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Auswirkungen von Kundenkarten im Handel aus der Sicht des Controlling

Auswirkungen von Kundenkarten im Handel aus der Sicht des Controlling
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marene Blatt
  • Abgabedatum: August 2002
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 577,9 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8146-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8146-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8146-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Blatt, Marene August 2002: Auswirkungen von Kundenkarten im Handel aus der Sicht des Controlling, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Handelscontrolling, Kundenbindung, Balanced Scorecard, Customer Lifetime Value, Warenkorbanalyse

Diplomarbeit von Marene Blatt

Einleitung:

Die letzten Jahre des Handels waren geprägt durch eine drastische Verschärfung des Wettbewerbs. Die Ursachen hierfür sind vor allem Stagnation bzw. Rückgang der Konsumentennachfrage und der Umsätze, bei gleichzeitig steigenden Handlungskosten, neuen Vertriebswegen und einer sinkenden Flächenrentabilität. Beantwortet wird diese Tendenz mit vermehrten Konzentrationsaktivitäten im Handel. Die zusätzlich vorherrschende hohe Umweltdynamik durch ein sich ständig änderndes Konsumentenverhalten, zunehmende Marktsättigung, die Entwicklung neuer Technologien und Electronic Commerce führen ebenfalls zur Verstärkung des Wettbewerbs auf dem Markt. Als ein weiteres zu überwindendes Hindernis für den Handel stellt sich derzeit die Euroeinführung heraus. Parolen wie „Deutschland im Käuferstreik“ sind Ausdruck für die momentane Verunsicherung und Zurückhaltung der Konsumenten.

Mit vergleichbaren Produkten, die sich funktional und preislich kaum unterscheiden, ist derzeit keine Profilierung mehr möglich. Die Handelsunternehmen sind gezwungen, mit Kreativität und Kundenorientierung ihre langfristige Existenz zu sichern. Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, dass sich die Handelsunternehmen strategisch neu orientieren und die Kundenorientierung als eine Überlebensstrategie voll in ihre Unternehmensgrundsätze integrieren. Zukünftig werden sich nur solche Unternehmen auf dem Markt behaupten können, die ihre Angebote und Problemlösungen nach den Wünschen und Vorstellungen der Kunden erarbeiten. Es ist vor allem wichtig, der veränderten Kundenrolle Rechnung zu tragen und auf die Individualität der Kunden einzugehen. Das „Gießkannenprinzip“ hat auch hier ausgedient, denn es sind eben nicht alle Kunden gleich. Nur mit detaillierten Kenntnissen über ihre Kunden und einer adäquaten Aufbereitung sowie Nutzung dieser Daten durch das Handelscontrolling und die Marketingabteilungen werden sich zukunftsorientierte Handelsunternehmen von ihrer Konkurrenz absetzen. Damit werden die Unternehmen Stammkunden für langfristige Beziehungen binden können.

Dabei ist es sehr wichtig, sich an den „richtigen“ Kunden zu orientieren. Nicht jede Kundenbeziehung lohnt sich. Der Blick für die profitablen Kunden sollte geschärft werden.

Leider können bisher nur wenige Handelsunternehmen ihre Kunden identifizieren und unternehmensspezifisch kategorisieren. Aus diesem Grund haben kundenspezifische und qualitative Informationen in der Controllingpraxis bisher keinen großen Durchbruch erlangt. Die Unternehmen müssen erkennen, dass der Einsatz von Kundenkarten eine lohnende Möglichkeit ist, nicht nur Kunden zu binden, sondern auch zu spezifizieren, zu analysieren und damit noch stärker zu binden, weil der Vorsprung vor der Konkurrenz wächst. Es ist dabei besonders hervorzuheben, dass die alleinige Einführung einer Kundenkarte keine Erfolgsgarantie darstellt. Vielmehr ist es notwendig, die ermittelten kundenspezifischen Daten kontinuierlich, durch gezielten Einsatz von Handelsinformationssystemen zu erfassen, auszuwerten und der Unternehmensführung als Entscheidungshilfe zur Verfügung zu stellen. Diese genannten wichtigen Aufgaben obliegen dem Handelscontrolling und werden notwendigerweise zukünftig mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.

