsparung

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