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Normierte Schnittstellen in der Datenkommunikation verteilter Automatisierungssysteme

Normierte Schnittstellen in der Datenkommunikation verteilter Automatisierungssysteme
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Becker
  • Abgabedatum: August 2001
  • Umfang: 106 Seiten
  • Dateigröße: 2,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6197-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6197-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6197-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Becker, Andreas August 2001: Normierte Schnittstellen in der Datenkommunikation verteilter Automatisierungssysteme, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Profibus, Protokollkoppler, Embedded PC, Linux, Gateway

Diplomarbeit von Andreas Becker

Zusammenfassung:

Das Ziel der Arbeit bestand darin, einen Übergang zwischen einem Feldbus und einem PC Netzwerk zu schaffen. Es sollte möglich werden Daten zwischen dem Profibus und dem Ethernet auszutauschen.

Zu Begin der Diplomarbeit wurden die vorhandenen Schnittstellen auf Hardware und Softwareseite aufgearbeitet. Der Profibus verwendet RS485 und im Ethernet wird heute hauptsächlich Twisted Pair eingesetzt.

Softwareseitig wird kurz auf die Dienste DCOM und CORBA eingegangen. Beide Dienste stellen Methoden zur Kommunikation von Programmen in einem Netzwerk zur Verfügung. Für die Implementierung des Protokollüberganges wird in der Arbeit dann CORBA verwendet, da es als einziger Dienst die geforderte Heterogenität von Betriebssystemen unterstützt.

Im Dritten Teil soll ein Überblick über bereits vorhandene Systeme mit ähnlicher Funktionalität gegeben werden. Es wird eine Auswahl von bereits vorhandenen Lösungen verschiedener Firmen vorgestellt und miteinander verglichen. Dabei kommt der Autor zu dem Schluss, das es Systeme mit der Möglichkeit zur Kopplung von Profibus und Ethernet bereits gibt, jedoch nicht als Implementation in Form eines Profibus Masters.

Im vierten Teil der Arbeit werden die Unterschiede der Profibusausführungen FMS, DP und PA aufgezeigt und ausführlich auf das DP Protokoll eingegangen.

Der folgende Abschnitt beinhaltet einige wichtige Gedanken zum Einsatz von Linux als Embedded- PC Betriebssystem unter den Gesichtspunkten der Automatisierungstechnik. Es wird eine reduzierte Hardwarekonfiguration beschrieben sowie Software, die bei embedded Systemen der Standardsoftware vorzuziehen ist.

Der Aufbau der Testumgebung bestand auf der einen Seite aus einer Profibus Master Karte der Firma Softing, die in einem einfachen PC, auf dem Linux als Betriebsystem eingesetzt wurde, eingebaut war. An diese Karte waren einige einfache Standard-Feldbusgeräte angeschlossen. Die andere Seite bestand aus dem erwähnten Linux PC, sowie ein bis testweise drei Clients auf Microsoft Windows Basis. Die serverseitige Software wurde unter Linux in C++ geschrieben. Als CORBA-ORB kam „mico“ zum Einsatz. Die Parametrierung des Profibusses erfolgte mit Hilfe von XML- Dateien, die aus GSD- Dateien erstellt wurden. Die Clientsoftware unter Windows wurde in Delphi geschrieben. Hier wird „dorb“ als CORBA-ORB eingesetzt.

Im Ergebnis existiert eine Testumgebung, mit der es möglich ist Daten zwischen Profibus und Ethernet zu übertragen.

Inhaltsverzeichnis:

