Kommunal-Leasing und US-Cross-Border-Leasing als alternative Finanzierungsformen kommunaler Infrastrukturinvestitionen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kai Birkholz
- Abgabedatum: Dezember 2003
- Umfang: 144 Seiten
- Dateigröße: 976,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Potsdam Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7706-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7706-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7706-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Birkholz, Kai Dezember 2003: Kommunal-Leasing und US-Cross-Border-Leasing als alternative Finanzierungsformen kommunaler Infrastrukturinvestitionen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Finanzierung, Kommunalleasing, Leasing, Wirtschaftlichkeit, Cross Border Leasing
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Diplomarbeit von Kai Birkholz
Zusammenfassung:
„Die deutschen Städte und Gemeinden befinden sich in der schwersten Finanzkrise seit Gründung der Bundesrepublik.“ Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich diese Diplomarbeit mit aktuellen Fragen der öffentlichen Finanzierung.
Sowohl Leasing wie vor allem auch Cross-Border-Leasing sind als so genannte alternative Finanzierungsformen seit einiger Zeit verstärkt in der Diskussion. Beide Varianten werden in der Öffentlichkeit und in den Kommunalverwaltungen ausgesprochen kontrovers diskutiert und in ihren Wirkungen eingeschätzt.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, diese beiden alternativen Finanzierungsformen aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu analysieren und damit einen Lösungsansatz der Konfliktsituation zwischen Investitionsdruck und begrenzten öffentlichen Finanzmitteln aufzuzeigen.
Dazu findet eine intensive Auseinandersetzung mit dem Kommunal-Leasing statt. Die Ausführungen sollen insbesondere klären, ob sich mit der Nutzung des Leasings für die Kommunen Vorteile gegenüber einer kommunalkreditfinanzierten Investition ergeben können und damit Leasing einen Beitrag zur Auflösung des Investitionsstaus leisten kann. Die Ausführungen beziehen sich überwiegend auf das Immobilien- und das Großmobilienleasing.
Ebenfalls wird auf das in den letzten Jahren zunehmend von den Kommunen bzw. von den kommunalen Unternehmen genutzte Finanzierungsinstrument des US-Cross-Border-Leasings eingegangen. Dieses US-Steuersparmodell ermöglicht der deutschen Kommune die Vereinnahmung liquider Finanzmittel in Form eines Barwertvorteils. Die Arbeit soll dem Leser die Struktur der Transaktion näher bringen und die damit verbundenen Chancen und Risiken beleuchten. Damit soll u.a. ein Beitrag zur Versachlichung der teilweise sehr emotional geführten Debatte geleistet werden. Vorrangig geht es allerdings um die Frage, ob unter Risikogesichtspunkten der Einsatz von US-Cross-Border-Leasing-Geschäften zur Entlastung der kommunalen Haushalte bzw. zur Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen zu vertreten ist. Im Zusammenhang mit der Entlastungs- bzw. Finanzierungswirkung ist ebenfalls die Frage zu beantworten, ob der Barwertvorteil dem allgemeinen Haushalt oder eventuell dem Gebührenhaushalt zuzuführen ist.
Im Kapitel 2 der Arbeit wird auf die finanzwirtschaftlichen Aspekte der Kommunen Bezug genommen. Es wird die Finanzsituation der Kommunen beleuchtet und dem zukünftigen Investitionsbedarf gegenübergestellt. Anschließend wird auf die klassischen Finanzierungsquellen der Kommunen eingegangen. Im Hinblick auf den der Außenfinanzierung hinzuzurechnenden Kommunalkredit wird kurz die Frage angerissen, welche Auswirkungen mit aktuellen Entwicklungen wie Neues Kommunales Haushalt- und Rechnungswesen sowie Basel II verbunden sind. Vor dem Hintergrund der angespannten Finanzsituation, der zunehmend restriktiveren Kreditgenehmigung und dem weiterhin hohen Investitionsbedarf werden kurz derzeitig diskutierte alternative Organisations- und Finanzierungsmodelle dargestellt. Diese versprechen eine effizientere Verwendung der knappen Mittel und sollen daher zu einer Entlastung der Haushalte führen bzw. einen Beitrag zur Auflösung des Investitionsstaus leisten.
