Analyse und Optimierung der Supply Chain eines mittelständischen Unternehmens der kunststoffverarbeitenden Industrie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Pascal Bellaire
- Abgabedatum: April 2003
- Umfang: 125 Seiten
- Dateigröße: 739,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7605-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7605-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7605-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bellaire, Pascal April 2003: Analyse und Optimierung der Supply Chain eines mittelständischen Unternehmens der kunststoffverarbeitenden Industrie, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Supply Chain Management (SCM), Supply Chain Execution (SCE), Supply Chain Planning (SCP), Supply Chain Controlling (SCC), Logistikmanagement
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Diplomarbeit von Pascal Bellaire
Zusammenfassung:
In der Vergangenheit konzentrierten sich kleine und mittlere Unternehmen auf die isolierte Optimierung der innerbetrieblichen Abläufe. Dadurch wurden zwangsläufig nur suboptimale Lösungen erzielt. Aktuell müssen die Prozesse an den unternehmensübergreifenden Schnittstellen betrachtet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die globale Optimierung innerhalb von Unternehmensverbünden, die Intensivierung des Datenaustausches, die synchronisierte Planung über die gesamte Wertschöpfungskette und die unternehmensübergreifende Prozessabstimmung. Früher standen sich im globalen Wettbewerb einzelne Unternehmen gegenüber. Heute hat sich daraus ein Wettbewerb zwischen Lieferketten entwickelt.
Ein Konzept, das der steigenden Planungs- und Koordinationskomplexität gerecht wird, ist Supply Chain Management (SCM).
Die vorliegende Arbeit betrachtet die Inhalte des SCM und prüft anhand eines mittelständischen Unternehmens als Beispiel, ob und wie SCM in der Praxis umgesetzt werden kann.
Nach der Einleitung erfolgt im zweiten Kapitel eine Erklärung des Begriffs Supply Chain Management. Es umfasst zunächst eine Definitionsherleitung und die Beschreibung der mit SCM verbundenen Ziele. Nach einer Rückschau auf die historische Entwicklung von Informationssystemen werden zwei grundlegende SCM-Konzepte vorgestellt. Es folgt eine Beschreibung der Implementierungsphasen von SCM. Danach werden die Voraussetzungen für die Umsetzbarkeit von SCM erläutert. Das Kapitel schließt mit einer Beschreibung des Supply Chain Operations Reference-Model.
Im dritten Kapitel werden Unternehmensnetzwerke betrachtet. Dazu werden die Methoden Supply Chain Planning (SCP), Supply Chain Execution (SCE) und Supply Chain Controlling (SCC) betrachtet und erörtert. Ferner wird das Thema der elektronischen Marktplätze und virtuellen Unternehmungen behandelt.
Das vierte Kapitel zeigt anhand eines praktischen Beispiels, ob SCM schon heute in einem mittelständischen Unternehmen umsetzbar wäre.
Am Ende der Arbeit erfolgt im letzten Kapitel eine Schlussbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Ausgangssituation | 1 |
| 1.2 | Problemstellung und Zielsetzung | 2 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Grundlagen des Supply Chain Management | 4 |
| 2.1 | Begriffserklärung | 4 |
| 2.1.1 | Herleitung der Definition | 4 |
| 2.1.2 | Ziele | 7 |
| 2.1.2.1 | Erhöhung des Serviceniveaus | 8 |
| 2.1.2.2 | Kostensenkungsziele | 10 |
| 2.1.3 | Historische Entwicklung von Informationssystemen | 11 |
| 2.1.3.1 | Material Requirements Planning (MRP I) und Material Resource Planning (MRP II) | 12 |
| 2.1.3.2 | Enterprise Resource Planning (ERP) | 14 |
| 2.1.3.3 | Advanced Planning and Scheduling (APS) | 15 |
| 2.1.4 | Konzepte des SCM | 16 |
| 2.1.4.1 | Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) | 16 |
| 2.1.4.2 | Vendor Managed Inventory (VMI) | 21 |
| 2.1.5 | Implementierung von SCM | 26 |
| 2.2 | Voraussetzungen | 27 |
| 2.2.1 | Vertrauen | 27 |
| 2.2.2 | Win-Win-Situation für alle Beteiligten | 29 |
