Mergers & Acquisition in der Autotmobilindustrie am Beispiel der Übernahme der Rover Group Holding Plc. durch die BMW AG
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Johannes-Cornelius Adari
- Abgabedatum: Mai 2004
- Umfang: 107 Seiten
- Dateigröße: 428,2 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8237-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8237-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8237-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Adari, Johannes-Cornelius Mai 2004: Mergers & Acquisition in der Autotmobilindustrie am Beispiel der Übernahme der Rover Group Holding Plc. durch die BMW AG, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Due Dilligence, Unternehmenskultur, Markenmanagement, Integrationsstrategie, Synergieeffekte
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Diplomarbeit von Johannes-Cornelius Adari
Zusammenfassung:
Am 31. Januar 1994 gab das BMW Management die Übernahme der britischen Rover Group bekannt, die für 800 Mio. britische Pfund (GBP, derzeit ca. 1,023 Mrd. EUR) gekauft wurde. Nach Investitionen von mehreren Mrd. GBP in Modelle und Produktionsanlagen sowie hoher Verluste im operativen Bereich verkaufte BMW Rover im Jahr 2000 an das britische Phoenix Konsortium für symbolische 10 GBP.
Dieser Fall ist ein Lehrstück zur Verdeutlichung der Folgen, wenn unvollständige Informationen über Markenwert und Unternehmenskultur eines Übernahmekandidaten beim Käufer-Unternehmen auf ein risiko- und führungsscheues Management treffen: Schon aufgrund fehlender Integrationskonzepte kam es zu unvereinbaren Zielkonflikten zwischen Rover und BMW, deren Tragweite zu spät erkannt und wogegen zudem mit ungeeigneten Maßnahmen reagiert wurde.
Am Beispiel der Rover-Übernahme durch die BMW AG werden die allgemeingültigen M&A-Kriterien herausgearbeitet und die Gründe des Scheiterns der Übernahme analysiert, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Zentrale Aussage ist die Notwendigkeit, vor Unternehmensübernahmen und Fusionen eine umfassende „Due Diligence“ durchzuführen, die neben finanziellen Aspekten auch technologische, produkt- und markenpolitische als auch kulturelle und personelle Belange aller beteiligter Unternehmen zu berücksichtigen hat. Andernfalls ist eine reibungslose Integration des übernommenen Unternehmens nicht zu gewährleisten mit der Folge, dass Effizienzgewinne (z.B. in Form von Skalen- und Synergieeffekte) nicht oder nur ungenügend realisiert werden können. Hierzu zählt z.B. auch die Unverträglichkeit gemeinsamer Marken- und Produktpolitik eines Massenproduzenten (Rover) unter dem Dach eines Premiumherstellers (BMW).
Nach einer kurzen Darstellung der Problematik im 1. Teil folgt u.a. die ausführliche Darstellung der Phasen, Typologie und rechtlichen Rahmenbedingungen von M&A-Transaktionen im 2. Teil. Dort werden auch die Zielvorstellungen der Beteiligten sowohl allgemeingültig als auch fallbezogen mit einander abgeglichen. Abschließend wird die Rover-Übernahme klassifiziert.
Im 3. Teil werden neben den Gründe auch die Vor- und Nachteile der Übernahme aus der Sicht beider Unternehmen eingehend behandelt. Zum besseren Verständnis wird die Entwicklung des Automobilsegments zu Beginn der 90er Jahre und die Unternehmensgeschichte von BMW und Rover beleuchtet. Am Ende des 3. Teils werden die Ereignisse von 1994 – 2000 in einer chronologischen Darstellung zusammengefasst.
Im 4. und letzten Teil der Arbeit wird die fehlgeschlagene Integration Rovers in den BMW Konzern thematisiert. Die in dieser Phase gemachten Fehler, Versäumnisse, vorherrschende in- und externen Einflüsse sowie deren Konsequenzen werden analysiert und anschließend einer eigenen umfassenden Bewertung zugeführt.
Im Anhang der Arbeit befinden sich 8 Übersichten zum Rover-Fall mit zwei Übersichten (Thema Unternehmensverbindungen) und neun Diagrammen (Entwicklung der Absatz- und Finanzzahlen von 1994 bis 1999 bzw. 2000).
Der Diplomarbeit liegt die wichtigste - auch englischsprachige Literatur – zu den Themen M&A und BMW-Rover zugrunde.
