Kriterien des Ausschlusses - Räumliche Segregation und Jugend
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ralf Görlitz
- Abgabedatum: März 2004
- Umfang: 93 Seiten
- Dateigröße: 310,1 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8183-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8183-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8183-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Görlitz, Ralf März 2004: Kriterien des Ausschlusses - Räumliche Segregation und Jugend, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Exklusion, Benachteiligung, benachteiligte Staddteile, sozialökonomischer Wandel, soziale Ungleichheit
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Diplomarbeit von Ralf Görlitz
Zusammenfassung:
Von Seiten der Sozialpädagogik sind Stadtteile von besonderen Interesse, in denen vielfältige sozialen Problemlagen kumulativ zusammenfallen. Entsprechende durch die Medien vermittelte Bilder hat jeder im Kopf: Hochhausbauten, abgelegene Lage, hoher Anteil an Migranten, Kriminalität und Arbeitslosigkeit, 'gefährlichen' Jugendbanden auf den Straßen, usw.
Vermehrt wird von 'Ghettobildung' gesprochen, und so finden sich Räume in den Städten, die bis zu einem gewissen Grad von Austausch mit den anderen Gebieten ausgeschlossen sind. Dasselbe gilt auch für die Bewohner und, besonders aber auch für Jugendliche, die in diesen Verhältnissen auswachsen.
Entsprechend werden einige der Zusammenhänge zwischen der Entstehung von benachteiligten Stadtteilen, dem räumlichen und sozialen Ausschluss und die besonderen Problemstellung der Jugendlichen untersucht.
Hierzu wird als erstes der Frage nach der Ursache von räumlichen Disparitäten unter den Bedingungen von Modernisierung und Globalisierung nachgegangen. Unter der Annahme der weitreichenden Wirkungen des globalen ökonomischen Strukturwandels wird auf die unterschiedlichen Formen räumlicher und sozialer Ausgrenzung, der betroffenen Einheit und die Reichweite der Ausgrenzung geschaut, um den Rahmen für die Ausbildung von räumlichen Ungleichheiten in den Stadträumen zu erklären (s.a. Teil I).
In Teil II wird dass Problem des Ausschlusses als allgemeines soziales Problem in den Zusammenhang mit physisch-räumlichen Strukturen gesetzt. Anhand verschiedener Untersuchungen wird versucht, die Funktion und die Kriterien des Ausschlusses von bestimmten Gruppen in räumlichen Segmenten herauszuarbeiten. Als ein zentrales Zwischenergebnis wird dabei die Bedeutung von Differenz als Ausschlusskriterium herausgestellt (s.a. Teil II.3). Nachfolgend wird auf die Bedeutung der Nichtwahl in sich konstituierende Freundschaftsnetzwerke, als eine weitere Form des Ausschlusses hingewiesen.
Die Auswirkungen von Modernisierung und Strukturwandel auf die Lebensform Jugend werden im dritten Teil thematisiert (s.a. Teil III.1). Dabei richtet sich der Fokus im weiteren Verlauf auf die mehrfach erschwerten Gegebenheiten für Jugendliche, die in den unter Teil I untersuchten räumlichen Benachteiligungen der besonderen Stadtteile sozialisiert werden. Die vorhergehend erarbeiteten Dimensionen der Differenz und Distinktion werden besonders beobachtet und die Frage nach Wegen zur Integration Jugendlicher gestellt (s.a. Teil III.2).
Mit den Schwierigkeiten der Raumaneignung von Jugendlichen unter den veränderten räumlichen Verhältnissen der gegenwärtigen Städte beschäftigt sich der folgende Abschnitt (s.a. Teil III.3).
Die Risiken für ältere Jugendliche, durch die selektive Funktion des Arbeitsmarktes in soziale Ausschließung zu geraten, wird anhand eines genaueren Blicks auf das europäische Projekt YUSSEDER analysiert (s.a. Teil III.4). Abschließend folgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse, eine Bewertung dieser und ein Ausblick auf konzeptionelle Möglichkeiten der Jugendpädagogik (s.a. Teil IV.).
