Die Probleme der monetären Integration mittel- und osteuropäischer Länder am Beispiel der Tschechischen Republik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Melanie Armbruster
- Abgabedatum: November 2002
- Umfang: 157 Seiten
- Dateigröße: 946,0 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Fridericiana Karlsruhe (TH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6357-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6357-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6357-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Armbruster, Melanie November 2002: Die Probleme der monetären Integration mittel- und osteuropäischer Länder am Beispiel der Tschechischen Republik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: EU-Osterweiterung, Währungsräume, Maastrichter Konvergenzkriterien, Euro, Balassa-Samuelson-Effekt
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Diplomarbeit von Melanie Armbruster
Problemstellung:
Ab 2004 wird die Europäische Union ehemals planwirtschaftlich geführte Länder Mittel- und Osteuropas als neue Mitgliedstaaten aufnehmen. Einige Jahre später werden diese Länder, soweit sie die Maastrichter Konvergenzkriterien als Voraussetzung für einen Beitritt zur Europäischen Währungsunion erfüllen, ihre nationalen Währungen durch den Euro ersetzen. Es ist jedoch keineswegs sicher, dass diese Voraussetzungen genügen, um ein Gelingen der erweiterten Währungsunion zu gewährleisten.
Die Maastrichter Konvergenzkriterien stellen nämlich ausschließlich auf nominelle Konvergenz ab und lassen die reale Konvergenz unberücksichtigt. Das bedeutet, dass es keineswegs sichergestellt ist, dass die neuen Mitgliedstaaten durch einer Teilnahme am Eurosystem dahingehend profitieren, dass sie realwirtschaftlich aufholen und sich beispielsweise ihr Pro-Kopf-BIP dem der Europäischen Union, wie sie heute besteht, annähert. Je ungleicher jedoch die realwirtschaftlichen Bedingungen in den Ländern einer Währungsunion sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass die gemeinsame Geldpolitik nicht zu den Gegebenheiten einzelner Teilnehmerländer passt und es deshalb zu Schwierigkeiten in diesen Ländern kommt, die sich im schlimmsten Fall auswirken könnten auf die gesamte Währungsunion.
Die Frage ist also, ob die Voraussetzungen für die Teilnahme am Eurosystem für die mittel- und osteuropäischen Länder ausreichen, um die großen Hoffnungen, die an eine Euro-Einführung geknüpft werden, auch zu erfüllen, oder ob die Kriterien nicht vielmehr eine Einengung des Handlungsspielraumes für diese Länder bedeuten, die dazu führen wird, dass sich die Probleme der Beitrittsländer noch verschärfen. Insbesondere stellen das Inflationskriterium und das Wechselkurskriterium die mittel- und osteuropäischen Beitrittskandidaten vor enorme Herausforderungen: Auch wenn es den meisten mittel- und osteuropäischen Ländern gelungen ist, ihre zu Beginn der Transformation hohen Inflationsraten in starkem Maße zu senken, kann das Inflationskriterium für die Beitrittsländer eine große Hürde bedeuten.
Das Wechselkurskriterium verlangt von den Beitrittsländern eine mindestens zweijährige Teilnahme am Europäischen Wechselkursmechanismus, dem WKM II. Diese Bindung der nationalen Währungen an den Euro wird den Handlungsspielraum der Geldpolitik einengen. Falls es dazu kommt, dass die neuen Teilnehmer am Eurosystem mit einem wirtschaftlich nicht gerechtfertigtem Wechselkurs in die Währungsunion einsteigen, sind Probleme vorprogrammiert.