Inhaltsverzeichnis:
| 1.Teil | EINLEITUNG | 9 |
| 1.1 | Thematik und Problematik | 9 |
| 1.2 | Zielsetzung und Gliederung der Arbeit | 11 |
| 2.Teil | ANALYSE DER M&A-KRITERIEN | 12 |
| 2.1 | M&A als Forschungsgegenstand in der Wirtschaftswissenschaft | 12 |
| 2.1.1 | Die Kapitalmarkt-Schule | 13 |
| 2.1.2 | Die Strategie-Schule | 13 |
| 2.1.3 | Die Organizational-Behaviour-Schule | 14 |
| 2.2 | Prozessualer Ablauf von M&A-Transaktionen | 14 |
| 2.2.1 | Die typischen 6 Phasen einer M&A-Transaktion | 15 |
| 2.2.1.1 | Planungsphase | 15 |
| 2.2.1.2 | Such- und Kontaktierungsphase | 16 |
| 2.2.1.2.1 | Die 3 Arten der Kontaktaufnahme | 16 |
| 2.2.1.2.2 | Haftung bei vorvertraglichen Schuldverhältnissen | 17 |
| 2.2.1.3 | Analyse- und Bewertungsphase („Due Diligence“) | 18 |
| 2.2.1.3.1 | Begriffs- und Inhaltsbestimmung der „Due Diligence“ | 19 |
| 2.2.1.3.2 | Die 3 Funktionen der „Due Diligence“ | 20 |
| 2.2.1.3.3 | Prüf-, Analyse- und Bewertungsbereiche der „Due Diligence“ | 20 |
| 2.2.1.4 | Verhandlungsphase | 22 |
| 2.2.1.5 | Abschluss- und Abwicklungsphase | 24 |
| 2.2.1.6 | Integrationsphase („Post-Merger-Phase”) | 24 |
| 2.2.2 | Instrumente zur Messung des M&A-Erfolges | 25 |
| 2.2.3 | „Feindliche“ und „freundliche“ Übernahmen | 26 |
| 2.2.3.1 | Begriffsklärung | 26 |
| 2.2.3.2 | Einordnung der Rover-Transaktion | 27 |
| 2.3 | Zielvorstellungen der M&A-Transaktionsparteien | 27 |
| 2.3.1 | Ziele des Käufers | 28 |
| 2.3.1.1 | Skaleneffekte („Economies of Scale”) | 28 |
| 2.3.1.1.1 | Potenziale für Kostenersparnisse | 28 |
| 2.3.1.1.2 | Problematik sprungfixer Kosten | 29 |
| 2.3.1.2 | Synergie- bzw. Verbundeffekte („Economies of Scope“) | 30 |
| 2.3.1.2.1 | Risiken unterschiedlicher Unternehmenskulturen | 30 |
| 2.3.1.2.2 | Risiken zielkonfliktärer Markenstrategien | 32 |
| 2.3.1.2.3 | Erfordernis einer umfassenden „Due Diligence“ | 32 |
| 2.3.1.3 | Bedenkliche Motive für M&A-Käufe aus Aktionärssicht | 33 |
| 2.3.1.3.1 | Die „Principal-Agent“-Problematik | 33 |
| 2.3.1.3.2 | Das „Concorde-Syndrom“ | 34 |
| 2.3.1.4 | Die Motive aus der Sicht des BMW Konzerns | 35 |
| 2.3.2 | Ziele des Verkäufers | 36 |
| 2.3.2.1 | Fokussierung auf Kerngeschäftsfelder | 36 |
| 2.3.2.2 | Privatisierung | 38 |
| 2.3.2.3 | Weitere Motive für M&A-Verkäufe | 38 |
| 2.3.2.4 | Die Motive aus der Sicht der Rover Group | 38 |
| 2.4 | Typen von M&A-Konstellationen | 39 |
| 2.4.1 | Gesetzliche Schutzzwecke und Rahmenbedingungen | 39 |
| 2.4.1.1 | Konzernrecht | 40 |
| 2.4.1.2 | Kartellrecht | 41 |
| 2.4.2 | Fusion („Merger“) | 42 |
| 2.4.2.1 | Drei Fusionskonstellationen | 42 |
| 2.4.2.2 | Idealtypische Abfolge von Fusionen | 43 |
| 2.4.3 | Unternehmenskauf („Acquisition“) | 44 |
| 2.4.3.1 | Beteiligungskauf („Share Deal“) | 44 |
| 2.4.3.2 | Sachkauf („Asset Deal“) | 46 |
| 2.4.4 | Sonstige Veräußerungsfallgruppen | 46 |
| 2.5 | Klassifizierung der Roverübernahme durch die BMW AG | 47 |
| 3.Teil | DIE ÜBERNAHME VON ROVER DURCH BMW | 49 |
| 3.1 | Unternehmensgeschichte der BMW AG bis 1993 | 49 |
| 3.1.1 | Frühphase und kriegsfolgenbedingte Demontage | 49 |
