Kommunikation als Basis von Führung und Management
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Birgit Bigga
- Abgabedatum: April 2002
- Umfang: 147 Seiten
- Dateigröße: 5,9 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Klagenfurt Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6156-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6156-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6156-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bigga, Birgit April 2002: Kommunikation als Basis von Führung und Management, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Konflikt, Betrieb, Mitarbeiter, Wirtschaft, Psychologie
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Diplomarbeit von Birgit Bigga
Einleitung:
In der heutigen dynamischen Wirtschaftsumwelt können nur mehr solche Firmen erfolgreich bestehen, die über ein hohes Know-how-Potenzial - nicht nur technischer Art - verfügen. Das bedeutet, dass es nicht nur auf Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter ankommt, sondern - mindestens ebenso wichtig – auch darauf, dass sich Prozesse im Unternehmen multiplizieren und somit auf die übrigen Unternehmensangehörigen übertragen, was nur durch formale und informale Kommunikationsnetzwerke garantiert werden kann. Wird dies vom Unternehmen auch bewusst eingesetzt und gefördert, dann ist auch der Motivationsfaktor sehr hoch und die Wahrscheinlichkeit eines langfristigen Erfolges steigt.
Klingt gut und logisch - aber ist das in der Praxis auch so?
Ich bin der Meinung - und dies stellt gleichzeitig auch die Hypothesen dieser Arbeit dar - dass Kommunikation in den heutigen Unternehmensumfeldern zwar viel „besprochen“ ist, aber de facto wird sie jedoch vernachlässigt und es wird weder ihre Wichtigkeit noch ihr Pouvoir erkannt, wie ich an Beispielen (im Kontext zur Theorie) aufzeigen möchte:
Hypothese 1: Abgesehen von anderen Faktoren, lassen sich sehr viele der heutigen Probleme im Zusammenhang mit Management und Führung auf schlechte Kommunikationsstrukturen zurückführen. Und in Zusammenhang damit möchte ich an Hand von weiteren Beispielen Folgendes beleuchten: Obwohl Kommunikation und die sogenannten soft skills in Führungs- und Wissenschaftskreisen durchaus ein Thema sind und man um deren Wichtigkeit weiß, werden sie aber de facto in unserem Unternehmensumfeld hintangestellt – sogar bei der Vergabe von Führungspositionen wird in den seltensten Fällen Gewicht darauf gelegt, und auch in der Ausbildung der potenziellen Führungskräfte werden sie vernachlässigt, woraus sich die folgende Hypothese ergibt.
Hypothese 2: Einerseits werden Kommunikation und soft skills als Wichtig erachtet, andererseits im betrieblichen Alltag und der Ausbildung sowie Auswahl der Führungskräfte vernachlässigt.
Das Ziel dieser Arbeit ist es also, Kommunikation im Unternehmensumfeld näher zu beleuchten, deren Wichtigkeit, und vor allem die Auswirkungen in der Praxis, wenn sie nicht oder nur ungenügend beachtet wird.
Als praktische Beispiele werden sowohl Exempel und Erhebungen aus meinem weiteren und engeren Umfeld dienen, wie auch Erhebungsdaten aus dem Internet und - ja, nirgends zeigt sich die Praxis, die ehrliche, unverblümte und auf den Punkt gebrachte Praxis sozusagen, deutlicher herauskristallisiert als in Cartoons und Karikaturen: qui iocatur, non menitur - wer scherzt, lügt nicht. Und da Humor im Management inzwischen auch schon der Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen und Seminaren ist, nehme ich dies zum Anlass, diese Arbeit auch humoristisch zu untermauern, was bei einer wissenschaftlichen Arbeit zwar eher ungewöhnlich ist, aber der Seriosität und Wichtigkeit des Themas keinen Abbruch tun wird.
Als Grundlage für die Betrachtung der erwähnten Cartoons und auch der praktischen Beispiele (Artikel aus dem Internet, Beobachtungen, Gedächtnisprotokolle, Interviews und Befragungen), habe ich so gut als möglich versucht, gemäß dem Stand des Wissens in Bezug auf qualitative Sozialforschung und Hermeneutik vorzugehen, auf dieser Basis zu analysieren und darzustellen.
Den gedanklichen Leitfaden dafür lieferten LAMNEK, LAMNEK, SUTTNER, WAGNER, WITTENBECHER und ZEDLER/MOSER.
Die Lektüre und Bearbeitung dieser Literatur stellt die Grundlage für diese Arbeit dar.
Das Ziel dieser Arbeit war, einen theoretischen Überblick über Kommunikation zu geben und auch darüber, wie Kommunikation in Organisationen und hierarchischen Strukturen verläuft, welche Determinanten wichtig sind und wie jeweils die Auswirkungen von gewissen Strukturen auf den Kommunikationsverlauf sind.
