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Auswirkungen von Basel II auf offene Immobilienfonds

Auswirkungen von Basel II auf offene Immobilienfonds
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tomasz P. Bednarczyk
  • Abgabedatum: Februar 2003
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 907,0 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6916-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6916-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6916-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bednarczyk, Tomasz P. Februar 2003: Auswirkungen von Basel II auf offene Immobilienfonds, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kreditgeber, Investitionen, Sicherheiten, Rating, Zinsmarge

Diplomarbeit von Tomasz P. Bednarczyk

Einleitung:

Im Zuge der weltweiten finanzwirtschaftlichen Krisen ist die Anfälligkeit des herrschenden Bankensystems deutlich geworden. Daher hat die Notwendigkeit der Novellierung der aktuellen Eigenkapitalvereinbarungen an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 1999 hat der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht das sog. Erste Konsultationspapier für die ab Ende 2006 geltenden neuen Reglungen veröffentlicht. Die im Oktober 2002 veröffentlichte Quantitative Auswirkungsstudie (QIS 3) basiert auf dem Zweiten Konsultationspapier von 2001, gilt wegweisend für die Neuen Eigenkapitalvereinbarungen und stellt die Grundlage für die Diskussion der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarungen (Basel II) dar. Die neuen Basler Regelungen sollen Kreditrisiken, die eine Bank bei der Vergabe von Fremdkapital eingeht, besser abbilden, um die Stabilität des Bankensektors auch künftig gewährleisten zu können. Es ist vorgesehen, dass die Eigenkapitalunterlegungen der Banken bei der Kreditvergabe künftig an die Bonität der Kreditnehmer gekoppelt wird. Zur Einschätzung der Bonitätsrisiken schlägt der Basler Ausschuss den Banken die Nutzung von internen oder externen Ratings vor.

Die Neuen Basler Vereinbarungen führen zu grundlegenden Änderungen bei der Fremdfinanzierung, die für Unruhe bei den deutschen Unternehmen sorgen. Auch die Immobilienwirtschaft wird sich auf die neuen Regelungen einstellen müssen. Die Marktteilnehmer sehen es als eine intellektuelle Herausforderung an, die die Professionalisierung der Branche vorantreiben wird. Umgestaltungen sind vor allem in der Praxis der Immobilienfinanzierung zu erwarten, die sich zum einen in der Größe der Finanzierungen und zum anderen in deren Kosten bemerkbar machen werden.

Offene Immobilienfonds sind Marktteilnehmer, die in einer Vielzahl der möglichen Investitionsalternativen am Immobilienmarkt vertreten sind. Zwar profitieren die Fonds momentan von hohen Eigenmittelzuflüssen und -beständen, finanzieren sich aber im Rahmen der Rechtsvorschriften, im Zuge zur Verbesserung der Eigenkapitalrendite, mit Fremdkapital. Obwohl sie ein niedriges Risikoprofil aufweisen, werden sich auch die offenen Immobilienfonds auf die neuen Anforderungen von Basel II einstellen müssen, um Chancen zu nutzen sowie Risiken zu vermeiden. Im Kontext von Basel II werden die rechtlichen Rahmenbedingungen des offenen Immobilienfonds und der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) mit deren Aufgaben nicht gesondert erfasst. Infolgedessen wird die vorliegende Arbeit versuchen, die Geschäftstätigkeit eines offenen Immobilienfonds im Konstrukt der KAG mit Basel II zu vereinbaren und relevante Schnittstellen hervorzuheben.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarungen auf offene Immobilienfonds zu untersuchen und in einem nächsten Schritt das für offene Immobilienfonds nötige Verständnis über Basel II darzustellen. Schließlich sollen aus den gewonnenen Erkenntnissen mögliche Handlungsempfehlungen erarbeitet werden.