| 3.1.2 | Nachkriegsboom und interne Wachstumsphase | 50 |
| 3.1.3 | Phase der Internationalisierung | 51 |
| 3.1.4 | Beginn der Globalisierungsphase | 51 |
| 3.2 | Die Wirtschaftsentwicklung zu Beginn der 90er Jahre | 52 |
| 3.2.1 | Effizienzsteigerungen und Überkapazitäten | 53 |
| 3.2.2 | Globalisierung und Konsolidierung | 54 |
| 3.2.3 | Veränderte Nachfrage nach Automobilen | 55 |
| 3.2.4 | Schlussfolgerungen des BMW Managements | 56 |
| 3.3 | Optionen der BMW AG im Jahr 1993 | 57 |
| 3.3.1 | Schutz des eigenen Nischenmarkts | 57 |
| 3.3.2 | Expansion durch internes Wachstum | 57 |
| 3.3.3 | Expansion durch externes Wachstum | 58 |
| 3.3.4 | Zwischenergebnis | 59 |
| 3.4 | Gründe für die Wahl von Rover als Zielunternehmen | 60 |
| 3.4.1 | Unternehmensgeschichte der Rover Group bis 1993 | 60 |
| 3.4.1.1 | Frühphase und Nachkriegsboom | 60 |
| 3.4.1.2 | Die negative Entwicklung der britischen Automobilindustrie | 61 |
| 3.4.1.3 | Die Gründung und der Erfolg von Land Rover | 63 |
| 3.4.1.4 | Die Kooperation zwischen Rover und Honda (1979 – 1996) | 64 |
| 3.4.1.4.1 | Die Vorteile für Rover | 64 |
| 3.4.1.4.2 | Die Vorteile für Honda | 65 |
| 3.4.1.4.3 | Die Risiken für Rover | 66 |
| 3.4.2 | Vorteile der Rover Group als Zielunternehmen für BMW | 67 |
| 3.4.2.1 | Relativ preiswerter Einkauf mehrerer Marken | 67 |
| 3.4.2.2 | Ergänzung der Kernmarke BMW durch neue Modelle | 68 |
| 3.4.2.3 | Rover Group als Türöffner zu neuen Zielgruppen | 69 |
| 3.4.3 | Nachteile der Rover Group als Zielunternehmen für BMW | 69 |
| 3.4.3.1 | Markenschwäche | 69 |
| 3.4.3.2 | Unvorteilhafte Modellpalette und Produktpositionierung | 70 |
| 3.4.3.3 | Abgesunkenes Qualitätsniveau | 70 |
| 3.4.3.4 | Umpassende Produktions- und Unternehmenskultur | 71 |
| 3.4.3.5 | Starke Abhängigkeit vom britischen Markt | 71 |
| 3.5 | Chronologische Darstellung der Ereignisse von 1994 – 2000 | 72 |
| 4.Teil | GRÜNDE FÜR DAS SCHEITERN DER ÜBERNAHME | 79 |
| 4.1 | Integrationspolitische Fehlentscheidungen | 80 |
| 4.1.1 | Absatzorganisatorische und markenpolitische Fehlentscheidungen | 80 |
| 4.1.2 | Personalpolitische Fehlentscheidungen | 81 |
| 4.1.3 | Zu später Wechsel der Konzernführungsstrategie | 82 |
| 4.2 | Produktpolitische Fehlentscheidungen | 84 |
| 4.2.1 | Ursachen falscher Produktentscheidungen | 84 |
| 4.2.2 | Meinungsverschiedenheiten innerhalb des BMW Vorstands | 85 |
| 4.2.3 | Vernachlässigung der „Golf-Klasse“ bei der Produktentwicklung | 85 |
| 4.2.4 | Misserfolg des Hoffnungsträgers Rover 75 | 86 |
| 4.3 | Finanzpolitische Fehlentscheidungen | 86 |
| 4.3.1 | Fehlinvestitionen in Produktionsanlagen | 87 |
| 4.3.2 | Fehlinvestitionen in Fahrzeugserien | 87 |
| 4.3.3 | Weitere finanzspezifische Probleme | 87 |
| 4.3.3.1 | Organisation des Finanzmanagements | 88 |
| 4.3.3.2 | Hohe Verluste durch Währungsschwankungen | 88 |
| 4.4 | Zusammenfassung der Ergebnisse und Stellungnahme | 89 |
| ANHANG | ÜBERSICHTEN ZUR ROVER-ÜBERNAHME | 91 |
| 1. | Übersicht: Arten von Unternehmensverbindungen | 91 |
| 2. | Übersicht: Beteiligungstiefe bei Unternehmensverbindungen | 91 |