Gang der Untersuchung:

Ziel dieser Arbeit ist es, die Vorteile eines gut ausgebauten und gezielt eingesetzten Kundenkartensystems für Handelsunternehmen praxisrelevant herauszustellen. Es sollen hierbei die aktuelle Situation der von Handelsunternehmen emittierten Kundenkarten, Entwicklungstendenzen und mögliche Einsatzvariationen der Kundenkarten sowie interessante Nutzungsmöglichkeiten gerade für den Bereich des Handelscontrolling diskutiert werden. Besonders hervorgehoben wird, für welche Controllingbereiche eine Anwendung von Kundenkarten bzw. Kundenkartendaten von Nutzen sein kann. Weiterhin soll dargelegt werden, welche Controllinginstrumente entsprechend kundenspezifisch ausgebaut werden können und welche Kennzahlen, Analysen und Prognosen für eine entscheidungsorientierte Führung, Planung und Kontrolle dem Controlling zur Anwendung bereitstehen.

Zu Beginn dieser Ausführungen wird notwendigerweise auf die Merkmale, Besonderheiten, Aufgaben und Begriffe des Handelscontrolling eingegangen, um die Problematik von Handelsunternehmen überschaubar zu machen. Es wird deutlich werden, dass diese Besonderheiten den verstärkten Einsatz des Controlling nach sich ziehen. Besonders der erhöhte Informations- und Koordinationsbedarf von Unternehmen im Handel wird thematisiert und entsprechende Lösungsansätze mittels Kundenkarten erarbeitet.

In dem folgenden Kapitel wird der Begriff der Kundenkarte und der Kundenkartensysteme erörtert. Es folgt eine historische Darstellung und eine Analyse der Akzeptanz bzw. Verbreitung. Es soll diskutiert werden, ob die Kundenkarte nur eine Modeerscheinung ist oder ob sich dieses Konzept durch praktische Nutzeffekte langfristig durchsetzen kann und konnte. Weiterhin wird die Kundenkarte durch eine Kategorisierung nach Art und Funktionen verständlich gemacht.

Diese Erkenntnisse werden im nächsten Kapitel hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf das Handelscontrolling untersucht. Dabei wird die aktuelle, tatsächliche Anwendung von kundenorientierten Informationssystemen erörtert. Eine Gegenüberstellung der gewünschten Datengewinnungsmöglichkeit und der tatsächlichen Handhabung von Kundendaten im Handel wird eine Diskrepanz aufzeigen, welche Anlass für die folgende Darstellung der controllingrelevanten Nutzungsmöglichkeiten ist. Dabei erfolgt eine Unterteilung der Einsatzmöglichkeiten der Kundenkarten nach Informationsgewinnung bzw. – verarbeitung sowie nach Controllinginstrumenten. Es soll diskutiert werden, in welchem Ausmaß und in welcher Form die Kundendaten in handelsspezifischen Informationssystemen Anwendung finden können. Gleichzeitig wird erörtert, welche Controllinginstrumente an Kundendaten angepasst werden können und welche Führungs-, Planungs-, und Kontrollmöglichkeiten sich daraus ergeben.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Aktueller Hintergrund 1
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise 2
2. Controlling im Handel 3
2.1 Zum Controllingbegriff und den Besonderheiten des Handelscontrolling 3
2.2 Aufgaben des Handelscontrolling 9
2.3 Erhöhter Informations- und Koordinationsbedarf 10
3. Kundenkarten und Kundenkartensysteme im Handel 12
3.1 Begriffsdefinition und Funktionen von Kundenkarten. und Kundenkartensystemen 12
3.2 Stand der Kundenkarten im Handel 19
3.2.1 Historische Entwicklung und Verbreitung 19
3.2.2 Kundenkarten als Instrument der Kundenbindung 22
3.2.3 Aktuelle Umsetzung des Kundenkartenkonzeptes - Perspektiven 25
4. Informationsgewinnung aus Kundenkarten als Chance. für das Controlling 30
4.1 Methodischer Ablauf 30
4.2 Warenwirtschaftssysteme 30
4.3 Data Warehouse und Data Mining 34
4.4 Efficient Consumer Response und Category Management 37
4.5 E-Commerce und Internet 40
5. Der Kunde als Controllingobjekt 42
5.1 Integration der Kundendimension in die Controllinginstrumente 42
5.2 Rechnungswesenbasierte Controllinginstrumente 43
5.2.1 Kundendeckungsbeitragsrechnung 43
5.2.2 Balanced Scorecard 46
5.2.3 Kennzahlen 49
5.3 Marketingorientierte Controllinginstrumente 51
5.3.1 Customer Relationship Marketing und Customer Lifetime Value 51
5.3.2 Analyseverfahren 53
5.3.2.1 Warenkorbanalyse und Verbundanalyse 53
5.3.2.2 Sortimentsanalyse und Flächenmanagement 55
5.3.2.3 ABC-Analyse 56
5.3.3 Prognosemöglichkeiten und Trends 59
6. Kritische Würdigung und Problemfelder 60
7. Fazit 62
Literaturverzeichnis VI
Eidesstattliche Erklärung XVIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

