Zum Einfluss der Unternehmenskultur auf die Motivation der Mitarbeiter in der New Economy
Eine Darstellung in erwachsenenpädagogischer Perspektive
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Violeta Nareski
- Abgabedatum: April 2003
- Umfang: 118 Seiten
- Dateigröße: 688,1 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7293-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7293-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7293-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Nareski, Violeta April 2003: Zum Einfluss der Unternehmenskultur auf die Motivation der Mitarbeiter in der New Economy, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wertewandel, Arbeitszufriedenheit, Mitarbeiter-Motivation, Start-Ups, Führungsaufgaben
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Diplomarbeit von Violeta Nareski
Einleitung:
Unternehmenskultur wird in jungen Start-up-Unternehmen der New Economy nur selten explizit thematisiert. Dennoch existieren kulturelle Besonderheiten und Merkmale, die diese Unternehmen von anderen unterscheiden. In einigen Bereichen sind sie Vorreiter, bei anderen Themen können sie von traditionellen Unternehmen lernen. Ziel dieser Arbeit ist es, den Umgang von Start-up-Unternehmen mit spezifischen kulturellen Fragestellungen darzustellen: Wie organisieren diese Unternehmen Kommunikation und Mitwirkung im Unternehmen? Entwickeln sie Unternehmensleitbilder, und wie werden diese umgesetzt? Wie binden junge Unternehmen ihre Mitarbeiter? Wie wirkt sich dieser spezielle systemische Kontext auf die Mitarbeitermotivation aus?
Diese Arbeit soll einen Einblick in die personalpolitischen Besonderheiten der New Economy geben (wie etwa die Aufhebung der strikten Trennung zwischen Beruf und Privatem) und ihre unternehmensphilosophischen Ansätze skizzieren. Zudem werden die verschiedenen Unternehmensformen der Old und New Economy und ihre Arbeitsmodelle untersucht sowie ausgewählte Theorien der Arbeitsmotivation und Möglichkeiten von Anreizsystemen dargestellt und kritisch hinterfragt.
Es werden grundlegende Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zwischen traditionellen Unternehmen und denen der New Economy herausgearbeitet. Dies geschieht in Form einer Gegenüberstellung der verschiedenen Kulturansätze der Unternehmen, die Einfluss auf die Arbeitsmotivation haben. Vor allem geht es darum hervorzuheben, was die etablierten Unternehmen von ihren Herausforderern lernen können und umgekehrt.
Die Darstellungen in dieser Arbeit sollen dazu beitragen, sich ein Bild zu machen von den Erkenntnissen und ersten Wertungen dieses Wandlungsprozesses, um dadurch Einsichten für sich selbst, für die eigenen Aufgabenbereiche sowie für die Verantwortungsbereiche der Erwachsenenbildung zu gewinnen.
Folgende Fragen werde ich versuchen zu klären:
Wie verändern sich vor dem Hintergrund gewandelter ökonomischer und sozialer Anforderungen die persönlichen Einstellungen, die Aufgaben und die Ziele von Führungskräften und Mitarbeitern?
Welche Rolle hat die Unternehmenskultur für die Motivation der Mitarbeiter und welche Aufgaben hat die Führung?
Was ist ausschlaggebend für die Entwicklung einer kreativen, motivierenden und offenen Arbeitsumgebung?
Und was bedeutet das für die Erwachsenenbildung?
Die Schlussbetrachtung bezieht sich auf eine Angleichung von Old und New Economy, zur so genannten ‚One-Economy'.
Der Einfachheit halber verwende ich ausschließlich die männliche Form, die sich jedoch auf beide Geschlechter bezieht.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit besteht aus vier theoretischen Hauptblöcken. Im ersten Abschnitt (Kapitel 1) wird der Wertewandel in Wirtschaft und Gesellschaft und die damit verbundenen Veränderungen im Arbeitsleben kurz aufgezeigt. Die neuen Arbeitsformen und der Stellenwert der Arbeit sind daher Themen des ersten Teils.
Der zweite Abschnitt über die Motivation (Kapitel 2) soll Widersprüche, Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge der unterschiedlichen Ansätze aufzeigen. In diesem Teil werden die Bedeutung einzelner Aspekte der Arbeit, traditionelle als auch moderne Motivationstheorien sowie die neue Rolle der Führung dargestellt. Auch werde ich bereits an dieser Stelle versuchen, einen Bogen zum Thema der Unternehmenskultur zu schlagen, bevor ich mich im nächsten Abschnitt (Kapitel 3) näher damit befasse.
