Operative Kennzahlen als Frühwarnsystem im internationalen Hotelmanagement
Prioritäten und Aussagefähigkeit im Entscheidungsprozess
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Nicole Bamberger
- Abgabedatum: November 2004
- Umfang: 163 Seiten
- Dateigröße: 863,0 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8854-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8854-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8854-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bamberger, Nicole November 2004: Operative Kennzahlen als Frühwarnsystem im internationalen Hotelmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Balanced Scorecard, F&B, Logis, Benchmarking, Früherkennung
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Diplomarbeit von Nicole Bamberger
Einleitung:
„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein (Nagel 1994).
In den 50er und 60er Jahren, als Deutschland als "Wirtschaftswunder" gepriesen wurde, in einer Zeit von hohen Wachstumsraten in der Wirtschaft, gekoppelt mit stabilen politischen Verhältnissen und annähernder Vollbeschäftigung, war der Begriff "Frühwarnung" kein allzu großes Thema. In den kommenden Jahren werden Informationen, Maßstäbe und Orientierungspunkte in der internationalen Hotellerie eine wesentlich größere Rolle spielen, da im Zeitalter des "Chance Managements" immer schnellere Veränderungen wirtschaftlicher, sozialer und technologischer Bedingungen und ein ständig steigender Wettbewerbsdruck herrschen.
Umweltveränderungen, der Markt und die Konkurrenz, die eigene Position im Wettbewerb, der technische Fortschritt, neue Produkte, Gästewünsche, um nur einige Beispiele zu nennen, erfordern ein hohes Maß an Kompetenz, Flexibilität und Dynamik. Größere Chancen im Wettbewerb hat nur der, der schneller und besser als seine Konkurrenz informiert ist. Mehr und mehr Informationen müssen zum richtigen Zeitpunkt bereitgestellt und überwacht werden. Kennzahlen sind daher in der Unternehmenspraxis sehr stark verbreitet und finden als Frühwarnsystem auf der Führungsebene seit langem Verwendung.
Auf einer Liste der 41 bedeutendsten Instrumente im Controlling liegen Kennzahlensysteme sogar auf Platz 7. Um den aktuellen Anforderungen entsprechen zu können, müssen sie jedoch kontinuierlich überprüft und verbessert werden.
Können Kennzahlen tatsächlich frühzeitig Chancen und Risiken erkennen und den Erfolg eines Hotels positiv beeinflussen? Da es Hunderte von möglichen Kennzahlen gibt, muss man sich zunächst die Frage stellen, welche Kennzahlen aus dem "Kennzahlenfriedhof" für die Führung des Hotels maßgebend sind. Dazu wird im empirischen Teil eine Befragung von 36 Hoteldirektoren durchgeführt und ermittelt, über welche Kennzahlen sie momentan verfügen und welche sie davon als aussagefähig bzw. nicht brauchbar erachten. Als Ergebnis wird ein Prioritätensystem aufgestellt. Jedoch ist es schwierig das Hotelmanagement davon zu überzeugen die wenigen wichtigen Kennzahlen aus der Flut von Messgrößen, die derzeit erfasst werden herauszufiltern. Information ist Macht, und nur die wenigsten wollen sich auf einige verdichtete Prozentzahlen oder Gesamtindizes verlassen - sie verlangen detaillierte Zahlen und Informationen.
Obwohl die Hotelbrache aufgrund anhaltender Konsumflaute und fehlender gesamtwirtschaftlicher Belebung nach wie vor unter Druck steht, lassen deren Kennzahlen 2004 einen eindeutigen Aufwärtstrend erkennen. Laut dem Hotelverband Deutschland ist die Zimmerauslastung in den ersten sechs Monaten bundesweit um 5,5% gestiegen, die Zimmerpreise sind um 0,5% zurückgegangen und der RevPar hat sich um 5,9% erhöht.
Kennzahlen gewinnen zunehmend an Bedeutung! Nur durch deren Anwendung können Strategien erfolgreich umgesetzt werden. Sie dienen als Frühwarnsystem, da sie auftretende Abweichungen rechtzeitig erkennen lassen und deren Ursachen ermitteln. Dadurch können Gegensteuerungsmaßnahmen zum Erreichen der festgelegten Ziele rechtzeitig eingeleitet werden. Die Hoteldirektoren benötigen kontinuierlich Informationen durch Kennzahlen, um die Leistung und die momentane Situation des Hotels beurteilen und um Entscheidungen bezüglich der Zukunft des Hotels treffen zu können. Fundierte unternehmerische Entscheidungen ohne aussagefähige Informationsbeschaffung und -auswertung sind im modernen, internationalen Hotelmanagement nicht mehr möglich.