Aufgabe i
1. Einleitung 1
2. Schnittstellen 2
2.1 Hardware 2
2.1.1 Serielle Übertragung 2
2.1.2 RS232 2
2.1.3 RS422 3
2.1.4 RS485 4
2.1.5 LWL 5
2.1.6 TP 5
2.2 Software 6
2.2.1 COM 6
2.2.1.1 Was ist COM? 6
2.2.1.2 Was leistet COM? 7
2.2.1.3 DCOM 7
2.2.2 OPC - COM/DCOM in der Automatisierungstechnik 8
2.2.3 CORBA 8
2.2.3.1 Grundlagen CORBA 8
2.2.3.2 Bilden eines Objektes 10
3. Protokollkoppler in der Automatisierungstechnik 13
3.1 Allgemeines 13
3.2 Hilscher GmbH 13
3.2.1 Überblick über die Firma 13
3.2.2 Protocol Converter 13
3.2.3 Protocol Converter Ethernet 14
3.3 Softing AG 14
3.3.1 Überblick über die Firma 14
3.3.2 PROFIgate 14
3.4 Wiesemann & Theis GmbH 14
3.4.1 Überblick über die Firma 14
3.4.2 Gateway 15
3.5 ISK Automation GmbH 15
3.5.1 Überblick über die Firma 15
3.5.2 TCP/IP Koppler 15
3.6 Profibus Nutzer Organisation e.V. 15
3.6.1 Aufgaben der PNO 15
3.6.2 PROFInet 16
4. Profibus 17
4.1 Allgemeines 17
4.1.1 Entstehung 17
4.1.2 Verschiedene Anforderungen, verschiedene Ausführungen 17
4.1.3 Gegenüberstellung technischer Daten der PROFIBUS-Familie 19
4.2 Zugriffsverfahren beim Profibus 20
4.2.1 Das hybride Konzept 21
4.2.2 Master/Slave 21
4.2.3 Token Passing 21
4.3 Typen von Geräten 22
4.3.1 Passiver Slave 22
4.3.1.1 Allgemeine Beschreibung 22
4.3.1.2 Sync Mode 22
4.3.1.3 Freeze Mode 22
4.3.2 Aktiver Slave 22
4.3.3 Master Typ 1 (DPM1) 23
4.3.4 Master Typ 2 (DPM2) 23
4.4 Schichten des Profibusses 24
4.4.1 ISO/OSI 7 Schichten Referenzmodell 24
4.4.2 Schicht 1 – PHY 25
4.4.2.1 Elektrische Spezifikation 25
4.4.2.2 Übertragungsraten 25
4.4.2.3 UART-Zeichen 26
4.4.2.4 OCTET 26
4.4.2.5 Bitzeit, [Tbit] 26
4.4.3 Schicht 2 – FDL 27
4.4.3.1 Telegrammaufbau 27
4.4.3.2 Vergleich mit Ethernet 29
4.4.3.3 CRC- Check 31
4.4.3.4 Dienste der Schicht 231
4.4.4 Schicht 7 – DDLM 32
4.4.4.1 Überblick über die Dienste 32
4.4.4.2 DDLM_Data_Exchange 33
4.4.4.3 DDLM_Global_Control 33
4.4.4.4 DDLM_Set_Prm 34
4.4.4.5 DDLM_Chk_Cfg 35
4.4.4.6 DDLM_Slave_Diag 36
4.4.5 Schichten des Profibus FMS 37
4.4.5.1 Allgemeiner Überblick 37
4.4.5.2 Das FMS-Layer 37
4.4.6 Schicht 2,7 FMB 39
4.4.6.1 FMB_Set_Configuration 39
4.4.6.2 FMB_set_busparameter 41
4.4.6.3 weitere Dienste 42
4.4.6.3.1 FMB_Set_Value 42
4.4.6.3.2 FMB_read_busparameter 42
4.4.6.3.3 FMB_read_value 42
4.4.6.3.4 FMB_LSAP_Status 42
4.4.6.3.5 FMB_get_live_list 43
4.4.6.3.6 FMB_FM2_Event 43
4.4.6.3.7 FMB_exit 43
4.4.7 Inbetriebnahme eines Profibusses 43
4.4.7.1 Grundvoraussetzungen 43
4.4.7.2 Geräte-Stamm-Dateien 44
4.4.7.3 Zeitverhalten des Profibusses 48
5. Embedded Linux in der AT 51
5.1 Einsatzgebiete 51
5.2 Hardware 51
5.3 Der Kernel 53
5.3.1 Was ist der Kernel? 53
5.3.2 Wichtige Eigenschaften des Kernels 53
5.3.3 Module und der monolithische Kernel 54
5.3.4 Was ist notwendig? 55
5.4 Systemanforderungen 56
5.5 Bibliotheken 56
5.6 Spezielle Gegebenheiten bei Embedded Systemen 57
5.6.1 Booten mit Lilo 57
5.6.2 Busybox 58
5.6.3 LEM 0.61 59
5.7 Anforderungen an den Host 60
5.8 Statisch oder dynamisch binden? 60
6. Softwarekopplung zwischen Profibus und Ethernet mittels CORBA 62
6.1 Aufbau der Testumgebung 62
6.1.1 Übersicht über die Testumgebung 62
6.1.2 Koppelrechner 63
6.1.2.1 Hardware 63
6.1.2.2 Softing Karte 63
6.1.2.3 Benutzen der Softing Karte 65
6.1.2.4 Software 69
6.1.3 Steuerung S7-300 71
6.1.3.1 Aufbau der Steuerung 71
6.1.3.2 Funktionalität des Programms 72
6.1.4 ET 200B 73
6.2 Programm zur Datenkopplung 73
6.2.1 Allgemeines 73
6.2.2 Klasse PB_small_api 74
6.2.2.1 Aufgaben der Klasse 74
6.2.2.2 Arbeitsweise 75
6.2.2.2.1 Datenpakete für den Controller 75
6.2.2.2.2 Methoden 76
6.2.3 Klasse C_PB_Config 77
6.2.3.1 Aufgaben der Klasse 77
6.2.3.2 Arbeitsweise der Klasse 77
6.2.3.2.1 Überblick 78
6.2.3.2.2 Aufgaben der Threads 78
6.2.3.2.3 Konfigurationsdaten 78
6.2.3.2.4 Datenaustausch 79
6.2.4 Klasse C_expat 80
6.2.4.1 Aufbau von XML- Dateien 80
6.2.4.2 Aufgabe von C_expat 81
6.2.4.3 Funktionsweise der Klasse C_expat 81
6.2.4.4 Elemente der XML-Daten 83
6.2.5 Hauptprogramm 84
6.2.6 Delphi- Client 84
7. Zusammenfassung, Ausblick 87
Literatur 89
A. Konfiguration des Kernels 91
B. wichtige Konfigurationsdateien 93
C. Verarbeitung der XML-Dateien 95
D. Eidesstattliche Erklärung 96