36 • Diesbezüglich besteht die Möglichkeit, besonders profitable Kunden mittels Kundendeckungsbeitragsrechnung zu identifizieren und entsprechende 127 Kundenbindungsmaßnahmen zu ergreifen. Dem richtigen Kunden kann das richtige Angebot zur richtigen Zeit unterbreitet werden.128 Eine kostenintensive und wirkungslose Streuwerbung wird vermieden.129 Sogar absprunggefährdete Kunden können identifiziert und mittels Churn Management, einer Teildisziplin des Customer Relationship Marketing, gehalten werden.130 Weiterhin ermöglicht eine sogenannte Warenkorbanalyse, Beziehungen und Verbundeffekte zwischen verschiedenen Produkt- und Kundenmerkmalen aufzudecken, die ohne Data Mining und Kundenkarten nicht ersichtlich wären. So kann die Kaufwahrscheinlichkeit eines Produktes z.B. abhängen von Geschlecht, Alter oder Wohnort der Kunden sowie von der Warenpräsentation bzw. der räumlichen Anordnung oder von Werbemaßnahmen.131 Das Resultat ist eine lokal angepasste Sortimentssteuerung sowie eine damit verbundene Regal- und Verkaufsflächenoptimierung, bei der wiederum das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Verfügung steht. Out-ofStock-Situationen und Überbevorratung können so reduziert werden. Die Folgen sind höhere Umsätze und geringere Kosten.132 Durch eine Analyse des Kaufverhaltens und der Konsumgewohnheiten der Konsumenten sowie die Aufdeckung möglicher Trends, z.B. durch eine Warenkorbanalyse kann eine Feinsteuerung des Handelsunternehmens in Verbindung mit dem sogenannte Efficient Consumer Response und einem entsprechendem Category Management erfolgen.133 [...]

Die Sammlung der Informationen und der Zugriff auf die Daten ist jedoch nur eine Seite der Handhabungsmöglichkeiten. Genauso wichtig ist die gezielte Analyse der Daten. Zu diesem Zweck gibt es das sogenannte Data Mining. Definiert wird Data Mining als ein Prozess, der sinnvolle Zusammenhänge, Muster und Trends erkennt, indem große Datenmengen durchleuchtet werden.125 Für das Controlling und das Handelsmanagement ergeben sich folgende Ansatzpunkte: • Die aus mehreren Transaktionen mittels Kundenkarte gewonnenen Daten werden genutzt, um den Kunden einem bestimmten Segment zuzuordnen. Es kann darauf hin ein sogenannter Customer Lifetime Value berechnet werden, der die Intensität der Marketingmaßnahmen im Customer Relationship Marketing bestimmt.126 [...]

Berichts- und Controllingsysteme werden mit entsprechenden Daten aus dem Data Warehouse versorgt und können dem Management so entscheidungsrelevante Informationen liefern. Defizite konventioneller Berichtssystem werden auf diese Weise überwunden.123 Die Ablage der Daten erfolgt in Dimensionen. So umfasst z.B. die Dimension Kunde alle kundenspezifischen Daten aus den unterschiedlichen operativen Systemen. Das Kundenkartensystem speist das Data Warehouse dabei mit allen Informationen, die der Kunde hinterlässt. Einerseits mit den soziodemografischen Daten wie Name, Wohnort, Kundennummer, Alter oder Geschlecht, andererseits mit den verkaufshistorischen Parametern, vor allem Transaktionshäufigkeit, -höhe, Zusammensetzung des Warenkorbes und Datum der letzten Transaktion.124 In Abbildung 15 sind die im Data Warehouse gespeicherten Daten dargestellt. [...]

Arbeit zitieren:
Blatt, Marene August 2002: Auswirkungen von Kundenkarten im Handel aus der Sicht des Controlling, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Handelscontrolling, Kundenbindung, Balanced Scorecard, Customer Lifetime Value, Warenkorbanalyse

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