Denn dass es verhängnisvoll sein kann, mit einem falschen Wechselkurs, der nicht dem Produktionsgefälle Rechnung trägt, in eine Währungsunion einzusteigen, zeigt das Beispiel der deutsch-deutschen Währungsunion 1990, die als historischer Präzedenzfall einer Währungsunion mit derart großen Unterschieden im Wohlstand bzw. der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit angesehen werden kann. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf betrug in den neuen Bundesländern 1991 nur dreißig Prozent des Niveaus der westdeutschen Bundesländer. Zu Beginn der Neunzigerjahre lag der Umtauschkurs von Ost-Mark zu D-Mark bei geschäftlichen Transaktionen bei 4,5 zu 1. Auf dem freien Devisenmarkt (der nach den Gesetzen der DDR illegal war) lag der Kurs bei sieben zu eins. Die Währungsunion wurde zum Teil auf der Basis von einem Umtauschkurs von eins zu eins (für kleinere Sparguthaben), im Durchschnitt zu einem Umtauschkurs von 1,8 zu eins durchgeführt. Dieser Umtauschkurs bedeutete eine substantielle Aufwertung der Ost-Mark und damit eine starke Erhöhung der Kosten der ostdeutschen Unternehmen. Verbunden mit erheblich gestiegenen Löhnen verloren die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Industrieproduktion in Ostdeutschland sank in den ersten zwölf Monaten nach Einführung der D-Mark um fünfzig Prozent, das Bruttosozialprodukt in Ostdeutschland sank um dreißig Prozent. Die Sanierung der ostdeutschen Wirtschaft kann bis heute nur durch große und permanente Haushaltsdefizite finanziert werden. Die Währungsunion führte zu einer Vergrößerung der gesamtdeutschen Geldmenge um fünfzehn Prozent, wobei Ostdeutschland 1991 nur einen Anteil von 6,8 % am gesamten Bruttosozialprodukt des vereinigten Deutschlands hatte. Dies erhöhte die Inflationsgefahr.
Zudem hat der Fall der deutsch-deutschen Währungsunion gezeigt, welche großen Probleme eine von der Leistungsfähigkeit losgelöste Lohnpolitik verursachen kann. Entfällt mit dem Eintritt in eine Währungsunion das Instrument des nominalen Wechselkurses, um den realen Wechselkurs mit den ökonomischen Gegebenheiten in Einklang zu bringen, so müssen nämlich zwangsweise Löhne und Preise die Anpassungslast tragen. Jede Preis- oder Lohnsteigerung, die nicht durch Produktivitätssteigerungen gerechtfertigt ist, schmälert die Wettbewerbsfähigkeit. Und Verluste der Wettbewerbsfähigkeit können um so weniger ausgeglichen werden, je rigider die Schranken nach unten bei den Löhnen und Preisen sind.
Im Fall der neuen deutschen Bundesländer waren die Auswirkungen enorm. Vor dem Fall der Mauer hatte es in der DDR fast zehn Millionen Arbeitskräfte gegeben. 1992 waren es noch sechs Millionen, von denen 1,4 Millionen arbeitslos waren und eine Million kurz arbeiteten oder in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen beschäftigt wurden. Das Problem der sehr hohen Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland ist bis heute nicht gelöst.
Dieses Beispiel zeigt die Problematik einer politisch durchgesetzten, aber wirtschaftlich „verfrühten“ Währungsunion. Eine übereilte Aufnahme der mittel- und osteuropäischen Länder würde zu Schwierigkeiten in diesen Ländern führen, die noch schwerer zu lösen wären als die im Fall von Ostdeutschland, da innerhalb der Europäischen Union Finanztransfers im Umfang, wie sie innerhalb eines Nationalstaates wie Deutschland möglich sind, nicht vorgesehen sind. Hinzu kommt, dass die Probleme den mittel- und osteuropäischen Ländern ausstrahlen könnten auf den gesamten Euro-Währungsraum und damit das Projekt Europäische Währungsunion als Ganzes in Frage stellen könnten.