Gang der Untersuchung:
Bei Kennzahlen denkt jeder sofort an die Zahlen der Bilanzanalyse. In dieser Arbeit wird jedoch auf die operativen Kennzahlen eingegangen, d.h. Zahlen aus den Bereichen Logis, Food & Beverage und Personal.
Zu Beginn der Arbeit wird mittels Begriffserklärungen auf das Thema hingeführt und auf die Darstellung von Frühwarnsystemen eingegangen. Darauf folgen eine Charakterisierung von Kennzahlen und eine Darstellung der unterschiedlichen Kennzahlensysteme. Im Anschluss daran erfolgt die Zwecksetzung von Kennzahlensystemen, die Planungsrechnung mit Kennzahlen und die Kennzahlenauswertung.
Anschließend werden Kennzahlen für die drei Bereiche Logis, Food & Beverage und Personal für das Hotelmanagement aufgeführt und erläutert. Bei der Vorstellung der Kennzahlen wird nach folgendem Schema vorgegangen: Berechnung und Erläuterung: Die Formel zur Berechnung der Kennzahlen wird gezeigt, wobei weitere Erläuterungen zur Berechnung folgen. Es wird dargelegt, wozu die Kennzahlen benötigt werden. Die Kennzahlen werden interpretiert, auf Problem- und Fragestellungen eingegangen und Hintergründe beleuchtet.
Darauf folgt ein empirischer Teil, der eine Auswertung von Interviews und Fragebögen darstellt. Es wurden dazu 36 Hoteldirektoren internationaler Hotels in Deutschland befragt. In den Gesprächen wurden zahlreiche, hauptsächlich offene Fragen zum Thema Kennzahlen besprochen, um eine möglichst genaue Einstellung zu diesem Thema zu erfassen. Aufgrund der geringen Resonanz in München wurden auch einige Interviews deutschlandweit durchgeführt und ein Fragebogen per E-Mail an 417 Hotels versandt, wobei jedoch nur 22 Rückläufe zu verzeichnen waren.
Abschließend werden eine Zusammenfassung und ein Ausblick gegeben. Empfehlungen für die Praxis werden mit Hilfe eines Leitfadens aufgeführt, anhand dessen die Hoteldirektoren und Abteilungsleiter ihre Kennzahlensysteme selbst beurteilen können.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| 1. | EINFÜHRUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG UND ZIEL DER ARBEIT | 1 |
| 1.2 | BEGRIFFSERKLÄRUNGEN | 2 |
| 1.2.1 | Frühwarnsystem | 2 |
| 1.2.2 | Kennzahlen | 3 |
| 1.3 | VORGEHENSWEISE UND GEDANKENFLUSSPLAN | 3 |
| 2. | FRÜHWARNSYSTEME ALS INSTRUMENT DES CONTROLLING ZUR ANALYSE UND PROGNOSE VON ENTWICKLUNGEN IM HOTEL | 6 |
| 2.1 | UNTERSCHEIDUNG WESENTLICHER BEGRIFFE | 6 |
| 2.2 | HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER FRÜHWARNUNG | 7 |
| 2.2.1 | Kennzahlen und hochrechnungsorientierte Früherkennung | 7 |
| 2.2.2 | Indikatororientierte Früherkennung | 7 |
| 2.2.3 | Strategische Frühaufklärung | 7 |
| 2.2.4 | Vernetzung der Indikatoren und schwachen Signale | 8 |
| 2.3 | FRÜHERKENNUNG AUF BASIS VON KENNZAHLEN | 8 |
| 2.4 | AUFBAU UND AUSGESTALTUNG VON FRÜHWARNSYSTEMEN | 10 |
| 2.5 | AUFGABEN VON FRÜHWARNSYSTEMEN | 10 |
| 3. | CHARAKTERISTIK VON KENNZAHLEN | 12 |
| 3.1 | ARTEN VON KENNZAHLEN | 12 |
| 3.1.1 | Einteilung nach statistischen Gesichtspunkten | 12 |
| 3.1.2 | Einteilung nach der Informationskategorie | 13 |
| 3.1.3 | Einteilung nach dem betriebswirtschaftlichem Inhalt | 14 |