| 3. | Übersicht: Investitionen der BMW AG von 1994 bis 2000 | 92 |
| 4. | Übersicht: Verluste der BMW AG von 1994 bis 2000 | 92 |
| 5. | Übersicht: Entwicklung der Produktionszahlen | 93 |
| 6. | Übersicht: Entwicklung der Absatzzahlen | 94 |
| 7. | Übersicht: Entwicklung des Aktienkurses der BMW AG | 95 |
| 8. | Übersicht: Entwicklung des Währungswechselkurses | 96 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 97 |
Während sich BMW zuerst im Flugzeugbau betätigte, wurde die Bezeichnung „The Rover“ erstmals 1884 für ein Dreirad verwendet, das John Stanley und William Sutton herstellten, wobei der Name „Rover“ für Ungebundenheit und persönliche Freiheit stehen sollte 141. Das erste Auto erschien 1904. Ein Jahr später folgte die Umbenennung der Firma in „The Rover Company Ltd.“ und die Einstellung der Fahrradproduktion. Das Vikinger-Logo von Rover wurde 1920 eingeführt. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise in den Jahren 1929 / 1930 brachen die Absatzzahlen von Automobilen drastisch ein, was auch Rover an den Rand der Insolvenz führte. Nach dem Rovers Überleben gesichert war, folgte eine strategische Neuausrichtung in den Premiumbereich: Rover stand ab sofort für Qualität und Komfort auf überdurchschnittlichem Niveau. [...]
Keegan / Schlegelmilch / Stöttinger, Globales Marketing-Management, S. 411 und S. 543 f. mit weiteren Hinweisen zur A-Klasse von Daimler-Benz, deren Entwicklung bis 1997 € 1,27 Mrd. gekostet hat, einschließlich des „Elch“-Tests. Der Smart kostete bis Mitte 1999 eine weitere Mrd. €, dazu Meffert, Marketing, S. 730 134 Brady / Lorenz, End of the road, S. 39; Ganz anders jetzt BMW Geschäftsbericht 2003, S. 16: „Premium ist vor allem eine Frage der Produktsubstanz und nicht der Größe eines Automobils“. 135 Brady / Lorenz, End of the road, S. 39 f. 136 Brady / Lorenz, End of the road, S. 30 Seite 58 [...]
Solche abschreckenden Beispiele ließen Entwicklungsvorstand Dr. Wolfgang Reitzle eher unbeeindruckt. Ihm zufolge sollte BMW in eigene neue Modelle unterhalb der 3er Reihe investieren. Schliesslich war die 3er Reihe als bislang kleinster BMW auch zugleich das umsatzstärkste Modell. Zudem wiesen die Kleinwagensegmente weltweit überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten auf. Aus diesen Gründen hatte er bereits ein Konzept für den Prototypen des 2er BMW angefertigt. Ganz anderer Meinung war jedoch CEO Bernd Pischetsrieder. Ihm zufolge bestünde gerade im Kleinwagensegment, dass bislang von Massenherstellern besetzt wurde, ein Zielkonflikt zwischen Massenproduktion und Premiumqualität. Außerdem war er davon überzeugt, dass ein 2er Modell die Premiummarke BMW zu stark spreizen und somit aus Kundensicht verwässern würde134. 3.3.3 Expansion durch externes Wachstum [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832482374
Arbeit zitieren:
Adari, Johannes-Cornelius Mai 2004: Mergers & Acquisition in der Autotmobilindustrie am Beispiel der Übernahme der Rover Group Holding Plc. durch die BMW AG, Hamburg: Diplomica Verlag
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