| 2.2.3 | Akzeptanz und Motivation der Mitarbeiter | 30 |
| 2.2.4 | Informationsaustausch | 31 |
| 2.2.5 | Sonstige Voraussetzungen | 32 |
| 2.3 | Supply Chain Operations Reference-Model (SCOR) | 34 |
| 2.3.1 | Beschreibung | 34 |
| 2.3.2 | Ziele | 36 |
| 2.3.3 | Die vier Betrachtungsebenen des SCOR-Modells | 36 |
| 3. | Unternehmensnetzwerke und virtuelle Unternehmungen | 39 |
| 3.1 | Supply Chain Planning (SCP) | 39 |
| 3.1.1 | Bedarfsplanung | 40 |
| 3.1.2 | Netzwerkplanung | 42 |
| 3.1.3 | Beschaffungsplanung und Beschaffungsfeinplanung | 43 |
| 3.1.4 | Produktionsplanung und Produktionsfeinplaung | 44 |
| 3.1.5 | Distributionsplanung und Distributionsfeinplanung | 45 |
| 3.1.6 | Verfügbarkeitsprüfung | 47 |
| 3.2 | Supply Chain Execution (SCE) | 48 |
| 3.2.1 | Controlling | 49 |
| 3.2.2 | Auftragsabwicklung | 50 |
| 3.2.3 | Bestandsmanagement | 51 |
| 3.2.4 | Produktionsabwicklung | 51 |
| 3.2.5 | Transportabwicklung | 51 |
| 3.2.6 | Netzwerk-Informationsmanagement | 52 |
| 3.3 | Supply Chain Controlling (SCC) | 53 |
| 3.3.1 | Beziehungscontrolling | 54 |
| 3.3.2 | Prozesskostenrechnung | 55 |
| 3.3.3 | Kennzahlensysteme | 57 |
| 3.3.4 | Balanced Scorecard | 58 |
| 3.4 | Elektronische Marktplätze | 61 |
| 3.4.1 | Begriffserklärung | 61 |
| 3.4.2 | Entwicklungsphasen | 62 |
| 3.4.3 | Funktionskomponenten | 63 |
| 3.4.4 | Unterscheidungsarten | 65 |
| 3.4.4.1 | Unterscheidung nach Branchenausrichtung | 65 |
| 3.4.4.2 | Unterscheidung nach Beziehungsmodell | 68 |
| 3.4.4.3 | Unterscheidung nach Organisationsform | 69 |
| 3.4.5 | Voraussetzungen | 70 |
| 3.4.6 | Vorteile | 70 |
| 3.4.7 | Hemmnisse | 72 |
| 3.4.8 | Status Quo und Ausblick | 73 |
| 3.5 | Virtuelle Unternehmungen | 74 |
| 4. | Analyse und Optimierung der Supply Chain eines mittelständischen Unternehmens der kunststoffverarbeitenden Industrie | 78 |
| 4.1 | Firmenprofil | 78 |
| 4.2 | Ziele | 79 |
| 4.3 | Vorgehensweise | 80 |
| 4.4 | Analyse der Lieferanten und Kunden | 80 |
| 4.5 | Prozessoptimierung am Beispiel der Auftragsbearbeitung | 83 |
| 4.5.1 | Modellierungsvorbereitung | 84 |
| 4.5.2 | Ordnungsrahmen | 85 |
| 4.5.3 | Istmodellierung und Istanalyse | 85 |
| 4.5.4 | Sollmodellierung | 93 |
| 4.6 | Ergebnisse der Projektarbeit | 96 |
| 5. | Schlussbetrachtung | 98 |
| Anhang | X | |
| Literaturverzeichnis | XV | |
| Verzeichnis der Gesprächspartner | XXV | |
| Eidesstattliche Erklärung | XXVI |
Die Verfügbarkeitsprüfung stellt fest, ob Kundenanfragen oder -aufträge erfüllt werden können.221 Im Einzelnen unterscheidet man bei der Verfügbarkeitsprüfung drei Module: Die Hauptaufgabe von Available-to-Promise (ATP) ist die Zusicherung von schnellen und zuverlässigen Lieferterminen in Echtzeit. Dabei wird überprüft, ob ein gewünschtes Produkt im Lagerbestand oder im Produktionsplan verfügbar ist. Die Überprüfung erfolgt über alle Lagerstufen hinweg durch Schnittstellen zwischen dem SCM-System und den ERP-Systemen der beteiligten Partnerunternehmen. Dies wird durch Optimierungsalgorithmen realisiert, die unter Beachtung restriktiver Vorgaben Kundenanfragen mit Bestands- und ausgelasteten Produktionskapazitäten in Echtzeit abgleichen.222 Letztlich kann eine Aussage darüber gemacht werden, wann das gewünschte Produkt lieferbar ist. Einen Schritt weiter geht Capable-to-Promise (CTP). Dieses Modul ermöglicht eine Überprüfung, inwieweit ein Eilauftrag eines Kunden zu einem gewünschten Liefertermin in die laufende Produktion eingelastet werden kann. Das Modul zieht auch eine mögliche Umplanung der Produktionspläne in Betracht. Zu den Aufgaben dieses Moduls gehört eine Überprüfung der benötigten Kapazitäten und Materialien.223 Danach steht fest, ob ein gewünschter Liefertermin realisierbar ist. Das Modul Configure-to-Promise (CoTP) geht auf die Kundenwünsche ein. Ausgehend von der Konfiguration des gewünschten Produktes erfolgt die Prüfung der Kapazitäten und Materialien. Danach wird ein Liefertermin für das spezielle Produkt ermittelt.224 [...]