Der dritte Teil beschäftigt sich mit den Charakteristika der Unternehmenskultur im Allgemeinen. Dabei wird auf Schein zurückgegriffen, der wesentliche Inhalte der Unternehmenskulturtheorie beschreibt.
Im vierten Abschnitt wird die New Economy mit ihren Eigenheiten skizziert (Kapitel 4). Es wird die Arbeitsmotivation der Mitarbeiter in der Startphase von jungen Unternehmen abgebildet. Anhand eines Praxis-Beispieles soll der Mythos der New Economy und ihre Entwicklung in den letzten turbulenten Jahren aufgeschlüsselt und erfasst werden. Hier wird die Pixelpark AG - ehemals ein Vorzeigeunternehmen der New Economy - als Anbieter von Multimedia-Dienstleistungen dargestellt.
Das Praxisbeispiel (Kapitel 4.4) wird die Annahmen der Theoriemodelle und aktuelle Erkenntnisse unter den Rahmenbedingungen aufgezeigten Wertewandels bestätigen. Im Anschluss daran werde ich die Besonderheiten der Unternehmenskultur in jungen Unternehmen der New Economy nochmals aufzeigen und einzelne Elemente herausarbeiten.
Diese und andere Themen werden in den vorliegenden Ausführungen erläutert. Mir kommt es dabei weniger darauf an, eine abgeschlossene Unternehmenskultur-Theorie vorzulegen, als vielmehr darauf, ein Bewusstsein zu entfalten, in die sich aktuelle Problem- und Fragestellungen der Unternehmensgestaltung einfügen können.
Der letzte Abschnitt (Kapitel 5) beschäftigt sich aus gegebenem Anlass mit der Frage, welche Aufgaben die Erwachsenenbildung zu Fragen des Wertewandels im Arbeitsleben wahrnehmen kann.
Das Ziel der Arbeit gilt als erreicht, wenn vorliegende Ergebnisse 1. Die verschiedenen Motivationstheorien sinnvoll integrieren und auf die Rahmenbedingungen heute übertragen worden sind.
2. Die Leistungsunterschiede der Vertreter erklären können.
3. Konkrete Möglichkeiten zur Gestaltung und Veränderung von Unternehmenskultur im Rahmen von Zielen, Anreizen und Führungsstilen aufzeigen.
4. der Erwachsenenbildung Anstöße liefern, die Arbeitnehmer im Wandel des Arbeitslebens zu begleiten und zu unterstützen.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 1 | |
| Zur Vorgehensweise | 2 | |
| 1. | Zum Wertewandel im Arbeitsleben | 4 |
| 1.1 | Neue Wertemuster | 5 |
| 1.2 | Neue Arbeitsformen | 6 |
| 1.2.1 | Die Auswirkungen des Wertewandels auf Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter | 7 |
| 1.2.2 | Trends und Konsequenzen des Wertewandels | 8 |
| 2. | Zum Begriff der Motivation | 11 |
| 2.1 | Ansprüche an die Arbeit | 11 |
| 2.2 | Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit | 12 |
| 2.3 | Extrinsische/Intrinsische Motivation | 14 |
| 2.4 | Motivationstheoretische Erklärungsansätze | 16 |
| 2.4.1 | Darstellung ausgewählter tradierter Motivationstheorien | 17 |
| 2.4.1.1 | Inhaltstheorien | 18 |
| 2.4.1.2 | Prozesstheorien | 20 |
| 2.4.1.3 | Zwischenbilanz zu den tradierten Motivationstheorien | 21 |
| 2.4.2 | Neuere Theorien - Perspektivenwechsel in der Motivationsforschung durch Sievers und Sprenger. | 22 |
| 2.4.2.1 | Kritische Reflexion zu den Thesen Sievers | 23 |
| 2.4.2.2 | Kritische Reflexion zu den Thesen Sprengers | 24 |
| 2.4.3 | Zur Kritik an genannten Motivationstheorien anhand der Kriterien Aktualität und Anwendbarkeit | 26 |
| 2.5 | Motivation und Unternehmenskultur | 28 |
| 2.5.1 | Die Wirkung von Unternehmenskultur auf die Arbeitsmotivation | 29 |
| 2.5.2 | Richtig motivieren - ein kritischer Erfolgsfaktor | 30 |
| 2.5.3 | Anreize und Motive | 30 |
| 2.5.4 | Anreizsysteme | 31 |
| 2.5.5 | Materielle und immaterielle Anreize | 32 |
| 2.5.6 | Anreize und Unternehmenskultur | 34 |