Auch die Hürden, die bezüglich der Fiskalpolitik für die Teilnahme am Eurosystem aufgestellt wurden und die aufgrund des Stabilitäts- und Wachstumspaktes nicht nur für die Qualifikationsphase, sondern – sogar in verschärfter Form - auch darüber hinaus gelten, stellen die beitrittswilligen Länder Mittel- und Osteuropas vor große Herausforderungen. Die Staaten haben einen enormen realwirtschaftlichen Aufholbedarf, der ohne staatliche Finanzierungshilfen im großen Umfang nicht gedeckt werden kann. Das bedeutet, dass die nur eingeschränkten Möglichkeiten staatlicher Kreditaufnahme, die die Aufnahmekriterien verlangen, eventuell dazu führen, dass der realwirtschaftliche Aufholprozess gebremst wird. Dies wiederum könnte zu politischen Instabilitäten führen, wenn unzufriedene Bürger, deren Hoffnung auf schnelle Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage nach einem EU-Beitritt enttäuscht wurden, antieuropäisch eingestellte Parteien wählen.
Ebenfalls nicht ausgeschlossen werden können Währungs- und/oder Bankenkrisen in den mittel- und osteuropäischen Ländern. In den Neunzigerjahren kam es in Mittel- und Osteuropa zu mehreren solcher Krisen, und eine Anfälligkeit ist noch immer gegeben, unter anderem durch hohe Leistungsbilanzdefizite und einen noch unterentwickelten Banken- und Finanzsektor.
Insgesamt bestehen also einige Risiken in der monetären Integration der mittel- und osteuropäischen Länder in die Europäische Währungsunion. Die möglichen Problemfelder nicht nur aufzuzeigen, sondern auch Lösungen zu entwerfen, wird die Aufgabe der nächsten Monate und Jahre sein, damit die Integration der Länder Mittel- und Osteuropas in die Europäische Union und darauf folgende monetäre Integration in das Eurosystem ein Erfolg wird.
Die Themenstellung für diese Arbeit ist sehr breit. Im Rahmen dieser Diplomarbeit kann dabei nicht auf alles eingegangen werden, was man unter den Titel „Die Probleme der monetären Integration mittel- und osteuropäischer Länder am Beispiel der Tschechischen Republik“ fassen könnte.
Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der theoretischen Darstellung der potenziellen Probleme, die bei der monetären Integration von Währungsräumen im Allgemeinen und speziell bei der monetären Integration von wirtschaftlich sehr viel weniger entwickelten Ländern, wie es die mittel- und osteuropäischen Länder im Vergleich zum heutigen Euro-Währungsraum sind, auftreten können. Für die Integration der mittel- und osteuropäischen Länder in die Europäische Währungsunion spielen hierbei die für den Beitritt zum Eurosystem aufgestellten Hürden in Form der Maastrichter Konvergenzkriterien eine signifikante Rolle. Auf diese Konvergenzkriterien und ihre Problemfelder wird entsprechend ausführlich eingegangen werden.
Der zweite Schwerpunkt ist die Herausarbeitung der Relevanz dieser Probleme für die Tschechische Republik. Dabei wird die Währungs- und Finanzkrise, die sich 1997 in der Tschechischen Republik ereignete, nur kurz angesprochen. Eine ausführliche Interpretation dieses Ereignisses würde den Rahmen der Arbeit sprengen.
Auch auf die problematischen Auswirkungen, die die monetäre Integration der mittel- und osteuropäischen Länder auf die Entscheidungsfindung im EZB-Rat und den Wechselkurs des Euro haben könnte, wird nur im Rahmen des Schlusswortes eingegangen.
Gang der Untersuchung:
Im nächsten Kapitel wird zunächst die politische Historie der EU-Osterweiterung kurz dargestellt und auf den Beitrittsprozess eingegangen. Der Fokus des Kapitels liegt jedoch auf der Darstellung der Kriterien, die die neuen Beitrittsländer aus Mittel- und Osteuropa erfüllen müssen, um zuerst in die Europäische Union und später in die Europäische Währungsunion eintreten zu können.
