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Untersuchung der limitierten Emissionen eines Zündstrahlmotors im Gas-Diesel-Mischbetrieb unter Variation des Einspritzpumpen-Förderbeginns für den Einsatz im BHKW

Untersuchung der limitierten Emissionen eines Zündstrahlmotors im Gas-Diesel-Mischbetrieb unter Variation des Einspritzpumpen-Förderbeginns für den Einsatz im BHKW
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Peter Achilles
  • Abgabedatum: Februar 2000
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 2,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Kaiserslautern Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7998-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7998-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7998-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Achilles, Peter Februar 2000: Untersuchung der limitierten Emissionen eines Zündstrahlmotors im Gas-Diesel-Mischbetrieb unter Variation des Einspritzpumpen-Förderbeginns für den Einsatz im BHKW, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gasmotor, Abgasmessung, KWK, Erdgas, Venturimischer

Diplomarbeit von Peter Achilles

Einleitung:

Die Begrenztheit fossiler Energieträger, einhergehend mit den Energiepreissteigerungen in den letzten Jahren, zwingen den Menschen, die Verluste bei der Energieumsetzung zu minimieren, d.h. die gewünschte Nutzenergie mit möglichst geringem Primärenergieeinsatz bereitzustellen. Weiterer Anlass für den sparsamen Umgang mit Primärenergieträgern ist die zunehmende Verschmutzung der Umwelt durch Schadstoffemissionen bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie die Gefährdung des globalen Klimas durch den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt. Das maßgeblich den Treibhauseffekt beeinflussende Spurengas Kohlendioxid entsteht bei der Verbrennung aller fossilen Energieträger, wenn auch in unterschiedlichen Maßen. Es ist daher notwendig, durch energiesparende Technologien die Umwelt zu entlasten und den Verbrauch begrenzter fossiler Energieträger zu minimieren. Die Substitution fossiler Brennstoffe durch nachwachsende Energieträger trägt zur Ressourcenschonung sowie zur Verringerung des CO2-Ausstoßes bei.

Ein zukunftsweisender Ansatz zu rationellem und umweltschonendem Einsatz unterschiedlicher Energieträger ist die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Bei der KWK wird die bei der elektrischen Stromerzeugung in hohem Maße anfallende Wärmemenge zu Heizzwecken genutzt, wodurch sich die eingesetzte Primärenergie mit Wirkungsgraden von 75 bis 90 % nutzen lässt. Ohne KWK wird die eingesetzte Primärenergie, bei der herkömmlichen Stromerzeugung in Kraftwerken nur zu etwa 40 % ausgenutzt, während die restlichen 60 % als Abwärme verloren gehen.

In Deutschland werden zur Zeit rund 10 % der gesamten Stromerzeugung durch KWK-Anlagen gedeckt. Das gesamte Potential an der Stromerzeugung wird auf ungefähr 35 – 40 % geschätzt. In den letzten 20 Jahren sind in Deutschland etwa 1800 Blockheizkraftwerke (BHKW) – das sind dezentral beim Verbraucher angeordnete Energieanlagen mit einem Antrieb durch Verbrennungsmotoren oder Gasturbinen – in einem Leistungsspektrum von unter 100 bis 20.000 kW installiert worden [62]. Als Antriebsmaschinen für Blockheizkraftwerke werden aus Nutzfahrzeug-Dieselmotoren abgeleitete Gasmotoren bevorzugt eingesetzt, da sie gegenüber Dieselmotoren, außer dem vielfach gegebenen Vorteil eines kostengünstigeren Kraftstoffs, auch den der geringeren Geräusch- und Abgasemission aufweisen. Gasmotoren lassen sich in der Regel wahlweise mit flüssigem oder gasförmigen Brennstoff oder mit beiden gleichzeitig in nahezu beliebigen Mischungsverhältnissen (Zweistoffbetrieb) betreiben. Mit dem Ziel, eine flexiblere und wirtschaftlichere Fahrweise zu erreichen, lassen sich Gasmotoren auch auf eine Mehrstofftauglichkeit hin konzipieren. Damit ist der Einsatz unterschiedlicher Gase möglich, wodurch der Betreiber nicht auf den Einsatz einer bestimmten Gasart angewiesen ist.