Im Kapitel 3 wird ausführlich auf eine alternative Finanzierungsform – das Kommunal-Leasing – eingegangen. Nach einer begrifflichen Klärung des „Kommunal-Leasings“ werden die einzelnen Erscheinungsformen des Leasings erläutert. Anschließend wird zunächst geklärt, ob eine Zurechnung beim Leasinggeber bzw. Leasingnehmer auch bei den nicht steuerpflichtigen Kommunen von Bedeutung ist. Nach Klärung dieser Frage wird auf die einzelnen Leasingerlasse eingegangen, welche die steuerliche Zurechnung des Leasingobjektes in Abhängigkeit der Vertragsgestaltung regeln.
In zwei weiteren Unterkapiteln werden die Fragen der Genehmigung von Leasingverträgen sowie der haushaltsmäßigen Berücksichtigung der Leasingraten behandelt.
Ein ausführlicher Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen Kommunal-Leasing und einer kommunalkreditfinanzierten Investition bildet einen weiteren Gegenstand des Kapitels. Nach einer allgemeinen Einführung in die Verfahren der Investitionsrechnung und ihrer Anwendung in den Kommunen wird eine fiktive Modellrechnung durchgeführt. Daran schließt sich eine Diskussion der Modellaspekte an, die neben der Methodik der Rechnung eine umfassende Darstellung quantitativer und qualitativer Aspekte beinhaltet.
Ein Zwischenfazit zum Kommunal-Leasing schließt das Kapitel 3.
Das Kapitel 4 der Arbeit beschäftigt sich eingehend mit der Finanzierungsvariante des US-Cross-Border-Leasings (US-CBL). Zunächst soll dem Leser diese Sonderform des grenzüberschreitenden Leasings verständlich gemacht werden, die der deutschen Kommune liquide Finanzmittel verschafft. Es werden einige ausgewählte Praxisbeispiele angeführt, um einen Einblick in die derzeitige Nutzung dieser Transaktion seitens der Kommune zu erhalten.
Risiken, die sich aus einem US-CBL-Geschäft für die Kommunen ergeben können, werden ausführlich diskutiert. Weitere rechtliche Fragestellungen, die sich im Zusammenhang mit US-Cross-Border-Leasing-Geschäften für die Kommune ergeben – z.B. die Genehmigung der Geschäfte oder die Verwendung des Barwertvorteils – werden ebenfalls erörtert.
Die wesentlichen Ergebnisse des Kapitels werden in einem Zwischenfazit zum US-Cross-Border-Leasing zusammengefasst.
Mit einer Schlussbetrachtung und einer Würdigung der verschiedenen Aspekte schließt diese Arbeit im Kapitel 5.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungs- / Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Ausgangslage | 1 |
| 1.2 | Problemstellung | 1 |
| 1.3 | Zielsetzung | 3 |
| 1.4 | Methodik und Aufbau der Arbeit | 4 |
| 2. | Finanzwirtschaftliche Aspekte der Kommunen | 6 |
| 2.1 | Haushalts- und Finanzplan | 6 |
| 2.2 | Finanzsituation und Investitionsbedarf der Kommunen | 7 |
| 2.3 | Finanzierung der Kommunen | 12 |
| 2.3.1 | Innenfinanzierung | 13 |
| 2.3.1.1 | Selbstfinanzierung | 13 |
| 2.3.1.2 | Finanzierung aus Abschreibungen, Rückstellungen und Kapitalfreisetzung | 15 |
| 2.3.2 | Außenfinanzierung über Kredite | 16 |
| 2.3.2.1 | Der Kommunalkredit | 19 |
| 2.3.2.2 | Auswirkungen des Neuen öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens | 22 |
| 2.3.2.3 | Auswirkungen von Basel II | 24 |
| 2.3.3 | Alternative Finanzierungs- und Organisationsformen | 25 |
| 2.3.3.1 | Organisationsformen | 27 |
| 2.3.3.2 | Finanzierungsarten | 30 |
| 3. | Kommunal-Leasing | 34 |
| 3.1 | Definition des Begriffs „Kommunal-Leasing“ und Abgrenzungen | 34 |
