Auswirkungen von Basel II auf die Mittelstandsfinanzierung unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Bernd Albrecht
- Abgabedatum: März 2004
- Umfang: 115 Seiten
- Dateigröße: 691,4 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Hohenheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8370-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8370-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8370-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Albrecht, Bernd März 2004: Auswirkungen von Basel II auf die Mittelstandsfinanzierung unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Nachhaltigkeit, Eigenkapital, Rating, nachhaltiges Wirtschaften, Kreditvergabe
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Diplomarbeit von Bernd Albrecht
Zusammenfassung:
„Banken leihen dir nur Geld, wenn du beweisen kannst, dass du es nicht brauchst!“ Dieser Satz, der auf Mark Twain zurückgehen soll, fasst die finanziellen Sorgen vieler Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) zusammen.
Nach mehreren Terminverschiebungen und inhaltlichen Überarbeitungen wurden dieses Jahr vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht neue Richtlinien bezüglich der Eigenkapitalvorschriften von Banken verabschiedet. Dieses zunächst sehr bankspezifische Thema hat besonders bei mittelständischen Unternehmen in Deutschland zu vielen Diskussionen und Verunsicherung geführt. Die überwiegenden Befürchtungen von Politikern und Mittelstandsvertretern reichten von der allgemeinen Kreditverteuerung bis hin zu einer Kreditklemme und dem Rückzug der Banken aus der Mittelstandsfinanzierung. Die neuen Eigenkapitalvereinbarungen könnten allerdings auch einen Impuls für eine zukunftsfähigere Wirtschaft geben. So betont der Umweltminister Baden-Württembergs Müller die Chance, dass sich mit Basel II die Nachhaltigkeitsorientierung von Unternehmen zu einem zentralen Kriterium der Kreditwürdigkeitsprüfung entwickeln könnte.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Darstellung der Auswirkungen von Basel II und neuer Instrumente der Bonitätsbewertung auf die Mittelstandsfinanzierung, wobei die Zusammenhänge im Kontext der nachhaltigen Entwicklung analysiert werden.
Das vieldiskutierte Leitbild der Nachhaltigkeit in seiner weiten Definition beinhaltet neben Ökologie und Sozialem auch die ökonomische Perspektive. Zukunftsfähigkeit bildet ein zentrales Kriterium für die Bewertung von Unternehmen. Hierin besteht zwischen dem Grundgedanken von Basel II und der Nachhaltigkeitskonzeption weitgehende Übereinstimmung. Zukunftsfähigkeit im Sinne der Nachhaltigkeitsdefinition geht aber bedeutend weiter und bezieht auch soziale und ökologische Zusammenhänge auf globaler makroökonomischer Ebene ein.
Ein ausführliches Literaturstudium bildet die Grundlage zur Darstellung des ersten Teils A der vorliegenden Arbeit. Teil B fasst die Ergebnisse von Interviews mit Mittelständlern, Bankmitarbeitern und Rating-Analysten zusammen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Teil A: | 1 | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlagen der Nachhaltigkeit und aktuelle Situation der Mittelstandsfinanzierung | 3 |
| 2.1 | Begriff und Perspektiven der Nachhaltigkeit | 3 |
| 2.2 | Mittelstand und seine volkswirtschaftliche Bedeutung in Deutschland | 5 |
| 2.3 | Finanzierungssituation von KMU in Deutschland | 8 |
| 3. | Überblick über die Regelungen der neuen Basler Eigenkapitalvereinbarungen | 10 |
| 3.1 | Zur Notwendigkeit neuer Eigenkapitalvorschriften | 10 |
| 3.1.1 | Strukturveränderungen in der Finanzbranche | 10 |
| 3.1.2 | Von Basel I nach Basel II | 11 |
| 3.2 | Aufbau der neuen Basler Eigenkapitalvereinbarungen | 12 |
| 3.3 | Rating als Grundlage für die Kreditvergabe | 14 |
| 3.3.1 | Der Standardansatz und externes Rating | 15 |
| 3.3.2 | Anforderungen an bankinterne Ratingverfahren | 16 |
| 3.4 | Nachbesserungen zu Gunsten der Mittelstandsfinanzierung | 17 |