Dem einleitenden Kapitel folgt das Kapitel über die Grundlagen und die thematische Einordnung der Problemstellung. Zuerst soll das Verständnis für die aktuellen Eigenkapitalvereinbarungen vermittelt werden, damit die Neuerungen von Basel II mit dem heutigen Stand verglichen werden können. Die Bedeutung des Ratings hat in den aktuellen Vorschlägen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht ein entscheidendes Gewicht für die Bestimmung der Eigenkapitalanforderungen der Kreditinstitute bekommen. Aus diesem Grund werden die für die vorliegende Arbeit relevanten Folgen näher beschrieben und erklärt. Dem folgend wird der Untersuchungsgegenstand der Arbeit beschrieben. Offene Immobilienfonds gewinnen in der heutigen Marktentwicklung für Investmentanlagen an Bedeutung, was sich vor allem in der Gunst einer größer werdenden Anlegerzahl widerspiegelt. In Kapitel 3 wird auf die Elemente der Neuen Vereinbarungen von Basel II eingegangen. Im Mittelpunkt stehen die den Banken zur Wahl stehenden Ratingmethoden. Sie werden differenziert voneinander betrachtet, damit deren unterschiedlicher Charakter deutlich wird. Der Abschnitt schließt mit Kapitel 3.4, das den unter Basel II und für die Immobilienwirtschaft bedeutenden Aspekt der Anerkennung von Sicherheiten beleuchtet. Aufbauend auf den Grundlagen und den letzten Entwicklungen von Basel II beschreibt Kapitel 4 die Auswirkungen der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarungen. Zunächst wird die Wirkungsweise der Formeln für die Berechnung der gewichteten Risikoaktiva untersucht. Das Kapitel soll das überaus wichtige Verständnis für die Zusammenhänge und das Zusammenwirken der Risikokomponenten von und unter Basel II vermitteln. Ein weiterer Teil des Kapitels beschreibt das Kreditgeschäft der Banken und wie es sich aller Voraussicht nach entwickeln wird. Abschließend folgt eine Analyse über die Einordnung der Renditen offener Immobilienfonds im Gesamtkontext und welche Konsequenzen sich für das Investitionsverhalten offener Immobilienfonds ergeben werden. Das Kapitel 5 verfolgt das Ziel, die bisher gewonnenen Erkenntnisse zu Handlungsempfehlungen für offene Immobilienfonds zusammenzufassen. Dabei wird zuerst der Unterschied von Handlungsmöglichkeiten gegenüber anderen Teilbranchen der Immobilienwirtschaft beleuchtet, damit die gesonderte Position offener Immobilienfonds erkennbar wird. Hiernach werden zukunftsbestimmende Handlungsalternativen diskutiert. In Kapitel 6 werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS V