| 3.1.4 | Einteilung nach der Herkunft der Kennzahlen | 14 |
| 3.2 | FUNKTIONEN VON KENNZAHLEN | 15 |
| 3.3 | GRENZEN UND GEFAHREN DES KENNZAHLENEINSATZES IN DER INTERNATIONALEN HOTELLERIE | 17 |
| 3.4 | AUSSAGEFÄHIGKEIT EINER KENNZAHLENANALYSE IN DER HOTELLERIE | 22 |
| 4. | KENNZAHLENSYSTEME IN DER INTERNATIONALEN HOTELLERIE | 24 |
| 4.1 | MONETÄRE KENNZAHLENSYSTEME | 24 |
| 4.1.1 | DuPont System of Financial Control | 24 |
| 4.1.2 | ZVEI-Kennzahlensystem | 27 |
| 4.1.3 | Rentabilitäts- und Liquiditäts-Kennzahlensystem | 29 |
| 4.2 | STRATEGISCHE KENNZAHLENSYSTEME | 32 |
| 4.2.1 | Balanced Scorecard | 32 |
| 4.2.2 | PIMS | 38 |
| 4.2.3 | Benchmarking | 41 |
| 5. | ZWECKSETZUNG VON KENNZAHLENSYSTEMEN | 48 |
| 5.1 | FÜHRUNGSINSTRUMENT | 48 |
| 5.2 | ANALYSEINSTRUMENT | 48 |
| 5.3 | INSTRUMENT ZUR PLANUNG, STEUERUNG UND KONTROLLE | 49 |
| 5.4 | INFORMATIONSINSTRUMENT | 49 |
| 6. | PLANUNGSRECHNUNG MIT KENNZAHLEN | 50 |
| 6.1 | KENNZAHLENEINSATZ IM KLEINEN UND GROßEN KONTROLLKREISLAUF | 50 |
| 6.2 | AUFGABEN BEI DER BUDGETIERUNG | 51 |
| 6.3 | MANAGEMENTINFORMATIONSSYSTEM | 52 |
| 7. | KENNZAHLENAUSWERTUNG | 54 |
| 7.1 | KENNZAHLENERMITTLUNG | 54 |
| 7.2 | KENNZAHLENDARSTELLUNG | 55 |
| 7.3 | ZEITVERGLEICH | 56 |
| 7.4 | SOLL-IST-VERGLEICH | 57 |
| 7.5 | EXTERNER KENNZAHLENVERGLEICH | 58 |
| 7.6 | KENNZAHLENBEURTEILUNG | 59 |
| 7.7 | URSACHENANALYSE | 60 |
| 7.8 | KENNZAHLENVORGABE | 61 |
| 8. | KENNZAHLEN FÜR DAS HOTELMANAGEMENT | 62 |
| 8.1 | OPERATIVE KENNZAHLEN FÜR DAS LOGIS | 62 |
| 8.2 | OPERATIVE KENNZAHLEN FÜR DAS F&B | 75 |
| 8.3 | PERSONAL-KENNZAHLEN | 84 |
| 9. | EMPIRISCHE ÜBERPRÜFUNG DES EINSATZES DER KENNZAHLEN IN DER INTERNATIONALEN HOTELLERIE | 96 |
| 9.1 | ZIEL UND VORGEHENSWEISE DER UNTERSUCHUNG | 96 |
| 9.2 | DURCHGEFÜHRTE ERHEBUNGSMETHODE | 96 |
| 9.2.1 | Umfang der Befragung | 96 |
| 9.2.2 | Durchführung der Befragung | 97 |
| 9.2.3 | Konzeption des Fragebogens | 98 |
| 9.3 | DARSTELLUNG UND KRITISCHE BEURTEILUNG DER ERGEBNISSE DER BEFRAGUNG | 98 |
| 10. | ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK | 123 |
| 10.1 | ZUKUNFTSCHANCEN DER KENNZAHLEN IN DER HOTELLERIE | 123 |
| 10.1.1 | Empfehlungen für die Praxis | 123 |
| 10.1.2 | Einführung bzw. Verbesserung eines erfolgreichen Kennzahlensystems | 125 |
| 10.2 | SCHLUSSBEMERKUNG | 128 |
| Anhang | 130 | |
| Quellen- und Literaturhinweise | 134 | |
| Literaturverzeichnis | 145 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 155 |
Manager bekommen oft zu viele Informationen, die sie nicht brauchen, aber andererseits erhalten sie nicht die Kennzahlen, die sie benötigen. Ein Managementinformationssystem (MIS) muss daher die Schnittmenge zwischen Informationsbedarf, Informationsnachfrage und Informationsangebot erarbeiten und diese dem Manager zur Verfügung stellen. Wissen ist Macht – und so bestehen einige Manager darauf, die Informationen als erste zu erhalten, um sich einen Informationsvorsprung zu sichern (166). Die Aufgaben eine MIS werden erfüllt, wenn es mittels eines Kennzahlensystems in die betriebliche Planungsrechnung einbezogen wird. Eine gemeinsame Datenbasis von miteinander in Beziehung