Automatisiert erstellter Textauszug:

Mit PROFIBUS-FMS hatte man 1987 begonnen, ein Feldbussystem zu entwickeln, das zwar sehr leistungsfähig im Hinblick auf die zur Verfügung stehenden Dienste ist, dafür aber auch ein komplexes und teures Businterface verlangt. Ausserdem ist die Übertragungseffizienz nicht sonderlich hoch, da sehr viel Rechenzeit für die Bearbeitung in der Schicht 7 benötigt wird. Weitere Nachteile liegen allerdings auch in der Art der Implementierung und der Abbildung auf Schicht 2. 1993 wurde mit dem PROFIBUS-DP eine neu entwickelte Version geschaffen, um die genannten Nachteile zu eliminieren. Vorteile der DP Variante gegenüber dem FMS sind, die deutlich höhere Geschwindigkeit von nun 12 MBit/s statt der bis dahin maximal möglichen 500 kBit/s, und die geringere Komplexität der Schicht 7. In der ersten, 1993 standardisierten Variante, konnten ausser den Diensten zum Versenden und Empfangen von Daten kaum weitere Dienste ausgeführt werden. Erst 1996 wurde begonnen, den PROFIBUS-DP zu erweitern, um innerhalb eines dezentralen Automatisierungssystems weitere dringend benötigte Dienste bereitzustellen. Auf die angesprochenen Dienste wird später noch genauer eingegangen (siehe Abschnitt 4.4.4) . Der PROFIBUS-PA, der dritte im Bunde, sollte anfänglich auch die Funktionalität des PROFIBUS-FMS bekommen, bevor man sich Mitte 1996 entschloss, als Basis den PROFIBUS-DP in seiner erweiterten Form zu benutzen. [...]

