Hedge Funds für Privatanleger
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Bernd Berg
- Abgabedatum: Juli 2003
- Umfang: 91 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7410-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7410-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7410-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Berg, Bernd Juli 2003: Hedge Funds für Privatanleger, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Investmentgesetz, Portfoliotheorie, Asset Allokation, alternative Investments, Marktanalyse
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Diplomarbeit von Bernd Berg
Einleitung:
„Die nächste Krise in Form einer platzenden Blase könnten die kräftig zunehmenden Hedge-Fonds auslösen, die treffender als Risiko-Fonds bezeichnet werden.“ Nachdem aufgrund der hohen Kapitalflüsse in deutsche Hedge Fonds Produkte im Jahr 2001 in vielen Presseartikeln bereits vor einem Platzen der „Hedge Fonds Blase“ gewarnt wurde, wurde es im Jahr 2002 sehr ruhig um die Hedge Fonds Branche. Rechtliche und regulatorische Hindernisse, hohe Gebühren der Produkte und verfehlte Renditeziele sorgten für eine nachlassende Euphorie der Anleger für Hedge Fonds. Doch der deutsche Hedge Fonds Markt scheint eine Renaissance zu erleben. Die hohen Verluste, die deutsche Aktien bis März 2003 erlitten, ein attraktives Risiko-/Rendite-Profil und Pläne der Bundesregierung, die Rahmenbedingungen für Hedge Fonds in Deutschland zu verbessern, sorgen für eine erneute Zunahme des Anlegerinteresses an Hedge Fonds. Die Diskussion über die Vor- und Nachteile von Hedge Fonds findet heute zunehmend in der Finanzpresse statt, wobei sowohl unkritische Begeisterung als auch haltloses Verdammen dieser Anlageklasse zu beobachten sind. Fast täglich erscheinen Presseberichte über die „neue“ Anlageklasse, wobei Hedge Fonds als das „Modeinvestment der Stunde“ tituliert werden. Dabei werden die vorteilhaften Rendite-Eigenschaften von Hedge Fonds ebenso hervorgehoben, wie ihre hervorragenden Diversifikationseffekte, die sie bei der Beimischung zu einem Portfolio aus Aktien und Anleihen stiften würden. Teilweise wird daher bereits von einem „Neuen Paradigma“ in der Vermögensverwaltung gesprochen. Es gibt jedoch auch zahlreiche Skeptiker, die Hedge Fonds als eine unseriöse, intransparente Anlagekategorie ansehen, die sich in der Vermögensverwaltung nicht dauerhaft etablieren werden kann. Oft wird die aktuelle Entwicklung des Hedge Fonds Marktes auch mit der Euphorie des Neuen Marktes in den Jahren 1998 bis 2000 verglichen und davon ausgegangen, dass der Höhepunkt des derzeitigen Hedge Fonds Booms bald erreicht sein wird. Aufgrund vieler Fehleinschätzungen, die in der Öffentlichkeit über die Anlageklasse Hedge Fonds herrschen, scheint es angebracht, die aktuelle Diskussion über die Vor- und Nachteile von Hedge Fonds differenzierter zu betrachten, als dies oft getan wird. Diese Arbeit soll einen Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Zukunft der Anlageklasse Hedge Fonds, insbesondere in Deutschland, liefern.
In dieser Arbeit sollen die Chancen und Risiken der Anlageklasse Hedge Fonds für den Privatanleger aufgezeigt werden. Die Arbeit ist in drei thematische Teilbereiche gegliedert. Der erste Teil gibt einen Überblick über die Hedge Fonds Branche und die von Hedge Fonds verfolgten Strategien. Der zweite Teil, der den Schwerpunkt der Arbeit bildet, analysiert den deutschen Hedge Fonds Markt für Privatanleger. Dabei wird zunächst die rechtliche Lage in Deutschland untersucht, wobei vor allem die Implikationen, die sich durch eine Novellierung des deutschen Investmentrechts für den deutschen Hedge Fonds Markt ergeben werden, betrachtet werden. Anschließend folgt eine Marktanalyse der Anbieterseite, wobei hauptsächlich die angebotenen deutschen Hedge Fonds Produkte verglichen und analysiert werden. Der Hauptteil der Marktanalyse bezieht sich auf die Nachfragerseite. Es wurde in Kooperation mit der Deutsche Bank AG in Frankfurt eine Studie zum Hedge Fonds Anlageverhalten deutscher Privatanleger durchgeführt. Anhand der Studie werden Rückschlüsse über die zukünftige Entwicklung des deutschen Hedge Fonds Marktes gezogen und untersucht, welche Erwartungen deutsche Privatanleger an Hedge Fonds haben. Die Arbeit schließt mit einer Betrachtung Hedge Fonds spezifischer Risiken und deren Implikationen auf die Portfoliodiversifikation.