Der praxisorientierte Teil der Arbeit hatte zum Ziel - basierend auf den erarbeiteten Grundlagen - an Hand von Beispielen die Wichtigkeit von Kommunikation in Bezug auf und als Basis von Management und Führung in Organisationen zu analysieren, um auf dieser Grundlage eine Aussage über die Wichtigkeit von Kommunikation in Unternehmen treffen zu können.
Es wurden Beispiele gewählt und analysiert, die aus der Literatur stammen: Autoritäre Kommunikation am Beispiel Henry Fords, soft skills-Überprüfung bei der Bewerbung und das Beispiel der Firma Glaxo-Wellcome.
Die anderen Beispiele des praktischen Analyseteils stammen aus Beobachtungen, selbst durchgeführten Analysen von Internetquellen und Schulungsunterlagen, Interviews und Betroffenenberichten, die gemäß den Anforderungen der empirischen Sozialforschung analysiert wurden.
Ergänzt wurden sowohl Theorie- als auch Praxisteil mit diversen Cartoons, die ebenfalls nach diesen Kriterien beleuchtet worden sind.
ad Hypothese 1: Abgesehen von anderen Faktoren, lassen sich sehr viele der heutigen Probleme im Zusammenhang mit Management und Führung auf schlechte Kommunikationsstrukturen zurückführen. Die Ausgangsüberlegung für die Formulierung dieser Hypothese war, dass Kommunikation in den heutigen Unternehmensumfeldern zwar viel „besprochen“ ist, aber de facto vernachlässigt wird. Die analysierten Beispiele zeigen, dass die Auswirkungen schlechter Kommunikation zwar selten so drastisch verlaufen, wie im Beispiel Henry Fords, dass jedoch verlorenes Potenzial durch unstimmige oder schlechte Kommunikation angenommen werden kann. Die Beispiele legen aber auch dar, dass in diesen Fällen durch ein Ernstnehmen der Kommunikationsmissstände auf einfachem Weg eine Verbesserung des gesamten Arbeitsumfeldes dieser Organisation erreicht werden könnte. In Folge kann abgeleitet werden, dass auch die Gesamtleistung dieser Organisationen sich erhöhen würde.
Als THESE 1 kann daher subsummiert werden: Berufsalltagsprobleme, die in kleinen Gruppen (Abteilungen) von Organisationen auftreten, können auf relativ einfache Art und Weise durch Verbesserung der Kommunikation (und Lösung der verdrängten Konflikte) in diesem Bereich gelöst werden, womit sich auch das Betriebsklima und wahrscheinlich auch die Effizienz der Organisation nachhaltig verbessern. Der letzte Teil dieser Aussage ist jedoch eine Annahme, die ein interessantes noch zu erforschendes Feld darstellt.
ad Hypothese 2: Einerseits werden Kommunikation und soft skills als Wichtig erachtet, andererseits im betrieblichen Alltag und der Ausbildung sowie Auswahl der Führungskräfte vernachlässigt.
Obwohl Kommunikation und die sogenannten soft skills in Führungs- und Wissenschaftskreisen ein offensichtliches Thema sind und man um deren Wichtigkeit weiß, werden sie aber de facto im Unternehmensumfeld vernachlässigt – sogar bei der Vergabe von Führungspositionen wird in den seltensten Fällen Gewicht darauf gelegt. Um dieser Annahme auf den Grund zu gehen, wurde eine sehr detaillierte Analyse von Daten mittels Internet durchgeführt: Die analysierten Sujets waren Ausschreibungen von Internet-Jobbörsen der pharmazeutisch-chemischen Industrie, eine Analyse von Zeitungsmaterialien (Interviews, Artikel) und eine Analyse von Fachzeitschriften aus diesem Bereich. Die Ergebnisse sind entmutigender als erwartet, fachliche Fähigkeiten stehen an absolut erster Stelle bei Jobausschreibungen und oft werden gar keine weiteren Eigenschaften mehr nachgefragt. Es scheint jedoch ein langsamer, einschleichender Bewusstseinsbildungsprozess im Gang zu sein, wie zwei zitierte Interviews zeigen. Doch dieser kleine „Lichtstreif am Horizont“ wird wieder revidiert durch die im Beispiel 6 aufgezeigten unzulänglichen Bewerbungsgesprächmodule. Dies lässt den Schluss zu, dass in diesem Bereich (Kommunikation und soft skills) häufig nur Lippenbekenntnisse die Runde machen bzw. dass in diesem Bereich noch ein enormer Bewusstseinsbildungsbedarf auf allen Ebenen notwendig ist. Diese Erkenntnisse decken sich zur Gänze mit jenen, die aus der Hypothese 1 und ihren Beispielen gezogen werden konnten. Dass es doch auch anders geht, sogar in der traditionell orientierten pharmazeutischen Industrie, zeigt das Beispiel des Pharma-Riesen Glaxo-Wellcome, der ein sehr fortschrittliches System etabliert hat, das eine Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter im Bereich der soft skills gewährleistet.
