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Gütezeichen als Instrument zur Überwindung von Qualitätsunsicherheit auf dem Markt für ökologische Produkte

Untersuchung der Verbraucherakzeptanz am Beispiel des Bio-Siegels

Gütezeichen als Instrument zur Überwindung von Qualitätsunsicherheit auf dem Markt für ökologische Produkte
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nicola Tanaskovic
  • Abgabedatum: Juni 2004
  • Umfang: 161 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8611-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8611-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8611-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tanaskovic, Nicola Juni 2004: Gütezeichen als Instrument zur Überwindung von Qualitätsunsicherheit auf dem Markt für ökologische Produkte, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Landbau, ökologisch, Informationsökonomie

Diplomarbeit von Nicola Tanaskovic

Einleitung:

Der Markt für ökologisch erzeugte Produkte ist durch ein stetiges Wachstum gekennzeichnet. Dieses wurde in den 80er Jahren durch eine zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung für Gesundheits- und Umweltthemen getragen. In den 90er Jahren gab die staatliche Förderung der Umstellung von konventionellen Landwirtschaftsbetrieben auf ökologische Produktionsweise weitere Impulse. Seit der ersten Erfassung des ökologischen Landbaus in der Agrarstatistik im Jahr 1999 ist die ökologisch bewirtschaftete Fläche von 2,85% auf 3,55% im Jahr 2001 gestiegen. 2003 erreichte die Fläche eine Ausdehnung von 4,3%.

Vor dem Hintergrund zahlreicher Konsumentenbefragungen zur zukünftigen Kaufabsicht ökologischer Nahrungsmittel und der wachsenden Überzeugung, dass durch gesunde Ernährung das individuelle Wohlbefinden direkt beeinflusst werden kann, ist zu vermuten, dass der ökologische Landbau auch weiterhin ein erhebliches Wachstumspotential besitzt. Dennoch bleibt das geäußerte Kaufinteresse derzeit noch hinter dem tatsächlichen Kaufverhalten zurück. Die Bedeutung ökologischer Produkte im Lebensmittelsektor ist sehr gering. In der Literatur wird dieser Zusammenhang als „Verhaltenslücke“ bezeichnet.

Zur Erklärung dieser Verhaltenslücke, d.h. der Diskrepanz zwischen Kaufbereitschaft und Kaufverhalten soll in der vorliegenden Arbeit die informationsökonomische Theorie herangezogen werden. Danach herrschen auf dem Markt für ökologische Produkte bei den Konsumenten Informationsdefizite über die Qualität der angebotenen Erzeugnisse. Die daraus entstehende Unsicherheit gilt es zu beseitigen, um ein nachhaltiges Wachstum des Marktes zu gewährleisten. Eine Möglichkeit zur Reduzierung der Qualitätsunsicherheit ist die Bescheinigung relevanter Eigenschaften durch ein externes Gütezeichen. Diese Maßnahme ergriff am 05. September 2001 das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), indem es das staatliche Bio-Siegel einführte. Es soll zu einer transparenteren Marktgestaltung beitragen, das Vertrauen der Konsumenten in die ökologische Landwirtschaft stärken und als Orientierungshilfe zur Unterscheidung zwischen konventionell und ökologisch hergestellten Erzeugnissen dienen.

Ob sich ein Gütezeichen letztendlich erfolgreich am Markt etabliert, hängt entscheidend von dessen Akzeptanz bei den Verbrauchern ab. Diese Arbeit hat deshalb zum Ziel, die Akzeptanz des Bio-Siegels mit Hilfe einer empirischen Erhebung zu untersuchen. Anhand der daraus resultierenden Forschungsergebnisse soll folgende Frage geklärt werden:

Inwieweit trägt das Bio-Siegel zur Überwindung der Qualitätsunsicherheit auf dem Markt für ökologische Produkte bei?

