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Der Vietnamkrieg in US-amerikanischen Vietnam-Kriegsfilmen Mitte der achtziger Jahre und heute

Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Darstellung und Erklärungsansätze

Der Vietnamkrieg in US-amerikanischen Vietnam-Kriegsfilmen Mitte der achtziger Jahre und heute
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Norman Anger
  • Abgabedatum: November 2003
  • Umfang: 180 Seiten
  • Dateigröße: 2,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Trier Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7953-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7953-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7953-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Anger, Norman November 2003: Der Vietnamkrieg in US-amerikanischen Vietnam-Kriegsfilmen Mitte der achtziger Jahre und heute, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Filmanalyse, Platoon, Full Metal Jacket, Tigerland, Wir waren Helden

Diplomarbeit von Norman Anger

Zusammenfassung:

Unzählige Filme wurden über den Vietnamkrieg und die Probleme der zurückgekehrten Soldaten (so genannte Veteranen- oder „Coming Home“-Filme) gedreht, einige dieser Filme gelten bereits als Klassiker des Kriegsfilm-Genres, als definitives Statement. Die Filme über den Vietnamkrieg scheinen, wie der Krieg selber, Geschichte zu sein. Oder besser: sie schienen es. Denn es hat in den letzten drei Jahren erneut zwei größere Hollywood-Produktionen über diesen Krieg gegeben: Tigerland (USA, 2000. Regie: Joel Schumacher.) und We Were Soldiers (USA, 2002. Regie: Randall Wallace.). Mögen derzeit auch andere Kriege von größerem Interesse sein, filmisch ist der Vietnamkrieg wieder auf die Agenda gesetzt worden, und das wirft Fragen auf, von denen einige in der vorliegenden Arbeit gestellt und beantwortet werden sollen.

Der Vietnamkrieg war ein in den USA zunehmend umstrittener und kritisierter Krieg, über den auch nach seinem Ende 1975 noch lange kontrovers diskutiert wurde und der auch heute noch als sensibles, wenn nicht gar brisantes Thema gilt. Filme, die über diesen Krieg gedreht werden, können diese Kontroversen aufgreifen, Stellung beziehen oder sie können diese Kontroversen vermeiden. Aus welchen Motiven heraus auch immer eine dieser Möglichkeiten gewählt wird, ob aus dramaturgischen, ästhetischen oder anderen, es ist doch immer auch eine politische Position.

Die zentrale Fragestellung dieser Arbeit ist, ob die Filme, die Mitte der achtziger Jahre, also ungefähr zehn Jahre nach Kriegsende gedreht wurden, eine andere Position beziehen als die Filme, die aktuell, also noch einmal fünfzehn Jahre später, entstanden sind. Ziel ist es darüber hinaus, Erklärungsansätze für die entdeckten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu formulieren.

Zu diesem Zweck wird zunächst ein Überblick über den Vietnamkrieg gegeben. Neben dem Verlauf des Krieges werden seine Besonderheiten und die Kritik an ihm gesondert betrachtet, da sie für die spätere Filmanalyse von grundlegender Bedeutung sind (Kapitel 2).

Im Anschluss wird die Theorie der Filmanalyse dargestellt. Dafür wird zum einen auf die Grundlagen der Filmanalyse eingegangen (Kapitel 3.1), zum anderen wird das Genre des Kriegsfilms erörtert (Kapitel 3.2). Dieses ist für die vorliegende Arbeit von Bedeutung, da abgeleitete Genreregeln ebenfalls für die spätere Filmanalyse zentral sind.

In den folgenden drei Abschnitten des 3. Kapitels wird das Untersuchungsdesign dieser Arbeit vorgestellt:

In Kapitel 3.3 wird die Auswahl der Filme erläutert. Für die Analyse werden die schon erwähnten Tigerland und We Were Soldiers als die beiden aktuellsten Vietnamkriegsfilme herangezogen. Ihnen gegenübergestellt werden zwei Filme, die sowohl unter Kritikern als auch unter Filminteressierten als Klassiker gelten und die somit auch heute noch als relevant gelten dürfen: Platoon (USA, 1986. Regie: Oliver Stone.) und Full Metal Jacket (USA, 1987. Regie: Stanley Kubrick.).

Für die Fragestellung der Arbeit sind drei inhaltliche Bereiche der Filme von besonderem Interesse und sollen zunächst separat analysiert werden (Kapitel 3.4):

1. Die Beurteilung des Krieges.

2. Die Darstellung des US-Militärs.

3. Die Darstellung der Vietnamesen: der FNL (Nationale Befreiungsfront von Süd-Vietnam), der NVA (Nordvietnamesische Armee), der ARVN (Südvietnamesische Armee) und der vietnamesischen Zivilbevölkerung.

In Kapitel 3.5 wird schließlich die Operationalisierung der Filmanalyse erläutert. Filmanalytische Grundlagen werden hier auf die drei zuvor benannten Analysekategorien angewendet.