| 3.2 | Derzeitige Nutzung von Kommunal-Leasing | 36 |
| 3.3 | Erscheinungsformen des Leasings | 38 |
| 3.4 | Steuerrechtliche Zurechnung des Leasingobjektes | 43 |
| 3.4.1 | Bedeutung der Zurechnung | 43 |
| 3.4.2 | Die Zurechnung des Leasingobjektes gemäß der einzelnen Leasingerlasse | 45 |
| 3.4.3 | Spezialleasing | 51 |
| 3.5 | Genehmigung von Leasingverträgen | 52 |
| 3.6 | Haushaltsmäßige Berücksichtigung der Leasingraten | 55 |
| 3.7 | Wirtschaftlichkeitsvergleich Kommunal-Leasing vs. Kommunalkredit | 56 |
| 3.7.1 | Verfahren der Investitionsrechnung und ihre Anwendung in den Kommunen | 57 |
| 3.7.2 | Modellrechnung „kreditfinanzierte Eigenerstellung vs. Leasing“ | 60 |
| 3.7.3 | Modelldiskussion | 64 |
| 3.7.3.1 | Methodik der Vergleichsrechnung | 64 |
| 3.7.3.2 | Quantitative Aspekte | 64 |
| 3.7.3.3 | Qualitative Aspekte | 78 |
| 3.8 | Zwischenfazit „Kommunal-Leasing“ | 83 |
| 4. | US-Cross-Border-Leasing (US-CBL) | 85 |
| 4.1 | Motiv und Struktur des US-CBL | 85 |
| 4.2 | Gestaltung der Zahlungsströme | 88 |
| 4.3 | Nutzung von US-CBL seitens der Kommunen | 91 |
| 4.4 | Risiken des US-CBL | 92 |
| 4.4.1 | Externe Ursachen | 92 |
| 4.4.2 | Ursachen in der Vertragsgestaltung | 99 |
| 4.5 | Weitere rechtliche Fragestellungen im Zusammenhang mit dem | |
| US-CBL | 101 | |
| 4.5.1 | Genehmigung von US-CBL-Veträgen | 101 |
| 4.5.2 | Gebührenrechtliche Konsequenzen | 103 |
| 4.5.2.1 | Verlust der Abschreibungsmöglichkeiten | 103 |
| 4.5.2.2 | Verwendung des Barwertvorteils | 105 |
| 4.5.3 | Rückforderung staatlicher Zuwendungen | 107 |
| 4.6 | Zwischenfazit „US-Cross-Border-Leasing“ | 108 |
| 5. | Schlussbetrachtung | 110 |
| Anhang 1 | 112 | |
| Anhang 2 | 113 | |
| Anhang 3 | 114 | |
| Literaturverzeichnis | 115 |
Diese Berücksichtigung des unterschiedlichen zeitlichen Anfalls, die auch als Zeitpräferenz bezeichnet wird, findet bei den dynamischen Investitionsrechenverfahren statt. Die Investition wird als Zahlungsreihe betrachtet, bei der mit Hilfe der Zinseszins- und Rentenrechnung die zeitlich unterschiedlichen Zahlungen durch Umrechnung auf einen gemeinsamen Bezugszeitpunkt vergleichbar gemacht werden.365 Zu den dynamischen Verfahren der Investitionsrechnung gehören einerseits die Verfahren, welche die Zahlungen auf den Beginn des Planungszeitraums diskontieren (Kapitalwertmethode, Annuitätenmethode, Methode des internen Zinsfußes) sowie die Verfahren, die die Zahlungen auf den Endtermin der Maßnahme aufzinsen (Vermögensendwert- und Sollzinsmethode).366 In der betriebswirtschaftlichen Praxis finden die Kapitalwertmethode und die Methode des internen Zinsfußes die häufigste Anwendung.367 In dieser Arbeit wird auf die Kapitalwert- sowie Vermögensendwertmethode Bezug genommen. Hinsichtlich der Vorteilhaftigkeit lässt sich für die Kapitalwertmethode festhalten: „Ein Investitionsobjekt ist absolut vorteilhaft, falls sein Kapitalwert größer ist als Null. Ein Investitionsobjekt ist relativ vorteilhaft, falls sein Kapitalwert größer ist als der eines jeden anderen zur Wahl stehenden Objektes.“368 Für die Vermögensendwertmethode gilt: „Ein Investitionsobjekt ist absolut vorteilhaft, falls sein Vermögensendwert größer als Null ist. Ein Investitionsobjekt ist relativ vorteilhaft, falls sein Vermögenswert größer ist als der eines jeden anderen zu Wahl stehenden Objektes.“369 [...]