| 2.6 | Motivation als Führungsaufgabe | 35 |
| 2.6.1 | Moderne Führungskonzepte | 36 |
| 2.6.1.1 | Verhaltenswissenschaftliche Erklärungsansätze | 36 |
| 2.6.1.2 | Kommunikationstheoretische Ansätze | 37 |
| 2.6.2 | Die motivationale Wirkung der Führung und das moderne Führungsleitbild | 38 |
| 2.6.3 | Geänderte Führungsaufgaben im Hinblick auf das neue Mitarbeiterprofil | 40 |
| 3. | Zum Begriff der Unternehmenskultur | 43 |
| 3.1 | Was ist Unternehmenskultur? | 43 |
| 3.2 | Exkurs zum zweckrationalen und reflexiven Verständnis von Unternehmenskultur | 45 |
| 3.3 | Bausteine zukunftsorientierter Unternehmenskultur | 45 |
| 3.3.1 | Sinn, Symbole und Rituale | 46 |
| 3.3.2 | Corporate Identity | 48 |
| 3.4 | Die drei Ebenen der Unternehmenskultur nach Schein | 49 |
| 3.5 | Wirkungsweisen und Funktionen von Unternehmenskultur | 52 |
| 3.6 | Unternehmenskultur als Wettbewerbsfaktor | 55 |
| 3.7 | Unternehmenskultur gestalten und entwickeln | 56 |
| 3.8 | Veränderung von Unternehmenskultur | 57 |
| 4. | Zum Begriffder New Economy - Beschreibungen, Generalisierungen und Interpretationen | 59 |
| 4.1 | Neue Anforderungen | 60 |
| 4.2 | Neue Arbeits- und Unternehmensformen | 62 |
| 4.3 | Die Arbeitswelt in der New Economy | 63 |
| 4.3.1 | Die neuen Arbeitsbedingungen | 64 |
| 4.3.2 | Die Risiken der neuen Arbeitswelt | 66 |
| 4.3.3 | Neue Wege der kollektiven Interessenvertretung | 68 |
| 4.3.4 | Zur Lage heute | 69 |
| 4.3.5 | Die ‚Renaissance' alter Führungsinstrumente am Beispiel von eBay: | 70 |
| 4.4 | Darstellung und Bewertung eines Unternehmensbeispieles - Die Pixelpark AG | 71 |
| 4.4.1 | Die Herausforderung für das Multimedia-Unternehmen | 72 |
| 4.4.2 | Die Unternehmenskultur | 73 |
| 4.4.3 | Bewertung und Ausblick | 74 |
| 4.5 | Was sich aus den Start-up-Erfahrungen lernen lässt - eine kritische Reflexion der ‚New-Economy-Ära' | 76 |
| 4.6 | Zur Unternehmenskultur in der New Economy | 80 |
| 4.6.1 | Unternehmenskultur in jungen Start-up-Unternehmen: spontane Entwicklung oder bewusste Gestaltung? | 81 |
| 4.6.2 | Der Einfluss und die Rolle des Unternehmensgründers | 82 |
| 4.6.3 | Das Unternehmensleitbild | 83 |
| 4.6.4 | Führungsleitlinien | 85 |
| 4.7 | Zusammenfassung | 87 |
| 5. | Fazit und Ausblick | 92 |
| 5.1 | Impulse für die Old Economy - auf dem Weg zur ‚One-Economy' | 95 |
| 5.2 | Die Aufgaben der Erwachsenenbildung | 96 |
| 5.3 | Bildungskonzepte des Personalmanagements heute | 98 |
| Epilog | 101 | |
| Anhang | 103 | |
| Quellenverzeichnis | 105 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 111 |
- 51 Auf der dritten Ebene befinden sich die charakteristischerweise unbewussten Grundannahmen, die tatsächlich die Wahrnehmung, das Denken und das Fühlen der Mitarbeiter bestimmen. Sie umfassen z.B. Annahmen über die Beziehung zur Umwelt, das Wesen des Menschen oder die Art der zwischenmenschlichen Beziehungen im Unternehmen. Erst das Zusammenkommen dieser Ebenen charakterisiert die jeweilige, individuell verschiedene Unternehmenskultur eines Unternehmens. Die Ausprägung und Gestaltung der Unternehmenskultur ist abhängig von externen und internen Einflussfaktoren wie die Marktattraktivität und Wettbewerbsposition sowie die Unternehmensgröße und die bestehende Arbeits- und Führungsorganisation.173 Die Kultur des Unternehmens bedeutet ein von allen Mitarbeitern anerkanntes und als Verpflichtung genommenes Werte- und Zielsystem, das „in den Köpfen und in den Herzen der Mitarbeiter verankert“174 ist. 175 Es gibt in Unternehmen bestimmte Werte, Normen, Grundhaltungen und Gewohnheiten