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Financial Supply Chain Management

Financial Supply Chain Management
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Peter Baumgärtner
  • Abgabedatum: Juli 2002
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 529,8 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6264-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6264-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6264-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Baumgärtner, Peter Juli 2002: Financial Supply Chain Management, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Prozess, Integration, Industrie, Kette, Ströme

Diplomarbeit von Peter Baumgärtner

Einleitung:

In meiner Diplomarbeit beschäftige ich mich mit der Darstellung der Financial Supply Chain, deren Prozesse und der Analyse der Finanzströme in einem Unternehmen.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Konzept der Financial Supply Chain zu beschreiben, etwaige Problemfelder zu erkennen und Lösungswege aufzuzeigen, sowie das Potential und die Realisierbarkeit der Umsetzung anhand einer Fallstudie zu analysieren. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen soll eine Aussage über den Wandel in Unternehmen, speziell im Finanzbereich, getroffen werden.

Dieses Thema ist vor allem deswegen von Interesse, weil die prozessorientierte Betrachtung der Finanzströme bisher in Unternehmen vernachlässigt wurde. Während sich die heutigen Supply Chain Management-Lösungen in erster Linie mit der Optimierung der Waren- und Informationsströme vom Lieferanten bis zum Endkunden befassen, werden im Financial Supply Chain Management die Finanzströme betrachtet. Die weitgehend papierbasierte Abwicklung der Finanzprozesse birgt erhebliche Ineffizienzen, die zu langen Prozesszeiten und -kosten führen.

Problemstellung:

Die prozessorientierte Betrachtung der Unternehmensabläufe hat sich als Managementansatz weitgehend durchgesetzt. Deshalb haben bereits viele Unternehmen Supply Chain-Strategien von ihren Unternehmensstrategien abgeleitet und eingeführt.1 Aus der erfolgreichen Umsetzung des Supply Chain Managements resultieren die Ablaufoptimierung und die Generierung enormer Einsparpotentiale. Dies ermöglicht es den Unternehmen, z.B. ihren Kunden ein verbessertes Angebot bieten zu können und somit Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu erreichen. Die heutigen Supply Chain Management-Lösungen befassen sich dabei in erster Linie mit der Optimierung der Waren- und Informationsströme vom Lieferanten bis zum Endkunden. Supply Chain Management umfasst jedoch nicht nur die Waren- und Informationsströme, sondern auch die Finanzströme .2 Gegenwärtige Softwarelösungen ermöglichen zwar eine unternehmensübergreifende, vertikale Integration der Arbeitsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette, bilden aber die Finanzprozesse nur unzureichend ab. Die weitgehend papierbasierte Abwicklung der Finanzprozesse birgt erhebliche Ineffizienzen, die zu langen Prozesszeiten führen.

Das Financial Supply Chain Management3 soll nun die Lücke schließen, die das Supply Chain Management bisher offen lässt. Ziel ist es, weitere Prozessverbesserungen und Einsparpotentiale durch eine lückenlose Integration der Finanzprozesse im Business-toBusiness zu erreichen. Dies soll vor allem durch die Digitalisierung der Geschäftsbeziehungen4 erreicht werden, die eine unternehmensübergreifende Automatisierung der Finanzprozesse zwischen Lieferanten, Herstellern und Kunden ermöglichen soll.

Aber nicht nur Geschäftspartner sollen über geeignete Schnittstellen an die Unternehmenssysteme angebunden werden. Genauso wichtig und rentabel kann die Integration von externen Dienstleistungsunternehmen für ein Unternehmen sein. Viele Finanzdienstleister wie z.B. Wirtschaftsauskunftsdienste bieten inzwischen entsprechende Lösungen an.