In Kapitel 2 wird, nach einer einleitenden Definition von Gütezeichen, der ökologische Landbau beschrieben. Im Anschluss daran wird das Bio-Siegel vorgestellt. Kapitel 3 widmet sich der Informationsökonomie. Diese identifiziert Informationsasymmetrien auf dem Markt für ökologische Produkte als Kernproblem und erläutert deren Folgen.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem Begriff der Akzeptanz als Erfolgsindikator des Bio-Siegels. Dabei werden die relevanten Akzeptanzkomponenten definiert und zu einem Modell zusammengefasst. Auf Grundlage dieses Modells erfolgt schließlich die Formulierung der untersuchungsrelevanten Hypothesen. Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit dem methodischen Vorgehen der empirischen Analyse. Weiterhin werden in Kapitel 6 die Resultate der Verbraucherbefragung präsentiert. Dabei wird zum einen die Kenntnis des Bio-Siegels betrachtet. Zum anderen werden Einstellungs-, Handlungs- und Nutzungsakzeptanz ausführlich dargestellt. Kapitel 7 resümiert die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit und evaluiert die zukünftigen Perspektiven des Bio-Siegels.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung 9
2. Klärung von Begriffen und Definitionen 11
2.1 Gütezeichen 11
2.2 Der ökologische Landbau 12
2.3 Das Bio-Siegel 13
3. Die Informationsökonomie als Erklärungsansatz für die Qualitätsunsicherheit auf dem Markt für ökologische Produkte 16
3.1 Die Informationsökonomie als Gegenstand der Neuen Institutionenlehre 17
3.2 Die Informationsasymmetrie und Qualitätsunsicherheit auf dem Markt für ökologische Produkte 17
3.3 Die Folgen von Unsicherheit auf dem Markt für ökologische Produkte: Opportunismus und Gefahr des Marktversagens 19
3.4 Möglichkeiten zur Überwindung von Qualitätsunsicherheit und Informationsproblemen auf dem Markt für ökologische Produkte 20
4. Der Akzeptanzbegriff 23
4.1 Der Akzeptanzbegriff im ökonomischen Umfeld 23
4.2 Die Entwicklung eines Akzeptanzmodells für das Bio-Siegel 25
4.3 Der Akzeptanzprozess 26
4.3.1 Die Einstellungsphase 27
4.3.2 Die Handlungsphase 30
4.3.3 Die Nutzungsphase 31
4.4 Hypothesenformulierung 31
5. Methodisches Vorgehen im Rahmen der empirischen Untersuchung 39
5.1 Untersuchungsdesign und Datenerhebung 39
5.1.1 Erhebungsmethode, Fragebogenkonstruktion und Pretest 39
5.1.2 Auswahlverfahren, Stichprobenumfang und Gütekriterien 40
5.1.3 Durchführung der Datenerhebung und Stichprobenstruktur 42
5.2 Datenauswertung 45
5.2.1 Datenaufbereitung 45
5.2.2 Datenexploration 46
5.2.3 Statistische Datenanalyse 46
6. Ergebnisse der empirischen Untersuchung zur Akzeptanzdes Bio-Siegels 50
6.1 Kenntnis des Bio-Siegels beim Konsumenten 51
6.1.1 Gütezeichenkenntnis auf dem Markt für ökologische Produkte 51
6.1.2 Der Bekanntheitsgrad des Bio-Siegels 55
6.1.3 Das Wissen der Konsumenten über das Bio-Siegel 57
6.2 Die Einstellung der Konsumenten zum Bio-Siegel 59
6.3 Das Kaufverhalten auf dem Markt für Bio-Siegel-Produkte 62
6.3.1 Der Einfluss von Gütezeichen auf die Kaufentscheidung 62
6.3.2 Die Einteilung der Bio-Siegel-Käufer nach der Kaufintensität 63
6.3.3 Charakterisierung der Bio-Siegel-Käufer nach soziodemographischen Merkmalen 65
6.3.4 Die zukünftige Nachfrageentwicklung 70
6.3.5 Bevorzugte Einkaufsquellen für Bio-Siegel-Produkte 70
6.3.6 Kaufmotive und -barrieren 72
6.4 Die Nutzung von Bio-Siegel-Produkten 75
6.4.1 Zufriedenheit mit Bio-Siegel-Produkten 75
6.5 Die Akzeptanz des Bio-Siegels 76
7. Zusammenfassung und Ausblick 79
Literaturverzeichnis 74
Anhang 90

Automatisiert erstellter Textauszug:

fragung und der Zufriedenheitsanalyse wurden fünftstufige Skalen entworfen. Die einzelnen Messwerte dieser Skalen sollen metrisch behandelt werden, da davon auszugehen ist, dass die Befragten die Abstände zwischen den Intervallen als gleich groß empfinden.166 b) Verteilungsform der Variablen Eine weitere Voraussetzung für die Anwendung mathematisch-statistischer Verfahren ist die Verteilung der Merkmale. So sind parametrische Rechenoperationen bei wenig umfangreichen Stichproben an das Vorliegen einer Normalverteilung gebunden.167 Zur Überprüfung der Verteilung aller in dieser Arbeit ordinal- und intervallskalierten Variablen wurde der Kolmogorov-Smirnov Test herangezogen.168 Bei diesem Test wird die empirisch erhobene Verteilung der theoretischen Normalverteilung gegenübergestellt.169 Dabei ergibt sich, dass keine der überprüften Variablen normalverteilt ist und demnach nichtparametrische Analysemethoden verwendet werden müssen. 5.2.3 Statistische Datenanalyse [...]