sowie Symbole, Anekdoten und die eigene Sprache, die sich z.B. aus dem Verhalten der Führung und der Mitarbeiter entwickeln oder bewusst gesetzt werden. Diese wirken wiederum prägend auf die Mitarbeiter und die Führung. Diese Ausgangswerte bestimmen das Handeln und die Wahrnehmung der Mitarbeiter. Der der Strategie zugerechnete Erfolg führt zu einer Verfestigung der zugrunde liegenden Werte und diese werden dann im Laufe der Zeit als Selbstverständlichkeit verinnerlicht. Sie werden zu Handlungsoptionen, auf die die Mitarbeiter zurückgreifen können und die als legitim erachtet werden. In der darauf folgenden dritten Stufe der Kulturentwicklung tritt das Wissen um die Ursachen des Verhaltens immer weiter zurück und wird damit zu einer Grundannahme im Sinne Scheins ― die Unternehmenskultur ist nun in den Köpfen der Mitarbeiter verfestigt. 176 Nach Schein zeigt sich also folgende ‚Tiefenstruktur’: Es herrschen Werte vor, die das Unternehmen unterstützen sowie eine Unternehmensphilosophie, die das Verhalten im Unternehmen bestimmt. Weiterhin gibt es Spielregeln, an die sich jeder zu halten hat und Normen, die sich in den Teams entwickeln wie auch Riten, Umgangsformen und Sprache, die das [...]
Kultur zeigt sich auf verschiedenen Ebenen, die ich an dieser Stelle nur kurz skizzieren möchte. Zum einen zeigen sich sichtbare Strukturen und Prozesse im Unternehmen, die zwar leicht zu beobachten, jedoch schwer zu entschlüsseln sind. Diese bezeichnet Schein als Artefakte. Weiterhin gibt es bekundete Werte, die sich auf die Strategien, Ziele und die Unternehmens-Philosophie beziehen. Und zuletzt zeigt sich die Kultur auch in ihren Grundprämissen, d.h. unbewusste, jedoch selbstverständliche Anschauungen, Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle, die als Basis dienen für Werteinstellungen und Handlungsweisen der Mitarbeiter im Unternehmen.169 Die Kultur eines Unternehmens zeigt sich laut Schein also auf drei verschiedenen Ebenen:170 1. die sichtbare Ebene, die sich in der Gestaltung der Gebäude, der Raumausstattung, des Firmenlogos sowie in bestimmten Ritualen zeigt; 2. Werte und Normen, die das Verhalten der Mitarbeiter beeinflussen und handlungsleitend sind171 und [...]
- 49 • • • ein einheitliches Erscheinungsbild nach außen; überzeugen durch die Unternehmenspolitik die Innenwirkung: Schaffung eines Wir-Bewusstseins und die Verbesserung des Profils: Die Stärken des Unternehmens sollen besser sichtbar werden. Heute wird das Konzept der Corporate Identity durch Begriffe wie Involvement und Commitment weitergeführt. Unter Involvement wird die Einbindung des Mitarbeiters in einem Team oder in einer Aufgabe (z.B. aufgrund intrinsischer Motivation) verstanden.168 In eine ähnliche Richtung zielt auch Commitment: Es geht um die besondere Verpflichtung des Mitarbeiters zur Aufgabe und auch gegenüber des Teams. Hier zeichnen sich verschiedene Dimensionen ab, die die Akzeptanz der Ziele und Werte des Unternehmens betreffen, sowie die Bereitschaft, entsprechende Anstrengungen und Abstriche, z.B. im Privatleben, auf sich zu nehmen und das Bedürfnis, weiterhin Mitglied dieser Gruppe oder des Unternehmens zu sein. 3.4 Die drei Ebenen der Unternehmenskultur nach Schein [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832472931
Arbeit zitieren:
Nareski, Violeta April 2003: Zum Einfluss der Unternehmenskultur auf die Motivation der Mitarbeiter in der New Economy, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Wertewandel, Arbeitszufriedenheit, Mitarbeiter-Motivation, Start-Ups, Führungsaufgaben