Wie die zwischenbetriebliche Integration innerhalb einer Supply Chain bietet auch die Integration der Prozesse innerhalb des Unternehmens die Möglichkeit zu Verbesserungen. Durch die Strategie des Financial Supply Chain Managements kann dem zunehmenden Kosten- und Zeitdruck bei der Erstellung von Gütern und Dienstleistungen begegnet werden. Sämtliche Prozesse vor Geschäftsabschluss5, nach Geschäftsabschluss6 und die Analyse der aus der Prozessabwicklung generierten Daten werden im Rahmen des Financial Supply Chain Managements integriert.

Ziel der Arbeit ist eine umfassende Betrachtung des Financial Supply Chain Managements und seiner Prozesse. Die Arbeit soll die Frage nach dem vorhandenen Potential und der Realisierbarkeit des Financial Supply Chain Managements beantworten. Im Rahmen einer Fallstudie sollen die Möglichkeiten zum praktischen Einsatz und die wirtschaftlichen Potentiale erörtert werden. Aus den gewonnenen Erkenntnissen soll eine Einschätzung für die Zukunft des Financial Supply Chain Managements abgeleitet werden.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit beginnt mit einer Darstellung der Finanzströme in der Supply Chain in Kapitel 2. Dabei werden die Teilnehmer der Supply Chain dargestellt (Abschnitt 2.2). Anschließend werden im Abschnitt 2.3 eine Abgrenzung des Financial Supply Chain Management vorgenommen, bevor in Abschnitt 2.4 die Bedeutung der Financial Supply Chain erläutert und analysiert wird. In Kapitel 3 wird die Entwicklung der Financial Supply Chain beschrieben. Zunächst wird in Abschnitt 3.1 die Entwicklung der Informationstechnik erläutert. Abschnitt 3.3 widmet sich den Problemfeldern und geht der Frage nach, warum man sich erst jetzt mit einer Optimierung der Finanzströme befasst. In Abschnitt 3.4 erfolgt dann eine Empfehlung zur Lösung der in Kapitel 3.3 dargestellten Problemfelder. In Kapitel 4 werden die Prozesse einer optimierten Financial Supply Chain beschrieben. In Kapitel 5 wird eine Fallstudie bei internationalen Unternehmen dargestellt und anschließend mit den optimierten Prozessen aus Kapitel 4 verglichen und analysiert. Darauffolgend wird in Kapitel 6 ein Ausblick für die beteiligten Unternehmen, Personen und Institutionen an der Financial Supply Chain gegeben. Kapitel 7 schließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung ab.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis VIII
Symbolverzeichnis X
1. Problemstellung 1
2. Finanzprozesse in der Supply Chain 3
2.1 Supply Chain Management 3
2.2 Supply Chain und ihre Teilnehmer 4
2.2.1 Ströme der Supply Chain 4
2.2.2 Teilnehmer der Supply Chain 5
2.3 Abgrenzung des Financial Supply Chain Managements 6
2.4 Bedeutung des Financial Supply Chain Managements 7
2.4.1 Verbesserung des Cash Managements 7
2.4.2 Reduzierung der Kapitalkosten 8
2.4.3 Senkung der Transaktionskosten 10
2.4.4 Steigerung des Unternehmenswertes 10
2.4.5 Präzisierung von Voraussagen 11
2.4.6 Qualitativer und strategischer Nutzen 12
3. Entwicklung der Financial Supply Chain 13
3.1 Entwicklung der Informationstechnik 14
3.2 Situation heute 15
3.3 Beschreibung der Problemfelder 18
3.3.1 Unternehmensinterne Integration 18
3.3.1.1 Politische Probleme 18
3.3.1.2 Organisatorische Probleme 18
3.3.1.3 Finanzielle Probleme 19
3.3.1.4 Technische Probleme 20
3.3.1.5 Sicherheitsprobleme 20
3.3.2 Unternehmensexterne Integration 21
3.3.2.1 Politische Probleme 21
3.3.2.2 Organisatorische Probleme 21
3.3.2.3 Strukturelle Probleme 22
3.3.2.4 Technische Probleme 22
3.3.2.5 Sicherheitsprobleme 23
3.3.2.6 Rechtliche Probleme 23
3.4 Bewältigung der Problemfelder 24
3.4.1 Veränderung der Unternehmenskultur 24
3.4.2 Technologische Entwicklung 25
3.4.2.1 Vernetzung von Unternehmen 25
3.4.2.2 Standardisierung von Schnittstellen 27
3.4.2.3 Entwicklung von Sicherheitsstandards 27
3.4.3 Entwicklung neuer Softwareprodukte 29
3.4.4 Rechtliche Rahmenbedingungen 30
4. Prozesse der Financial Supply Chain 32
4.1 Überblick über die Prozesse 32
4.2 Financial Trade Enablement 33
4.2.1 Qualifikation 33
4.2.2 Finanzierung 35
4.2.3 Preisfindung 37
4.2.4 Risikoabsicherung 41
4.3 Financial Trade Settlement 43
4.3.1 Rechnungsstellung 43
4.3.2 Rechnungsprüfung 45
4.3.3 Reklamation 47
4.3.4 Zahlung 49
4.4 Analyse 50
5. Fallstudie in der Industrie: Beispiel AG 52
5.1 Prozessanalyse 52
5.1.1 Vorgehensweise 52
5.1.2 Beschaffungsprozesse bei der Beispiel AG 53
5.1.2.1 Financial Trade Enablement 53
5.1.2.2 Financial Trade Settlement 53
5.1.3 Vertriebsprozesse bei der Beispiel AG 58
5.1.3.1 Financial Trade Enablement 58
5.1.3.2 Financial Trade Settlement 62
5.1.5 Optimierungspotential im Überblick 66
5.2 Selbstfinanziertes Wachstum durch Prozessoptimierung 66
6. Ausblick 68
6.1 Zukunft des Financial Supply Chain Managements 68
6.2 Zukunft der Unternehmen 70
6.3 Zukunft der Finanzinstitute 73
7. Zusammenfassung 74
Anhang 76
Literaturverzeichnis 83