Die Entwicklungen, die sich derzeit für den deutschen Hedge Fonds Markt abzeichnen, verleihen dieser Arbeit eine hohe Aktualität. Während der Erstellung dieser Arbeit kündigte die Bundesregierung eine rechtliche Zulassung von Hedge Fonds in Deutschland für den Beginn des Jahres 2004 durch eine Veränderung des deutschen Investmentrechts an. Im Rahmen der Marktanalyse wird dieser Entwicklung Rechnung getragen. Einerseits wird in Kapitel 4 aufgezeigt, welche gesetzlichen Änderungen in Deutschland zu erwarten sind und unter welchen Bedingungen Hedge Fonds für Privatanleger zugelassen werden könnten. Andererseits wurde durch die Studie analysiert, welche Implikationen veränderte Rahmenbedingungen für Hedge Fonds auf die Nachfrage deutscher Privatanlegern nach Hedge Fonds haben.
Bedanken möchte ich mich ausdrücklich bei Heinz Kasten, Deutsche Bank Absolute Return Strategies Frankfurt, Matthias Dedio, Deutsche Asset Management Frankfurt und Philip Anker, Deutsche Bank Absolute Return Strategies New York, die mir die Durchführung der Studie ermöglichten und mich während der Erstellung der Arbeit stets unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt auch Hilger von Livonius und Hans Stamm, Rechtsanwaltskanzlei Clifford Chance Pünder München, die mir aktuelle Informationen zur Novellierung des deutschen Investmentrechts und der sich daraus ergebenden Implikationen für den deutschen Hedge Fonds Markt zur Verfügung stellten.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1 | Einleitung | 1 |
| 2 | Was sind Hedge Fonds? | 3 |
| 2.1 | Herkunft | 3 |
| 2.2 | Definition | 4 |
| 2.3 | Hegde Fonds – Die Jagd nach Alpha | 5 |
| 2.4 | Woher stammt Alpha? | 7 |
| 2.4.1 | Standort und Rechtsform | 7 |
| 2.4.2 | Flexibilität | 9 |
| 2.4.3 | Gebührenstruktur | 10 |
| 2.4.4 | Kapitalbindung | 12 |
| 2.4.5 | Mindestanlagebeträge | 12 |
| 2.5 | Geringes Risiko? | 13 |
| 2.5.1 | Niedrige Korrelation zu traditionellen Investments | 13 |
| 2.5.2 | Portfoliotheorie nach Markowitz | 14 |
| 2.5.3 | Die Erweiterungen von John Lintner | 15 |
| 3 | Klassifizierung und Anlagestrategien | 17 |
| 3.1 | Heterogenität der Branche | 17 |
| 3.2 | Hedge Fonds Strategien | 18 |
| 3.2.1 | Convertible Arbitrage | 18 |
| 3.2.2 | Dedicated Short Bias | 18 |
| 3.2.3 | Emerging Markets | 19 |
| 3.2.4 | Event Driven | 19 |
| 3.2.5 | Fixed Income Arbitrage | 19 |
| 3.2.6 | Global Macro | 20 |
| 3.2.7 | Long/Short Equity | 20 |
| 3.2.8 | Equity Market Neutral | 20 |
| 3.2.9 | Managed Futures | 21 |
| 4 | Rechtliche Grundlagen von Hedge Fonds | 21 |
| 4.1 | Inländische Hedge Fonds | 21 |
| 4.2 | Ausländische Hedge Fonds | 22 |
| 4.3 | Änderung der rechtlichen Lage in Deutschland im Jahr 2004 | 24 |
| 4.4.1 | Rechtliche Zulassung von Hedge Fonds in Deutschland | 24 |
| 4.4.2 | Der aufsichtsrechtliche Rahmen | 26 |
| 4.4.3 | Implikationen für den deutschen Markt | 27 |
| 5 | Hedge Fonds Anbieter und deren Produkte | 29 |
| 5.1 | Zertifikate | 29 |
| 5.1.1 | Anbieter der Produkte | 29 |
| 5.1.2 | Konstruktion der Produkte | 30 |
| 5.1.3 | Struktur eines Zertifikats | 31 |
| 5.2 | Genussscheine | 32 |
| 5.3 | Optionsanleihen | 33 |