Kapitel 4 gibt zunächst einen Überblick über Vietnamkriegsfilme bis 1986 und untersucht, inwieweit zu diesem Zeitpunkt bereits Genreregeln für Vietnamkriegsfilme bestehen (Kapitel 4.1). Daran anschließend folgt die Analyse der Filme Platoon und Full Metal Jacket (Kapitel 4.2 und 4.3). In Kapitel 4.4 werden Vietnamkriegsfilme zwischen 1987 und 2000 betrachtet, und es wird untersucht, ob sich gegenüber 1986 Genreregeln etabliert oder geändert haben. Danach werden die Filme Tigerland und We Were Soldiers analysiert (Kapitel 4.5 und4.6).

Nach der Analyse jedes einzelnen Films in Bezug auf die charakterisierten drei Bereiche werden in Kapitel 5 die Ergebnisse unter Berücksichtigung der Fragestellung miteinander verglichen.

Abschließend soll in Kapitel 6 herausgefunden werden, welche Ursachen für die gefundenen Unterschiede und Gemeinsamkeiten verantwortlich gemacht werden können. Dafür werden politische, ökonomische und soziale Erklärungsmuster herangezogen und analysiert.

In einem gesonderten Anhang befinden sich die Sequenzprotokolle der analysierten Filme, Zusatzinformationen zu diesen Filmen und Verständnishilfen allgemeinerer Art.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1. Einleitung 2
2. Geschichte des Vietnamkrieges 4
2.1 Verlauf 4
2.2 Besonderheiten 6
2.3 Kritik 7
3. Theorie der Filmanalyse und Untersuchungsdesign 10
3.1 Grundlagen der Filmanalyse 10
3.2 Genre Kriegsfilm 12
3.3 Filmauswahl 13
3.4 Analyse-Kategorien 15
3.5 Operationalisierung 17
4. Filmanalyse 20
4.1 Vietnamkriegsfilme vor 1986 20
4.2 Platoon 23
4.2.1 Produktionsnotizen 23
4.2.2 Einordnung der Geschichte in den realen Krieg 24
4.2.3 Struktur des Films 24
4.2.4 Die Analyse-Kategorien 26
4.3 Full Metal Jacket 35
4.3.1 Produktionsnotizen 35
4.3.2 Einordnung der Geschichte in den realen Krieg 36
4.3.3 Struktur des Films 36
4.3.4 Die Analyse-Kategorien 39
4.4 Vietnamkriegsfilme und generische Entwicklung zwischen 1987 und 2000 45
4.5 Tigerland 47
4.5.1 Produktionsnotizen 47
4.5.2 Einordnung der Geschichte in den realen Krieg 48
4.5.3 Struktur des Films 48
4.5.4 Die Analyse-Kategorien 52
4.6 We Were Soldiers 57
4.6.1 Produktionsnotizen 57
4.6.2 Einordnung der Geschichte in den realen Krieg 58
4.6.3 Struktur des Films 58
4.6.4 Die Analyse-Kategorien 62
5. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Darstellung 72
6. Erklärungsansätze für Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Darstellung 77
7. Fazit 83
8. Literaturverzeichnis 85

Inhaltsverzeichnis des Anhangs
1. Abkürzungsverzeichnis 2
2. Lexikon 3
3. Militärstruktur 5
3.1 Ränge 5
3.2 Einheiten 6
4. Platoon 7
4.1 Übersichtskarte Vietnam 7
4.2 Sequenzprotokoll 8
4.3 Informationen zum Film 20
4.3.1 Cast 20
4.3.2 Crew 21
4.3.3 Produktions- und Vertriebsfirmen 21
4.3.4 Kino- und DVD-Informationen 21
5. Full Metal Jacket 22
5.1 Übersichtskarte Vietnam 22
5.2 Sequenzprotokoll 23
5.3 Informationen zum Film 33
5.3.1 Cast 33
5.3.2 Crew 34
5.3.3 Produktions- und Vertriebsfirmen 34
5.3.4 Kino- und DVD-Informationen 34
6. Tigerland 35
6.1 Übersichtskarte Vietnam 35
6.2 Sequenzprotokoll 35
6.3 Informationen zum Film 50
6.3.1 Cast 50
6.3.2 Crew 51
6.3.3 Produktions- und Vertriebsfirmen 51
6.3.4 Kino- und DVD-Informationen 51
7. We were Soldiers 52
7.1 Übersichtskarte Vietnam 52
7.2 Sequenzprotokoll 53
7.3 Informationen zum Film 86
7.3.1 Cast 86
7.3.2 Crew 87
7.3.3 Produktions- und Vertriebsfirmen 87
7.3.4 Kino- und DVD-Informationen 87