Automatisiert erstellter Textauszug:

Zunächst werden die Daten des Interessenten an eine Auswahl von Finanzinstituten bzw. -dienstleistern übermittelt. Zur Auswahl von geeigneten Finanzdienstleistern wird hierbei ein in einer Datenbank hinterlegter Kriterienkatalog herangezogen. Die Kriterien, die zur Auswahl führen, sind dabei sehr vielfältig: Viele Finanzinstitute sind regional begrenzt, andere spezialisieren sich auf Finanzierungen mit besonders hohem bzw. niedrigem Kreditrisiko. Das Kreditrisiko kann z.B. von Ländern140 oder Branchen abhängen. Für die Finanzierung stehen nun sehr vielfältige Formen zur Verfügung. Die Angebote können sich dabei sowohl an den Käufer als auch an den Verkäufer richten: Beim Handelskredit finanziert der Anbieter das Geschäft vor, das heißt der Käufer bezahlt erst nach Erhalt der Ware. Das Ausfallrisiko ist lediglich durch die Ware selbst abgesichert.141 Diese Finanzierungsform wird sehr häufig gewählt, so dass keine Finanzinstitute oder -dienstleister in den Prozess eingebunden werden müssen. Ebenfalls zur Finanzierung häufig genutzt wird der Kontokorrentkredit. Dieser wird durch eine Bank einer Nichtbank als Kontokorrentkreditlinie gewährt und direkt über das Kontokorrentkonto abgewickelt.142 Diese Form des Kredits ist nicht an ein konkretes Finanzierungsobjekt gebunden und wird deshalb auch als Betriebsmittelkredit bezeichnet. Der Wechseldiskontkredit ist eine Finanzierung in der Form eines Warenwechsels. Die Hausbank kauft vor Fälligkeit Wechsel an, diskontiert sie ab und schreibt den Betrag auf dem Konto des Verkäufers des Wechsels gut.143 Diese Kreditform ermöglicht es dem Verkäufer schon vor Fälligkeit des Wechsels über das Kapital zu verfügen. [...]

