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Deutsche Immobilieninvestitionen in Lateinamerika

Chancen, Risiken, rechtliche Grundlagen

Deutsche Immobilieninvestitionen in Lateinamerika
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Florian Barich
  • Abgabedatum: Juni 2005
  • Umfang: 71 Seiten
  • Dateigröße: 378,4 KB
  • Note: 2,6
  • Institution / Hochschule: Staatliche Studienakademie Leipzig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6222-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6222-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6222-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Barich, Florian Juni 2005: Deutsche Immobilieninvestitionen in Lateinamerika, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Volkswirtschaft, Ökonomie, spanisch, portugiesisch, Immobilie

Diplomarbeit von Florian Barich

Zusammenfassung:

Die Region Lateinamerika hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren. Durch die Öffnung der Volkswirtschaften dieser Region für den Weltmarkt wurde es vielen internationalen Unternehmen ermöglicht die lateinamerikanischen Märkte auf unterschiedlichste Weise zu bedienen.

Im Vergleich zu anderen Weltregionen hat Lateinamerika jedoch bei vielen Unternehmen an Stellenwert verloren.

Die Verschärfung des globalen Wettbewerbes um Direktinvestitionen aus dem Ausland hat seit dem Zusammenbruch der sozialistischen Weltordnung stark zugenommen. Ehemalige Ostblockstaaten und China haben durch die Öffnung ihrer Märkte attraktive Konkurrenzziele für Direktengagements ausländischer Unternehmen geschaffen und für eine Umlenkung der Investitionsströme in Richtung Osteuropa und Asien gesorgt.

Was deutsche Auslandsinvestitionen betrifft ist eine Fokussierung auf diese Regionen seit Mitte der 90iger Jahre zu beobachten. Im Jahr 2002 überrundeten erstmals die Länder Tschechische Republik, Ungarn und Polen den bisherigen Spitzenreiter Brasilien als Zielland deutscher Direktinvestitionen. Und was Direktengagements aus Deutschland in China betrifft ist seit dem Jahr 2002 ein zweistelliger Zuwachs zu verzeichnen.

Diese Entwicklung verkennt allerdings die Möglichkeiten die Lateinamerika seinen Investoren bieten kann. Aufgrund der kulturellen Nähe Lateinamerikas zu Europa und der wesentlich niedrigeren sprachlichen Barrieren ist es für europäische Unternehmen ungleich einfacher, Geschäfte mit dieser Region zu betreiben.

Trotz der rückläufigen Entwicklung deutscher Direktinvestitionen in die Region nimmt Deutschland im weltweiten Ländervergleich hinter den USA und Spanien Platz 3 ein. Die kumulierten Direktinvestitionen deutscher Tochterfirmen Ende 2004 betrugen 46,5 Mrd. USD.

Die mit einem Direktengagement in Lateinamerika einhergehenden Immobilienkäufe stehen im Mittelpunkt der Diplomarbeit und werden untersucht.

Im erste Abschnitt werden die Ziele eines Investoren bezüglich Wertsicherheit, Rendite und Liquidität untersucht und die verschiedenen Anlageformen in Immobilien vorgestellt. Weiterhin wird erläutert welche Formen der Immobilienanlage dem Investor in Lateinamerika zur Verfügung stehen.

Der zweite Abschnitt analysiert die aktuelle Wirtschaftssituation Lateinamerikas. Neben der Untersuchung makroökonomischer Daten wird das Investitionsumfeld der einzelnen Länder analysiert und die besonderen Beziehungen der Staaten zu Deutschland herausgearbeitet.

Abschnitt 3 beschäftigt sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen auf die beim Immobilienerwerb in den einzelnen lateinamerikanischen Ländern geachtet werden muss. Dabei wird neben gesellschaftsrechtlichen Aspekten, insbesondere auf das aktuell vorherrschende Grundstücksrecht und den Aufbau und die Funktion der Immobilienregister der Länder eingegangen. Darüber hinaus wird sich mit dem teilweise komplizierten Verfahren des Erwerbs von Grund und Boden für Ausländer auseinandergesetzt.