Grundsätzlich lassen sich die Varianten der statischen und dynamischen Investitionsrechnung unterscheiden. Kennzeichen der statischen Verfahren ist, dass der zeitlich unterschiedliche Anfall von Einzahlungen und Auszahlungen nicht oder nur unvollkommen berücksichtigt wird.363 Ob eine Einzahlung bzw. Auszahlung heute oder erst in der Zukunft anfällt, ist daher für das Ergebnis der statischen Verfahren irrelevant. Die Anwendung der statischen Verfahren ist für den hier zu untersuchenden Zweck unbrauchbar, da sich die Belastungen aus den getätigten Investitionen häufig über Zeiträume von 15 Jahren und mehr erstrecken. So führte auch bereits das Finanzministerium Rheinland-Pfalz in einer Untersuchung vom 21.1.1979 aus, dass ein Vergleich der Kosten allein nicht ausreicht und „die in den unterschiedlichen Perioden fällig werdenden Beträge somit durch Einbeziehen der Zeitpräferenz vergleichbar gemacht werden“364 müssen. [...]
Der folgende Abschnitt hat zum Ziel, einen Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen dem Kommunal-Leasing und der kreditfinanzierten Eigenerstellung vorzunehmen. Es soll nicht darum gehen, eine generelle Aussage zur Vorteilhaftigkeit einer Finanzierungsform zu treffen, denn diese muss immer unter Berücksichtigung aller Parameter mit Bezug auf den konkreten Einzelfall erfolgen. Vielmehr geht es darum aufzuzeigen, welche Aspekte bezüglich der zu berücksichtigenden Parameter und Verfahren beachtet werden sollten. Die Notwendigkeit zur Durchführung von Wirtschaftlichkeitsrechnungen ergibt sich für Kommunen bereits schon aus den GO, die eine sparsame und wirtschaftliche Haushaltsführung fordern.355 Im Hinblick auf Investitionen verlangt zusätzlich die GemHV: „Bevor Investitionen von für die Gemeinde erheblicher finanzieller Bedeutung beschlossen werden, soll unter mehreren in Betracht kommenden Möglichkeiten durch Vergleich der Anschaffungs- oder Herstellungskosten und des Folgeaufwands die wirtschaftlichste Lösung ermittelt werden.“356 Beim Nachweis, dass eine alternative Finanzierungsform – wie Leasing – gegenüber einer herkömmlichen Finanzierungsform – zumeist Kommunalkredit – zumindest gleich günstig ist, handelt es sich wie bereits im Abschnitt 3.5 dargestellt, um eine Genehmigungsvoraussetzung der Kommunalaufsicht.357 Bei der Gebührenkalkulation im Rahmen der Kommunalabgabengesetze (KAG) muss der Wirtschaftlichkeitsvergleich [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832477066
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Birkholz, Kai Dezember 2003: Kommunal-Leasing und US-Cross-Border-Leasing als alternative Finanzierungsformen kommunaler Infrastrukturinvestitionen, Hamburg: Diplomica Verlag
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