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | ||
| Einleitung | 5 | |
| Teil I. | Polarisierung und Segregation in den Städten | 8 |
| 1. | Exklusion und Segregation | 8 |
| 2. | Gespaltene Städte | 12 |
| 3. | Modernisierung - Globalisierungstheorie - sozialökonomischer Wandel | 14 |
| 4. | Weltökonomie - Staat - Unternehmen Stadt | 17 |
| 5. | Neue soziale Ungleichheiten der Stadt | 19 |
| 6. | Entstehung benachteiligter Stadtteile | 22 |
| 7. | Arbeitsmarkt und sozio-ökonomische Polarisierung | 24 |
| 8. | Ausgrenzung – Distinktion – Lebensstil | 25 |
| 9. | Neue Kontrollräume | 26 |
| 10. | Typen und Merkmale benachteiligter Stadtteile | 27 |
| 11. | Netzwerke in benachteiligten Stadtteilen | 29 |
| 12. | Zusammenfassung | 30 |
| Teil II. | Raum – Sozialraum – physischer Raum | 33 |
| 1. | Raum - soziale Strukturen | 33 |
| 2. | Homogenisierung, Habitus und Exklusion | 35 |
| 3. | Zwischenergebnis und Definition: Ausschluss über Differenz | 38 |
| 4. | Merkmalskatalog sozialer Differenz | 38 |
| 5. | Ausschluss, Identifikationsmöglichkeiten und Homophilie | 40 |
| Teil III. | Jugend – Benachteiligung –Ausschluss | 44 |
| 1. | Definition 'Jugend' und veränderter gesellschaftliche Bedingungen | 46 |
| 2. | Identität und Ausschluss schulischer Jugend in besonderen Lebenslagen | 50 |
| 2.1 | Besondere Lebenslagen Jugendlicher in sozio-ökonomischer und räumlicher Benachteiligung | 2 |
| 2.2 | Identitätssicherung unter Bedingungen der Benachteiligung | 3 |
| 2.3 | Die Bedeutung des Netzwerks der Peers für Integration und Identität | 54 |
| 2.4 | Segregationsfolgen für Jugendliche inWohnumfeld prekärer sozialer Lagen | 57 |
| 2.5 | Soziale Segregation und schulische Jugend | 58 |
| 2.6 | Positive soziale Identität - Gruppendistinktion – Benachteiligung | 60 |
| 3. | Raumaneignung Jugendlicher | 62 |
| 3.1 | Raumaneignung Jugendlicher in gespaltenen Stadträumen | 62 |
| 3.2 | Der sozialgeographische Ansatz der Bewältigungslandkarten von Reutlinger | 64 |
| 3.3 | Theorie der Raumaneignung Kinder und Jugendlicher | 67 |
| 4. | Das Risiko sozialer Ausgrenzung älterer Jugendlicher in Europa | 69 |
| 4.1 | Spezifische Benachteiligung junger Arbeitsloser und räumliche Exklusion als Risikofaktor sozialer Exklusion | 72 |
| 4.2 | Zentrale Exklusionsdimensionen für Schulabbrecher und gering qualifizierte Jugendliche | 73 |
| 4.3 | Zentrale Exklusionsdimensionen für junge Arbeitslose und Marginalbeschäftigte in ökonomische schwachen Regionen | 75 |
| 4.4 | Zentrale Exklusionsdimensionen junger arbeitsloser Migranten in Deutschland | 76 |
| 4.5 | Zentrale Exklusionsdimensionen für junge Arbeitslose in Wohnungslosigkeit und Armut | 78 |
| 4.6 | Zentrale Exklusionsdimensionen für jungedeliquente Arbeitslose | 79 |
| 5. | Zusammenfassung | 80 |
| Teil V. | Zusammenfassung, Bewertung und Ausblick | 82 |
| 1. | Zusammenfassung | 82 |
| 2. | Bewertung | 82 |
| 3. | Ausblick | 84 |
| Literaturverzeichnis | ||
| Versicherung |
Nach dem sich die ersten beiden Teile dieser Arbeit sich mit den Ursachen der Entstehung und Bedingungen von segregierten Stadtteilen und allgemeinen Ausschlusskriterien beschäftigt haben, soll nun im dritten Teil der Bezug zu Problemen der Integration Jugendlicher, unter den spezifischen Mustern der Benachteiligung, hergestellt werden. Die Frage ist also, wie sich die Benachteiligung im Raum mit anderen Problemlagen ineinander verschränken und gegenseitig beeinflussen, und auf welchen Ebenen sich Wirkungen abzeichnen, die Jugendliche in gesellschaftliche Randzonen abdrängen. Auch stellt sich die Frage, ob und wie sich die strukturellen Veränderungen der Modernisierung