| 5.4 | Aktiengesellschaften | 33 |
| 5.5 | Analyse deutscher Hedge Fonds Produkte | 34 |
| 6 | Das Umfeld der Hedge Fonds – Der Kunde | 36 |
| 6.1 | Studie zum Anlageverhalten deutscher Privatanleger | 36 |
| 6.2 | Ergebnisse der Studie | 37 |
| 6.2.1 | Anteil der investierten Anleger | 37 |
| 6.2.2 | Nachfrageentwicklung durch nicht investierte Anleger | 38 |
| 6.2.3 | Auswirkungen veränderter Rahmenbedingungen | 39 |
| 6.2.4 | Hedge Fonds Anleger – Gründe für ein Investment | 41 |
| 6.2.5 | Portfolioallokation in Hedge Fonds | 43 |
| 6.3 | Fazit | 45 |
| 6.4 | Interpretation der Ergebnisse | 45 |
| 7 | Hedge Fonds zwischen Wunsch und Wirklichkeit | 47 |
| 7.1 | Prämie für Hedge Fonds spezifische Risiken | 47 |
| 7.2 | Asymmetrische Renditeverteilung | 47 |
| 7.2.1 | Linksschiefe von Hedge Fonds | 47 |
| 7.2.2 | Korrelationskoeffizient als Maß für die Diversifikation | 49 |
| 7.2.3 | Einfluss auf die Portfoliodiversifikation mit Hedge Fonds | 50 |
| 7.3 | Qualitative Risiken | 53 |
| 7.4 | Verzerrungen der ausgewiesenen Renditen | 54 |
| 7.4.1 | Selection Bias | 54 |
| 7.4.2 | Survivorship Bias | 55 |
| 7.4.3 | Korrelationsbias | 56 |
| 8 | Zusammenfassung und Ausblick | 58 |
| ANHANG | 61 | |
| Literaturverzeichnis | 79 |
5.1.1 Anbieter der Produkte Die bedeutendsten Anbieter von Hedge Fonds Produkten in Deutschland sind deutsche Banken. Diese begannen zu Beginn des Jahres 2000 damit, dem Privatanleger eine Partizipation an Hedge Fonds durch strukturierte Produkte, die sich jenseits der in Kapitel 4 dargestellten Anlagerestriktionen bewegen, zu ermöglichen. 90% aller in Deutschland angebotenen Produkte sind Hedge Fonds Zertifikate. Die erste Platzierung eines Hedge Fonds Zertifikats wurde 1999 von der Landesbank Baden-Württemberg vorgenommen, allerdings konnte sich die kapitalgarantierte Inhaberschuldverschreibung am Markt nicht durchsetzen. Diesem Produkt folgten im Jahr 2000 weitere Emissionen deutscher Banken. Zunächst emittierte die Commerzbank das Zertifikat „COMAS I“. Im September 2000 brachte die Deutsche Bank das Produkt „Xavex Hedge Select“ auf den Markt. Die Emission, die als die größte Einzelemission eines Hedge Fonds Produktes weltweit gilt, wurde innerhalb weniger Wochen von Privatanlegern in Höhe von 1,8 Mrd. Euro gezeichnet.67 Die Mindesteinlage bei diesem Produkt betrug 10.000 Euro, wurde jedoch später auf 1.000 Euro gesenkt. Die Emission war von einer großen Marketingkampagne begleitet, und der Erfolg der Platzierung sorgte für Emissionen weiterer Zertifikate durch andere Banken. Als zweitgrößte Emission in Deutschland gilt die Emission des „Dresdner AI Global Hedge“-Zertifikats zu Beginn des Jahres 2001. Das Volumen der Emission betrug 750 Mio. Euro. Im Sommer 2001 emittierte auch die Hypo Vereinsbank, die sich im Bereich alternativer Anlagestrategien als einer der führenden Anbieter in Deutschland etabliert hat, eine Hedge Fonds Produktreihe für den Privatanleger mit dem Namen „Value Vision“. Inzwischen werden in Deutschland 30 Hedge Fonds Zertifikate angeboten. Viele dieser Produkte wurden auch von ausländischen Kreditinstituten über deutsche Vertriebspart67 [...]