Zum Abschluss der Diplomarbeit wird anhand eines Beispieles der Entwicklungsprozess einer deutschen Immobilieninvestition in Mexiko-Stadt dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort I
Inhaltsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis V
1. Abschnitt: Anlageformen des Wirtschaftsgutes Immobilie 1
A. Motive und Formen einer Kapitalanlage 1
B. Die Charakteristik des Wirtschaftsgutes Immobilie 3
C. Unterschiedliche Formen einer Immobilienanlage 4
I. Der Direkterwerb einer Immobilie 4
II. Der indirekte Erwerb einer Immobilie 5
a. Offene Immobilienfonds 5
b. Geschlossene Immobilienfonds 5
c. Immobilienaktiengesellschaften 6
D. Immobilienanlagemöglichkeiten in Lateinamerika 7
2. Abschnitt: Analyse der Wirtschaftsregion Lateinamerika 12
A. Lateinamerika im globalen Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen 12
B. Die Aufteilung Lateinamerikas in 4 Wirtschaftszonen 14
I. Zentralamerika 14
II. Die Andengemeinschaft 14
III. Der MERCOSUR 15
IV. Die Karibik 16
V. Bestrebungen zur Gründung einer panamerikanischen Freihandelszone 17
C. Die Bedeutung des Standortes Lateinamerika für deutsche Investoren 18
I. Brasilien 19
II. Mexiko 21
III. Argentinien 23
IV. Chile 24
V. Kolumbien 26
VI. Venezuela 27
VII. Peru 28
D. Fazit 30
3. Abschnitt: Rechtliche Rahmenbedingungen für Immobilieninvestitionen in Lateinamerika 32
A. Historische Betrachtung der Rechtsordnungen in Lateinamerika 32
B. Die Gründung eines Unternehmens in Lateinamerika - gesellschaftsrechtliche Aspekte 32
I. Brasilien 33
II. Mexiko 34
III. Argentinien 36
IV. Chile 38
V. Peru 40
VI. Karibik 42
VII. Fazit 43
C. Der Erwerb von Immobilien in Lateinamerika –grundstücksrechtliche Aspekte 45
I. Mexiko 46
II. Brasilien 48
III. Argentinien 50
IV. Chile 51
V. Venezuela 53
VI. Peru 55
VI. Kolumbien 57
D. Beispiel einer Deutscher Immobilieninvestitionen in Lateinamerika: Das German Centre in Mexiko 59
Schlussbemerkung VIII
Index IX
Literaturverzeichnis X

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Entstehung der Rechtsordnungen in den lateinamerikanischen Staaten ist eng mit dem Aufbau der Rechtssysteme in Europa verbunden. Die Entwicklung Lateinamerikas wurde vornehmlich von romanischen Völkern geprägt. Nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus im Jahre 1492 waren es hauptsächlich die damals mächtigen Seefahrernationen Spanien und Portugal, die regelmäßig Richtung „Neue Welt“ segelten und die neu ergründeten Gebiete besiedelten. Sie brachten natürlich auch ihr romanisch geprägtes Rechtsverständnis auf den neuen Kontinent mit. Grundsätzlich gilt, daß die Rechtsordnungen Lateinamerikas von den Spaniern und Portugiesen aus dem romanischen Rechtskreis eingeführt wurden. Später wurden diese dann eng orientiert an den europäischen Rechtssystemen weiterentwickelt. So bildete z.B. der französische Code de Commerce aus dem Jahre 1807 den Grundstein für das Gesellschaftsrecht sämtlicher lateinamerikanischer Staaten. Er stellte die erste normative Regelung von Gesellschaftsformen dar und wurde als Basis für sämtliche handelsrechtliche Kodifizierungen, sowohl im romanischen, als auch im deutschen Rechtsraum genutzt. Hingegen lässt die Entstehung der grundstücksrechtlichen Regelungen der Iberoamerikastaaten eine enge Verknüpfung zum Spanischen Hypothekengesetz (span. Ley Hypotecaria Española) aus dem Jahr 1861 erkennen. Wortwörtliche Kopien der Artikel dieses Gesetzes findet man heute noch in fast allen lateinamerikanischen Grundstücksverordnungen wieder. [...]