Die Arbeitsgruppe Verbrennungskraftmaschinen der Universität Kaiserslautern befasst sich derzeit auf dem Forschungsgebiet der Kraft-Wärme-Kopplung mit der Untersuchung eines schweren 4-Takt-Vorkammer-Dieselmotors auf seine Eignung als Antriebsaggregates für Blockheizkraftwerke. Dieser aus Bundeswehrbeständen zur Verfügung gestellte Panzermotor soll für den gleichzeitigen Betrieb mit Dieselkraftstoff und Kraftgas umgerüstet werden, wobei ein möglichst geringer Dieselanteil angestrebt werden soll (Zündstrahlbetrieb). Das Ziel der vorliegenden Diplomarbeit besteht darin, das Emissionsverhalten dieses Motors im Zweistoffbetrieb mit Dieselkraftstoff und Erdgas bei verschiedenen Mischungsverhältnissen zu untersuchen.

Weiterhin soll ergründet werden, ob eine Variation des Einspritzpumpen- Förderbeginns vorteilhaft ist. Für den stationären Einsatz von Verbrennungsmotorenanlagen in Heizkraftwerken gelten die Emissionsvorschriften der TA-Luft. Die Untersuchungen beschränken sich auf die von der TA-Luft limitierten Schadstoffe NOx, CO, HC und Ruß.

Für den späteren Einsatz im BHKW soll der zu untersuchende Motor mit Holzgas betrieben werden. Die Problematik beim Betrieb mit Holzgas besteht in der Verunreinigung des Brenngases mit teerhaltigen Rückständen aus der Holzvergasung, welche unter anderem zum Verkleben der Einlassorgane führen können. Da es zweckmäßig ist, zunächst das Betriebs- und Emissionsverhalten eines umgerüsteten Dieselmotors im Gasbetrieb allgemein zu studieren, werden erst Vorversuche mit dem für die motorische Verbrennung geeigneterem Erdgas durchgeführt. Die im Erdgasbetrieb gewonnenen Erkenntnisse lassen sich später im Betrieb mit Holzgas teilweise umsetzen. Im Rahmen dieser Diplomarbeit beschränken sich die durchzuführenden experimentellen Untersuchungen wegen des zu begrenzenden Umfangs ausschließlich auf den Betrieb mit Erdgas.

Zusammenfassung:

Ein zukunftsweisender Ansatz zu rationellem und umweltschonendem Einsatz unterschiedlicher Energieträger ist die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Bei der KWK wird die bei der elektrischen Stromerzeugung in hohem Maße anfallende Wärmemenge zu Heizzwecken genutzt, wodurch sich die eingesetzte Primärenergie mit Wirkungsgraden von 75 bis 90 % nutzen lässt.

Blockheizkraftwerke (BHKW) sind dezentral beim Verbraucher angeordnete Energieanlagen mit einem Antrieb durch Verbrennungsmotoren oder Gasturbinen. Als Antriebsmaschinen für Blockheizkraftwerke werden aus Nutzfahrzeug-Dieselmotoren abgeleitete Gasmotoren bevorzugt eingesetzt, da sie gegenüber Dieselmotoren, außer dem vielfach gegebenen Vorteil eines kostengünstigeren Kraftstoffs, auch den der geringeren Geräusch- und Abgasemission aufweisen. Gasmotoren lassen sich in der Regel wahlweise mit flüssigem oder gasförmigen Brennstoff oder mit beiden gleichzeitig in nahezu beliebigen Mischungsverhältnissen (Zweistoffbetrieb) betreiben.

In dieser Arbeit wurde ein schwerer 4-Takt-Vorkammer-Dieselmotor auf seine Eignung als Antriebsaggregat für Blockheizkraftwerke untersucht. Dieser aus Bundeswehrbeständen zur Verfügung gestellte Panzermotor wurde für den gleichzeitigen Betrieb mit Dieselkraftstoff und Kraftgas umgerüstet, wobei ein möglichst geringer Dieselanteil angestrebt wurde (Zündstrahlbetrieb).

