Ausgewählte Aspekte der Kindesmisshandlung
Körperliche Gewalt innerhalb der Familie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Janet Bischoff
- Abgabedatum: Juni 2005
- Umfang: 90 Seiten
- Dateigröße: 1,6 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Lausitz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8952-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8952-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8952-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bischoff, Janet Juni 2005: Ausgewählte Aspekte der Kindesmisshandlung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ursache, Schädigungsform, Langzeitfolge, Hilfsmaßnahme, Prävention
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Diplomarbeit von Janet Bischoff
Einleitung:
Kindesmisshandlung ist keine neuartige Erscheinung. Man kann sie weit in den Jahren zurückverfolgen. Jeder von uns kennt diesbezüglich Geschichten aus früheren Zeiten. Selbst meine Großeltern lernten noch den Rohrstock in der Schule kennen und wussten auch von anderen Kindern, die zu ihrer Zeit von den Eltern mit einem Riemen gepeinigt wurden. Gehorsam war zu jener Zeit noch eines der Erziehungsziele und dieses wurde oftmals mit Züchtigung erreicht.
In der heutigen Zeit stehen andere Erziehungsziele an erster Stelle und auch dem Kind an sich wird eine andere Bedeutung beigemessen. Ihm werden Rechte zugesprochen. Trotzdem erreichen uns immer wieder entsetzliche Bilder und Nachrichten von Kindern, die (fast) verhungert sind, die tagelang allein in der elterlichen Wohnung verharren mussten, die Narben von Peitschen, Zigaretten und anderen Gegenständen offenbaren, sowie Hämatome am ganzen Körper besitzen. Ich habe nie verstanden, wie manche Eltern ihren Kindern solch schreckliche Dinge antun können. Noch unverständlicher ist es mir, seitdem ich selbst Mutter bin und jeden Tag mit einem wunderbaren Lachen seitens meiner kleinen Tochter begrüßt werde. Sicherlich ist es nicht immer leicht, doch das rechtfertigt keine Misshandlung, egal in welcher Form.
Mein eigentliches Ziel dieser Arbeit war es Antworten und Erklärungen zu bekommen, warum Eltern ihre Kinder schlagen. Doch schon bei der Sichtung erster Bücher erschrak ich über das eigentliche Ausmaß an körperlichen Misshandlungstaten. Nie hätte ich gedacht, was Babys und Kinder alles erleiden müssen, auf was für furchtbare Ideen manche Eltern kommen. Ich möchte zwar immer noch Antworten, doch mein jetziges Ziel ist es einen Überblick über die Arten der Kindesmisshandlung zu geben und vor allem die körperlichen Formen mit ihrer Symptomatik und den Folgen für die Kinder genau darzustellen, um auch andere Menschen, die nicht davon betroffen sind oder waren, darauf aufmerksam zu machen. Ich werde außerdem die rechtliche Verankerung aufweisen, um zu verdeutlichen, welche Rechte ein Kind in Deutschland hat und ausgewählte Hilfsmaßnahmen für diese Kinder bei Rechtsverletzung erläutern.
Durch diesen breiten Überblick hoffe ich, dass Außenstehenden die Augen geöffnet werden können, dass sich mal eine Person mehr bei Verdacht auf Kindesmisshandlung getraut etwas dagegen zu unternehmen und dass durch geeignete Präventivmaßnahmen, welche ich auch vorstellen werde, anderen Kindern schon im Vorfeld geholfen werden kann.
Zusammenfassung:
In dieser Arbeit wollte ich einige Aspekte der körperlichen Kindesmisshandlung darstellen und dadurch auch Erklärungen bekommen, warum Eltern ihre Kinder misshandeln.
Dargestellt habe ich die verschiedenen Formen von Kindesmisshandlung, die statistischen Vorfälle sowie die Rechtlage von Deutschland, die Schädigungsformen, die am kindlichen Körper möglich sind und auch auftreten, sowie die Erklärungsansätze, die versuchen dafür eine Begründung zu finden. Ferner ging es in meiner Arbeit weiter mit den Folgen für das Kindes- sowie das Erwachsenalter und den Maßnahmen, um akut und präventiv einzugreifen.
Sicherlich habe ich in meiner Arbeit nicht alle Aspekte, die damit in Verbindung stehen berücksichtigen können, doch ich denke, dass es reicht, um – wie einleitend beschrieben – einen breiten Überblick zu geben und somit anderen Leuten vielleicht die Augen zu öffnen.