| 3.4.1 | Erleichterte Regelung im Mengengeschäft | 19 |
| 3.4.2 | Größenanpassung für KMU | 20 |
| 3.4.3 | Anrechenbarkeit von Sicherheiten | 20 |
| 3.4.4 | Die Laufzeitproblematik | 21 |
| 4. | Entwicklungen in der Bonitätsbeurteilung | 22 |
| 4.1 | Kalkulationssystematik des Kreditzinses | 22 |
| 4.2 | Bonitätsbewertung durch Rating | 25 |
| 4.2.1 | Merkmale geeigneter Ratingkriterien | 25 |
| 4.2.2 | Insolvenzursachen | 28 |
| 4.2.3 | Grundstruktur des genossenschaftlichen Ratingsystems | 29 |
| 4.2.4 | Das DSGV-Rating der Sparkassen | 31 |
| 4.2.5 | Kritik am Rating | 32 |
| 5. | Ökonomische Wirkungen einer sozialen und ökologischen Wirtschaftsweise | 34 |
| 5.1 | Bedeutung externer Nachhaltigkeitsansprüche für den Unternehmenserfolg | 34 |
| 5.2 | Nachhaltigkeit durch bessere Ökoeffizienz | 38 |
| 5.3 | Innovationen: Antrieb für nachhaltiges Wirtschaften und Erfolgsfaktor | 40 |
| 5.4 | Soziale Risiken und Chancen | 43 |
| 5.5 | Bewertungsansätze für nachhaltiges Wirtschaften | 45 |
| 5.5.1 | Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene in einem globalisierten Umfeld | 45 |
| 5.5.2 | Nachhaltigkeitsrating und Nachhaltigkeitsberichterstattung | 47 |
| 5.5.3 | Der sozial-ökologische Unternehmenstest | 50 |
| 5.6 | Instrumente zur Umsetzung von Nachhaltigkeit im Unternehmen | 51 |
| 5.6.1 | Sustainability Balanced Scorecard | 52 |
| 5.6.2 | Das EFQM-Modell | 54 |
| 6. | Berücksichtigung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise beim Rating | 55 |
| 6.1 | Dominanz ökonomischer Ratingkriterien | 55 |
| 6.2 | Ansatzpunkte für eine stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien | 56 |
| 6.2.1 | Risikoreduzierung durch Nachhaltigkeitsorientierung | 56 |
| 6.2.2 | Ökologische Kriterien bei der Sicherheitenbewertung | 57 |
| 6.2.3 | Finanzierungsmöglichkeiten durch Förderprogramme | 58 |
| 7. | Vorbereitungsmöglichkeiten auf Basel II für Mittelständler | 60 |
| 7.1 | Gesteigerte Transparenzanforderungen an KMU | 60 |
| 7.2 | Möglichkeiten zur Stärkung der Eigenkapitalquote | 61 |
| 7.3 | Vertretungsregelungen und Unternehmensnachfolge | 62 |
| 7.4 | Aktives Management der Unternehmensrisiken | 63 |
| 8. | Fazit und Ausblick | 65 |
| Teil B: | 68 | |
| 1. | Kommentierte Zusammenfassung der Befragungsergebnisse | 68 |
| 1.1 | Untersuchungsdesign | 68 |
| 1.2 | Nachhaltigkeitsdefinitionen | 68 |
| 1.3 | Bedeutung der Nachhaltigkeitsdimensionen und Wirkungsbeziehungen | 70 |
| 1.4 | Hindernisse und Schwierigkeiten durch Nachhaltigkeitsorientierung? | 74 |
| 1.5 | Veränderung der Kunde-Bank-Beziehung im Vorfeld von Basel II | 75 |
| 1.6 | Bankinternes Rating | 77 |
| 1.7 | Externes Rating | 79 |
| 1.8 | Eigenschaften von Ratingkriterien | 81 |
| 1.9 | Nachhaltigkeit im Ratingprozess | 83 |
| Anhang | 86 | |
| Literaturverzeichnis | 97 |
Systematisches Vorgehen und die zielgerichtete zukunftsorientierte Steuerung eines Unternehmens ermö glichen ein frühzeitiges Eingreifen bei Fehlentwicklungen, erleichtern so eine effektive Unternehmensführung und senken Risiken. Qualitä ts- und Umweltmanagementsysteme unterstützen die Unternehmensführung dabei, wichtige Steuerungsparameter nicht aus den Augen zu verlieren. Auch für KMU ist die Implementierung von Umweltmanagementsystemen sinnvoll.168 Für einzelne Nachhaltigkeitsperspektiven sind seit geraumer Zeit erfolgreich standardisierte Lö sungen entwickelt worden. Im Umweltbereich kö nnen sich Unternehmer an den Standards der DIN EN ISO 14001 oder EMAS orientieren und dies durch Zertifizierung bzw. Validierung dokumentieren. Im Sozialbereich sind als internationale Standards beispielsweise im Arbeitssicherheitsmanagement der BS 8000 anerkannt. Für ausgelastete Unternehmer ist das parallele Entscheiden nach verschiedenen Managementsystemen ineffizient und unübersichtlich, wofür integrierte Managementsysteme als Lö sung in Betracht gezogen werden. Besonders für die überschaubaren Ablä ufe in KMU sind integrierte Lö sungen vorteilhaft.169 [...]