Ziel der vorliegenden Diplomarbeit war, das Emissionsverhalten dieses Motors im Zweistoffbetrieb mit Dieselkraftstoff und Erdgas bei verschiedenen Mischungsverhältnissen zu untersuchen. Weiterhin sollte ergründet werden, ob eine Variation des Einspritzpumpen-Förderbeginns vorteilhaft ist. Für den stationären Einsatz von Verbrennungsmotorenanlagen in Heizkraftwerken gelten die Emissionsvorschriften der TA-Luft. Die Untersuchungen beschränken sich auf die von der TA-Luft limitierten Schadstoffe NOx, CO, HC und Ruß.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Der Gasmotor 3
2.1 Gasmotorenarten 4
2.1.1 Otto-Gasverfahren 5
2.1.2 Diesel-Gasverfahren 5
2.1.3 Gas-Dieselverfahren 7
2.2 Gasmotorenkraftstoffe 8
2.2.1 Methan 8
2.2.2 Erdgas 9
2.2.3 Klärgas, Biogas, Deponiegas 9
2.2.4 Leuchtgas und Kokereigas 9
2.2.5 Gichtgas 10
2.2.6 Generatorgase, wie Holzgas, Pyrolysegas, etc. 10
2.2.7 Raffineriegase 11
2.3 Kenngrößen zur Beurteilung von Brennstoffen 11
2.3.1 Mindestluftbedarf Lmin 11
2.3.2 Heizwert 13
2.3.3 Gemischheizwert 14
2.3.4 Methanzahl 16
2.4 Verbrennung 17
2.4.1 Zündung 17
2.4.1.1 Selbstzündungstemperatur 18
2.4.1.2 Zündverzug 18
2.4.1.3 Zündgrenzen 19
2.4.1.4 Zündbedingungen für Gas und Zündöl beim Zündstrahlbetrieb des Diesel-Gasmotors 20
2.4.2 Kenngrößen der Verbrennung 21
2.4.2.1 Zündgeschwindigkeit 21
2.4.2.2 Brennverlauf 21
2.4.2.3 Ausbrandgrad 23
2.4.3 Klopfen 23
2.4.3.1 Klopfen im Dieselmotor 23
2.4.3.2 Klopfen beim Zündstrahlbetrieb des Diesel-Gasmotors 24
2.4.4 Abgasverhalten des Diesel-Gasmotors 25
2.4.4.1 Unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC) 25
2.4.4.2 Kohlenmonoxid (CO) 25
2.4.4.3 Stickoxide (NOx) 26
2.4.4.4 Schwefeldioxid (SO2) 27
2.4.4.5 Partikel / Ruß 27
2.4.4.6 Kohlendioxid (CO2) 27
2.4.5 Abgasnachbehandlung beim Diesel-Gasmotor 28
2.4.5.1 Katalysatoren allgemein 29
2.4.5.2 Oxidationskatalysator 30
2.4.5.3 SCR-Katalysator 30
2.5 Regelung des Diesel-Gasmotors 32
2.5.1 Lastregelung 32
2.5.2 Zündölmenge 33
3 Blockheizkraftwerke 35
3.1 Kraft-Wärme-Kopplung 35
3.2 Prinzipieller Aufbau eines Blockheizkraftwerkes 36
3.3 BHKW-Aggregat 37
3.4 Verwendete Brennstoffe 38
3.5 Energiebilanzvergleich zwischen Kraft-Wärme-Kopplung und getrennter Erzeugung von Strom und Wärme 39
4. Berechnungsgrundlagen 41
4.1 Effektive Leistung Pe 41
4.2 Effektiver Mitteldruck pm,e 41
4.3 Innerer Mitteldruck pm,i 42
4.4 Innere Leistung Pi 42
4.5 Reibungsleistung Pr 42
4.6 Gasanteil xG, energetischer Gasanteil xe,G 43
4.7 Verbrennungsluftverhältnisse im Zündstrahlbetrieb 43
4.8 Effektiver äquivalenter spezifischer Kraftstoffverbrauch be,äq 45
4.9 Innerer äquivalenter spezifischer Kraftstoffverbrauch bi,äq 45
4.10 Effektiver Wirkungsgrad he 46
4.11 Innerer Wirkungsgrad hi 46
4.12 Mechanischer Wirkungsgrad hm 47
4.13 Abgaswerte 47
5. Experimentelle Untersuchungen 51
5.1 Prüfstandsaufbau 51
5.1.1 Versuchsmotor 51
5.1.2 Motorprüfstand 52
5.1.3 Gas-Luft-Mischer 53
5.2 Versuchsdurchführung 57
5.3 Versuchsergebnisse 58
5.3.1 Unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC) 58
5.3.2 Kohlenmonoxid (CO) 61
5.3.3 Partikel/Ruß 63
5.3.4 Stickoxide (NOx) 66
5.3.5 Zusammenfassung der Messergebnisse 70
5.3.6 Einhaltung der Grenzwerte 71
5.3.7 Diskussion einer Abgasnachbehandlungsmöglichkeit mittels Oxidationskatalysatortechnologie und Selektiver Katalytischer Reduktion (SCR) 73
6. Zusammenfassung 79
7. Literaturverzeichnis 82