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ross Klavan schrieb (zusammen mit Michael McGruther) das Drehbuch zu Tigerland nach seinen eigenen Erfahrungen.211 Joel Schumacher sah in dem Drehbuch die Möglichkeit, das ästhetische Filmkonzept der „Dogma“-Gruppe um Lars von Trier, das ihn zu interessieren begonnen hatte, umzusetzen. Der Film wurde auf 16mm alten Typs gedreht (mit Handkamera), es wurde fast vollständig auf künstliches Licht verzichtet (abgesehen von dem, das auch im Film zu sehen ist). Gedreht wurde in nur 28 Tagen auf einer ehemaligen Air Force Basis in Jacksonville, Florida.212 Insgesamt beliefen sich die Kosten wohl auf weniger als 10 Millionen Dollar.213 Hauptfinanzier war Regency Enterprises214. Finanziell war der Film jedoch ein Misserfolg, in den USA nahm er an den Kinokassen nur 139.500 Dollar ein.215 Einige wenige Nominierungen und Preise bei weniger prestigeträchtigen Verleihungen konnte der Film ergattern.216 Die Pressestimmen zum Film waren beinahe durchweg positiv.217 Uraufgeführt wurde Tigerland am 13. September 2000 beim Toronto Film Festival, in die USKinos kam er am 6. Oktober 2000.218 [...]

Palmer bezeichnet diese Phase von Platoon bis Ende 1988 die symbolisch-nihilistische Phase mit Filmen „that consciously deconstruct the war that was consistently deconstructing itself while it was going on.”206 1988 ist auch das Jahr, in dem die beste Übersicht über das sich zu etablierende Genre Vietnamkriegsfilm geschrieben wird. Deshalb soll hier eine nähere Betrachtung der generischen ‚conventions’ in Absetzung zum Kriegsfilmgenre207 vorgenommen werden.208 Die Mission der Hauptperson(en), kennzeichnend für den Kriegsfilm, taucht zwar vereinzelt auf (am deutlichsten in Apocalypse Now), ist aber prinzipiell nicht mehr Hauptbestandteil der narrativen Struktur sondern weicht dem Einfluss der Besonderheiten des Krieges: der Front-, Übersichts- und Sinnlosigkeit. Das Ziel der Protagonisten besteht hauptsächlich im Überleben. Rechtfertigungen für den Krieg werden nicht thematisiert oder - im Gegenteil – ad absurdum geführt. Damit ist dieses Genre tendenziell gegen den historischen Vietnamkrieg eingestellt. Symbiotische Beziehungen der Soldaten, welche als elementar fürs Überleben im klassischen Kriegsfilm dargestellt werden, weichen zumindest vereinzelt den sozialen und ethnischen Spannungen des realen Krieges und Konflikten über die ideologischen Bedeutung des Krieges. Die letzte ‚convention’ des Kriegsfilms, „the elevation of characters above the madness and violence of the war“, weicht im Vietnamfilm der Darstellung der Protagonisten als “conspirators within the ‘dirty’ war.”209 Zusätzlich weicht die öde und offene Landschaft des Kriegsfilms, die Übersicht und Ordnung darstellt, häufig einer Dschungellandschaft, die optisch und übertragen kaum Durchblick erlaubt. 1989 entstand der letzte Film des 20. Jahrhunderts, der diesem neuen (Sub-)Genre zuzurechnen ist: Casualties of War (1989, R.: Brian De Palma). Hier geht es um den moralischen Konflikt eines Soldaten angesichts der Massenvergewaltigung einer Vietnamesin durch seine Kameraden. De Palma gibt in diesem Film zu verstehen, dass die Amerikaner seiner Meinung nach aus dem Krieg gelernt haben.210 [...]

In den Jahren zwischen 1987 und 1990 entstanden eine Reihe neuer Filme, die in irgendeiner Form mit Vietnam zu tun hatten, unter anderem auch einige Vietnamkriegsfilme. Im Folgenden sollen nur letztere kurz betrachtet werden. Im selben Jahr wie Full Metal Jacket kamen Good Morning Vietnam (1987, R.: Barry Levinson) und Hamburger Hill (1987, R.: John Irvin) in die Kinos. Ersterer spielt recht früh, 1965, in Saigon und ist eine Komödie, in dem „Verachtung, wenn nicht gar Haß gegenüber der Obrigkeit“203 dargestellt wird; letzterer ein Platoon sehr ähnlicher Film, der um Realismus bemüht ist und aus der Sicht einiger Soldaten die Erstürmung eines Hügels im Jahr 1969 zeigt. Im folgenden Jahr folgten zwei Filme, die Vietnam als Kulisse für andere Genres nutzten, jedoch meist dem Kriegsfilmgenre zugerechnet werden: Bat 21 (1988, R.: Peter Markle), ein „abenteuerlicher Actionfilm, der nun mal in Vietnam spielt“204, und Off Limits (auch bekannt als Saigon) (1988, R.: Christopher Crowe), ein Actionkrimi voller Frauenverachtung und Rassismus205. Im selben Jahr kam ein weiterer Platoon-Epigone heraus: 84 Charlie MoPic (1988, R.: Patrick Duncan), der die Idee aus Apocalypse Now und Full Metal Jacket, Kamerateams auftreten zu lassen, weiter führt, indem er einen Großteil aus der Perspektive eines Kameramanns zeigt. William [...]

Arbeit zitieren:
Anger, Norman November 2003: Der Vietnamkrieg in US-amerikanischen Vietnam-Kriegsfilmen Mitte der achtziger Jahre und heute, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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