Im dritten Kapitel werden dann die Probleme, die die monetäre Integration der mittel- und osteuropäischen Länder in die Europäische Währungsunion mit sich bringen kann, in theoretischer Form erläutert.
Das vierte Kapitel behandelt die Relevanz dieser Probleme am konkreten Beispiel der Tschechischen Republik, die als eines der am weitest fortgeschrittenen Kandidatenländer gilt. Es wird die bisherige ökonomische Entwicklung dieses Landes dargestellt und mit Hilfe von Grafiken erklärt. Anschließend wird die Entwicklung der Geldpolitik der Tschechischen Zentralbank in den Neunzigerjahren bis heute dargestellt und beurteilt.
Im Kapitel fünf werden verschiedene Lösungsansätze für einige Problemfelder der monetären Integration der Transformationsländer in die Europäische Währungsunion erläutert und abgewogen.
Das sechste Kapitel enthält ein Schlusswort, in dem unter anderem auf mögliche Schwierigkeiten im Rat der Europäischen Zentralbank als Entscheidungsgremium für die einheitliche Geldpolitik im Euroraum und damit möglicherweise verbundenen negativen Auswirkungen auf den Wechselkurs des Euro eingegangen wird. Im Kapitel sieben steht eine Zusammenfassung der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | ||
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | I | |
| ABELLENVERZEICHNIS | V | |
| 1. | Einleitung | |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Abgrenzung des Themas | 4 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 5 |
| 2. | Die Osterweiterung der Europäischen Union und der Europäischen Währungsunion | 6 |
| 2.1 | Politische Historie der EU-Osterweiterung | 6 |
| 2.2 | Die Erweiterung der Europäischen Union | 8 |
| 2.2.1 | Der Beitrittsprozess | 8 |
| 2.2.2 | Die Kopenhagener Kriterien | 10 |
| 2.3 | Die Erweiterung der Europäischen Währungsunion | 11 |
| 2.3.1 | Kein „Opt-out“ für neue Mitgliedstaaten der Europäischen Union | 11 |
| 2.3.2 | Vier Stufen bis zur Einführung des Euro | 12 |
| 2.3.3 | Acquis Communautaire und Europäische Währungsunion | 14 |
| 2.3.4 | Die Maastrichter Konvergenzkriterien | 17 |
| 2.4 | Reale versus nominale Konvergenz | 18 |
| 2.5 | Zusammenfassung | 22 |
| 3. | Problemfelder der monetären Integration mittel- und osteuropäischer Länder in die Europäische Währungsunion | 24 |
| 3.1 | Überblick | 24 |
| 3.2 | Die Theorie der optimalen Währungsräume und die Europäische Währungsunion | 25 |
| 3.2.1 | Überblick über die Theorie der optimalen Währungsräume | 25 |
| 3.2.2 | Die Europäische Währungsunion – ein optimaler Währungsraum ? | 27 |
| 3.3 | Problemfeld Preisstabilität | 30 |
| 3.3.1 | Überblick | 30 |
| 3.3.2 | Der Balassa-Samuelson-Effekt | 31 |
| 3.3.3 | Inflationsgefahren in Mittel- und Osteuropa und Geldpolitik der Europäischen Zentralbank | 33 |
| 3.4 | Problemfeld Wechselkurse | 35 |
| 3.4.1 | Überblick | 35 |
| 3.4.2 | Zielsetzung des WKM II | 36 |
| 3.4.3 | Vor- und Nachteile des WKM II für die Länder Mittel- und Osteuropas | 36 |
| 3.4.4 | Wechselkurse und Preisstabilität | 40 |
| 3.5 | Problemfeld Fiskalpolitik | 41 |
| 3.5.1 | Überblick | 41 |
| 3.5.2 | Die staatliche Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen | 42 |
| 3.5.3 | Notwendige Strukturreformen im Gesundheits- und Rentensystem | 45 |
| 3.5.4 | Der Schuldenstand in den mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern | 46 |
| 3.5.5 | Das Problem politischer Instabilitäten | 47 |
| 3.6 | Problemfeld Banken- und Finanzsektor | 48 |
| 3.6.1 | Die Zentralbank | 48 |
| 3.6.2 | Der private Bankensektor | 49 |
| 3.7 | Problemfeld Leistungsbilanz | 52 |
| 3.8 | Zusammenfassung | 55 |
| 4. | Relevanz der Problemfelder der monetären Integration für die Tschechische Republik | 57 |