erhält man die einzelnen Nachschubzeitpunkte und die Liefermengen zur Wiederauffüllung der Lagerbestände. Dieser Gedanke wird in der Praxis im Rahmen von ECR oder VMI bereits angewendet.218 Die Distributionsplanung liefert die Grundlage für die Distributionsfeinplanung. Bei der Distributionsfeinplanung geht es darum, die Abwicklung der geplanten Transporte entlang der SC zu überwachen.219 Damit verbunden ist die optimierte Festlegung der Transportmittel, der Touren und der Beladung zur termingerechten Belieferung. Die Distributionsfeinplanung baut auf den Vorgaben der Distributionsplanung auf und verfeinert deren Ergebnisse für einen kurzfristigen Zeithorizont. Ziel ist es, das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort in der richtigen Menge und Qualität kostenoptimal abzuliefern. Ersichtlich ist dies anhand kurzer Lieferzeiten und einer hohen Liefertreue bei gleichzeitig geringen Kosten. Zunächst wird anhand der übermittelten Daten aus der Distributionsplanung auftragsbezogen festgelegt, mit welchen Transportmitteln eine Auslieferung erfolgen soll. Zu diesem Zweck werden verschiedene Transportszenarien miteinander verglichen und die entstehenden Kosten der alternativen Transportmöglichkeiten berechnet und einander gegenübergestellt. Hierzu ist die Berücksichtigung zahlreicher Restriktionen notwendig. Dazu gehören u. a. Abhol- und Anlieferzeiten, verfügbare Kapazitäten und gesetzliche Vorschriften. Sofern keine eigenen Transportmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wird in einem nächsten Schritt ein geeigneter Spediteur gesucht. Werden Transportbörsen im Internet genutzt, wird die Suche dadurch zusehends leichter.220 [...]
Dieses Modul übernimmt die Planung von Lagerbeständen, die Kommissionierung und die Verteilung von Produkten bis hin zum Kunden. Wie bei der Beschaffungsplanung wird auch bei der Distributionsplanung eine mehrstufige Distributionsstruktur betrachtet.216 Der Fokus liegt hier jedoch auf dem Distributionsnetz. Der Planungszeitraum bewegt sich zwischen einzelnen Tagen und einigen Monaten. Ziel der Distributionsplanung ist die optimierte Erfüllung der Nachfrage durch Planung und Kombination der Lieferungen. Ähnlich der Bedarfsplanung werden Grund- und Sicherheitsbestände bzw. Reichweiten optimal geplant. Basis für die Planungen bilden die einzelnen Lagertypen und Lagerstandorte, die Bestände sowie die Bedarfsprognosen. Anhand dieser Daten werden die Transportkapazitäten grob geplant und durch Kombinationsbildungen eine Kostenoptimierung berechnet. Eine Simulationskomponente bietet die Möglichkeit, verschiedene Versorgnungsszenarien durchzuspielen. So können alternativ unterschiedliche Distributionskanäle, Logistikdienstleister oder Transportmittel berücksichtigt werden. An die Simulation schließt sich eine Analyse und eine Bewertung an.217 Als Ergebnis der Distributionsplanung [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832476052
Arbeit zitieren:
Bellaire, Pascal April 2003: Analyse und Optimierung der Supply Chain eines mittelständischen Unternehmens der kunststoffverarbeitenden Industrie, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Supply Chain Management (SCM), Supply Chain Execution (SCE), Supply Chain Planning (SCP), Supply Chain Controlling (SCC), Logistikmanagement