Als THESE 2 kann daher subsummiert werden: Im Bereich der pharmazeutisch-chemischen Industrie werden soft skills (u.a. Kommunikation) für vernachlässigbar gehalten, und daher weder bei Stellenausschreibungen noch bei Bewerbungsgesprächen adäquat nachgefragt.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | 1 |
| II. | Abbildungsverzeichnis | 3 |
| III. | Cartoonverzeichnis | 5 |
| IV. | Anmerkungen in eigener Sache | 6 |
| 1. | Einführung und Hypothesen | 9 |
| 2. | Definition und Theorie der Kommunikation | 12 |
| 2.1 | Die pragmatischen Axiome der Kommunikation | 15 |
| 2.2 | Arten und Strukturen der Kommunikation | 18 |
| 2.2.1 | Kommunikationsabläufe | 18 |
| 2.2.2 | Kommunikationsstrukturen | 21 |
| 2.2.3 | Kommunikationsebenen | 22 |
| 2.2.4 | Kommunikationstypen in Unternehmen | 23 |
| 2.3 | Kommunikationshürden | 26 |
| 2.3.1 | Kommunikationsbarrieren | 26 |
| 2.3.2 | Kommunikationsprobleme | 29 |
| 2.3.3 | Konflikte | 32 |
| 2.3.3.1 | Definition von Konflikt | 33 |
| 2.3.3.2 | Einflussebenen | 34 |
| 2.3.3.3 | Gründe für Konflikte | 35 |
| 2.3.3.3.1 | Menschliches Verhalten | 35 |
| 2.3.3.3.2 | Verhalten von Gruppen | 40 |
| 2.3.3.3.3 | Das Dependenzmodell | 42 |
| 2.3.3.4 | Sinn und Notwendigkeit von Konflikten | 44 |
| 2.3.3.5 | Konfliktarten | 45 |
| 2.3.3.6 | Konfliktlösungen | 47 |
| 2.4 | Zusammenfassung | 50 |
| 3. | Kommunikation in Organisationen und Hierarchien: Determinanten und Auswirkungen | 56 |
| 3.1 | Definition von Organisation | 56 |
| 3.2 | Erfolgsparameter einer Organisation | 59 |
| 3.3 | Organisationstypen | 62 |
| 3.3.1 | Aufbauorganisation | 67 |
| 3.3.2 | Ablauforganisation | 78 |
| 3.4 | Hierarchie | 79 |
| 3.4.1 | Historische Entwicklung von Hierarchien | 81 |
| 3.4.2 | Die Axiome der Hierarchie | 82 |
| 3.4.3 | Hierarchie und Autorität | 84 |
| 3.5 | Zusammenfassung | 85 |
| 4. | Praxisorientierter Teil: Kommunikation als Basis von Führung und Management | 88 |
| 4.1 | Hypothese 1: Abgesehen von anderen Faktoren, lassen sich sehr viele der heutigen Probleme im Zusammenhang mit Management und Führung auf schlechte Kommunikationsstrukturen zurückführen. | 88 |
| 4.1.1 | Beispiel 1: Kommunikation im autoritären Führungsstil am Beispiel Henry Fords | 88 |
| 4.1.2 | Beispiel 2: Unzufriedene Mitarbeiter | 92 |
| 4.1.3 | Beispiel 3: Schulung und Durchführung von Personalgesprächen | 107 |
| 4.1.4 | Beispiel 4: Kommunikations- und Führungsqualitäten von Akademikern | 113 |
| 4.2 | Hypothese 2: Einerseits werden Kommunikation und soft skills als Wichtig erachtet, andererseits im betrieblichen Alltag und der Ausbildung sowie Auswahl der Führungskräfte vernachlässigt. | 118 |
| 4.2.1 | Beispiel 5: Analyse von Stellenanforderungen für die pharmazeutisch-chemische Industrie | 118 |
| 4.2.2 | Beispiel 6: Ohne soft skills geht heute nichts mehr - außer bei der Bewerbung | 128 |
| 4.2.3 | Beispiel 7: Führungskräfteauswahl bei der Firma Glaxo-Wellcome | 130 |
| 5. | Zusammenfassende Thesenbildung | 132 |
| 6. | Resümee und Ausblick | 136 |
| 7. | Literatur | 139 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832461560
Arbeit zitieren:
Bigga, Birgit April 2002: Kommunikation als Basis von Führung und Management, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Konflikt, Betrieb, Mitarbeiter, Wirtschaft, Psychologie