le männliche Zielpersonen gaben an, Lebensmitteleinkäufe ihrer Frau zu überlassen und zählten somit nicht zur „Einkaufsgesellschaft“. Hinsichtlich der Alterstruktur ist festzustellen, dass mehr als die Hälfte der Interviewten unter 45 Jahre alt ist (58,9%). Auch dieses Ergebnis stimmt nicht mit den Erhebungen des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2002 überein. Dort lässt sich insbesondere ein bedeutend höherer Anteil (17,5%) an älteren Einwohnern der Bundesrepublik Deutschland verzeichnen, als dieser in der Befragungssituation mit 8,6% erfasst wurde. Ein Grund dafür ist möglicherweise die hohe Verweigerungsquote älterer Personen. Im Gegensatz dazu waren besonders jüngere Personen häufig gewillt an der Befragung teilzunehmen. In diesem Zusammenhang ist zu vermuten, dass die Bereitschaft jüngerer Menschen zu einem persönlichen Interview größer ist, insbesondere wenn die Erhebung durch eine gleichaltrige Person vorgenommen wird.158 Hinsichtlich des Ausbildungsniveaus ergibt sich, dass 35,9% der Befragten über einen Hochschulabschluss verfügen. 29,7% absolvierten das Abitur. Damit ist der Anteil der höheren Bildungsabschlüsse in der Stichprobe deutlich größer als in der Gesamtbevölkerung. Personen mit Haupt- oder Volksschulabschlüssen (13,9%) und der Mittleren Reife (20,6%) sind hingegen verhältnismäßig schwach vertreten. Denkbar ist, dass Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau Befragungen eher ablehnend begegnen, da sie befürchten, Wissens- oder Verständnisanforderungen in der Interviewsituation nicht gerecht zu werden. Bei der Analyse der Berufsstruktur lässt sich feststellen, dass 40,2% der Befragten angeben, in einem Angestellten- oder Beamtenverhältnis zu stehen. Davon arbeiten 7,7% in einer Führungsposition. Insgesamt sind die Erwerbstätigen in der Stichprobe mit 60,9% gegenüber der Erwerbsquote in der Gesamtbevölkerung (2003) von 43,8% deutlich überrepräsentiert. Dementsprechend sind die Nichterwerbspersonen, d.h. Rentner, Hausfrauen, Schüler, Studenten und Auszubildende in der Stichprobe weniger stark vertreten. Die Ermittlung der Anzahl im Haushalt lebender Personen ergibt, dass 32,5% der Stichprobe zu den Singlehaushalten zählen. 34,0% leben in einem Zweipersonenhaushalt. Alle weiteren Befragten (33,5%) gehören Mehrpersonenhaushalten an. Dem Überblick der Haushaltsstruktur in Tabelle 3 lässt sich entnehmen, dass die erhobenen Daten annähernd mit denen der Gesamtbevölkerung im Jahr 2003 übereinstimmen. [...]

bestmögliche interne Konsistenz, wohingegen null keine Konsistenz impliziert.154 Hinsichtlich der Daten der durchgeführten Interviews ergibt sich ein durchschnittlicher Wert von 0,323. Somit bleibt anzumerken, dass die verwendeten Daten eine geringe interne Konsistenz aufweisen. Ein Testverfahren ist dann valide, wenn es den zu untersuchenden Sachverhalt auch tatsächlich wiedergibt. In der Literatur wird zwischen interner und externer Validität unterschieden. Die interne Validität erfasst, inwieweit Untersuchungsergebnisse logisch eindeutig interpretierbar und unabhängig von Störeinflüssen sind. Um die Eindeutigkeit der Ergebnisse soweit wie möglich zu gewährleisten wird ein standardisierter Fragebogen verwendet. Ein Verfahren ist extern valide, wenn es generalisierbar ist, d.h. wenn dessen Ergebnisse auf die Grundgesamtheit übertragen werden können. Diesem Kriterium soll durch die Auswahl einer Zufallsstichprobe nachgekommen werden.155 5.1.3 Durchführung der Datenerhebung und Stichprobenstruktur [...]

Arbeit zitieren:
Tanaskovic, Nicola Juni 2004: Gütezeichen als Instrument zur Überwindung von Qualitätsunsicherheit auf dem Markt für ökologische Produkte, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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