Mitte der 80’er Jahre wurde deutlich, dass für die Automatisierung von grossen, komplexen Anlagen und Fabriken die herkömmlichen Varianten zur Datenübertragung zu teuer wurden. Jeder einzelne Aktor/Sensor wurde von einer zentralen Leitwarte ausgehend über eine sternförmige Verkabelung eingebunden. Dadurch entstanden hohe Kosten, bedingt durch die Länge der benötigten Kabel, sowie durch einen hohen Aufwand bei der Fehlersuche, da diese durch die grosse Menge von Kabeln in einer Leitwarte sehr umfangreich wurde. Dazu kamen noch die Kosten für den Prozessrechner, der für jedes Signal aus dem Feld eine eigene Datenleitung benötigte. So war es Stand der Technik, dass jeder Sensor oder Aktor über eine individuelle Zweipunktverbindung mit dem Leitrechner verfügte, die sich in die Gruppen analoge/digitale Signale bzw. Ein- oder Ausgabe unterteilen lassen. Ende der Achtziger, als der Siegeszug der Mikroelektronik bereits in vollem Gange war, ging man dazu über, die Ein- und Ausgabe von Signalen bereits vor Ort im Feld und somit dezentral abzuwickeln. Dadurch konnten Kosten im Aufbau einer Anlage gespart werden. Für spätere Wartungen bedeutete dies eine bessere Übersichtlichkeit über die Anlage. Die dafür erforderlichen Komponenten mussten zwar intelligenter sein und sind somit teurer, als die bisher verwendeten Lösungen, jedoch wurde dies durch den Preisverfall in der Mikroelektronik weitestgehend kompensiert. Der dezentrale Lösungsansatz führte zur Entwicklung der Feldbusse. Mit Feldbussen kam noch eine weitere Eigenschaft zu den sonst dummen E/A Komponenten hinzu: Managing. Es war möglich geworden über eine einzige Leitung Daten und Managementinformationen auszutauschen. Und um keinen dieser Aspekte brauchte sich der Leitrechner zu kümmern. Für ihn stellte sich die neue Welt der Feldbusse wie bisher als Ein- und Ausgabe an Datenpunkte dar, nur das diese jetzt an den Feldbusmaster übergeben wurden. Es hatte die Bildung eines geschlossener digitalen Kreislaufs, der erst direkt vor Ort aufgehoben wurde, stattgefunden. Einige Feldbusse, denen auch heute noch eine grosse Bedeutung beigemessen wird, sind z.B. Interbus von Phoenix Contact(http://www.interbusclub.com) CAN -Bus von Robert Bosch GmbH(http://www.can-open.de) LON von Echelon Corporation(http://www.echelon.com) Profibus überwacht durch Profibus Nutzerorganisation e.V.(http://www.profibus.org) Der Profibus (Prozess Field Bus) wurde in den Jahren 1987 bis 1991 im Rahmen eines Verbundprojektes, das vom Bundesministerium für Forschung und Technologie gefördert wurde, von verschiedenen Firmen und Forschungseinrichtungen entwickelt. [...]

Mit PROFInet ist man in jüngster Zeit bestrebt, die Feldbustechnologie in die Welt des Ethernet einzugliedern. Dabei ist es das erklärte Ziel von PROFInet einen offenen Kommunikationsstandard zu schaffen, der auch Feldbustechnologien anderer Hersteller mit einschliesst. Es soll nicht alleine auf den Profibus beschränkt werden. Man beabsichtigt einen DCOM/COM Kommunikationsstandard zwischen Proxy’s verschiedener Hersteller zu schaffen. Die Daten über die herstellerspezifischen Schnittstellen wie Programmier- und Konfigurationstools sollen als eine XML- Datei vorliegen und in den sogenannten PROFInet Verschaltungseditor eingebunden werden. Der Verschaltungseditor koordiniert den Datenaustausch zwischen den Komponenten der einzelnen Hersteller. Die einzelnen Teile einer Anlage werden als gekapselte elektromechanische Komponenten behandelt. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass Teile einer Anlage autonom fertiggestellt und getestet werden können. Erst bei der Inbetriebnahme werden dann die, zu diesem Zeitpunkt schon betriebsfertigen, Komponenten zusammengefügt. Falls in einem vorhandenen System Erweiterungen durchgeführt werden müssen, ist es nicht notwendig sich in die Struktur der gesamten Anlage einzuarbeiten. Es muss lediglich ein Modul verändert werden. Damit ein Gerät in ein Profinet eingebunden werden kann, wird ein sogenannter RuntimeKernel zur Verfügung gestellt werden. Dieser Runtime-Kernel wird als C-Sourcecode frei verfügbar sein, mit der Auflage den Code nicht zu verändern. Lediglich eine Anpassungsebene von den gerätespezifischen Schnittstellen zum Runtime-Kernel muss noch stattfinden. Das Ziel, das mit PROFInet verfolgt wird, ist über eine grosse Anlage mehr Übersicht zu erhalten und die Komponenten verschiedener Hersteller einfach zusammenfügen zu können. Die Daten aus der Feldebene sollen bis in die Unternehmensleitebene verfügbar sein. Das Ethernet soll nicht als ein Medium verstanden werden, über das zeitkritische Steuerungsbefehle übertragen werden. Eine Echtzeiterweiterung ist vorläufig nicht in Planung.[PN01] [...]

Arbeit zitieren:
Becker, Andreas August 2001: Normierte Schnittstellen in der Datenkommunikation verteilter Automatisierungssysteme, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Profibus, Protokollkoppler, Embedded PC, Linux, Gateway

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