Mit dem Ziel mehr Transparenz für Verbraucher zu schaffen, um diesen die Mö glichkeit zu geben auch Nachhaltigkeitsüberlegungen in ihre Kaufentscheidung einfließen zu lassen und somit zusä tzlichen Druck auf Produzenten aufzubauen, hat das Institut für Markt Umwelt Gesellschaft e.V. (imug) 1992 zum ersten Mal den Unternehmenstester herausgegeben. Im Unternehmenstester werden soziales und ö kologisches Verhalten von Unternehmen verschiedener Branchen bewertet, verglichen und die Ergebnisse verö ffentlicht. Wegen der Unterschiedlichkeit der Untersuchungsfelder werden jeweils die Teilbewertungen und keine aggregierte Gesamtnote, wie z. B. beim Nachhaltigkeits- oder Ö korating, vergeben. Um die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse zu gewä hrleisten, werden die Prüfkriterien vorab festgelegt. Die Untersuchungsgebiete umfassen die Kategorien Informationsoffenheit, Verbraucherinteressen, Arbeitnehmerinteressen, Frauenfö rderung, Behinderteninteressen und Umweltengagement. In einer zusä tzlichen Hinweiskategorie werden außergewö hnliche Engagements in verschiedenen Bereichen gewürdigt.167 Im Vorfeld einer jeder Untersuchung werden für die jeweils untersuchte Branche Kriterien im Dialog mit Experten verschiedener Unternehmen und Stakeholdergruppen festgelegt. Hiermit werden die Eigenheiten und Mö glichkeiten der verschiedenen Branchen berücksichtigt. [...]
Nachhaltigkeitsratings sind allerdings nicht unumstritten, verschiedene Organisationen bezeichnen die Praxis der Umwelt- und Sozialbewertungen als unserios, da die Handlungen der Unternehmen kaum überprüft würden. Zu einem Großteil würden freiwillige Selbstverpflichtungen sowie unverbindliche Aussagen der Unternehmen zur Bewertung herangezogen.165 Da für Umwelt- und Sozialberichterstattung keine gesetzlichen Berichtspflichten existieren, bleibt die freiwillige Berichterstattung oftmals die einzige Mö glichkeit, um tieferen Einblick in die Wirtschaftsweise von Unternehmen zu nehmen und damit Informationen über deren Nachhaltigkeitsperformance zu erhalten. Transparenz und Kommunikation sind deshalb notwendige Bedingungen, um ein nachhaltiges Unternehmen überhaupt erst zu identifizieren. Clausen et al. stellen aus diesem Grund die Wahrnehmung des Unternehmens durch externe Anspruchsgruppen in den Vordergrund, wenn sie neun Merkmale nachhaltiger Unternehmen beschreiben. Demnach ist ein nachhaltiges Unternehmen ein Unternehmen, das nach unabhä ngiger Meinung als nachhaltig angesehen wird, über alle Fragen der ö konomischen, sozialen und ö kologischen Leistungsfä higkeit und Verantwortlichkeit mit seinen Anspruchsgruppen kommuniziert und den Nutzen aus dieser Kommunikation erkannt hat. Eine gute Berichterstattung über Tä tigkeiten und Fortschritte des Unternehmens verwendet dabei Kennzahlen und Berichtsformen, die einen Vergleich im Zeitablauf und mit anderen Unternehmen zulä sst. Die Unternehmensziele und Geschä ftsstrategien sind auf die Ü berlebensfä higkeit des Unternehmens unter Beachtung von sozialen und ö kologischen Zielen ausgerichtet. Solche Unternehmen haben schon in der Vergangenheit wirtschaftliche Erfolge bei überdurchschnittlichen sozialen und ö kologischen [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832483708
Arbeit zitieren:
Albrecht, Bernd März 2004: Auswirkungen von Basel II auf die Mittelstandsfinanzierung unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Nachhaltigkeit, Eigenkapital, Rating, nachhaltiges Wirtschaften, Kreditvergabe