direkt auf die Situation von Jugend auswirken. Entsprechend folgt nach einer Definition des Begriffes 'Jugend' ein Überblick über die Veränderungen, die ausgelöst durch gesellschaftlichen Strukturwandel, Relevanz für diese Gruppe besitzten (s.a. 1.). Punkt zwei geht von der Vorstellung von Kindheit und Jugend als eigenständiger Lebenslage aus, und versucht die besonderen Gegebenheiten der bereits problematisierten Räume für das Aufwachsen anhand verschiedener Studien zu beleuchten. Der besondere Schwerpunkt hierbei ist die Bedeutung von Identität und der 'peer group' unter den doppelt verschärften Rahmenbedingungen der veränderten Jugend und den räumlichen Gegebenheiten (s.a. 2.) Abschnitt drei richtet den Blick auf die veränderten Gegebenheiten der gespaltenen Städte für die Möglichkeiten der Raumaneignung Jugendlicher. Besonders wird dabei auf die Problemlagen der Jugendlichen in Ausgrenzung eingegangen (s.a. 3.). Folgend wird auf die Ergebnisse des europäischen Forschungsprojekts YUSEDER eingegangen (4.). In diesem Projekt wurden die Risiken der sozialen Exklusion für ältere Jugendliche in sechs europäischen Ländern miteinander verglichen. Zuerst werden unterschiedlichen Formen von Exklusionsmechanismen in ihrer Bedeutung für die unterschiedlichen Länder gewichtet. Die spezifischen 42 [...]
Simulation von sich herausbildenden Freundschaftsnetzwerken. Die im Rechner simulierten Netzwerke werden abschliessend mit Zufallsnetzwerken und empirischen Daten von Freundschaftsnetzwerken verglichen. Freundschaft lässt sich definieren als: "[...] eine freiwillige, herrschaftsfreie und platonische Beziehung, die durch eine diffuse Reziprozität gekennzeichnet ist und deren inhaltliche Ausgestaltung weitestgehend von der Vorstellung der Freunde abhängt" (Wolf 1996: 21). Eine Übersicht über die vielfältigen Untersuchungen zur Homophilie von Freundschaftsbeziehungen im Bezug zu sozio-demograhphischen Merkmalen weißt einen positiven Zusammenhang für Alter, Familienstand, Geschlecht, Konfession, berufliche Stellung, Werte, politische Einstellungen, persönliche Erfahrungen, Persönlichkeitseigenschaften und sogar genetische Merkmale aus (ebd. 22). Es bleibt allerdings die Frage, ob sich die empirisch belegbare [...]
heterogeneity (sic!) with respect to those characteristics an individual shares with many people an increasing homogeneity with respect to those he or she shares with few. And in both processes, whether urbanism globally or composition of local area specifically matters depends in turn on the mobility of the individual (Fischer 1982: 190)." Die Homogenisierung von Beziehungen und entsprechende Homogenisierung von sozialen Netzwerken lassen sich auch anhand einer besondere Form von sozialer Verbindung erklären: der Freundschaft. Freundschaften eignen sich für die Betrachtung des Aspektes der Formierung von Beziehungen besonders, weil sie wenigen strukturellen Bedingungen unterworfen sind. Die analytische Trennung von den Indivdualffekten offenbart damit den Kern der Entstehung bzw. nicht Entstehung von Beziehungen und deren Kriterien. Wolf entwickelt ein theoretisches Konzept das individuelle und strukturbedingte Faktoren bei der Entstehung, Pflege und Auflösung von Freundschaften untersucht. Die gefundenen Faktoren dienen wiederum zur Erstellung einer 40 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832481834
Arbeit zitieren:
Görlitz, Ralf März 2004: Kriterien des Ausschlusses - Räumliche Segregation und Jugend, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Exklusion, Benachteiligung, benachteiligte Staddteile, sozialökonomischer Wandel, soziale Ungleichheit