| 4.1 | Überblick | 57 |
| 4.2 | Die politische Entwicklung der Tschechischen Republik | 59 |
| 4.3 | Die ökonomische Entwicklung der Tschechischen Republik | 60 |
| 4.3.1 | Die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts | 60 |
| 4.3.2 | Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit | 62 |
| 4.3.3 | Die Entwicklung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit | 64 |
| 4.3.4 | Die Entwicklung des Banken- und Finanzsektors in der Tschechischen Republik | 72 |
| 4.3.5 | Die Entwicklung der öffentlichen Finanzen in der Tschechischen Republik | 79 |
| 4.4 | Die Geldpolitik der Tschechischen Nationalbank | 83 |
| 4.4.1 | Das Wechselkursziel bis 1996 | 83 |
| 4.4.2 | Die Währungskrise 1997 | 84 |
| 4.4.3 | Die geldpolitische Strategie der direkten Inflationssteuerung in der Tschechischen Republik | 86 |
| 4.4.4 | Bewertung des Erfolgs der Geldpolitik der CNB | 89 |
| 4.4.5 | Der Balassa-Samuelson-Effekt in der Tschechischen Republik | 94 |
| 4.5 | Tschechien und die Eurozone – ein optimaler Währungsraum ? | 97 |
| 4.6 | Zusammenfassung | 100 |
| 5. | Lösungsansätze für die Problemfelder der monetären Integration mittel- und osteuropäischer Länder | 102 |
| 5.1 | Überblick | 102 |
| 5.2 | Lösungsansätze für das Problemfeld Preisstabilität | 102 |
| 5.3 | Welches Wechselkurssystem ist geeignet für die mittel- und osteuropäischen Beitrittsländer ? | 104 |
| 5.3.1 | Die Wechselkurssysteme der mittel- und osteuropäischen Beitrittsländer | 104 |
| 5.3.2 | Vor- und Nachteile von Systemen mit festen Wechselkursen für die EU-Beitrittsländer Mittel- und Osteuropas | 105 |
| 5.3.3 | Vor- und Nachteile von Systemen mit flexiblen Wechselkursen für die EU-Beitrittsländer Mittel- und Osteuropas | 110 |
| 5.3.4 | Gibt es einen „dritten Weg“ für die EU-Beitrittsländer Mittel- und Osteuropas ? | 113 |
| 5.3.5 | Ist die Euroisierung eine geeignete Methode für die EU-Beitrittsländer Mittel- und Osteuropas auf dem Weg zur Euro-Einführung ? | 114 |
| 5.3.6 | Empfehlung der Europäischen Zentralbank | 116 |
| 5.3.7 | Zusammenfassung und Fazit | 117 |
| 5.4 | Lösungsansätze für mögliche Problemfelder des Stabilitäts- und Wachstumspakts | 118 |
| 5.5 | Zusammenfassung | 120 |
| 6. | Schlusswort | 122 |
| 7. | Zusammenfassung | 127 |
| GLOSSAR : | ||
| 1. | Der Acquis Communautaire | 130 |
| 2. | Automatische Stabilisatoren | 131 |
| 3. | Der Stabilitäts- und Wachstumspakt | 132 |
| 4. | Historie und technische Ausgestaltung des WKM II | 134 |
| 5. | Überblick über verschiedene Wechselkurssysteme | 135 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 137 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 139 |
sicherstellen sollte. Die Regierung verlor die Abstimmung, worauf Spidla drohte, die Freiheitsunion aus der Regierung zu entlassen. Dadurch ginge die knappe Mehrheit im Parlament verloren (BHF-Bank, 2002b, S. 2). Einer Minderheitsregierung, die auf die Unterstützung der Ex-Kommunisten angewiesen wäre, würde es nach Ansicht der BHF-Bank wesentlich schwerer fallen, die EU-Vereinbarungen zu ratifizieren. Problematisch ist auch, dass die Unterstützung der Bürger für einen EU-Beitritt bei Umfragen in der tschechischen Bevölkerung schon seit langem nicht mehr 50 % erreicht. Eine Umfrage im März 2001 ergab eine Zustimmung von nur 45 % (Mildenberger, 2002, S. 6). Es gibt in der Tschechischen Republik vor allem Befürchtungen vor einer verstärkten Zuwanderung aus dem Osten, einer Zunahme der organisierten Kriminalität und dem Niedergang der heimischen Industrie durch einen Beitritt zur Europäischen Union (Mildenberger, 2002, S. 4). [...]
