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Virtuelles Rathaus - Ein Konzept für bürgerorientiertes E-Government

Notwendigkeit, Anforderung und Realisierungsbedingungen einer bürgerorientierten internetbasierten öffentlichen Verwaltung - dargestellt am Beispiel einer Kommune

Virtuelles Rathaus - Ein Konzept für bürgerorientiertes E-Government
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marco Albrecht
  • Abgabedatum: November 2002
  • Umfang: 60 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Brandenburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6071-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6071-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6071-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Albrecht, Marco November 2002: Virtuelles Rathaus - Ein Konzept für bürgerorientiertes E-Government, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: elektronischer Bürgerservice, Electronic Government, Handlungsempfehlung, Brandenburg, eGovernment

Diplomarbeit von Marco Albrecht

Zusammenfassung:

,,Die Daten sollen laufen, nicht die Bürger".

Dies erklärte Bundeskanzler Gerhard Schröder im Mai 2001 bei einer Tagung von Behördenleitern in Berlin. Eine Schlüsselrolle bei der Modernisierung des öffentlichen Sektors spielt ein Medium, dessen Bedeutung in den letzten Jahren stark wuchs – das Internet.

Die schnelle Entwicklung der IuK-Technologien und die zunehmende Durchdringung aller Lebensbereiche stellen Bund, Länder und Kommunen vor die Aufgabe, den neuen Ansprüchen von Bürgern und Wirtschaft gerecht zu werden. Gleichzeitig zwingen zunehmender Kostendruck, starre Strukturen sowie der steigende Standortwettbewerb zum Handeln. Hier setzt die Entwicklung hin zu einer bürgerfreundlichen, effizienten und somit zukunftsfähigen Verwaltung an.

E-Government heißt die Devise und ein Aspekt davon ist das virtuelle Rathaus. Mit dessen Realisierung sind zahlreiche Vorteile verbunden – sowohl für die Bürger als auch für Verwaltung selbst.

Diese Ausarbeitung zeigt am Beispiel der Stadt Brandenburg auf, wie sich eine Steigerung des web-basierten Bürgerservice erreichen lässt, was beim Aufbau des virtuellen Rathauses zu berücksichtigen ist und mit welchen Kosten, etwa für elektronische Formulare und ein Contentmanagement-System, gerechnet werden kann. Zusätzlich wird ausführlich darauf eingegangen, inwieweit die kommunale Verwaltung von einer Realisierung profitiert.

Zunächst wird, um den Einstieg in die Thematik zu erleichtern, auf das Wesen von E-Government eingegangen. Anschließend werden Gesichtspunkte dargelegt, die einen Wandel begründen und eine interne Reorganisation erforderlich machen. Des weiteren werden Hindernisse dargestellt, die der Modernisierung in Richtung einer elektronischen Verwaltung im Wege stehen. Im folgenden wird auf den allgemeinen Umsetzungsstand des virtuelles Rathauses, die elektronische Signatur, sowie ausgewählte Beispiele und „Best practices“ näher eingegangen. Nach einer umfassenden Analyse des IST-Zustandes werden darauf aufbauend umfassende Handlungsempfehlungen gegeben, die es mittel- bis langfristig umzusetzen gilt.

Aufgrund der ausführlichen theoretischen Erarbeitung des Themas stellt diese Diplomarbeit eine Übertragung der Erkenntnisse auf andere Kommunen sicher und wirkt somit unterstützend bei der Entstehung eines virtuellen Rathauses.

Inhaltsverzeichnis:

Erklärung der eigenständigen Bearbeitung
Danksagung
Abkürzungsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 4
1. Einleitung 5
2. Grundlagen 6
2.1 Entwicklung der Verwaltungsmodernisierung 6
2.2 Begriffsklärung - Was ist E-Government? 8
2.3 Kommunikationspartner beim E-Government 9
2.4 Unterscheidung von Interaktionsstufen 12
3. Warum E-Government? 15
4. Erfordernis: Reorganisation der Geschäftsprozesse 16
5. Barrieren bei der Umsetzung 17
6. Elektronischer Bürgerservice - das virtuelle Rathaus 21
6.1 Umsetzungstand 21
6.2 Realisierungsanforderung von Transaktionen - die elektron. Signatur 23
6.3 Best practice - Bremen, Ravensburg und Magdeburg 26
6.4 Regionaler Vergleich: Potsdam und Rathenow 30
7. Behördliche eServices - Worauf kommt es an? 32
7.1 Nutzerwünsche, Eignungskriterien, Navigation, Sonstiges 32
7.2 Bezahlung - Welche Möglichkeiten gibt es? 35
7.3 Herausforderung: Verhinderung der digitalen Spaltung 37
7.4 Multikanalzugang: Internet, Call-Center und Bürgerbüro 38
8. IST-Zustand - Stadt Brandenburg/Havel 38
9. Handlungsempfehlung 42
10. Abschließende Betrachtung und Ausblick 51
Quellenverzeichnis 52

Automatisiert erstellter Textauszug:

geführt werden.47 Solche nicht digitalen Anlagen spielen nach Einschätzung von Experten in jedem zweiten Verwaltungsvorgang eine Rolle.47 Bis diese in elektronischer Form vorliegen, wird es aber noch Jahre dauern. Im Einzelfall ist deshalb zu prüfen, ob Anlagen zwingend erforderlich sind und nicht evtl. auf sie verzichtet werden kann. Wie die Vielzahl an Artikeln in diversen Fachzeitschriften zeigt, hat sich der bremer-online-service mit der Schaffung und dem Einsatz des kommunalen Protokollstandards OSCI besondere Anerkennung erworben.48 Technisch gesehen ist dieses Übertragungsprotokoll eine Weiterentwicklung des im Bankbereich eingesetzten HBCI-Standards. Einwohner von Bremen, die noch nicht im Besitz einer Signaturkarte sind, haben die Möglichkeit einzelne Formulare (PDFFormat) am PC auszufüllen, auszudrucken und persönlich unterschrieben auf dem Postweg zurückzusenden. Anträge, die keiner Signatur bedürfen, z.B. die Reservierung eines Kfz-Wunschkennzeichens, lassen sich ohne größeren Aufwand komplett elektronisch abwickeln. Eine Stadt, die in dieser Ausarbeitung ebenfalls als Best practice Beispiel dienen soll, ist das baden-württembergische Ravensburg. Zur Begründung: Zum einen bestehen aufgrund der Einwohnerzahl (55.000) durchaus Parallelen mit der Stadt Brandenburg (75.000) und zum anderen sind Konzept, Gestaltung und Inhalte der Website 2001 komplett überarbeitet worden.49 Im Vordergrund stand dabei der Nutzer und sein Interesse, schnell an Informationen zu gelangen. Das Ergebnis ist [...]

Bremen gehört mit seinem – im Rahmen von MEDIA@Komm geförderten – Internetauftritt zu einer der führenden Kommunen in Sachen virtuelle Rathäuser. In einem erst kürzlich von Accenture veröffentlichten Städteranking belegte die Hansestadt hinter Dortmund den zweiten Platz und wurde damit im Hinblick auf die Vorjahresstudie als Spitzenreiter abgelöst.43 Gründe für das gute Abschneiden sind, neben der klaren Kundenorientierung, u.a. in der hohen Qualität der angebotenen Online-Dienste zu sehen. Aktuell werden den Bürgern und der Wirtschaft 100 Leistungen zur Online-Abwicklung angeboten; Gebührenzahlung inklusive.44 Hierzu wurden bisher 2.500 der 10.000 Chipkarten mit Signatur-Bezahlfunktion zu subventionierten Preisen ausgegeben.45 Monatlich werden damit ca. 300 Transaktionen durchgeführt (Stand: September 2002). Im Selbstversuch hat sich die Nutzung als recht aufwendig erwiesen, da die zu installierende Software (8 MB) Fehlermeldungen verursachte, die zum Abbruch der Transaktionen führten. Inwieweit die Bremer als Vorreiter in Sachen elektronische Bürgerdienste anzusehen sind, wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass seit nunmehr zwei Jahren die Zusendung von Personenstandsurkunden online beantragt und bezahlt werden kann.46 Seit Juni 2001 besteht die Möglichkeit, sich nach einem Umzug innerhalb Bremens über Internet beim Einwohnermeldeamt rechtsverbindlich an- und abzumelden. Darüber hinaus kann man die Adressänderung auch zahlreichen privaten Dienstleistern, wie der Sparkasse und den Stadtwerken (incl. letztem Zählerstand), mitteilen. Der Post kann der Nachsendeauftrag ebenfalls online erteilt werden. Bremer Studenten können seit Mai 2001 Anmeldungen für Prüfungen und Urlaubssemester sowie Exmatrikulationen mit der Signaturkarte vornehmen. Eine vollständige Online-Immatrikulation hingegen wird wohl auch in absehbarer Zeit nicht möglich sein, da die dabei vorzulegenden Kopien (Abiturzeugnisse) mit der Post nachgeschickt werden müssten. Aber das lehnt die Bremer Verwaltung ab, da somit das Verfahren viel komplizierter werden würde: Online-Formulare müssten mit den Anlagen auf Papier nachträglich zusammen43 44 [...]