GLEICHUNGSVERZEINIS VI
BEISPIELVERZEICHNIS VII
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VIII
SYMBOLVERZEICHNIS IX
1. EINLEITUNG 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG 1
1.2 GANG DER UNTERSUCHUNG 2
2. GRUNDLAGEN UND THEMATISCHE EINORDNUNG 4
2.1 DER BASLER AUSSCHUSS FÜR BANKENAUFSICHT 4
2.2 DIE AKTUELLEN EIGENKAPITALVEREINBARUNGEN 5
2.3 RATING 6
2.3.1 Definitorische Grundlagen 6
2.3.2 Externe Ratings 7
2.3.3 Bankinterne Ratings 8
2.4 DIE GRUNDZÜGE OFFENER IMMOBILIENFONDS 9
2.4.1 Definitorische Grundlagen 9
2.4.2 Kapitalanlagegesellschaft 10
2.4.3 Anleger und Anlegerausschuss 11
2.4.4 Depotbank 11
2.4.5 Sachverständigenausschuss 11
2.5 DIE GELTENDEN REGELUNGEN UND RISIKOBETRACHTUNG 12
2.6 DIE AKTUELLE EIGENKAPITALVERSORGUNG OFFENER IMMOBILIENFONDS 13
3. DIE NEUEN BASLER EIGENKAPITALVEREINBARUNGEN 14
3.1 DIE GRUNDZÜGE DER NEUEN EIGENKAPITALVEREINBARUNGEN 14
3.2 DER MODIFIZIERTE STANDARDANSATZ 15
3.3 DER IRB-ANSATZ 17
3.3.1 Einführung in den internen Ratingansatz 17
3.3.2 Basisansatz des IRB-Ratingansatzes 19
3.3.3 Fortgeschrittener Ansatz des internen Ratingansatz 21
3.3.4 Basler Mindestanforderungen an IRB-Banken 22
3.4 DIE ANERKENNUNG VON SICHERHEITEN 23
3.4.1 Sicherheiten im Modifizierten Standardansatz 24
3.4.2 Sicherheiten im IRB-Ansatz 25
4. AUSWIRKUNGEN DER NEUEN BASELER EIGENKAPITALVEREINBARUNGEN 26
4.1 DIE WIRKUNGSWEISE DER RISIKOKOMPONENTEN IM IRB-ANSATZ 26
4.2 DAS KREDITGESCHÄFT 29
4.2.1 Kreditvergabeverhalten der Banken 29
4.2.2 Neue Konditionen für Bankenkredite 30
4.2.3 Auswirkung auf die Kreditlaufzeiten 32
4.3 DIE BEDEUTUNG WIRTSCHAFTLICHER ZYKLEN FÜR DIE MINDESTEIGENMITTELAUSSTATTUNG 33
4.4 DIE WIRKUNG AUF DIE RENDITEENTWICKLUNG 35
4.5 DIE KONSEQUENZEN AUF DAS INVESTITIONSVERHALTEN 36
5. HANDLUNGSALTERNATIVEN FÜR OFFENE IMMOBILIENFONDS 38
5.1 DIE ZINSMARGE ALS INDIZ FÜR HANDLUNGSALTERNATIVEN 38
5.2 ORGANISATION EINER FONDSGESELLSCHAFT 39
5.2.1 Vorbereitung auf die Neuen Eigenkapitalvereinbarungen 39
5.2.2 Wahl des Kreditgebers 41
5.2.3 Relativierung des kleinen mittelständischen Unternehmen Effektes 43
6. SCHLUSSBETRACHTUNG 44
6.1 ZUSAMMENFASSUNG 44
6.2 AUSBLICK 46
ANHANG 47
INTERVIEWVERZEICHNIS 48
LITERATURVERZEICHNIS 89