In der Tschechoslowakei kam es, ausgelöst durch die politischen Veränderungen, im November 1989 zur sogenannten „samtenen Revolution“, in deren Gefolge die kommunistische Regierung abgesetzt wurde. Die erste frei gewählte Regierung unter Ministerpräsident Vaclav Klaus setzte eine konsequente Reformpolitik durch, die bei der Bevölkerung auf große Akzeptanz stieß (Ufer, 1997, Kap.1,2). Das Tempo der Reform war außerordentlich hoch. Am 1.1.1993 erfolgte die Trennung des Landes in zwei unabhängige Staaten, die Tschechische Republik und die Slowakische Republik. Die Tschechische Republik bewarb sich am 17. Januar 1996 um die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Verhandlungen über einen Beitritt finden seit März 1998 statt. Diese werden im Jahr 2002 abgeschlossen werden. Die Tschechische Republik wird zur ersten Gruppe mittel- und osteuropäischer Mitgliedstaaten der Europäischen Union gehören. Seit den Wahlen in der Tschechischen Republik am 15. Juni 2002 besteht die tschechische Regierung aus einer Koalition aus Sozialdemokraten, Christdemokraten und Freiheitsunion unter Regierungschef Vladimir Spidla, der als starker Befürworter eines Beitritts zur Europäischen Union angesehen wird. Dass die Regierung nicht sehr stabil ist, hat eine Parlamentsabstimmung Anfang September 2002 gezeigt, die die Finanzierung der Folgen der Flutkatastrophe 59 [...]
Es stellt sich also die Frage, warum die Osterweiterung der Europäischen Währungsunion trotzdem vielfach sehr kritisch betrachtet wird. Die im Kapitel 3 theoretisch erläuterten Probleme der monetären Integration sollen in den folgenden Abschnitten deshalb auf ihre Relevanz in der Tschechischen Republik als eines der Länder aus der Gruppe der am weitesten fortgeschrittenen Beitrittsländer untersucht werden. Hierfür wird nach einem Überblick über die politische Entwicklung dieses Landes in den letzten Jahren die ökonomische Entwicklung und danach die Geldpolitik der Tschechischen Zentralbank, der CNB, dargestellt. Anschließend wird untersucht, in wie weit die in Kapitel 3.2 erläuterten theoretischen Voraussetzungen eines optimalen Währungsraumes in einer fiktiv um die Tschechische Republik erweiterten Eurozone erfüllt wären. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832463571
Arbeit zitieren:
Armbruster, Melanie November 2002: Die Probleme der monetären Integration mittel- und osteuropäischer Länder am Beispiel der Tschechischen Republik, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
EU-Osterweiterung, Währungsräume, Maastrichter Konvergenzkriterien, Euro, Balassa-Samuelson-Effekt