Automatisiert erstellter Textauszug:

In Bild 3.1 ist der prinzipielle Aufbau einer BHKW-Anlage vereinfacht dargestellt. Die kleinste Einheit, die von einem Verbrennungsmotor, einem Generator, den Wärmetauschern und weiteren zum Betrieb erforderlichen Zusatzkomponenten gebildet wird, bezeichnet man als BHKW-Aggregat bzw. –Modul. Die Gesamtleistung wird meistens auf mehrere – in der Regel zwischen 4 und 10 – Aggregate verteilt. Dies hat den Vorteil, daß bei Ausfall eines Aggregates die Strom- und Wärmeversorgung der Verbraucher durch die weiteren Aggregate weitgehend bzw. bei noch vorhandenen Reserven vollständig aufrecht erhalten werden kann. Die Regelung kann beim Einsatz mehrerer Motoren in Kaskadenschaltung erfolgen, d.h. jeder einzelne Motor wird entweder bei Vollast betrieben, oder er steht. Dadurch ergeben sich hinsichtlich des elektrischen Wirkungsgrades Vorteile gegenüber der Einmotorentechnik. [...]

Infolge des hohen Wärmeverteilungsaufwandes sind Heizkraftwerke nur in solchen Gebieten wirtschaftlich einsetzbar, in denen eine ausreichende Wärmeverbraucherdichte erreicht und weiterhin die Entfernung für den Wärmetransport von 20 km bis maximal 30 km nicht überschritten wird. Um die Vorteile der Kraft-Wärme-Kopplung auch in solchen Gebieten nutzen zu können, die mit Fernwärme aus wirtschaftlichen Gründen nicht erschlossen werden können, besteht die Möglichkeit der Installierung von Blockheizkraftwerken (BHKW). Ein BHKW ist eine kleine, dezentral beim Verbraucher angeordnete Energieanlage mit einem Antrieb durch Verbrennungsmotoren oder Gasturbinen. Der wesentliche Vorteil gegenüber Heizkraftwerken besteht darin, daß die Energieumwandlung direkt beim Verbraucher erfolgt. Dadurch entfallen die Wärme- bzw. Stromfortleitungsverluste weitgehend, wodurch die eingesetzte Primärenergie zu ca. 85 % genutzt werden kann (30 % elektrischer Strom und 55 % Wärme). [...]

Im Gegensatz zur punktförmigen Zündeinleitung durch einen Zündfunken beim OttoGasmotor erfolgt die Zündung beim Diesel-Gasmotor über eine größere Fläche durch die den Brennraum durchsetzenden Zündstrahlen. Befände sich im Brennraum des Diesel-Gasmotors ein ähnlich zündfähiges Gemisch, wie es im Ottomotor vorhanden sein müßte, so würde sich die gesamte Ladung aufgrund der vielen Zündherde der Zündstrahlen viel zu schnell entzünden. Die maximal zulässigen Brennraumdrücke würden dann weit überschritten, weshalb beim Diesel-Gasmotor die Brenngeschwindigkeit durch Erhöhung des Luftanteils der Ladung gebremst werden muß. Auf der anderen Seite wird die niedrige Flammenfortpflanzungsgeschwindigkeit magerer Gemische kompensiert, da die von den vielen Zündquellen ausgehenden Flammen nur geringe Wege zurücklegen müssen, um die gesamte Zylinderladung – selbst bei großen Brennräumen – zu erfassen. [...]

Arbeit zitieren:
Achilles, Peter Februar 2000: Untersuchung der limitierten Emissionen eines Zündstrahlmotors im Gas-Diesel-Mischbetrieb unter Variation des Einspritzpumpen-Förderbeginns für den Einsatz im BHKW, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gasmotor, Abgasmessung, KWK, Erdgas, Venturimischer

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