Automatisiert erstellter Textauszug:

- 39 wird aus dem Grund ausgeweitet, sodass durch eine verbesserte Eigenkapitalausstattung die Finanzierungskosten auf einem annehmbaren Niveau bleiben.205 Im arithmetischen Mittel kann es daher in keinem Zeitpunkt auf Ebene des Grundstücks-Sondervermögens zu einer Überschreitung einer der eben beschriebenen Grenzen kommen. Die Schlussfolgerung der Überlegung zeigt auch, dass offene Immobilienfonds nicht von den Problemen eines zu geringen Finanzierungsvolumens betroffen sind. Der obere Abschnitt zeigt aus einem zweiten Blickwinkel, dass offene Immobilienfonds nicht den Herausforderungen einer alternativen Finanzierungsform nachgehen müssen. Alternative Finanzierungsformen werden thematisiert, wenn die Fremdkapitalquote für eine Finanzierung nicht ausreicht. Als alternative Finanzierungsformen werden in der Literatur z. B. Private Equity, Leasing, Asset Backed Securities und die MezzanineFinanzierung aufgeführt.206 [...]

Teilnehmer der offenen Immobilienfondsbranche stehen Basel II und seinen möglichen Konsequenzen gelassen gegenüber. Die Gelassenheit ruht auf der Tatsache, dass offene Immobilienfonds von Basel II nur in Form einer möglichen Änderung des Kreditzinses betroffen sein werden. Der Finanzierungszinssatz wird entweder einen höheren oder wahrscheinlicher, einen niedrigeren Wert annehmen.200 An dieser Stelle wird auf Kapitel 4.5 verwiesen, das die Ursache für Finanzierungszinsdifferenzen aufgegriffen hat.201 Die weitergeführte Aussage der dortigen Überlegungen ist, dass durch Basel II die Aktivität des Portfoliomanagements hinsichtlich der Länder-Allokation und sektoralen Allokation zunehmen wird, damit möglichen höheren Finanzierungskosten in den einzelnen Ländern, mittels eines neuen Diversifikationsansatzes entgegengewirkt werden kann. Die Problematik einer Finanzierungslücke, wie sie z.B. der Projektentwickler erfährt, ist nicht gegeben.202 Gründe dafür sind, dass die offenen Immobilienfonds über eine sehr gute Eigenmittelausstattung verfügen und nach dem KAGG auf Ebene des Sondervermögens nicht mehr als einen Anteil von 50 % fremdfinanzieren dürfen. Zudem liegt die Beleihungsgrenze eines Hypothekarkredites bei drei Fünftel des beliehenen Grundstücks.203 Die Grenze wird in einem offenen Immobilienfonds in der Regel nicht erreicht. Soll ein Grundstück des Sondervermögens beispielsweise dennoch mit 90 % Fremdkapital beliehen werden, dann wird ein zweites Grundstück als Sicherheit hinzugezogen, damit die Eigenkapitaldecke wieder zunimmt und der in Paragraph §11 HypBankG beschriebene Grenzwert nicht überschritten wird.204 Die Masse der Sicherheiten [...]

- 37 Akkord nur dann auf das Investitionsverhalten Wirkung zeigen kann, wenn die Immobilieninvestition fremdfinanziert wird.195 Die Neuen Eigenkapitalvereinbarungen sind auf die vorherrschenden Risiken bedacht. Daher werden auch Banken aufgefordert, Datenpools zu sammeln, damit sie die genaueren IRB-Ansätze anwenden können.196 An früherer Stelle wurde erwähnt, dass Kredite für Immobilienfinanzierungen auf nicht etablierten Märkten mit höheren Unterlegungssätzen behandelt werden.197 Demgemäss werden Auslandsinvestitionen, die in einem von Banken festzulegenden Länderportfolio getätigt werden, wahrscheinlich mit höheren Finanzierungskosten belastet, da sich eine höhere Eigenkapitalunterlegung im IRBAnsatz ergibt. Auch eine unterschiedliche Behandlung von Wohn- und Gewerbeimmobilien, die als Sicherheiten dienen, kann dazu führen, dass ausgewählte Wohnimmobilien in Ihrer Renditestärke nicht mehr in demselben Maß den gewerblichen Immobilien nachstehen werden, so wie es heute der Fall ist.198 Die Frage wie sich die Renditestärke von Immobilienprojektentwicklungen im Vergleich zu den obigen Investitionsalternativen verhält ist schwer abzuschätzen. Da der Erfolg einer erfolgreichen Projektentwicklung von dem Vermietungsgrad nach einer zuvor vom Projektentwickler gewährten Mietgarantie abhängt, werden möglicherweise potenziell erfolgreiche Projekte von den Konsequenzen von Basel II profitieren, sofern die Investition in Projektentwicklungen der strategischen Ausrichtung eines Fonds entspricht.199 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass unter Basel II die Vorbereitungen auf eine Immobilieninvestition zunehmen werden. Der Fondsmanager wird Investitionsobjekte in einem größeren Kontext sehen müssen, da durch Basel II viel Potenzial genutzt werden kann, um eine bessere Wettbewerbsposition zu erlangen. Das Investitionsverhalten der Immobilienfonds wird sich in dem Sinne ändern, dass Überrenditen durch eine bewusste Auswahl der Investitionsobjekte wahrscheinlicher zu realisieren sind, als es das heutige Basel I zulässt. [...]

Arbeit zitieren:
Bednarczyk, Tomasz P. Februar 2003: Auswirkungen von Basel II auf offene Immobilienfonds, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kreditgeber, Investitionen, Sicherheiten, Rating, Zinsmarge

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