Aufgrund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnisse der einzelnen Lateinamerikaländer ist eine ganzheitliche Aussage über die Chancen einer Auslandsinvestition in der Region nicht möglich. Hauptsächliche Faktoren des unterschiedlichen Entwicklungsstandes der Wirtschaft sind die unterschiedliche Bevölkerungsdichte der Länder, der Anteil der indigenen Bevölkerung und geografische Verschiedenheiten. Wie man anhand der Aufzählung der Staaten erkennen kann, befinden sich mit Ausnahme Mexikos, sämtliche für deutsche Investoren in Frage kommenden Länder auf dem südamerikanischen Kontinent. Zentralamerika und die Karibik spielen hinsichtlich eines wirtschaftlichen Engagements eine untergeordnete Rolle. Des weiteren ist festzustellen, das trotz einer Führungsposition Deutschlands im Export (Brasilien, Mexiko, Argentinien, Chile), in der verarbeiteten Industrie (VW in Mexiko, Brasilien ) und im Chemie- bzw. Pharmasektor (Bayer, Schering, Hoechst, BASF), Investitionen in Anlagen, Gebäude und Grundstücke im Verhältnis sehr gering sind. Dies liegt zum einen an der geographischen Entfernung, die zwischen Deutschland und Lateinamerika liegt, aber auch an der Umorientierung der großen deutschen Konzerne, die bevorzugt in Regionen wie Asien oder Osteuropa investieren. Die verbindenden Beziehungen mit den lateinamerikanischen Ländern Chile, Argentinien und Brasilien, die aufgrund der historischen Ansiedlung deutscher Immigranten Mitte des 19. Jahrhunderts bestehen, verlieren immer mehr an Bedeutung. Durch die Orientierung der ausreisewilligen Lateinamerikaner in die Länder USA, Spanien und Italien entsteht auch hier ein sozialer und wirtschaftlicher Bezug potentieller Investoren, ihr Geld in die Länder zu investieren, aus denen die Immigranten kommen. Über 70 % der ausländischen Direktinvestitionen in Lateinamerika kommen aus den USA und 57 Spanien . Der Einfluss und die Präsenz deutscher Unternehmen in Lateinamerika nimmt immer mehr ab. Die von den lateinamerikanischen Regierungen in den letzten 15 Jahren durchgeführten Privatisierungen der öffentlichen Sektoren und ehemaligen Staatsbetriebe sind zum größten Teil ohne Beteiligung deutscher Investoren durchgeführt wurden. Hier ging ein Großteil der Privatisierungsprojekte an die Länder USA, Frankreich, Spanien und Italien. Auch in den noch letzten, für Privatisierungen ausstehenden Ländern der Andenregion sind deutsche Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz schlecht positioniert. Infrastrukturprojekte wie der Flughafen Jorge Chávez in Lima, Peru bleiben eine Ausnahme. Als weitere Hinderungsgründe deutscher Engagements in der Region lassen sich sowohl Sprachbarrieren als auch Kulturunterschiede ausmachen. [...]

Ende 2004 befand sich der Kurs zum US-Dollar bei 3,35 Nuevo Sol und zum Euro bei 4,19 Nuevo Sol. Die Inflationsrate belief sich im selben Jahr nur auf 2,5 %, was für lateinamerikanische Verhältnisse ein gutes Ergebnis darstellt. Der peruanische Bestand an Devisenreserven beträgt rund 10 Mrd. USD. Die Warenexporte Perus nahmen 2004 deutlich zu und stiegen um 15 % auf 8,9 Mrd. USD. Dem standen Warenimporte im Wert von 8,5 Mrd. USD gegenüber, was einer positiven Handelbilanz von 0,4 Mrd. USD entspricht. Die Hauptausführgüter Perus sind neben Erzen, vor allem Fisch und Fischprodukte. Peru ist Weltmarktführer in der Produktion von Fischmehl. Perus Außenpolitik ist stark US-politisch orientiert. Ähnlich wie die angrenzenden Nachbarstaaten Chile und Kolumbien versucht die peruanische Regierung ein bilaterales Freihandelsabkommen mit den USA abzuschließen. Neben den wirtschaftlichen Aktivitäten im Wirtschaftsbündnis der Andengemeinschaft ist Peru bemüht die Beziehungen zu seinen Nachbarländern zu verbessern. Nach Unterzeichnungen von Grenzanerkennungsverträgen mit Chile und Ekuador haben sich die historisch gespannten Beziehungen zwischen den Ländern entspannt. Die politischen Beziehungen zwischen Peru und der Bundesrepublik Deutschland sind freundschaftlich und ohne Probleme. Die gemeinsame Entwicklungszusammenarbeit zur Bekämpfung von Armut in Peru ist dabei das wichtigste Element. Des weiteren hat aber auch der Warenverkehr zwischen beiden Ländern zugenommen. Deutschland ist für Peru ein wichtiger Handelspartner. Zu den wichtigsten Hauptimportgütern zählen Erze, Fischmehl und Kaffee. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern betrug 2004 514 Mio. USD mit einem leichten Handelsbilanzüberschuss zugunsten Perus. Die akkumulierten Direktinvestitionen aus Deutschland betrugen Ende 2004 rund 450 Mio USD. Den größten Anteil an dieser Summe nimmt die Fraport AG aus Frankfurt am Main ein, die seit 2001 eine 49 % Beteiligung am Flughafen Lima hält. 56 Nach Angaben der Deutsch-Peruanischen AHK sind ca. 70 Unternehmen mit deutschem Kapital in Peru tätig. Ein Investitionsschutzvertrag zwischen beiden Ländern ist seit 1997 in Kraft, ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Peru besteht nicht. Laut Auswärtigem Amt leben knapp 6.000 deutsche Staatsanghörige in dem Andenland. [...]

Arbeit zitieren:
Barich, Florian Juni 2005: Deutsche Immobilieninvestitionen in Lateinamerika, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Volkswirtschaft, Ökonomie, spanisch, portugiesisch, Immobilie

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