stehenden Subsystemen unterstützt die Manager im unternehmerischen Entscheidungsprozess und hilft Abläufe zu überwachen, zu kontrollieren und zu verbessern (167). MIS sind EDV-gestützte Systeme, die den Managern verschiedener Hierarchieebenen verdichtete Informationen über das operative Geschäft mittels periodisch, standardisierten Berichten zur Verfügung stellen (168). Außerdem stellt das MIS ein Netzwerk dar, welches rechtzeitig angemessene quantitative und qualitative Informationen und Kennzahlen bildet und in allen Ebenen des Hotelmanagements kommuniziert, um die Planung, Lenkung und Kontrolle der [...]
Kontrollkreislauf“ bezeichnet. Dieser ist in Abbildung 18 zu erkennen, indem man das komplette Schaubild betrachtet. Ist die betriebliche Planungsrechnung zukunftsorientiert, kann der Informationsgehalt des Kennzahlensystems voll ausgeschöpft werden. Dies erfolgt mit der schriftlichen Festlegung des Budgets, in dem die Ertrags-, Kosten- und Erfolgsziele für das gesamte Hotel sowie die einzelnen Abteilungen bestimmt werden. Systematisch und kontinuierlich werden Soll-Kennzahlen als Planvorgabe gebildet und das Budget spätestens Anfang Dezember des laufenden Geschäftsjahres fertig gestellt und verabschiedet (161). Beim „Großen Kontrollkreislauf“ erfolgt eine stärkere Kontrollphase. Zum Zeit- und Betriebsvergleich kommt die Budgetkontrolle hinzu. Der Soll-Ist-Vergleich stellt die am Ende einer Planungsperiode anfallenden Ist-Kennzahlen den vorab budgetierten Soll-Kennzahlen gegenüber und die anschließende Abweichungsanalyse ermöglicht weitere Anpassungsentscheidungen (162). Es folgt eine systematische Suche nach den Einflussgrößen. [...]
Viele, mit großer Motivation begonnenen Benchmarking-Projekte enden jedoch unbefriedigend oder scheitern. Die Gründe für diese Misserfolge sind in der vielfältigen praktischen Anwendung zu sehen. Es werden zu viele Informationen und Kennzahlen ausgewertet, deren Zweck und Beziehung zu den kritischen Erfolgsfaktoren des Hotels zum Teil nicht erkannt werden kann und deren Aussagen zu allgemein sind und nicht verglichen werden können. Das Management trifft oft Fehlentscheidungen, da sie mit Hilfe des Vergleiches die Ursachen für Leistungslücken nicht ausfindig machen können. Viele Betriebe erkennen die Hintergründe des Benchmarking nicht und führen keinerlei Vergleiche mit Unternehmen anderer Branchen durch (151). Eine weitere Grenze von Benchmarking liegt darin, dass es nicht der Innovation dient, sondern v.a. eigene Ideen bestätigen soll. In der Branche bereits bekannte und angewendete Ideallösungen werden gesucht und gefunden. Da man letztendlich die Güte der Benchmarking-Partner nicht kennt (152), ist es notwendig, sich mit den fünf Besten einer Kategorie zu vergleichen, da andernfalls die Gefahr besteht, dass man sich an den Maßstäben einer Niete misst. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832488543
Arbeit zitieren:
Bamberger, Nicole November 2004: Operative Kennzahlen als Frühwarnsystem im internationalen Hotelmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Balanced Scorecard, F&B, Logis, Benchmarking, Früherkennung