Diverse gesuchte Antworten habe ich bei dieser Arbeit auch gefunden. Ich weiß jetzt, dass in manchen Familien viele Faktoren auf einmal zusammen treffen, die zu familiärem Stress führen. Aus Überforderung kommt es zur Eskalation und das Kind wird geschüttelt oder geschlagen. Eine Tatsache, die keinesfalls wünschenswert ist, in den akuten Situationen wahrscheinlich aber die einzigst erfolgversprechende Handlung für die Eltern zu sein scheint. Diese Handlungen kann ich sogar noch nachvollziehen, da ich selber weiß, dass man manchmal, wenn man das Gefühl hat gar nicht mehr zu können und das Kind beispielsweise gar nicht mehr aufhört zu schreien, so einen Impuls in sich verspürt. Ich war bis jetzt immer stärker als dieser Impuls, auch habe ich mir immer vorgenommen, an mir zu arbeiten, zu versuchen, bei stressigen Situationen anders als mit Gewalt zu reagieren und möchte einfach andere Möglichkeiten finden, um meine Tochter auch ohne Schläge zu einem liebevollen und gesellschaftsfähigen Wesen zu erziehen. Doch bei anderen Menschen ist das vielleicht nicht so ein oberstes Gebot, sie sehen einen Klaps nicht als so schlimm an und vergeben ihn auch öfters. Schön ist das nicht, aber in manchen Fällen und Situationen einfach menschlich.
Anders sehe ich das jedoch bei Schlägen und Tritten mit und ohne Hilfsmittel, die Knochenbrüche oder Abrisse im Magenraum verursachen; bei Verbrennungen, die absichtlich mit der Zigarette oder heißem Wasser sowie anderen heißen Gegenständen zugeführt werden, weil ein Kind noch einnässt oder mal nicht sofort hört; bei Ankettungen an Betten oder an andere Gegenstände und auch der Aussetzungen kalter Temperaturen. Dies alles ist für mich mit keinem Erklärungsansatz erklärbar und auch mit allen Risikofaktoren und Stressoren nicht nachvollziehbar! Für mich sind Zigarettenverbrennungen an den Genitalien eines kleinen Kindes keine Anzeichen für Überforderung sondern für eine krankhafte Phantasie. Und da denke ich einfach, dass den Kindern so schnell wie möglich geholfen werden muss. Damit meine ich jedoch nicht Hilfsangebote für die Eltern und dann wieder die Rückführung zur Familie. Nein, ich denke in so schwerwiegenden Fällen sollte schnellstmöglich eine andere Familie für die betreffenden Kinder gefunden werden.
Insgesamt kann ich mir gut vorstellen, dass aufgrund der gesellschaftlichen Situation, die sich gerade abzeichnet, die Risikofaktoren immer öfter auftreten werden und es deshalb noch öfter zu Gewaltanhandlungen an Kindern kommen wird. Auf der anderen Seite denke ich aber auch, dass immer mehr versucht wird, aufzuklären, etwas dagegen zu unternehmen und die Menschen versucht werden, für diese Problematik zu sensibilisieren. Wünschenswert wäre aus meiner Sicht noch, wenn zukünftig noch mehr für die Opfer, hier also die Kinder, als für die Täter getan wird.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Prolog | 1 |
| 2. | Einleitung | 2 |
| 3. | Begriffserklärung | 4 |
| 3.1 | Gewalt | 4 |
| 3.2 | Häusliche Gewalt | 8 |
| 3.3 | Familie – Bedeutung und Funktion | 9 |
| 3.4 | Kindesmisshandlung | 14 |
| 3.4.1 | Körperliche Misshandlung | 16 |
| 3.4.2 | Emotionale Misshandlung | 16 |
| 3.4.3 | Vernachlässigung | 18 |
| 3.2.4 | Sexueller Missbrauch | 19 |
| 4. | Von der Ohrfeige hin zu Knochenbrüchen | 20 |
| 4.1 | „Ein Klaps hat noch keinem geschadet“ – rechtlicher Stand | 20 |
| 4.2 | Innerfamiliäre Gewalt an Kindern – Statistik | 22 |
| 5. | Ursachen für körperliche Gewalt | 24 |
| 5.1 | Erklärungsansätze | 24 |
| 5.1.1 | Das psychopathologische Erklärungsmodell | 24 |
| 5.1.2 | Psychodynamische Erklärungsmodelle | 25 |
| 5.1.3 | Soziologische Erklärungsmodelle | 27 |
| 5.1.4 | Das sozial-situationale Erklärungsmodell | 32 |
| 5.2 | Risikofaktoren | 34 |
| 6. | Medizinisch diagnostizierbare Schädigungen | 42 |
| 6.1 | Hautschädigungen | 42 |
| 6.2 | Schädelhirntraumata | 46 |
| 6.3 | Innere Verletzungen | 47 |
| 6.4 | Frakturen | 48 |
| 6.5 | Münchhausen-Syndrom-by-proxy | 50 |
| 7. | Tod durch körperliche Misshandlung | 51 |
| 8. | Folgen für überlebende Misshandlungskinder | 53 |
| 8.1 | Folgen für das Kindes- und Jugendalter | 53 |
| 8.2 | Folgen für das Erwachsenenalter | 57 |
| 9. | Hilfsmaßnahmen | 60 |
| 10. | Prävention | 69 |
| 11. | Zusammenfassung und Ausblick | 76 |
| Literaturverzeichnis | 78 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832489526
Arbeit zitieren:
Bischoff, Janet Juni 2005: Ausgewählte Aspekte der Kindesmisshandlung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ursache, Schädigungsform, Langzeitfolge, Hilfsmaßnahme, Prävention