28 4.4.3 Implikationen für den deutschen Markt Ein starkes aufsichtsrechtliches Umfeld ist meiner Meinung nach eine wichtige Vorraussetzung für die Zulassung von Hedge Fonds in Deutschland. Erstens aufgrund der Schutzbedürftigkeit der Privatanleger, deren Kenntnisse über die Branche aufgrund der Heterogenität, der Intransparenz und der bisher zum Teil unqualifizierten Berichterstattung in den Medien als gering angesehen werden muss, zum anderen aufgrund der branchenspezifischen Risiken von Hedge Fonds, die vor allem in Kapitel 7 dieser Arbeit aufgezeigt und analysiert werden. Die Ergebnisse der im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten Studie zum Anlageverhalten deutscher Privatanleger64 zeigen, dass viele Privatanleger eine starke aufsichtsrechtliche Überwachung von Hedge Fonds befürworten. Eine Öffnung des deutschen Marktes für Hedge Fonds unter den beschriebenen Vorraussetzungen wäre für den Finanzplatz Deutschland ein positives Signal. Bereits seit längerer Zeit wird von Branchenvertretern kritisiert, dass der deutsche Finanzplatz im internationalen Vergleichweiter ins Hintertreffen gerät, da Finanzexperten ins Ausland flüchten und Kapital aus Deutschland abfließt, da in Deutschland unter anderem die Rahmenbedingungen für alternative Investments schlecht seien.65 Durch eine Marktöffnung würden neben deutschen Fondsgesellschaften auch vermehrt ausländische Anbieter dem deutschen Anleger eine Partizipation an Hedge Fonds Strategien anbieten, und entsprechende Produkte könnten auch in Deutschland gemanagt werden. Durch den zu erwartenden Angebotsanstieg könnte sich die durchschnittliche Rendite deutscher Hedge Fonds Produkte meiner Meinung nach jedoch reduzieren, da auch viele junge Anlagegesellschaften ihre Produkte, die zum Teil von unerfahrenen Fondsmanagern gemanagt werden könnten, anbieten werden. Gleichzeitig könnte dadurch die Diskrepanz zwischen guten und schlechten Produkten, die bei Hedge Fonds ohnehin sehr groß ist, steigen.66 Die Implikationen für den deutschen Hedge Fonds Markt sind jedoch trotz der genannten zu erwartenden Nachteile positiv zu beurteilen. Vor allem Privatanleger, die in Hedge Fonds investieren oder investieren wollen, dürften von den Maßnahmen profitieren, da die hohen Gebühren für in Deutschland angebotene Hedge Fonds Produkte aufgrund einer Reduktion der Strukturierungskosten und des steigenden Wettbewerbs fallen könnten und durch die zu erwartenden aufsichtsrechtlichen Maßnahmen die Transparenz der Produkte erhöht werden könnte. Wie deutsche Privatanleger die ge64 65 [...]
2. Die Berechnungen der Gebührenstruktur der Fonds, vor allem der Hedge Fonds Dachfonds sollte für den Privatanleger klar nachvollziehbar sein. Insbesondere sollte auf die zu erwartenden Wertminderungen durch eine bei Dachfonds anfallende Doppelbelastung hingewiesen und diese dem Privatanleger transparent gemacht werden. Daraus ergibt sich die Forderung nach einer klar verständlichen Sprache und erläuternden Beispielen in den Verkaufsprospekten. 3. Die Anleger sollten in Zwischenberichten über die Entwicklung des Fondsvermögens informiert werden. Zudem sollten strikte Anforderungen an eine regelmäßige (tägliche) Feststellung und Veröffentlichung der Wertentwicklung des Fondsvermögens gestellt werden. Auch sollte eine gewisse Transparenz bezüglich der verfolgten Anlagestrategien Vorraussetzung sein. 4. Die der Anlagekategorie Hedge Fonds inhärenten Risiken sollten dem Anleger vor einem Investment aufgezeigt werden.63 5. Besonders wichtig sind aufsichtsrechtliche Vorgaben zur Risikostreuung bei der Vermögensanlage. Wie bei in Luxemburg angebotenen Hedge Fonds sollte eine schuldnerische Höchstgrenze festgesetzt werden, die das Kontrahentenrisiko begrenzt. Bei Dachfonds sollte zumindest eine Spanne für die Anzahl der im Fonds enthaltenen Zielfonds vorgegeben werden. Des weiteren können Beschränkungen bei Investments in nicht börsennotierte Unternehmen und auch Begrenzungen nicht realisierter Verluste sinnvoll sein. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832474102
Arbeit zitieren:
Berg, Bernd Juli 2003: Hedge Funds für Privatanleger, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Investmentgesetz, Portfoliotheorie, Asset Allokation, alternative Investments, Marktanalyse