Die so erreichte Interoperabilität ist eine wesentliche Voraussetzung für die Verbreitung der elektronischen Signatur, denn es würde sich wohl kein Bürger mehr als eine Signaturkarte zulegen um auch nach dem Umzug in eine andere Stadt seine Behördengänge im dortigen „virtuellen Rathaus“ erledigen zu können. Ebenso kann es sich keine Stadt leisten, Online-Dienste nur den Bürgern anzubieten, die im Besitz einer ganz bestimmten Signaturkarte sind. Fraglich bleibt, ob sich die elektronische Signatur angesichts der relativ hohen Kosten,39 die den wenigen Behördenkontakten gegenüber stehen, überhaupt in der Bevölkerung durchsetzen wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Aufwand aus Sicht der Bürger nur gerechtfertigt ist, wenn dieser mit einem einleuchtenden Zusatznutzen verbunden ist.40 Erreichen lässt sich dieser mit dem Einsatz von multifunktionalen Chipkarten, bedeutend, dass sich mit nur einer Karte diverse Anwendungen im öffentlichen, wie auch im privatwirtschaftlicher Bereich tätigen und mittels Geldkartenfunktion bezahlen lassen.41 Ein weiterer viel diskutierter Aspekt, der zur flächendeckenden Nutzung der elektronischen Signatur beitragen soll, betrifft deren Integration auf dem neuen Personalausweis oder der EC-Karte. Bislang haben sich aber weder die Bundesregierung noch die Kreditwirtschaft zu einem Einführungstermin geäußert. Für Unternehmen, die ja regelmäßig mit Ämtern kommunizieren, dürfte die Frage nach dem Nutzen wie auch den erwähnten Kosten kein Problem sein – sie werden wohl eher als lohnende Investition betrachtet. Fakt ist, dass eine Behörde, die ihren Adressaten den Service anbietet, Formulare im Netz rechtsverbindlich zu unterschreiben, im Zuge des elektronischen Ablaufes und der Automatisierung, von einer Effizienzsteigerung sowie Entlastung der Routinetätigkeiten profitiert. Besonderes Augenmerk muss bei der Planung der Online-Dienste darauf gelegt werden, inwieweit die elektronische Unterschrift überhaupt nötig ist. Bei der Bestellung einer Mülltonne ist sie es sicher nicht, bei dem Antrag auf eine Baugenehmigung hingegen sehr wohl. Ein Blick zu bestehenden Lösungen kann sehr hilfreich sein. Laut Difu-Studie ist ein Einsatz der elektronische Signatur in fünf Prozent der befragten Städte realisiert worden – bei 72 Prozent ist er geplant.42 [...]

Arbeit zitieren:
Albrecht, Marco November 2002: Virtuelles Rathaus - Ein Konzept für bürgerorientiertes E-Government, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
elektronischer Bürgerservice, Electronic Government, Handlungsempfehlung, Brandenburg, eGovernment

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