Nach der erfolgreichen Authentifizierung erfolgt im nächsten Schritt durch den Wirtschaftsauskunftsdienst die Bonitätsprüfung, also die Überprüfung der Kreditwürdigkeit eines Kunden. Das heißt es wird verifiziert, ob das Volumen des Geschäfts das Kreditlimit, das dem Kunden aufgrund seiner finanziellen Lage eingeräumt werden kann, übersteigt. Ist dies der Fall, dann besteht für den Verkäufer die Gefahr, dass der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nicht in vollem Umfang nachkommen kann. Dun & Bradstreet bietet bereits ein Tool zur Bonitätsabfrage an, das über eine XMLSchnittstelle integriert werden kann.137 Da die Datenbanken der Auskunftsdienste für das B2B aggregierte Daten über die Finanzhistorie von Unternehmen enthalten, also u.a. Daten über Jahresabschlüsse, finanzielle Lage, rechtliche Verhältnisse und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, können auf Basis dieser Daten Credit Scorings erstellt werden.138 Durch das Scoring soll die Bestimmung der Kreditwürdigkeit vereinfacht werden. Wird eine bestimmte Punktzahl erreicht, gilt der Kunde für den angefragten Kredit als kreditwürdig. Das Scoring dient später auch als Grundlage für die Absicherung des Kreditrisikos. Je nach Ergebnis der Prüfung wird dem Interessenten nun von Seiten des Verkäufers der Auftrag bestätigt oder, bei einer negativen Prüfung, eine entsprechende Ablehnung des Auftrags übermittelt und die Bestellung im ERP-System storniert. 4.2.2 Finanzierung Neben der Vergabe von Handelskrediten seitens des Anbieters können Finanzinstitute bzw. -dienstleister zum Angebot einer alternativen Finanzierung eingebunden werden. Das Finanzierungsangebot kann sich sowohl an den Käufer wie an den Verkäufer (z.B. Factoring) richten. Kriterien sind dabei die finanziellen Bedingungen und Präferenzen des Anbieters, des Käufers und der Finanzinstitute.139 Mit Hilfe eines umfangreichen Credit Risk Managements wird versucht, das Kreditrisiko zu minimieren. [...]

Nachdem der Interessent Angaben zu seiner Identität gemacht hat, leitet der Verkäufer die Daten online an einen Wirtschaftsauskunftsdienst weiter. Dieser prüft zunächst die Authentizität. Besonders beim Handel im Internet ist es wichtig, Bestellungen, die unter einer falschen Identität abgegeben wurden, herauszufiltern. Unternehmen wie die Dun & Bradstreet GmbH oder die Hermes AG bieten eine Onlineverifizierung von Adressdaten und somit die Authentifizierung der Interessenten an. Hierbei werden bei einer Kundenanfrage die Daten über eine geeignete Schnittstelle wie z.B. in SAP-FSCM Kreditmanagement135 automatisch an den Dienstleister weitergeleitet. Innerhalb weniger Sekunden erhält der Verkäufer dann das Ergebnis der Datenbankabfrage mitgeteilt. Die umfangreichste Adressdatenbank betreibt in Deutschland die Deutsche Post AG mit rund 57 Millionen aktiven und 38 Millionen inaktiven Empfängern. Inaktive Empfänger entstehen durch Umzug, Namensänderung oder Unzustellbarkeit.136 Ist die Adresse des Interessenten inaktiv oder nicht registriert, wird dem Verkäufer eine negative Auskunft übermittelt. [...]

Arbeit zitieren:
Baumgärtner, Peter Juli 2002: Financial Supply Chain Management, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Prozess, Integration, Industrie, Kette, Ströme

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